14.11.2379
„Commodore, Sie sollten vor Beginn der nächsten Mission dringend
ein paar Tage ausspannen!“. Mal ehrlich, was dümmeres habe ich in
den ganzen Jahren während meines Dienstes für die Flotte nie gehört…
Gut, vielleicht abgesehen von einigem Blödsinn, der erzählt wurde,
als ich nach meiner Gefangenschaft auf Tonga war.
Aber ich habe mir schon ein passendes Ziel für diese Tage der Langeweile ausgesucht. Eine kleine Kolonie, welche von Arjin geleitet wird. Mal abgesehen davon, dass ich den alten Besserwisser schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, bietet sich auf jeden Fall die Möglichkeit einige interessante Dinge zu erfahren. Immerhin ist er ein Trill.
18.11.2379
Habe doch glatt vergessen, was Terraforming für ein Knochenjob ist. Und
das Terraformer per se ein wenig seltsam sind. Aber kann nicht behaupten, dass
diese Leute nicht nach meinem Geschmack sind. Viel direkter heraus und immer
zu derben Spaß aufgelegt. Ehrlich gesagt wundert es mich ein wenig, das
die Truppe hier so gut mit ihrem Chef klar kommt, aber auch Arjin hat sich im
Laufe der Jahre merklich verändert. Und nicht unbedingt zu seinem Nachteil.
Allerdings habe ich ihre Vorräte an alkoholischen Getränken überschätzt.
Hätte vielleicht doch nicht nur 4 Flaschen mitnehmen sollen. Naja, muss
ich halt ein wenig haushalten. Vielleicht gar nicht so übel, schließlich
hat mich Karen Taylor, die Nummer zwei der Sicherheit auf diesem Felsen, zu
einem morgendlichen Übungskampf herausgefordert. Mal schauen, was sie so
drauf hat.
19.11.2379
Scheint so als wäre der Urlaub vorbei. Heute morgen sind drei Mann des
Teams verschwunden. Doktor Belgrad, sein Assistent und Karen. Vor allem frage
ich mich, ob die drei einfach nur leichtsinnig waren, hier ohne Abmelden herauszuspazieren
oder ob vielleicht was anderes dahinter steckt. Auf diesem Planeten kann man
auch keine drei Meter scannen, da ist rufen einfacher. Also Suchmission auf
die alte Art, leider bisher ohne Erfolg. Inzwischen ist Arjin sichtlich nervös
und hat Unterstützung angefordert. Wenn ich ihn richtig verstanden habe,
kommen wohl einige Besatzungsmitglieder der Exeter. Na, das passt ja. Die Wege
in diesem Universum sind manchmal höchst bemerkenswert.
20.11.2379
Immer noch keine Spur von den Vermissten. Hatte ja schon gehofft, den Leutchen
von der Exeter bei ihrer Ankunft freudig mitzuteilen, dass die Suchaktion bereits
erfolgreich erledigt ist und sie sich einen gemütlichen Abend mit uns machen
sollen… Naja, wäre ja auch zu schön gewesen. So wurde der Abend
stimmungsmäßig natürlich von der Sorge um die Verschwundenen
getrübt.
Und von seltsamer Musik untermalt. Komische harfenartige Klänge, die aus
dem Nichts erschienen und selbst nach Abschaltung aller vorhandenen Lautsprecher
immer noch deutlich vernehmbar waren. Weder ich in den letzten Tagen noch die
Leutchen aus Arjins Team hatten diese Musik jemals vorher gehört. Irgendwann
erschienen dann auch noch zwei Federn, zumindest sahen sie so aus. Allerdings
hat Dr. Craddock später herausgefunden, dass diese Dinger aus kristalliner
Substanz bestanden und eindeutig mit dieser seltsamen Musik zu tun hatten. Seiner
Theorie nach war die Feder sogar von der Musik, bzw. der Energie, welche von
der Musik begleitet wurde, erzeugt. Ähnlich wie bei einem Replikator. Wie
es sich gehört, verschwand die Musik dann auch wieder so plötzlich,
wie sie erklungen war. Ob das im Zusammenhang steht mit unseren Verschwundenen?
Keine Ahnung, gibt wohl nur eine Möglichkeit, das heraus zu finden.
