Storyline

Starfleet Operations Con 8

Persönliches Logbuch Cadett 1st Class Inoi Jedatha, USS Curie,
Sternzeit: 53901.0 (24.11.2376)

Diese Reporter treiben mich in den Wahnsinn! Und ich bin mir nicht sicher, ob sie wissen, wie ungesund so etwas werden kann.
Überall stecken sie ihre neugierigen Nasen hinein, schnüffeln überall herum, stellen unsinnige Fragen. An der Technik scheinen sie überhaupt kein Interesse zu haben – das einzig Positive, was man über diese Lwer-Nocheh’s sagen kann – statt dessen stochern sie in der Privatsphäre der Projektteilnehmer herum. Weshalb man diese Leute nicht einfach von Bord werfen kann ist mir ein Rätsel!! Es sollte uns doch eigentlich egal sein, was ein niveauloses populär-Magazin wie "Federation Escalation" über uns schreibt! Weshalb keine seriösen Reporter von einem wirklich seriösen Wissenschaftsmagazin? Ist unser Antrieb nicht wichtig genug für so etwas?? Sie lenken die Projektteilnehmer mit ihren unsinnigen Inteview-Versuchen von der Arbeit ab. Immerhin habe ich es bislang effektiv geschafft, ihnen aus dem Weg zu gehen, denn zum Shuttle haben sie bislang zum Glück keinen Zutritt, und dort habe ich mich heute den größten Teil des Tages aufgehalten.

Unser anderer Gast... Ja, nun... Der Saboteur. Gibt es nicht immer einen Saboteur? Bin ich paranoid, daß ich fast mit so etwas gerechnet hatte? Die Sicherheitsmaßnahmen hier an Bord der USS Curie, einem völlig veralteten Schiff mit einem Technikstand, der Lieutenant Tohkinen abwechselnd Flüche und Verzweiflungsrufe ausstoßen lässt, sind nach meiner Urteilskraft weit über Durchschnitt und so gut, daß beizeiten nicht einmal das Projektteam ohne Sicherheitsschef Lieutenant Wagner in den Hangar kommt, aber auf einen Bajoranischen Wissenschaftler, der die Biometrischen Daten Lt.Cmdr. Stureks kopieren kann waren sie nicht vorbereitet. Wer kann es ihnen Verübeln. Angeblich verfügt dieser bajoranische Wissenschaftler namens Dr. Jonack Talar über eine Art Gerät zur Gedankenkontrolle, so zumindest die Gerüchte. Ich habe keine Ahnung, was wirklich daran ist und die Sicherheit macht ein ordentliches Geheimnis daraus. Mit Recht. Ich glaube, ich will es auch gar nicht genau wissen.

Das dritte Problem des Tages: Lt.Cmdr. Sturek, der dem Projektteam nach vulkanisch-pedantischer Manier mit Zeitdruck im Nacken sitzt und gleichzeitig die Durchführbarkeit in Frage stellt. Ich finde, er sollte nach ebenso vulkanisch-pedantischer Manier priorisieren: Einen hundertprozentig korrekten Zeitplan mit einem Projektteam, das unter hohem Druck arbeitet und so Fehler machen könnte oder einen ordentlich vorbereiteten Testflug, bei dem das Risiko so stark wie möglich minimiert werden konnte. Zum Glück habe ich Lt.Cmdr. Stureks Präsenz vor Ort nicht in meiner Risikoberechnung einkalkuliert. Ich glaube, das war zynisch. Wann habe ich mir das angewöhnt?

