Storyline

Starfleet Operations Con 13

"Vertrauen: Grundstoff für eine neue, kooperative Politik" - Rede von Admiral Tiziana Scepter auf dem diplomatischen Empfang anlässlich ihres Dienstantritts

Verehrte Kollegen, meine Damen und Herren Botschafter und Vertreter Interplanetarer Organisationen, sehr herzlich willkommen im Gästehaus der Sternenflotte! Ich freue mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind.

In der Vereinten Föderation der Planeten beginnt sich die Politik der vergangenen Jahre auszuzahlen: Die Belastung der Bevölkerung ist spürbar zurückgegangen; unsere Wirtschaft hat wieder Tritt gefasst. Wir können trotz mancher aufziehender Wolken am Himmel auch für dieses Jahr zuversichtlich sein.

Was braucht es für ein gutes Jahr? Catharina Elisabeth Goethe, die Mutter von Johann Wolfgang von Goethe, schrieb ihrem Sohn im Jahr 1770 dies Rezept: "Man nehme zwölf Monate, putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat genau für ein Jahr reicht. Es wird jeder Tag einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor. Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt."

Optimismus, Toleranz und Takt: sie sind nicht unwichtiger geworden in den vergangenen 600 Jahren. Und auch Humor, Großzügigkeit und Mut können uns heute genauso helfen, unser Miteinander zu gestalten, wie zu Zeiten der Frau Goethe.

Vielleicht brauchen wir diese Zutaten sogar mehr denn je. Denn in unserer Galaxie sind wir wechselseitig voneinander abhängig.

Beispiele dafür gibt es genug: Etwa den Zusammenhang zwischen Ressourcenreserven der einen und Schulden der anderen. Oder den Zusammenhang zwischen dem Überschuss der Industrienationen und Naturkatastrophen wie Dürre und Überschwemmungen auf Planeten in anderen Teilen der Galaxie. Das zeigt: Die Völker aller vier Quadranten leben in einer Galaxie. Sie sind immer stärker aufeinander angewiesen.

Ressourcenströme, Klimawandel auf Planeten, Armutsmigration, Krieg, Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und Terrorismus machen nicht an Grenzen halt.

Ich glaube, der Grad der Interdependenz zwischen den Nationen und Völkern verlangt auch eine neue Außen- und Sicherheitspolitik. Keine Nation kann das Wohl ihres Volkes dauerhaft mehren ohne Rücksicht auf die anderen. Und deshalb kommt es darauf an, Kooperation zu suchen und Konfrontation zu vermeiden. Die künftige galaktische Ordnung wird eine multipolare Ordnung sein - oder keine.

Der wichtigste Grundstoff für eine kooperative galaktische Politik ist: Vertrauen. Und die Erfahrung sagt uns: Vertrauen zu schaffen, das geht auch dann, wenn die Partner unterschiedliche Ansichten und Interessen vertreten. Ich gehe weiter: Der Wert von Vertrauen wird erst dann richtig offenbar, wenn unterschiedliche Ansichten und Interessen bestehen. Aber solches Vertrauen zu schaffen, das verlangt eben auch: Respekt vor der Unterschiedlichkeit der Kulturen, die Bereitschaft, dem anderen zuzuhören.

Doch Vertrauen hat noch eine weitere Dimension: Die eigene Glaubwürdigkeit. Was wir von anderen verlangen, müssen wir auch uns selber abfordern. Denn Doppelstandards lassen sich heute nicht mehr hinter verschlossenen Türen verstecken. Zur Intergalaktisierung gehört: Alle können alle beobachten, und alle kommunizieren darüber miteinander.

Jetzt geht es darum, den Nachweis zu erbringen, dass sich Zusammenarbeit für alle lohnt.

Ich glaube nicht, dass wir Frieden und Sicherheit in der Galaxie über mehr Rüstung erreichen werden. Ich glaube, Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung sind vertrauensstiftend. Unsere gemeinsame Anstrengung muss darauf gerichtet sein, dass die vorhandenen Kontrollsysteme als Stabilitätsanker gefestigt und nicht geschwächt werden.

Der politische Wandel - an dem kein vernünftiger Zweifel bestehen kann - zeigt am besten, dass die gute Zukunft der einen nicht ohne die gute Zukunft der anderen möglich ist.

Ich freue mich daher, dass es auf Cardassia gelungen ist, ein Verhandlungsmandat für ein Wirtschaftsabkommen für die Zeit nach 2380 zu beschließen. Und es ist wichtig, dass dies im Rahmen der Vereinten Föderation der Planeten geschieht.