Und genau das werden wir, spätestens morgen werden wir Erfolg haben. Ich
wage mal die Behauptung, dass mit Wagner und Silok da genau die richtigen von
der Exeter gekommen sind. Wobei ich sagen muss, dass ich Lloyd und McCullum
vermisse. An sich sind die beiden doch immer mit dabei, wenn es um solcherart
Missionen geht. OK, bei McCullum kann ich mir das noch erklären, angesichts
dessen, was ich über sein Beinahe-dann-doch-nicht-Ableben gelesen habe.
Aber sei’s drum, darum kümmere ich mich später. Eins nach dem
anderen!
21.11.2379
Es gibt Tage… Urlaub ja? So, wie ich Urlaub mache, stellen sich wahrscheinlich
andere Leute die Hölle auf Erden vor. Aber mal ehrlich, hatte schon schlechtere
Tage… viel schlechtere.
Gut, vielleicht fange ich mal vorne an.
Der Tag begann wie geplant, wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Arjin mit Wagner
und der einen los, ich mit Silok und der anderen. Irgendwann hörten wir
dann wieder diese komische Musik und auch diesmal materialisierte sich etwas.
Diesmal war es eine kristalline Kugel. Von da an hörten wie diese Musik
immer wieder und es schien fast so, als ob diese uns zu einem bestimmten Ort
führen wollte.
Aber noch bevor wir diesen Ort erreichten, fanden wir etwas sehr interessantes,
nämlich ein abgestürztes Schiff unbekannter Bauart, bzw. was von diesem
übrig war. Schien als hätte es eine ziemlich derbe Bruchlandung hingelegt.
Mehrere Spuren führten von dem Schiff weg, also hatte es wohl Überlebende
gegeben. Schnell festigte sich die Theorie, dass unsere Verschwundenen wohl
den noch aktiven Schiffsinsassen begegnet sein könnten.
Nach einer kleinen Rast folgten wir den Spuren, respektive wieder der Musik
und den dadurch entstehenden Kugeln. Irgendwann aber änderte sich die Musik.
Es ist ein wenig schwer zu beschreiben, aber die ganze Zeit schien die Musik
freundlich, angenehm… und auch irgendwie einlullend, zumindest für
einige. Ja, einige unserer Teammitglieder schienen auf einmal ihren Auftrag
zu vergessen, behaupteten sie wären schon zu lange unterwegs. Und im gleichen
Maße wie um mich herum alle anfingen, Blödsinn zu erzählen,
schien es mir, als wenn sich mir ein Dorn in meinen Schädel rammte. T´Lar
stimmte mir zu, dass irgendeine Art Beeinflussung in dieser Musik war und ganz
offensichtlich hatte sich die Intention der Melodie gewandelt, denn nun schien
es so, als wenn uns die Musik von irgendwas fernhalten wollte. Glücklicherweise
hatte Dr. Craddock einige mentale Blocker bei sich und konnte die telepathischen
Einflüsse damit ein wenig ausbremsen. Aber wenn ihm die ausgehen würden,
hätte die Sache schwierig werden können.
Wir erreichten eine größere Gesteinsansammlungen. Die Schmerzen in
meinem Schädel waren inzwischen so schlimm, dass mir der Doktor regelmäßig
Schmerzmittel injizieren musste. Aber bevor wir uns diese Steine näher
ansehen konnten, erschienen Ensign T’Aloviks, Officer Garner und ein fremdartiges
Wesen, welches von T’Aloviks als Virone bezeichnet wurde. Was er erzählt,
klingt wenig erfreulich. Die Vironen seinen jene Besucher, welche mit dem Schiff
abgestürzt waren. Es handelt sich um eine kriegerische und aggressive Rasse
und sie haben im Handstreich unser gesamtes Team lahmgelegt, einkassiert und
in ihr Lager gebracht. Die Anführerin, welche als Schamanin bezeichnet
wird, will mit dem Schamanen unserer Seite sprechen. Von den Vermissten befand
sich ebenfalls Karen im Lager, den Doc und seinen Assistenten hatten die Vironen
vorher getötet. Sie dulden keine Schusswaffen und hatten sogar sämtliche
des Teams zerstört. Im übrigen zeigen die Betäubungsstrahlen
unserer Phase bei ihnen eine tödliche Wirkung.