Von diesen kleineren und größeren Unannehmlichkeiten abgesehen war der Tag eigentlich sehr produktiv und aufregend:
Meine Aufgaben und Projekte sind weitestgehend abgeschlossen, ich habe lange mit Lt. Tohkinen und Lt. Silok konferiert und die meisten offenen Fragen geklärt. Mit Ausnahme der Sensoren. Für dieses Thema scheint niemand wirklich Zeit zu haben. Lieutenant Silok arbeitet unablässig am Benomit-Kristall, mit dessen kristalliner Reinheit es noch Probleme zu geben scheint... aber genau verstehe ich nicht, worum es geht. Lieutenant Tohkinen ist derzeit der wohl am meisten gefragte und beschäftigste Mann an Bord und Officer T’Aloviks versucht, überall zugleich zu sein, alle Fragen zu beantworten, Aufgaben zu koordinieren und das Projekt voranzutreiben. Dies muß ich ihm lassen: Seine vulkanische Gelassenheit rettet den Tag. Wäre ich an seiner Stelle, ich wäre schon längst wahnsinnig geworden, hätte ein paar Reporter erdrosselt, Cmdr. Sturek in einer Luftschleuse vergessen und ähnliches.

Da die Dinge nun sind, wie sie sind, habe ich mir ein paar Anregungen von den Lieutenants Tohkinen und Silok zum Thema Sensorik geholt und den verbleibenden Rest des Tages genutzt um eine Sensoren-Testroutine zu entwerfen, die während des Testfluges selbst mehrere Konfigurationen für die Astrometrie-Sensoren durchgeht. Wenn mein Programm funktioniert, werden die Konfigurationen nacheinander Computergesteuert implementiert um verschiedene Testdaten zu erhalten... Ich hatte mir folgendes überlegt:
1.) Ein zu den Slipstream-Strings phasenversetztes Sensorensignal, parallel eine Überlastung der Sensorenköpfe auf 120%
2.) „Normale“ Sensorenscans, Prüfung auf Durchdringung des Subraumkanals und Reflektion vom Gravitonkegel.
3.) Unterschiedliches Anwinkeln der Sensorenabstrahlung auf den Ereignishorizont und deren Brechung. (Erhöhung des Erfassungswinkels)
4.) Verstärkung der Sensorenimpulse durch kurzzeitiges Anpulsen der Deflektorschüssel (Outputerhöhung auf 150%)

Ich bin gespannt, ob das funktionieren wird. Aber an die definitive Programmierung werde ich erst morgen gehen... Irgendwann, zwischendurch, sollte ich schlafen.

Oh... fast hätte ich es vergessen, all die Aufregung... Ich bin morgen im ersten Testflug-Team dabei! Mir schwirrt der Kopf so sehr vor lauter technischen Details, Computerprogrammen und Sensorikproblemen, daß ich es zum einen irgendwie noch nicht ganz realisiert habe und mich auch noch nicht wirklich darüber freuen kann.

Inoi, aufwachen!! Vielleicht wird es realer, wenn ich es aufschreibe? Also:
Ich bin im ersten Testflug-Team dabei!
Als Teil des Projektteams, das ein neuartiges Antriebssystems entworfen hat!
Das hier ist kein Akademieprojekt!
Dieses Projekt könnte revolutionär in der Erforschung von Antriebstechnologien sein!
Das ist kein Akademieprojekt!
Und mein Name steht auf der Liste des ersten Testflugteams!

Bei Andorias Wassern, ich bin nervös. Ich werde kein Auge zutun! Ich werde morgen völlig übermüdet sein und Fehler machen! Gleich morgen früh muß Lieutenant Mulligan meine Notfallsysteme noch einmal durchsehen, hoffentlich habe ich keine Fehler gemacht...

Genug jetzt, ich werde noch etwas trainieren und dann versuchen, Ruhe zu finden. Niemand soll sagen, ich hätte es nicht versucht. Ich bin wirklich nervös...

Computer – Eintrag Ende

Persönliches Logbuch Cadett 1st Class Inoi Jedatha, USS Curie,
Sternzeit: 53902.5 (25.11.2376, 12.00 Uhr)

In ungefähr einer halben Stunde wird der erste Testflug starten, und ich möchte vorher noch ein persönliches Logbuch aufnehmen. Diese Zeit muß ich mir einfach nehmen! Das Risiko eines Antriebsausfall liegt zwar laut meiner Berechnungen nur bei 7,8%, aber es ist vorhanden! Und nur für den Fall, daß es schief geht und alles, was von mir bleibt ein paar Atome im Raum, ein Name auf der Liste der Verunglückten und ein paar Hinterlassenschaften sind, möchte ich doch wenigstens gründliche Logbücher und ein kleines Testament hinterlassen:

