Sir,
hier der angeforderte Bericht. Aufgrund des zeitlichen Abstandes, des Stressniveaus und der sich ständig verändernden Situation ist es möglich, dass einige Ereignisse ungenau dargestellt und / oder in ihrer Reihenfolge teilweise vertauscht sind.
Ereignisbericht
27.11.2376
Kurz nach ihrem Transfer zur Starbase begannen wir mit den Ermittlungen zur
Entführung. Alle Abteilungen waren in diese Arbeit eingebunden. Während
Wissenschaft, Technik und Operations Nachforschungen hinsichtlich des technischen
Vorganges der Entführung, Scans nach Fluchtraumschiffen usw. einleiteten,
suchten Crewman Vaughn, Cadet Speren und ich nach Informationen zu den an der
Entführung Beteiligten, zu ihrem persönlichen und dienstlichen Hintergrund,
Auffälligkeiten in ihrem Verhalten, Verhaltensänderungen, Verbindungen
zwischen ihnen, T’Aloviks und dem Antriebsprojekt und zu ihren Bewegungen
an Bord der Curie vor der Entführung. Diese Arbeit dauerte bis in die Abendstunden.
Zwischenzeitlich war ein Lieutenant Drake vom JAG-Korps mit einem Team an Bord
gekommen, der die Leitung der Ermittlungen übernahm, die Curie unter Quarantäne
stellte und einzelne Crewmitglieder befragte.
Als Ergebnisse unserer Recherchen konnten wir Folgendes feststellen:
Die Orionierin befand sich laut letzter Eintragung in ihrer Akte seit einigen
Monaten an Bord der U.S.S. Callypso, einem Tiefenraumforschungsschiff. Der letzte
Missionsbericht der Callypso verzeichnet keine Verlustmeldungen. Aufgrund der
unbekannten derzeitigen Position der Callypso war kein Kontakt möglich.
Durch die internen Sensoren konnten die Bewegungen der Orionierin und von Lieutenant
Lloyd nachvollzogen werden. Beide waren am Morgen des 27.11. zu unterschiedlichen
Zeitpunkten kurzzeitig auf der Krankenstation. Es handelte sich beide Male um
Behandlung kleinerer Beschwerden. Auf meine Nachfrage erklärte Lieutenant
Conway, dass sie dabei keine Auffälligkeiten in physischer oder psychischer
Hinsicht feststellen konnte. Auch fehlten nach ihrer Aussage keinerlei Geräte
oder andere Gegenstände in der Krankenstation.
Weiterhin war die Orionierin am Abend des 26. auch in Lieutenant Lloyds Quartier
gewesen. Lieutenant Lloyd selbst war am selben Abend für ca. anderthalb
Stunden nicht an Bord der Curie.
Zusätzlich zu Anfragen der OPS an die Starbase bezüglich der Sensorscans
zum Zeitpunkt der Entführung forderte ich bei der Stationssicherheit die
Logbücher der internen Sensoren an.
Es ergab sich, dass Lieutenant Lloyd sich in seinem Shuttle an Bord der Starbase
aufgehalten hatte. Daraufhin erwirkte ich eine Durchsuchung des Shuttles durch
die Stationssicherheit, bei der aber leider keinerlei von einer Standardbeladung
abweichende Gegenstände gefunden werden konnten.
Die Bearbeitung der Anfragen dauerte allerdings eine Zeit, während der
Crewman Vaughn und Cadet Speren anderweitig die JAG-Ermittlungen unterstützten.
Die Auswertung der Personalakten hatte bereits ergeben, dass sowohl die Orionierin
als auch Lieutenant Lloyd sich vorbildliche Pflichterfüllung und absolute
Zuverlässigkeit auszeichneten.
Nach einer Besprechung der Abteilungsleiter bzw. deren Stellvertreter ermittelten
wir weiter. Eine Anfrage bei Lieutenant Lloyds vorgesetztem Offizier auf Betazed
ergab keine Auffälligkeiten. Der dortige Commander konnte sich das Verhalten
Lloyds nicht erklären, auf Betazed hatte er sich vorbildlich verhalten.
Eine mögliche Gehirnwäsche durch feindliche Kräfte schätzte
er als unwahrscheinlich ein, das es nahezu unmöglich gewesen wäre,
dies auf Betazed vor allen Telepathen zu verheimlichen.