Die großen Nationen müssen ohne Ausnahme wissen, dass sie eine besondere Verantwortung haben, den Frieden zu erhalten und zu festigen. Die armen Nationen sind im Kampf gegen die Armut und den Terror auf wirtschaftliche Stabilität angewiesen. Zugleich wächst auf diesen Planeten das Bewusstsein, dass es in ihrem eigenen Interesse ist, Wachstum nicht auf Kosten der eigenen Bevölkerung oder Anderer zu erzielen.

Und tatsächlich ist es ja auch möglich, Wirtschaftswachstum, Energie- und Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Es ist für mich selbstverständlich, dass wir, die Vereinte Föderation der Planeten, sie dabei unterstützen: etwa durch einen rascheren und wirksamen Transfer effizienter Energie- und Agrartechnologie. Wie Sie wissen, hat sich die Föderation im 8. Centennial-Entwicklungsziel zum Aufbau einer Entwicklungspartnerschaft über die Grenzen der Föderation hinaus verpflichtet. Es gibt wahrlich keinen Mangel an Möglichkeiten zur Zusammenarbeit in der Galaxie zum Nutzen aller.

Fast die Hälfte der Bevölkerung in der cardassianischen Union, knapp dreißig Milliarden Cardassianer, müssen täglich immer noch mit einem Minimum an Nahrung, Wasser, Kleidung oder weniger auskommen. Es ist vor allem dieser Zustand, der den Frieden und die Stabilität in der Galaxie nachhaltig bedroht. Die Bekämpfung der Armut liegt daher im gemeinsamen Interesse aller Völker. Das verlangt von allen Seiten die Bereitschaft zur Veränderung. Wir brauchen eine Entwicklungspolitik für alle Nationen in unserer Galaxis. Mit den Centennial-Entwicklungszielen haben wir richtige Ziele gesetzt. Jetzt geht es darum, sie auch zu erreichen.

Mehr als bislang müssen wir darauf achten, dass Unterstützung als Hilfe zur Selbsthilfe wirkt und die Entwicklungsnationen letztlich befähigt, ihren eigenen Weg zu gehen. Für viele Entwicklungsnationen liegt in den Verknappung von nicht-replizierbaren Rohstoffen eine historische Chance. Dazu müssen die Erträge aus den Rohstoffvorkommen der Entwicklungsnationen vor allem der eigenen Bevölkerung zugute kommen. Transparenz ist hierfür eine wichtige Rahmenbedingung.

Auch für die demokratische Verfasstheit der Cardassianischen Union ist die Reform des Detapa-Rates ein wichtiger Schritt. Der Detapa-Rat gewinnt die Chance, Gesicht zu zeigen und sich als Sachwalter der cardassianischen Bürger erkennbar zu machen. Gleichzeitig erhalten die Bürgerinnen und Bürger mehr Möglichkeiten, selbst Einfluss auf die Politik zu nehmen. Und ich ermutige alle Bürgerinnen und Bürger, sich das zunutze zu machen. Dabei ist klar: Die cardassianische Union behält ihre Verantwortung, ihre Identität und Kultur. Die Vereinte Föderation der Planeten wird ihre Zukunft immer in einem freundschaftlichen Verhältnis zu ihren Nachbarn suchen.

Der natürliche und legitime Rahmen für eine neue kooperative galaktische Politik sind die Vereinten Föderation der Planeten und ihre gleichberechtigten Partner. Die Idee der Vereinten Föderation der Planeten bleibt für mich der wichtigste Schlüssel für eine gute Zukunft der Völker. Für einen fairen, am Wohl aller Völker orientierten Interessenausgleich brauchen wir daher eine starke und handlungsfähige Föderation. Wir sollten uns deshalb mit aller Kraft dafür einsetzen, den Kooperationsprozess weiter voranzutreiben. Es geht um Kohärenz und Konzentration in der Politik der Föderation und ihrer Partner: Das Trio Entwicklung, Sicherheit, Völkerrechte muss im konkreten politischen Handeln durchgängig als Einheit verstanden und verwirklicht werden. Das kann aber nur gelingen, wenn alle Nationen dieser Galaxie - die Großen wie die Kleinen - die Einsicht und die Kraft zu einer kooperativen galaktischen Ppolitik haben. Es ist möglich, eine bessere Galaxis für uns alle zu schaffen.

Meine Damen und Herren, ich möchte Ihnen für die bisherige gute Zusammenarbeit mit dem diplomatischen Corps der Sternenflotte ganz herzlich danken und hoffe, dass wir diese auch weiterhin erfolgreich fortsetzen können. Ich hoffe, dass Sie, Ihre Familien und Ihre Mitarbeiter sich bei uns wohl fühlen.

Ich wünsche Ihnen allen eine gute Zukunft.

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