Computer – diesen Abschnitt unter Subfile „Testament“ separat abspeichern

Im Falle meines vorzeitigen Ablebens durch ein Unglück möchte ich hiermit veranlassen, daß all meine persönlichen Hinterlassenschaften, vor allem aber meine Trainingswaffen, nach Andoria zu meiner Familie gebracht werden. Meine persönlichen Logbücher sollen nur an Sprye Jedatha übergeben werden. Sie mag mit ihnen verfahren, wie sie es für richtig hält.

Sollte ich nicht mehr die Gelegenheit haben, diese Nachrichten persönlich zu überbringen, so sollen folgende Botschaften an die folgenden Crewmitglieder der USS Exeter übersandt werden:

Lieutenant Mulligan: Ich danke Ihnen für ihre Geduld und Ihr Engagement während meiner Ausbildung. Sie sind ein ausgezeichneter Abteilungsleiter und sehr um Ihre Abteilungsmitglieder bemüht! Ihren Sinn für Humor hätte ich vielleicht, irgendwann, verstanden. Tragen Sie es mir nicht nach, daß ich es in der kurzen Zeit nicht immer geschafft habe...

Officer T’Aloviks: Ich danke Ihnen für die einmalige Gelegenheit in einem Projekt dieser Tragweite mitarbeiten zu dürfen. Die Zusammenarbeit mit Ihnen war nicht nur sehr lehrreich und produktiv sondern auch über meine Erwartung hinaus kameradschaftlich. Sie haben mein Bild von Vulkaniern sehr zum positiven verändert, dafür danke ich Ihnen, wie auch für die große Geduld und die viele Zeit, die Sie sich für meine Projektabschnitte und meine vielen Fragen genommen haben.
Was immer es wert ist: Ich habe eine sehr hohe Meinung von Ihnen.

Ensign Winterson: Ich bedaure, daß ich Sie nicht näher kennenlernen konnte. Die gemeinsamen Trainingsstunden fand ich sehr erfrischend anders, Sie haben mir die Gemeinsamkeiten so verschiedener Rassen aufgezeigt und in mir ein von der Routine abweichendes Gefühl für den Klingenkampf gegeben. Ich hatte gehofft, nach Beendigung dieses Zeitintensiven Projektes die Beziehung zu Ihnen intensivieren zu können. So bleibt nur dies: Dank für die gemeinsame Zeit und ein Gefühl von Kameradschaft... Freundschaft...?

Computer – Abschnitt „Testament“ abschließen und speichern.

Ich denke, daß dies die wichtigsten Bereiche und Personen abdeckt.
Vielleicht hätte ich Lieutenant Tohkinen und Lieutenant Silok einschließen sollen? Nein... dafür wäre es noch zu früh gewesen. Die Zusammenarbeit mit beiden Lieutenants bedeutet mir viel und ist extrem produktiv, aber noch bin ich nicht soweit, eine persönliche Beziehung zu ihnen aufgebaut zu haben. Und ein Testament soll ja ehrlich sein.
Fakt ist ja auch, daß ich dieses Testament mit 92,2%iger Wahrscheinlichkeit nicht brauchen werde. In diesem Falle kann ich es jederzeit erweitern.

Nun aber kurz zu den bisherigen Geschehnissen unseres „großen Tages“, des Tages, an dem das erste mit Quantenwirbel-Slipstream-Antrieb betriebene Testshuttle den Hangar verlassen wird:

In der Frühe haben wir zuerst die Sabotage-Schäden beseitigt, die durch den bajoranischen Wissenschaftler entstanden sind. Lieutenant Wagner konnte sein Vorgehen durch die internen Sensoren rekonstruieren und die sabotierte Stelle war schnell gefunden: Er hatte lediglich einen Sicherheitschip entfernt. Der Chip war schnell repliziert und wieder eingesetzt.