Gemeinsamkeiten der Orionierin und Lieutenant Lloyds konnten wir nicht feststellen.
Soweit verzeichnet, hatten sie zu keiner Zeit Kontakt miteinander.
Da ein Zusammenhang der Entführung mit dem Test des QWSS-Antriebes nahe
lag, ließ ich den Computer eine Liste sämtlicher Zugriffe auf das
gesamte Datenmaterial des Projektes erstellen.
Nur Personen des Projektteams hatten auf diese gesamten Daten zugegriffen, eine
Ausnahme bildete Commander Stafford. Da er sich – zumindest in der Zeit,
seit der ich an Bord der Curie war – meiner Meinung nach nicht direkt
mit den Einzelheiten des Projektes beschäftigte, lag hier schon der Schluss
von gefälschten Zugriffscodes nahe. Später ergab auch ein Vergleich
mit den internen Sensorlogs, das zum Zeitpunkt der betreffenden Abfrage an einem
Datenterminal nicht Commander Stafford im Raum war, sondern Lieutenant Lloyd.
Festzuhalten ist auch, dass er alle Daten des Programms herunterlud. Somit ist
davon auszugehen, dass sie nun in der Hand seiner Auftraggeber sind, worauf
ich im Rahmen der Chronologie der Ereignisse allerdings erst später kommen
möchte.
Auf der Suche nach Motiven für die Handlung geriet der Zeitpunkt, an dem
sich das Verhalten Lieutenant Lloyds geändert haben musste, stärker
in den Fokus. Bedauerlicherweise hatte die Counselling-Abteilung kein psychologisches
Gespräch mit dem Lieutenant geführt. Einigen Besatzungsmitgliedern
fiel auf, dass er sein Padd, offenbar ein Markenzeichen von ihm, zum Zeitpunkt
der Entführung und auch am 26.11. nicht bei sich hatte.
Ich persönlich war mir nicht mehr sicher, ob Lieutenant Lloyd bei unserer
gemeinsamen Ankunft an Bord der Curie ein Padd bei sich hatte. Auf den Vorschlag,
dies mit einer Hypnose nachzuprüfen, ging ich nach einigem Zögern
ein. Während dieser Sitzung mit Ensign Navarre erinnerte ich mich wieder
daran, dass Lloyd kein Padd trug. Aufgrund dieser Tatsache gingen wir nun davon
aus, dass das entscheidende Ereignis während des Fluges zur Abholung von
mir und dem falschen Computerexperten Richards passiert sein muss. Da Richards
schon vor mir an Bord des Shuttles gekommen war und wir später nicht mehr
getrennt waren, ist dieses Ereignis weiter auf den Hinflug zu meinem Abholungsort
eingrenzbar.
Über Richards selbst, sofern dies sein richtiger Name ist, konnten wir
nicht viel herausfinden. Seine Identität und auch die Legitimation erwiesen
sich als falsch. In keinerlei Teilnehmerlisten auf der Akademie und bei sonstigen
Fortbildungskursen war er eingetragen, die zuständigen Stellen hatten von
ihm keinerlei Kenntnis.
Die anderen Abteilungen hatten mittlerweile bei der Transportvorrichtung, mit
der Officer T’Aloviks entführt wurde, einen Zusammenhang mit Phänomenen
oder Ereignissen des Antriebstests vom Vortage hergestellt. Die Transportvorrichtung
selbst ließ sich keiner bekannten Spezies zuordnen.
Aus diesen und weiteren Daten konnte ein Suchkurs mit einem Runabout ermittelt
werden, jedoch entzieht sich der genaue Zusammenhang leider meiner Kenntnis.
Bitte kontaktieren Sie hierzu die Wissenschaft und Technik.
Nach einer weiteren Besprechung übernahm die Gamma-Schicht den Dienst und
die weiteren Ermittlungen.
Im Laufe unserer Ermittlungsarbeit gab es Probleme bezüglich der Kommandokette,
da Lieutenant Drake uns mehrfach Aufträge erteilte, die mit Commander Stafford
nicht abgesprochen waren.
28.11.2376
Kurz nach Dienstbeginn wurde eine erneute Besprechung abgehalten, bei der eine
Suche mit dem Runabout U.S.S. Seine angeordnet wurde.
