Storyline

Starfleet Operations Con 13

Tischrede von Botschafter L'aouri Janzest anlässlich des Empfangs von Admiral Tiziana Scepter, Direktorin des diplomatischen Corps der Sternenflotte

Liebe Tiziana Scepter, meine sehr geehrten Damen und Herren, herzlich willkommen im Gästehaus der Sternenflotte. Ich freue mich, dass Sie bei uns sind. Ich möchte an dieser Stelle eine Laudatio auf unsere Gastgeberin, die neue Direktorin des diplomatischen Corps der Sternenflotte halten. Es ist schön, den freudigen Anlass ihrer Ernennung zu meiner Nachfolgerin mit Ihnen allen zu feiern.

Seit 27 Jahren steht sie im Dienst der Diplomatie. Die Föderation, liebe Tiziana, ist Ihnen dankbar für Ihr unermüdliches, erfolgreiches Arbeiten für eine bessere Galaxis. Ich erinnere mich sehr gern an unsere erste Begegnung in San Francisco. Persönlich kennengelernt haben wir uns im Führungs-stab des Sternenflottenkommandos. Sie waren damals noch ein junger Lieutenant Commander und haben einen Posten als Referentin im Bereich "Operativer Grundsatz" frisch übernommen. Sie haben es mit den Diskussionen dort geschafft, auch fest eingesessene Kollegen immer wieder ihren Standpunkt überdenken zu lassen - immer im Hinblick auf das bestmögliche Resultat in der Sache. Sie haben sich aber nicht nur im Stab auf der Erde, sondern auch auf anderen Welten persönlich engagiert, darunter Betazed und Qo'noS. Als Leiterin des Amts für Kolonial-Angelegenheiten haben Sie sich dann später um das Wohl vieler Welten gleichzeitig gekümmert. Aber ich glaube, dass die Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen unter der Koordination des Direktors des diplomatischen Corps noch sehr viel stärker werden kann. Bei unserem ersten Zusammentreffen im Sternenflottenkommando hat mir Tiziana Scepter in einem persönlichen Gespräch Vertrauen und Loyalität zugesagt. Dieses Versprechen hat sie über die ganze Zeit unserer Zusammenarbeit eingehalten - wofür ich noch heute dankbar bin. Vertrauen zu schenken und Vertrauen zu empfangen - das ist es wohl, was Tiziana Scepter vor allem auszeichnet. Und das ist auch die Wurzel ihrer erfolgreichen Arbeit beim Diplomatischen Corps bis heute.

Auf Barisa Prime, dem Heimatplaneten Tiziana Scepters, gilt Zurückhaltung als Stärke, Ungeduld als Schwäche und Vergebung als das höchste Maß an Größe. Dieser Einfluss ihrer heimatlichen Kultur hat die Vereinte Föderation der Planeten sicherlich bereichert. Dazu gehört auch eine persönliche Erkenntnis Tiziana Scepters aus eigener Erfahrung: "Man muss zuhören und sich umsehen, sonst kann man schwere Fehler begehen." Schade nur, dass es so lange braucht, bis alle Mitglieder der intergalaktischen Gemeinschaft diese Erkenntnis begreifen. Sonst könnten wir schon weiter sein in dem Bewusstsein, dass die Völker und Nationen in unserer Galaxie aufeinander angewiesen sind und keine Nation das Wohl ihres Volkes dauerhaft mehren kann, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen.

Liebe Tiziana, Sie haben schon früh drei galaktische Herausforderungen benannt, an denen Sie Ihr Handeln ausgerichtet haben: Entwicklung, Frieden und Völkerrechte. Immer wieder haben Sie deutlich gemacht, wie sehr diese drei Ziele miteinander verwoben sind und nicht voneinander getrennt werden können. Ich darf Sie zitieren: "Wir werden Entwicklung nicht ohne Sicherheit genießen, wir werden Sicherheit nicht ohne Entwicklung genießen, und wir werden beides nicht ohne Respekt vor den Völkerrechten genießen". Es ist 19 Jahre her, dass Sie diese Grundgedanken in Ihrem Bericht über Konfliktursachen und Friedensentwicklung formuliert haben. Schon damals führten Sie der Föderation ihren Anteil an der Verantwortung für das Schicksal der Galaxis vor Augen.