Langwieriger und aufregender waren die medizinischen und psychologischen Tests, die die technische Arbeit aufgehalten und die letzten Überprüfungen meiner Programme unterbrochen haben.
Lieutenant Jaris wurde sehr, sehr wütend als entgegen der mit Officer T’Aloviks getroffenen Absprachen die Testcrew im Shuttle war, als der Reaktor zum ersten Mal testweise hochgefahren wurde. Sie hatte eigentlich geplant, den Reaktor bei leerem Shuttle hochzufahren um zuerst die Strahlung zu messen und zu bestimmen, ob die Strahlungswerte in medizinisch akzeptablen Parametern liegen oder ob sie für die Gesundheit der Testcrew gefährlich werden können.
Die Tatsache, daß die Testcrew im Shuttle war, als der Reaktor hochgefahren wurde, machte ihre Untersuchungen zwar bedeutend einfacher, da sie sozusagen an lebenden Objekten forschen konnte, waren aber bedeutend riskanter.
Außer für Ensign Sias gab es keine Risiken, und er bekam irgendeine seltsame Salbe gegen die Strahlung.

Die Counseling-Abteilung hatte eine Reihe psychologischer Belastungstests für die Testcrew vorbereitet, die auf die Reaktion der einzelnen Personen unter Streß abzielte. Soweit ich weiß hat jeder die Tests bestanden. Ich bekam tatsächlich sogar ein Lob von Lieutenant Mulligan und Lieutenant McCullum für gute, überlegte Reaktionen auf die Testsituationen.

Zwischenzeitlich laufen die letzten Vorbereitungen für den Testflug, die Arbeit am Shuttle gehen ihrem Ende zu und Cmdr. Sturek tut sein bestes, den Zeitdruck aufrecht zu erhalten und angespannte Stimmung zu verbreiten. Mir kommt es manchmal unrealistisch vor, daß er und Officer T’Aloviks zum gleichen Volk gehören...
Und als hätten wir nicht genügend Zeitdruck gibt es auch noch ein Problem mit Ensign Julie Conway. Ich bin nicht genau informiert, worum es geht, aber es scheint so eine Halbbetazoiden-Sache zu sein. Ich habe mitbekommen, daß Ensign Conway Stimmen hört, die auf eine unsichtbare Präsenz an Bord hindeuten. Die gesamte Sicherheit ist in heller Aufregung, weil die internen Sicherheitssensoren nichts finden können, was tatsächlich auf eine Präsenz hindeutet! Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen verzögern den Testflug – sehr zu Cmdr. Stureks Ärger – noch mehr (Man stelle sich vor! Wir sind eine knappe halbe Stunde hinter dem Zeitplan! Wie völlig inakzeptabel und unprofessionell!... Oh, ich werde schon wieder zynisch...)
Aber soweit ich mitbekommen habe, können auch die anderen Halbbetazoiden an Bord nichts von einer unbekannten, unsichtbaren Präsenz spüren! Jemand sagte mir, daß Ensign Conways empathische Wahrnehmungen einer Präsenz zu 80%iger Wahrscheinlichkeit lediglich Halluzinationen seien. Ich finde, das klingt rein logisch betrachtet plausibel. Wenn weder die internen Sensoren noch die anderen Halbbetazoiden nichts finden können, weshalb die Panik? Bei der Schlacht um Cardassia gehörte Ensign Conway auch zu den beeinträchtigten Crewmitliedern als es empathisch bedingte Probleme gab, sie scheint für dergleichen Dinge rein objektiv betrachtet empfänglich zu sein... was in keiner Weise abwertend zu verstehen sein soll! Jedes Volk hat seine Nachteile, auch wir Andorianer. Ich bin nur froh, nicht empathisch veranlagt zu sein, das scheint nur Probleme zu bereiten. Die Anspannung beim Projektteam und der Zeitdruck steigen proportional zueinander. Ich hoffe nur, man lässt uns bald starten.

Ich werde wieder zum Shuttle zurückkehren, noch ein allerletztes Mal meine Konfigurationen überprüfen und mich auf den Flug einstimmen.