Das Kommando über die Mission führte Lieutenant Silok, als sein Stellvertreter
fungierte Lieutenant Tohkinen. Die weiteren Mitglieder des Teams waren:
- Lieutenant J.G. Rakal, Technik der U.S.S. Curie
- Petty Officer 2nd Class Styles, Technik der Starbase 1
- Ensign Nash
- Petty Officer 2nd Class O’Kenner
- Lieutenant Masterson
- Ensign Navarre
- Lieutenant J.G. Conway
- Crewman 1st Class Vaughn
- Cadet 1st Class Speren
und letztlich meine Person.
Während die Seine von der Technikabteilung für den Start vorbereitet wurde, konnte sich der Rest des Außenteams noch kurzzeitig auf dem Holodeck entspannen. Kurz vor dem Start, kam es zu einer Diskussion zwischen Lieutenant Silok, Lieutenant Tohkinen und Crewman Vaughn bezüglich der Bewaffnung. Da die Suchmission laut seiner Aussage eine Standardmission sei, hatte Lieutenant Tohkinen den Techniker befohlen, ihre Typ II Phaser abzulegen. Lieutenant Silok machte diese Anweisung jedoch wieder rückgängig, da Kadett Speren auf die Gefährlichkeit der Entführer hinwies.
Kurz nach dem Start begannen Conn und Wissenschaft mit einem Suchmuster, bei
welchem kurze Warpsprünge ausgeführt wurden. Zwischen den Warpsprüngen
wurde die Flugstrecke der Seine bugwärts und achteraus gescannt. Auf diese
Weise sollte in einer kürzeren Zeit die Flugstrecke des letzten Testfluges
abgesucht werden. Nach circa zwei ereignislosen Stunden erlebten wir in einen
Lichtblitz, es entstanden leichte Schäden am Runabout. Cadet Speren war
kurzzeitig ohne Sehfähigkeit.
Nach Überprüfung der Instrumente konnten keinerlei Signaturen bekannter
Föderationsraumschiffe geortet werden. Auch das Standard-Zeitsignal wurde
nicht mehr empfangen.
Kurze Zeit später trafen wir auf einen klingonischen Kreuzer der Vor’cha-Klasse,
der uns aufforderte, die Schilde zu senken und ein Enterkommando an Bord zu
lassen. Als wir dieser Aufforderung nicht nachkamen, eröffnete der Kreuzer
das Feuer. Er konnte unsere Schilde relativ schnell schwächen und brachte
die U.S.S. Seine mittels Traktorstrahl in einen Hangar. Wir wurden erneut aufgefordert,
uns zu ergeben. In Erwartung einer Enterung sperrte Lieutenant Silok die Computersysteme
der Seine mit seinen Kommando-Codes. Als wir der zweiten Aufforderung zur Kapitulation
nicht nachkamen, sprengte das Enterkommando das Schott des Runabouts. Es kam
zu einem Phasergefecht, in dessen Verlauf wir einige Verletzte mit Phaserverbrennungen
zu beklagen hatten. Wir waren dennoch in der Lage, die Angreifer auf Abstand
zu halten. Es ergab sich für kurze Zeit eine Pattsituation, während
der die Angreifer, unter denen neben Klingonen auch Cardassianer waren, keine
Fortschritte erzielen konnten. Im Gegenzug waren wir allerdings nicht in der
Lage, die Situation zu entschärfen. Cadet Speren versuchte einen Ausfall,
bei dem er einen Klingonen verwundete, aber seinerseits getroffen wurde. Ich
versuchte, ihn zu unterstützen und gab Schüsse auf die ihn angreifenden
Cardassianer ab, wurde jedoch durch einen Phasertreffer auf den rechten Oberschenkel
verletzt. Man zog mich zurück in den Runabout und Lieutenant Conway begann,
die Wunde zu behandeln. Kurz darauf wurde ich bewusstlos, möglicherweise
durch eine Betäubungsgranate.
Als ich wieder zu mir kam, befand ich mich gemeinsam mit Lieutenant Masterson,
Lieutenant Rakal, Ensign Nash, PO Styles und Kadett Speren in einer Sammelzelle.