Klang echt entzückend. Als T’Aloviks dann noch Wagners Anweisung
vermittelte, dass Silok den Vironen gegenüber als Anführer auftreten
sollte und ich mich still und heimlich mit dem Rest des Teams zum Hauptquartier
begeben sollte, hab ich ihm diesen Zahn mal schnell gezogen. Die Tante will
mit dem Anführer sprechen, also bekommt sie ihn auch. Abgesehen davon habe
ich mit kriegerischen Spezies inzwischen einiges an Erfahrung.
T’Aloviks, Garner und der Virone führten mich dann zum Lager. Je
weiter wir gingen, desto besser ging es auch dann meinem Kopf wieder, was sich
nur positiv äußern konnte. Unterwegs konnten wir einige der Vironen
sehen, welche eine Art Körpertarnfeld benutzen. Also, sehen war in diesem
Falle eher relativ, da man nur ein Flimmern sehen konnte. Überhaupt scheinen
die vironischen Körpertarnfelder nur auf optische Wahrnehmung Einfluss
zu nehmen. Wobei, auf einem Planeten wie diesem mit arg eingeschränkten
Sensoren, reicht das völlig aus.
Was folgte, war die Verhandlung mit ihrer Schamanin. Wie oft bei Anführerinnen
kriegerischer Spezies erwies sie sich als stolz, willensstark, gehorsamsgewohnt
und mit keinerlei Toleranz, was Schwächen angeht. Auch gut, darf man halt
keine zeigen. Ein Umstand der für Sternenflottenoffiziere nicht immer ganz
einfach ist. Blinder Gehorsam im extremen Sinne steht ja bei uns nicht an der
Tagesordnung. Zum Glück.
Ein Glück war auch, dass ich recht schnell herausfand, welche Sprache man
der Schamanin gegenüber sprechen musste. Hinzu kam auch die Tatsache, dass
sie sich ihrer mehr als bescheidenen Situation sehr wohl bewusst war. Mit Schläferschiff
unterwegs gewesen, abgestürzt auf einem Planeten, der sich dann aber als
idealer Lebensraum entpuppt und dann kommen Wesen daher die mit feigen Strahlenwaffen
kämpfen und behaupten dieser Planet gehöre nicht nur ihnen, er wäre
auch von ihnen geschaffen worden.
Da Egoismus noch nie eine Tugend unserer Föderation war und das erforschen
neuer Spezies eine unserer vorrangigsten Aufgaben, habe ich ihnen kurzerhand
den halben Planeten zugesprochen. Arjin wirkte zwar etwas geschockt, konnte
sich dann aber auch mit dem Gedanken anfreunden. Weniger anfreunden, aber immerhin
tolerieren konnte er sich mit der Tatsache, dass ich ihn als meinen Schamanen-Lehrling
präsentiert habe. Ich gebe zu, ich konnte einfach nicht widerstehen…
Aber ich kenne ihn, irgendwann wird er sich dafür noch revanchieren. Auf
freundschaftliche Art natürlich, aber es wird irgendwie garstig sein. Vielleicht
sollte ich in Zukunft Empfänge und offizielle Anlässe meiden, wo er
auch zugegen sein könnte.
Aber zurück zu den Vironen. Hatte ich vorhin gesagt ‚Neue Spezies’.
Waren sie im übrigen nicht. Es gab bereits einen Erstkontakt. Dazu aber
später mehr. Da sieht man mal, wie blöd man dastehen kann, wenn man
keinen Computer zur Hand hat, der einem so was mitteilen kann. Erwähnenswert
ist auch noch, dass die Schamanin nicht nur als Befehlshaberin der Vironen agiert,
sondern auch über mentale Fähigkeiten verfügt, die sich vorwiegend
darauf beziehen, die in ihrem Volk genetisch vorherrschende Aggression zu kontrollieren.
Eine von vielen Stärken, welche man dieser Frau nicht auf den ersten Blick
zutraut. Aber große Anführer zeichnen sich selten dadurch aus, dass
sie einfach nur lauter Brüllen als andere.