Computer – Eintrag Ende


Persönliches Logbuch Cadett 1st Class Inoi Jedatha, USS Curie,
Sternzeit: 53903.1 (25.11.2376, 17.00 Uhr)

Lor’Vela sei gepriesen, wir sind wieder auf der USS Curie und alle sind am Leben! Der Testflug war erfolgreich...
Noch kann ich es gar nicht ganz erfassen, aber ich schätze, wir haben Raumfahrtgeschichte geschrieben!
Eigentlich, ganz rational betrachtet, hatte ich es mir irgendwie... spektakulärer vorgestellt. Wie in den Simulationen sahen wir gerade am Rande des Sichtfeldes ein grünliches Schimmern von den Wirbelringen und dem Subraumkanal. Ansonsten Sterne wie bei einem normalen Warpflug. Ich hatte ohnehin keine Zeit, wirklich ausgiebig die Sicht zu genießen, ich war zusehr mit meinen Messwerten beschäftigt.

Ein paar Probleme gab es natürlich, aber alle Systeme haben gut funktioniert, die Diagnose- und Notfallroutinen haben gut reagiert und obwohl ein paar Messwerte gegen Ende des Fluges in den kritischen Bereich gestiegen sind, konnten wir den Flug mit geplanter Fluglänge und Dauer durchführen. Ein wenig Risiko war natürlich dabei... ich glaube, ich wäre auch fast enttäuscht gewesen, wenn alles zu reibungslos gelaufen wäre.

Als wir das Shuttle nach der Landung und der ersten Euphorie untersucht haben, haben wir festgestellt, daß die EPS-Leiter Haarrisse bekommen haben, weil sie für die hohe Energiemenge einfach nicht ausgelegt waren. Das hat zu einer ganzen Kette von Ereignissen geführt: Am Slipstream-Deflektor aufgrund der porösen Leitungen nicht genügend Energie an, die Sensoren erkannten das Problem und das Notfall-System steuerte automatisch gegen: Im Reaktor wurde die Menge der Antimaterie erhöht um mehr Energie zu erzeugen, das Reaktionsverhältnis von Materie zu Antimaterie sank, damit verbunden sank auch der Brechungskoiffizient im Benomitkristall und dieser wurde, nicht für hohe Antimateriemengen ausgelegt, porös.
Das klingt nachbetrachtend alles sehr logisch, aber es vergingen bestimmt zwei Stunden, bis wir das Problem lokalisiert hatten, denn die Diagnose zeigte zuerst den porösen Benomitkristall als fehlerhaft an, und wir mussten anhand dieser Porösität die Kette der Zusammenhänge zurückverfolgen. Keine Zeit also zum Feiern...

Eine wirkliche, echte Überraschung gab es nach der Landung und der ersten Untersuchung allerdings doch: In Form von Commander Sturek, der, obwohl er über Fehler während des Fluges und den beschädigten Benomit-Kristall informiert war, einen weiteren Testflug nach nur zwei Stunden verlangte!!
Was ist denn nur los mit diesem Vulkanier? Gestern noch stellte er das ganze Projekt in Frage und hätte uns um Antennenbreite nicht starten lassen, weil die Risikoberechnung ein um 0,3% zu hohes Ausfallrisiko ergeben hatte... und nun will er das Shuttle mit beschädigtem Benomitkristall und zu schwachen EPS-Leitern starten lassen? Vulkanische Logik ist mir beizeiten ein echtes Rätsel.

Das Projektteam war natürlich in heller Aufregung und nicht wenige von uns hätten Cmdr. Sturek nur allzu gerne allein mit dem Shuttle sofort auf einen neuen Testflug geschickt, wenn die Bauteile nicht viel zu teuer und arbeitsintensiv wären! Dies war nun der Punkt, an dem ich das erste Mal wirklich heilfroh über die lästige Risikoberechnung war. Einer Eingebung folgend überließ ich die Reparaturen am Shuttle den Technikern und machte mich an eine neue Berechnung, den beschädigten Kristall, die zu schwachen EPS-Leiter und die ungenügende Reparaturzeit einkalkulierend... und siehe da, die Wahrscheinlichkeit eines Antriebsausfalls ließ sich auf knapp 20% berechnen, was mehr als das doppelte der von der Sternenflotte erlaubten Toleranz beträgt! Der Commander bekam diese Daten vorgelegt und sagte, mit eigenen Waffen geschlagen, den zweiten Flug für den Tag ab, was uns mehr als genügend Zeit für Reparaturen einräumt!