Des Weiteren befand sich eine weitere Person in der Zelle, welche von einigen
der Offiziere als John Stark identifiziert werden konnte. Der Name stimmte zwar,
jedoch kannte dieser John Stark keinen der Anwesenden. Im Zusammenhang mit den
vom Runabout nach dem Lichtblitz gesammelten Daten und den feindlich gesinnten
Klingonen kamen wir zu dem Schluss, dass wir uns in einem Spiegeluniversum,
oder, wie Lieutenant Silok später korrigierte, in einer anderen Phase des
Multiversums befanden. Stark begegnete uns misstrauisch und hielt uns für
Spitzel von einer „Allianz“. Nachdem er informiert wurde, wie wir
auf dieses Schiff kamen, schien er uns etwas mehr Vertrauen entgegen zu bringen.
Daraufhin erfuhren wir von ihm, dass in „seinem“ Universum ein statt
der Föderation existierendes „Terranisches Imperium“ vor längerer
Zeit zerfallen und durch eine Klingonisch-Cardassianische Allianz abgelöst
worden war. In dieser Gesellschaft waren bzw. sind Menschen stark benachteiligt.
Sie müssen laut Stark in Sklaverei leben oder sich der menschlichen Rebellion
anschließen. Er selbst war bzw. ist Mitglied der Rebellion und lebte schon
länger in Gefangenschaft der Allianz, die von ihm bestimmte Informationen
bezüglich der Rebellen erlangen wollte. Hierbei erfuhren wir auch, dass
in diesem Universum Mr. Lloyd für das Imperium arbeitet und seine Verschlagenheit
und Grausamkeit oft unter Beweis gestellt hat. Der Schluss, das diese Version
von Lieutenant Lloyd Officer T’Aloviks entführt hatte, drängte
sich auf.
Wir hatten bemerkt, dass die Allianz offenbar versuchte, unsere Gruppe nach
ihrer Herkunft aufzuteilen.
Kurz darauf betrat ein von einem Cardassianer und einem Klingonen begleiteter
Bajoraner die Zelle. Er stellte sich als Doktor Yxen vor. Zunächst wurden
wir von ihm angewiesen, uns mit hinter dem Kopf verschränkten Händen
hinzusetzen, sobald er den Raum betreten würde.
Danach forderte er uns auf, Informationen zur Funktionsweise eines Standard-Tricorders
preiszugeben. Wir reagierten auf diese Aufforderung nicht, worauf der Doktor
uns mit Gewalt drohte. Unmittelbar danach setzte er diese Drohung in die Tat
um und feuerte einen auf Töten eingestellten Phaserschuss auf Ensign Nash
ab. Daraufhin willigte Lieutenant Rakal ein, die entsprechenden Informationen
preiszugeben. Als er mit Yxen den Raum verlassen hatte, verbanden Officer Styles,
Lieutenant Masterson und ich den Ensign notdürftig. Kurz darauf brachte
Yxen uns ein Medkit, mit dem wir Ensign Nash behandeln durften. Es gelang uns,
ihn vorerst zu stabilisieren. Das Hypospray und eine Ampulle Betäubungsmittel
versteckten wir in der Zelle. Nach insgesamt ca. zehn Minuten kehrte Lieutenant
Rakal zurück. Er hatte den Tricorder mit einer Funktion versehen, die nach
dem nächsten Einschalten den Speicher löschen würde.
Wir hatten durch Andeutungen von Doktor Yxen und durch Schreie, die zum Teil
unseren Kameraden zuzuordnen waren, von Verhören unter Einsatz von Folter
unserer Crew durch die Allianz erfahren.
Unter anderem wurde aus unserer Zelle Kadett Speren mit Gewalt zu einem Verhör
abgeholt. Hierbei hätte ich möglicherweise eine Gelegenheit gehabt,
den Klingonen anzugreifen, jedoch habe ich nichts unternommen, da ich nicht
einschätzen konnte, in wiefern meine Kameraden reagiert hätten und
ich ein Zeichen von Lieutenant Rakal nicht zweifelsfrei in Richtung Handlungs-
oder Unterlassungsanweisung interpretieren konnte.
Um den Klingonen die Identifizierung von uns zu erschweren, hatten wir auf Befehl
von Lieutenant Masterson die farbigen Uniformhemden und Ärmelstreifen ausgezogen
bzw. entfernt, ebenso hatten wir die Rangabzeichen abgelegt. Offensichtlich
hatten sie jedoch entsprechend umfangreiche Daten über uns zur Verfügung,
da z. B. ich später auch als Kadett angesprochen wurde.
Doktor Yxen kam noch einmal zu uns, um uns zu verhören und seine offensichtlichen
sadistischen Neigungen auszuleben.