Kritisch war dann der Punkt bezüglich der Bestrafung von Karen, denn die hatte 6 Vironen erschossen und dafür forderte man nun Vergeltung. Es klingt beinahe wie ein Witz, aber die vironischen Alternativen der Bestrafung wären Hochzeit oder Zweikampf auf Leben und Tod. Klang jetzt nicht direkt nach einem Unterschied... Na egal, jedenfalls wäre es eine blöde Idee gewesen, den Vironen gegenüber darauf zu bestehen, dass hier Föderationsrecht gilt, schließlich ist dies ja ein Föderationsplanet. Und darauf zu bestehen, dass Karen nach Sternenflottenansicht völlig korrekt gehandelt hatte, hätte auch nicht funktioniert. Letztendlich ist es mir dann gelungen, der Schamanin die Möglichkeit einer Bestrafung durch Unfreiheit näherzubringen. Ist schon manchmal erstaunlich, dass Dinge, welche für uns selbstverständlich sind, anderen Kulturen im Laufe ihrer ganzen Entwicklung noch nie in den Sinn gekommen sind. Und so existierte darauf hin eine weitere Alternative: Karen sollte bei den Vironen bleiben, dort wie eine von ihnen leben und zwar so lange bis diese von ihrer Ehrenhaftigkeit überzeugt wären. Es überraschte mich nicht, dass sie nicht lange zögerte und diese Möglichkeit wählte. Im Grunde hätte sie so was wie eine Botschafterin abgegeben, etwas anders zwar als man es normalerweise kennt, aber warum nicht.
Sofern schien erst einmal alles in Butter, das Team wurde freigelassen und
wir wollten uns gerade wieder aufmachen zur Basis zurück zu kehren, als
plötzlich ein Flugkörper über uns hinweg flog und in ziemlicher
Nähe landete. Kurz darauf erschien ein vogelartiges, augenscheinliches
weibliches, Wesen auf der Bildfläche und erklärte, dass es von diesem
Planeten stamme. Wirklich toll… der Plan, den Planeten mit den Vironen
zu teilen, erschien plötzlich wesentlich komplizierter geworden zu sein,
aber dann stellte sich heraus, dass dieses Wesen nur hierher gekommen war um
eine Suche zu beenden. Eine Suche, bei welcher sie einer Melodie gefolgt war…
da ging mir doch gleich wieder die Musik durch den Kopf. Und die Erinnerung
an die Kopfschmerzen. Anscheinend hatten wir diejenige gefunden, für welche
diese musikalische Spur gelegt worden war.
Als wir uns dann wieder den Felsen nährten, setzte wieder der abweisende
Effekt ein. Einige wollten partout nicht weitergehen, einige bekamen Angstzustände,
die uns begleitenden Vironen wurden immer gereizter und mein Kopf schien zu
explodieren. Leider hatte Nox nicht besonders viele Mentalblocker in seinem
Medi-Kit. Er verpasste Wagner und Vaughn einen, damit wir eine Vorhut bilden
konnten und an dem Vogelwesen dranbleiben, die natürlich davon nicht betroffen
war, und T’Aloviks bekam den Auftrag, dafür zu sorgen das der Rest
nachkam. Als Vulkanier wäre er in der Lage, telepathische Angriffe abzublocken.
Die Schamanin wiederum beruhigte mittels mentaler Kräfte ihre Begleiter
und so gab es keine Zwischenfälle mehr, als wir dann endlich das andere
Team erreichten.
Die waren in der Zwischenzeit nicht untätig gewesen und hatten eine Höhle
freigelegt, in welcher sich ein weiteres Exemplar dieser Vogelrasse befand,
welche sich später als Ahmriâl bezeichneten. Offenbar waren sie die
letzten Exemplare ihrer Rasse. Anhand eines Logbuches konnte festgestellt werden,
dass die Ahmriâl einst von den Jem’Hadar nahezu ausgelöscht
wurden und irgendeiner ihrer Wissenschaftler diese beiden Exemplare retten konnte
und sie trennte, bis sie zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder zusammen finden
würden. Eigentlich eine rührende Geschichte, die aber leider den kleinen
Schönheitsfehler hatte, dass diese beiden Wesen den Auftrag hatten, sämtliche
Jem’Hadar auszulöschen.
Ganz ehrlich, ich mag die Jem’Hadar nicht besonders und während des
Krieges habe ich mir, wie wahrscheinlich so ziemlich jeder, hin und wieder gewünscht,
dass sich die ganze verfluchte Brut in Luft auflösen solle. Aber die Vorstellung,
dass diese beiden Wesen zu einem Rachefeldzug aufbrechen würden um sie
auszulöschen… Und irgendwie erweckten sie in mir das Gefühl,
dass sie zumindest einen gewaltigen Schaden hätten anrichten können.