Mit diesem positiven ersten Resumée werde ich nun wieder zum Shuttle zurückkehren und sehen, ob ich bei den Reparaturen helfen kann.

Computer - Eintrag Ende

Persönliches Logbuch Cadett 1st Class Inoi Jedatha, USS Curie,
Sternzeit: 53903.7 (25.11.2376, 23.00 Uhr)

...und der Tag hatte so gut und erfolgreich begonnen!
Ich habe verfluchte Kopfschmerzen! Meine Antennen jucken und schmerzen und – das schlimmste – sind sozusagen blind und taub! Es ist zum die Wände hochgehen und so frustrierend, keine Farben und nur zweidimensional zu sehen. Und Mulligan muß noch dumme Witze reißen! Ich wäre ihm am liebsten an den Hals gegangen, statt dessen habe ich wütend den Raum verlassen und habe mir bei dieser Gelegenheit noch einen Bluterguß am Türrahmen geholt, gegen den ich gelaufen bin. Verfluchte Konsolen, verfluchte Explosion, verfluchtes Shuttle!!

Verfluchter menschlicher, beleidigender Humor, wo ich schon dabei bin... Verdammt witzig! „Grün oder blau, Kadett?“ und dieses verfluchte Grinsen, während Mulligan mir zwei Getränkeflaschen hinhält! Und ich, keine Farben erkennend und mit mörderischen Kopfschmerzen sehe imaginär nur rot. Sehr witzig, Lieutenant. Wirklich verdammt witzig! Und so taktvoll...

Lieutenant Jaris versichert mir, daß das nur vorrübergehend ist, daß alles sehr gut verheilen wird. Hoffe nur, daß sie recht hat.
Ich weiß nicht einmal genau, wie das alles passieren konnte: Lieutenant Tohkinen und der andere, vulkanische Techniker mit dem komplizierten Namen waren dabei, die EPS-Leiter auszutauschen. Die Reaktoren waren heruntergefahren, eigentlich hätte keinerlei Spannung mehr auf den Leitungen sein dürfen... Die Konsolen sind uns dennoch um die Ohren geflogen! Ich erinnere mich nur an einen Knall und ein blendendes Licht direkt neben mir, dann diese rote Welle des Schmerzes. Irgendwelche Stimmen und ich muß ausgerastet sein und habe wild um mich geschlagen. Ich erinnere mich nicht mehr genau.
Dann die Krankenstation. Kurz Conways Gesicht, dann Jaris. Wieder Schmerzen, bis sie mir ein Hypospray gegeben hat und ich wieder eingeschlafen bin. Warum hat es diese Explosion gegeben? Ich habe keine Ahnung. Irgendeine Spannungsspitze in einem Knotenpunkt wo keine hätte sein dürfen.

Mit Ensign Conway gab es wohl auch noch Probleme, das habe ich aber nur am Rande mitbekommen. Anscheinend ist sie ausgerastet, hat sich im Shuttle eingeschlossen während Lieutenant Jaris alle durch die Explosion Verletzten mehr oder weniger alleine behandelt hat. Hatte wohl etwas mit den Stimmen zu tun, aber ich habe mich nicht weiter darum gekümmert. Genug eigene Probleme, nicht mein Problem. Ist wohl auch wieder unter Kontrolle – glaube ich.

Nachdem Lieutenant Jaris mich aus der Krankenstation entlassen hat bzw. ich nach Mulligans ach-so-witzigen Anfall von Humor hinausgestürmt bin, wollte ich mich eigentlich noch irgendwie ablenken, mich noch irgendwie nützlich machen. Bin also durch das Schiff geirrt, habe einen Reporter, Kadett Speren und Ensign Winterson angefaucht und mich reichlich elend gefühlt, als mich jeder aus dem Hangar herauschicken wollte, damit ich mich ausruhe.