Auf seine Veranlassung hin wurde John Stark gewaltsam aus der Zelle geführt,
nachdem letzterer sich über die Allianz lustig gemacht und verkündet
hatte, keinerlei Informationen preiszugeben.
Wir wurden später in eine zweite Sammelzelle verlegt, in welcher sich ein
weiterer Teil der Seine-Besatzung befand: In diesem Raum befanden sich Lieutenant
Silok, Lieutenant Tohkinen, Lieutenant Conway und Officer O’Kenner. Lieutenant
Conway begann, uns medizinisch zu versorgen.
In dieser Zelle befand sich jedoch auch eine gewisse Valerie Colt, die in der
Rebellion eine führende Rolle einnahm. Ebenso sahen wir die Leiche von
der Spiegel-Version von Officer T’Aloviks. Er hatte sich in diesem Universum
der Rebellion angeschlossen und war in Gefangenschaft zu Tode gefoltert worden.
Lieutenant Tohkinen und Lieutenant Silok hatten in dieser Zelle ein Datenterminal
gefunden, auf welches sie Zugriff zu erlangen versuchten. In einem kurzen Gespräch
trugen wir unsere Informationen über unsere Situation zusammen. Neben den
schon erwähnten Fakten stand fest, dass Doktor Yxen die Folterungen in
den Verhören mit verschiedenen Werkzeugen äußerst schmerzhaft
gestaltete. Zudem schien er einige Experimente mit nichtmenschlichen Crewmitgliedern
durchzuführen bzw. zu planen. Besonderes Interesse schien die Allianz an
Crewman Vaughn zu haben.
In unserem Gespräch wurden wir von unseren Bewachern unterbrochen, die
Lieutenant Masterson, Lieutenant Rakal, Lieutenant Conway, Kadett Speren und
mich in einen anderen Raum brachten, der offensichtlich als Mülldeponie
diente. Wir entdeckten auch mehrere Geräte und Waffen, die jedoch alle
zumindest teilweise funktionsunfähig waren.
Auch aus dieser Zelle wurden mehrmals Crewmitglieder zu Verhören geholt.
Einige von uns mussten auch Verhören anderer beiwohnen, so z. B. Lieutenant
Masterson bei Ensign Navarre, letztere bei Crewman Vaughn.
Zwischendurch wurde uns die Einnahme einer Mahlzeit gestattet. Hierbei wäre
mir ein Angriff auf einen Bewacher, der scheinbar nachlässig an unserer
Zellentür stand, mit Hilfe des Essgeschirrs möglich gewesen, jedoch
waren einige Bewacher außer Reichweite anderer Crewmitglieder, sodass
ein koordinierter Angriff wiederum nicht durchführbar war. Nach dem Essen
wurde Lieutenant Masterson wieder in unsere Zelle gebracht.
Etwas später betrat unter anderem Mr. Lloyd den Raum. Nun wurde klar, dass
eine Spiegel-Version von Lieutenant Lloyd die Entführung von Officer T’Aloviks
durchgeführt hatte. Somit erklärten sich auch die Ungereimtheiten
in Lieutenant Lloyds Verhalten.
Der Spiegel-Lloyd erwies sich als ebenfalls sehr sadistisch. Hämisch drohte
er uns mit weiteren Folterungen, wenn wir nicht Informationen über unser
Universum preisgeben würden. Kurz nachdem er uns verlassen hatte, wurde
Crewman Vaughn schwer verletzt von Dr. Yxen in unsere Zelle gebracht. Ich stütze
den Crewman sofort, als er von Yxen in den Raum geschubst wurde. Da ich entgegen
der vorherigen Forderung von Yxen mich nicht mit hinter dem Kopf verschränkten
Händen hingesetzt hatte, schoss er mir in den Fuß. Anschließend
trat und sprang er mir auf den Fuß. Von den einsetzenden Schmerzen muss
ich bewusstlos geworden sein, jedoch hörte ich vorher noch, wie sich Kadett
Speren für mich einsetzte und wie auf ihn geschossen wurde. Als ich wieder
zu mir kam, bemerkte ich, dass Speren eine Verletzung am Knie hatte. Wie alle
vorherigen Verletzungen durch die benutzten Waffen waren blutende Wunden verursacht
worden. Lieutenant Conway hatte die Wunden notdürftig versorgt, Kadett
Speren stoppte die Blutung, indem er für eine Zeitlang die Nervenbahnen
in meinem Bein außer Funktion setzte.