Aber wie sollte man sie davon abbringen? Da halfen mal wirklich nur noch gute
Worte und Argumente und ich war froh bei diesen Verhandlungen nicht alleine
auf mich gestellt gewesen zu sein, sondern Leute wie Arjin, Manon, Masterson
und Gardner mit von der Partie waren. Ich frage mich, wie ein Gründer reagieren
würde, wenn er wüsste, dass am heutigen Tag einige Angehörige
der Föderation seine ach so tolle Kriegerrasse vor Ausrottung oder zumindest
drastischer Reduzierung bewahrt haben.
Nein, die Probleme des Tages waren noch nicht erschöpft, denn auf dem
Rückweg zur Basis habe ich dann von der Tatsache erfahren, dass Karen auf
der Erde einen Mann und ein Kind hatte. Hatte sie vorher nichts von erwähnt
und in ihrer Akte stand’s auch nicht. Das schmälerte selbstredend
die Begeisterung bezüglich der Aussicht, einige Jahre bei den Vironen zu
bleiben und auch als die Schamanin einige Zeit später mit den Ihren bei
uns auftauchte, war die davon nicht wirklich begeistert und empfand es sogar
als grausam, Karen von ihrer Familie zu trennen. Da die Umsiedelung auf diesem
Planeten aber keine Option für Karen war, entschied sie sich dann doch
für den Zweikampf. Und zwar gegen eine Kriegerin, deren Mann sie am Tag
vorher getötet hatte.
Als ich dieses dann den Angehörigen der Föderation mitteilte, war
die Reaktion natürlich entsprechend. Einige reichten offiziellen Protest
ein. Sollen sie. Ich war zu jenem Zeitpunkt und bin auch jetzt noch der Meinung,
dass Karens Entscheidung richtig war. Sie vertraute auf ihre kämpferischen
Fähigkeiten und angesichts unseres Trainings zwei Tage vorher wusste ich
das sie einen verdammt harten Schlag am Leibe hatte. Natürlich bestand
der Zweifel, ob das ausreichen würde gegen ein Wesen, welches von klein
auf nur für den Kampf gelebt hat und am Ende hat sich ja auch herausgestellt,
das dem nicht so war. Meine Hoffnung, das dieser Kampf keinen tödlichen
Ausgang nehmen würde, schwand mit jeder Minute, welche die beiden Frauen
kämpfen… und dann war es am Ende die Vironin, die uns allen eine
Lektion erteilte. Auf diese Kriegerin kann ihre Schamanin stolz sein und das
war sie auch. Oder hatte sie vielleicht mittels ihrer mentalen Kräfte Einfluß
auf ihre Kriegerin genommen und so Karens Tod verhindert? Vielleicht werde ich
das irgendwann mal aus ihr heraus kriegen…
Inzwischen befindet sich die Exeter im Orbit, die meisten des Teams sind wieder
an Bord und genau dort werde ich mich gleich auch mal hinbegeben. Muss schließlich
meine Vorräte auffüllen und die Ereignisse des Tages in einem Bericht
verfassen. Ich hasse solche Dinge, aber es muss wohl sein. Na gut, alles in
Allem soll sich mal keiner beklagen…
Diejenige, welche von den Verschwundenen noch lebte, wird ihre Familie wieder
sehen, wir haben den Grundstock für eine freundschaftliches Miteinander
zu den Vironen geknüpft, dafür gesorgt das die Jem’Hadar nicht
ausgerottet werden… so gesehen eine ganz brauchbare Leistung für
einen Commodore auf Urlaub und ein Team, welches eigentlich nur hier war um
bei einer Suchmission zu helfen.
OK, eine Sache liegt noch vor mir und das will ich erledigt haben, bevor die
Föderation offiziell einen diplomatischen Vertreter hier hin schickt. Ich
muss den Vironen noch beibringen, was in der Zwischenzeit zwischen ihrem Volk
und den Klingonen vorgefallen ist. Könnte ein haariger Tanz werden, aber
ich habe da schon eine Idee, insbesondere da ja diese Taten gegenüber den
Vironen gar nicht offiziell vom klingonischen Rat kam. Aber darüber mache
ich mir später Gedanken. Jetzt will ich erst einmal dafür sorgen,
dass die Exeter nicht mit allen meinen dort noch lagernden Vorräten verschwindet.
Aufzeichnung Ende!