Sie haben in Ihrer langjährigen Tätigkeit im Diplomatischen Corps schon früh erkannt: Es geht um eine Entwicklungspolitik für die gesamte Galaxis, also auch um Veränderung in der sogenannten "entwickelten Galaxis". Diesen Gedanken trieben Sie im Centennial-Bericht der Vereinten Föderation der Planeten aus dem Jahr 2376 voran: Halbierung der Armut bis 2385, Eindämmung von Gewalt und Konflikten, Verbesserung der Bildung, Bekämpfung von Seuchen und Schutz der Umwelt, Aufbau einer galaktischen Entwicklungspartnerschaft. Auf diese Ziele haben sich dann die Mitglieder des Föderationsrates in der Centennial-Erklärung verpflichtet. Die Messlatte war hoch gelegt, doch sie dokumentiert bis heute den sachlichen und moralischen Anspruch der Vereinten Föderation der Planeten an sich selbst. Wie weit wir von der Erreichung dieser Ziele heute noch entfernt sind, das muss uns aufrütteln. Die Mitgliedswelten tun sich offenkundig schwer damit, gegebene Zusagen einzuhalten, und Sie selbst, Tiziana, haben die bedürftigen Nationen aufgefordert, sich ihrerseits mehr anzustrengen, damit Hilfe von außen auf fruchtbaren Boden fallen kann. Ich will es einfach so sehen: Alles, was unerledigt ist, soll uns Ansporn zu noch mehr Einsatz sein.

250.000 Mitglieder der Sternenflotte setzen sich gegenwärtig mit Leib und Leben bei galaxisweit über 20 Einsätzen für Stabilität und Frieden ein. Auch diese Tatsache ist untrennbar verbunden mit dem Diplomatischen Corps der Sternenflotte. Sicher: Man kann sich darüber streiten, ob jeder Einsatz als durchschlagender Erfolg gewertet werden kann. Aber es steht außer Zweifel, dass unzählige Leben gerettet worden sind. Und Ihre Aufgabe, liebe Tiziana, ist es von nun an die intergalaktische Gemeinschaft immer wieder daran zu erinnern, dass Wegschauen bei Konflikten keine Lösung ist.

Ich habe dabei immer auch darauf hingewiesen: Frieden kann nicht allein mit militärischen Mitteln gewonnen werden. Letztlich müssen Köpfe und Herzen der Völker überzeugt werden, um Missionen der Vereinten Föderation der Planeten und auch gemeinsame Missionen mit ihren Partnern zum Erfolg zu führen. Hier stellt sich die Frage: Gibt es im Angesicht von Genozid und anderen schwersten Völkerrechtsverletzungen so etwas wie eine Handlungspflicht der intergalaktischen Gemeinschaft? Sie haben diese Frage bejaht und das Konzept der Schutzverantwortung, entwickelt. Wie sie verbindlich umgesetzt werden kann, dazu gibt es noch viele offene Fragen.

Liebe Tiziana, wir alle wissen: Wir werden dieser Pflicht zum Handeln wohl nie vollständig und fehlerfrei genügen können. Wir Humanoiden sind gefangen in unserer Unzulänglichkeit. Eine Rechtfertigung zur Untätigkeit kann das aber nicht sein. Sie selber haben das so formuliert: "Wenn wir auch nicht alle Völker überall schützen können, so ist das doch kein Grund, dort, wo wir dies vermögen, tatenlos zu bleiben." Ich bin froh und dankbar, dass Sie die Vereinte Föderation der Planeten immer auch als moralische Instanz der Völkerfamilie verstanden haben.

Meine Damen und Herren, ich bin der Überzeugung, dass wir die drei Pfeiler Entwicklung, Frieden und Menschenrechte im konkreten politischen Handeln durchgängig als Einheit verstehen und umsetzen müssen. Dazu aber brauchen wir die Einsicht und die Kraft aller Völker dieser Galaxis zu einer neuen, kooperativen Politik. Meine Nachfolgerin, Admiral Scepter, hat sich dazu nachdrücklich bekannt. Es liegt in unser aller Interesse, diese Politik aufzugreifen und weiterzuentwickeln.

Liebe Tiziana, Sie sind in Ihrem Engagement und in Ihrer Ausstrahlung für Viele in der ganzen Galaxis Vorbild; Vorbild als Bürgerin, Vorbild aber auch, dass es möglich ist und Sinn macht, für eine bessere Galaxis zu kämpfen. Bleiben Sie so, wie Sie sind.

Meine Damen und Herren, ich bitte Sie, mit mir auf das Wohl von Tiziana Scepter anzustoßen. Auf viele Jahre!

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