Zwischenzeitlich hatten sich meine Mitgefangenen den verschiedenen defekten
Ausrüstungsgegenständen gewidmet. Gemeinsam wollten wir zumindest
einige funktionstüchtige Waffen zusammenfügen. Zum Teil gelang uns
dies.
Gestört wurden wir durch das erneute Auftauchen Yxens, diesmal kam er in
Begleitung des klingonischen Captains des Schiffes, einem gewissen Korak und
einer Spiegel-Ausgabe von Ensign Winterson. Sie wiesen uns auf die Aussichtslosigkeit
unserer Lage hin und forderten wiederholt Informationen. Außerdem drohten
sie abermals weitere Folterungen an, mich persönlich wollte die Spiegel-Winterson
als Trainingsobjekt für Kampftechniken nutzen lassen. Dazu kam es aber
später nicht mehr.
Korak und Winterson verließen unsere Zelle / die Mülldeponie wieder.
Dr. Yxen hingegen blieb noch einige Zeit. Er behauptete, bei seinen Folterungen
für die Wissenschaft zu arbeiten. Er injizierte Lieutenant Conway ein Mittel,
das die empathischen Wahrnehmungen verstärkte. Die Wahrnehmung der Schmerzen
der gefolterten Kameraden machte Lieutenant Conway sichtlich zu schaffen.
Aus mir nicht ganz verständlichen Gründen gestatteten unsere Bewacher
einigen von uns den Wechsel der Zelle. So wurde z.B. Mr. Stark in unsere Zelle
geworfen, nachdem er vorher lautstark protestiert hatte. Er konnte allerdings
einige kleine technische Geräte schmuggeln.
Lieutenant Tohkinen, der ebenfalls in unsere Zelle gebracht wurde, berichtete
von Versuchen, mit technischen Komponenten eine Falle für die Bewacher
zu bauen. Dies versuchten wir ebenfalls in der Mülldeponie. Geplant war,
die Energie aus den Beleuchtungseinrichtungen in den Vorraum vor der Tür
zu leiten, um eintretende Bewacher mittels eines Stromstoßes kampfunfähig
zu machen. Unsere Bemühungen wurden unterbrochen, als Ensign Navarre in
unsere Zelle bzw. die Mülldeponie gebracht wurde. Sie wies mittelschwere
bis starke Verletzungen auf. Zudem war auch ihr ein Mittel zur Verstärkung
der empathischen Wahrnehmungen injiziert worden, um sie zusätzlich zu quälen.
Bevor wir nun unsere Pläne in die Tat umsetzen konnten, wurde die Tür
von Officer O’Kenner und Ensign Nash von außen geöffnet. Unsere
Mitgefangenen in der anderen Zelle hatten ihre Bewacher überwältigen
können. Wir bewaffneten uns notdürftig mit einigen Waffen und Werkzeugen
aus der Mülldeponie, Hyposprays und den Waffen der überwältigten
Wärter. Dann teilten wir uns in zwei Gruppen. Geplant war die Eroberung
des Hangardecks mit dem darin befindlichen Runabout und der Brücke. Ich
war am Sturm auf die Brücke, den Crewman Vaughn führte, beteiligt,
aufgrund meiner Fußverletzung jedoch nur als Sicherungsschütze im
Hintergrund. Beim Eindringen in die Brücke versagte Crewman Vaughns Waffe.
Er sowie Officer O’Kenner wurden niedergeschossen. Im weiteren Verlauf
des Gefechtes wurde u. a. auch Lieutenant Silok verletzt.
Als die Brückenbesatzung nicht aufgab und der Kampf sich zu unserem Nachteil
zu wenden drohte, aktivierte Lieutenant Silok über Kommunikator die Selbstzerstörung
des Runaboutes. Kurz danach wurde er von Ensign Nash zum eroberten Hangar gebracht,
um die Verriegelung des Runaboutes aufzuheben. Ich begleitete ihn und begab
mich anschließend wieder zur Brücke, um den Rückzug unserer
Crew zum Runabout zu decken.
Zur gleichen Zeit starteten Raumjäger, die, wie wir später erfuhren,
zur Rebellion gehörten, einen Angriff auf die Vor'cha, der einen Brand
im Hangardeck auslöste. Infolge der automatischen Belüftung war eine
Startmöglichkeit gegeben. Nachdem Mr. Stark eine Botschaft der Rebellion
über Subraumfunk an die Vor'cha gesendet hatte, flogen wir zum Stützpunkt
der Rebellen auf einem verwüsteten Planeten. Bei diesem Flug wies mich
Ensign Nash, der das Kommando übernommen hatte, nachdem Lieutenant Tohkinen
und Lieutenant Silok das Bewusstsein verloren hatten, an, die OPS-Konsole zu
übernehmen, da Officer O’Kenner ebenfalls nicht einsatzfähig
war. Vor unserer Ankunft wurden Officer Styles und ich mit zwei auf dem Runabout
verbliebenen Phasern ausgestattet, der Rest der Crew erhielt z. T. erbeutete
Waffen. Dies führte nach der Landung zu einer Konfliktsituation, da Kadett
Speren deutlich sichtbar ein Mek’leth am Gürtel trug. Diese Waffe
der Allianz erregte Wut bei den Rebellen, die nicht wollten, dass diese Waffen
auf ihrem Stützpunkt getragen werden. Auf dem Stützpunkt begegneten
wir Spiegel-Versionen von Officer Castle und Ensign Sias, letztere war weiblich.
Diese Gruppierung hatte einen Arzt namens Dawson bei sich, der bei unserer Wundenbehandlung
mit Lieutenant Conway zusammenwirkte.
Des weiteren befand sich Officer T’Aloviks auf dem Rebellenstützpunkt.
Wir erfuhren hier, dass die Entführung von Officer T’Aloviks bereits
einen Tag früher als bemerkt erfolgte. Die Gründe stellten sich wie
folgt dar:
Die Entwicklung des QWSS-Antriebes geht im Paralleluniversum aufgrund der etwas
rückständigeren Technologie langsamer voran. Der erste Testflug war
in irgendeiner Weise auch im Spiegeluniversum sichtbar geworden. Nun waren sowohl
die Rebellen als auch die Allianz an den Informationen darüber interessiert.
Die Rebellen tauschten wohl bereits in der Nacht vom 25. auf den 26.11. Officer
T’Aloviks gegen seine Spiegel-Version aus. Die Allianz tat das Gleiche
mit Lieutenant Lloyd, damit er Informationen sammeln und Officer T’Aloviks
entführen konnte. Allerdings kidnappten der Spiegel-Lloyd und die Orionierin
nun die Spiegel-Version von Officer T’Aloviks. Es ist allerdings anzunehmen,
dass erhebliche, von dem Spiegel-Lloyd gesammelte, Informationen über die
QWSS-Technik nun in den Händen der Allianz sind.
Die Rebellen hatten in dieser Hinsicht wenig Unrechtsbewusstsein, da ihr Kampf
gegen die Allianz wenig aussichtsreich scheint. Sie waren ferner an einer Zusammenarbeit
mit uns und an Unterstützung durch Technologie interessiert. Crewman Vaughn
wurde besonders umworben, da sein verstorbenes Pendant aus dem Spiegel-Universum
unter Aufopferung des eigenen Lebens einen bedeutenden Herrscher der Allianz
getötet hatte. Die Rebellen bezweckten, mit Crewman Vaughn Propagandamaterial
herzustellen. Ob er diesem Wunsch nachkam, ist mir nicht bekannt.
Lieutenant Silok wies die Sicherheitsabteilung darauf hin, dass unbefugter Zugriff
auf das Runabout verhindert werden musste. Des Weiteren ermahnte er die Crew
zur Einhaltung der ersten Direktive.
Da für Lieutenant Silok feststand, dass die Crew zurück in ihr eigenes
Universum gelangen musste, wurde nach Möglichkeiten gesucht, zurück
zu dem Subraumriss zu gelangen.
Die Rebellen erklärten sich bereit, uns mit Material zur Reparatur des
Runaboutes zu unterstützen. Im Laufe des Abends wurde uns bekannt, dass
die Rebellen über eine Tarnvorrichtung verfügten, obwohl diese Technologie
im Spiegeluniversum nicht existiert. Diese Technologie hatten sie von Ferengi-Händlern
erworben, die aus unserem Universum zu stammen scheinen. möglicherweise
arbeiten diese Händler, die offensichtlich die Möglichkeit haben,
aus einem Universum in ein anderes zu wechseln, mit der Allianz zusammen. Ich
erinnere in diesem Zusammenhang an den explodierenden Ferengi-Marauder, von
dem die Orionierin „entkam“.
In verschiedenen Verhandlungen wurde schließlich beschlossen, dass wir
im Tausch gegen die Tarnvorrichtung den Rebellen einen Replikator mit Bauplänen
für die Tarntechnologie zur Verfügung stellen würden.
Währenddessen war eine Spiegel-Version von Chief Westwood mit einem verletzten
Lieutenant Lloyd zum Rebellenstützpunkt gekommen. Es handelte sich hierbei
um den Lieutenant Lloyd aus unserem Universum.
Zur Nacht hin kam es zu verschiedenen Konversationen zwischen Rebellen und Angehörigen
unserer Crew, in denen diverse Informationen ausgetauscht wurden. Während
der ganzen Zeit versuchte ich, das Gelände und unser Runabout weitestgehend
zu überwachen. Bis auf einen technisch interessierten, penetranten jüngeren
Bastler der Rebellen, der interessanterweise ein älteres Modell eines Kommunikators
der Sternenflotte bei sich hatte, machten die Rebellen keinerlei Versuche, unsere
Technologie zu erlangen oder die Reparaturen zu stören.
29.11.2376
Am nächsten Morgen brachen wir in Richtung des Subraumrisses auf. Auf dem Weg dorthin orteten wir die Vor'cha, die mit Tachyon-Impulsen versuchte, den Subraumspalt zu vergrößern. Des weiteren waren einige kleinere Schiffe auf dem Weg zum Subraumspalt. Es war offensichtlich, dass sie versuchten, in unser Universum zu gelangen.
Durch die Unterstützung von Rebellen-Jägern gelang es uns, die Vor’cha
und die Forschungsschiffe von dem Subraumspalt wegzulocken. In getarntem Zustand
flogen wir den Spalt an. Als unsere Tarnung partiell versagte, nahm die Vor’cha
die Verfolgung auf.
Es gelang uns, in unser Universum zu wechseln. Wir konnten nach einer erneuten
Lichtblitz-Erfahrung wieder Föderationsfunkverkehr und das Standard-Zeitsignal
empfangen. Mit unseren Sensoren kannten wir registrieren, dass von der anderen
Seite ausgehend der Subraumspalt erweitert wurde. Wir versuchten ihn mit einem
Tachyon-Impuls zu schließen. Für eine genauere Erklärung der
technischen Vorgänge kontaktieren Sie bitte Lt. Silok.
Unsere Bemühungen waren nicht von Erfolg gekrönt, bis die U.S.S. Crazy
Horse uns zu Hilfe kam. Mit ihren technischen Möglichkeiten konnte der
Spalt geschlossen werden.
Anschließend wurde die U.S.S. Seine an Bord der U.S.S. Crazy Horse geholt.
Lieutenant Silok ließ durch Tricorderscan bestätigen, dass die Besatzung
der Seine aus unserem Universum stammte. Auf Anweisung von Commander Reuter
verließen wir einzeln und unbewaffnet das Runabout.
Auf einer Nachbesprechung berichtete Lt. Silok von der Mission. Lieutenant Drake
erklärte nach diesem Bericht die Ermittlungen gegen Lt. Lloyd für
eingestellt.
Die Ereignisse im Spiegeluniversum wurden vorläufig für geheim erklärt.
Ergebnisse:
Die Ereignisse während der Mission haben im Spiegeluniversum die Situation
verändert, Auswirkungen auf unser Universum sind möglich. Beide Fraktionen
um Spiegeluniversum, Allianz und Rebellen, verfügen nun über Informationen
über unser Universum, den QWSS-Antrieb und im Falle der Allianz eventuell
über vitale taktische Kenntnisse der Sternenflotte, da Lt. Lloyds Doppelgänger
Zugang zu diversen Datenbanken hatte.
Der Subraumspalt wurde geschlossen, es ist allerdings fraglich, ob es der Allianz
nicht gelingt hier oder an anderer Stelle Verbindungen zwischen den Universen
(wieder-)herzustellen.
Zudem sind Intentionen und Möglichkeiten der Ferengi-Händler unklar.
Die kriegerischen Absichten der Allianz und ihr Bedrohungspotential sind trotz
der teilweise rückständigen Technik offenkundig.