Daß ich bei meinem letzten Besuch im Hangar (ich wollte wirklich nur meine PADDs holen, nicht arbeiten) über einen Golfball von Officer T’Aloviks gestolpert bin, hat mich davon überzeugt, daß es doch besser ist, aufs Quartier zu gehen. Welch ein surrealer Abschluß eines eigentlich so erfolgreichen Tages! Glaube, ich hätte ihn lieber mit Andorianischem Likör und den Projektteam-Kollegen im Arboretum verbracht. Jetzt trinke ich das verflucht starke Zeug eben alleine!

Computer – Eintrag Ende

Persönliches Logbuch Cadett 1st Class Inoi Jedatha, USS Curie,
Sternzeit: 53905.1 (26.11.2376, 11.00 Uhr)

Lor’Vela sei abermals bedankt: Es geht mir wieder besser! Genug Schlaf und Lieutenant Jaris’ medizinisches Können haben dafür gesorgt, daß meine Wahrnehmung fast ganz wieder hergestellt ist. Mir ist ab und zu noch ein wenig schwindelig und das Gehör ist noch nicht optimal, aber es reicht aus, mich wieder dienstfähig zu schreiben.

Die Reparaturen am Shuttle gehen gut voran, der Benomit-Kristall wurde über Nacht repariert, die EPS-Leiter sind verdoppelt und sollten der Belastung nun standhalten. Officer O’Kenner soll am nächsten Testflug teilnehmen und ich habe einen großen Teil des Vormittages damit verbracht, ihn bei all meinen Diagnosen, Routineprogrammen und vor allem den Notfallprozeduren auf den neuesten Stand zu bringen.

Eines fand ich jedoch seltsam: Ein Computerexperte, ein Mensch namens wurde heute morgen kurzfristig unserem Team zugeteilt. Keiner kennt den Mann, er kam einfach so ins Shuttle spaziert und wollte Softwareupdates implementieren.
Ich habe ihn natürlich erst einmal gefragt, auf wessen Erlaubnis er denn hier sei und er hatte ein PADD mit einer Berechtigung von einem Commodore von Starfleet Command dabei. Ein seltsamer Zeitpunkt, jemandem einem solch brisanten Projekt zuzuteilen! Ändere niemals ein gut funktionierendes System, wie man sagt. Vielleicht bin ich nach dem Vorfall mit dem Bajoraner auch einfach zu Paranoid.
Officer T’Aloviks hat ihm vollen Zugang zum Projekt erteilt und wer bin ich, das anzuzweifeln. Er wird also mit uns arbeiten.

Lieutenant Lloyd ist im Laufe der Nacht ebenfalls an Bord der USS Curie gekommen. Einige haben sich sehr gefreut, ihn wiederzusehen. Ich kenne ihn noch nicht so gut und weiß auch nicht, weswegen er hier ist. Das wird schon seine Gründe haben.
Der nächste Testflug soll bald starten, ich muß dann auf die Brücke. Ich soll die OPS-Station während des zweiten Testfluges besetzen... So kann ich immerhin beobachten, was passiert, wenn ich schon nicht direkt dabei bin.

Computer – Eintrag Ende

Persönliches Logbuch Cadett 1st Class Inoi Jedatha, USS Curie,
Sternzeit: 53906.5 (26.11.2376, 23.00 Uhr)

Leben und arbeiten in der Sternenflotte ist eine seltsame Sache. Es geht auf und nieder wie bei einem Atmosphäre-Flug während Gewitter... und die Reaktionen auf die Situation erscheinen immer die falschen! Gestern noch hatten wir einen erfolgreichen, ersten Testflug, haben mit einem neuen Antriebssystem Geschichte geschrieben... und standen derartig unter Zeit- und Arbeitsdruck, daß wir es nicht einmal gebührend feiern konnten.

Jetzt ist das Shuttle abgestürzt. Die Antriebsbauteile vernichtet. Das Projekt zumindest temporär gescheitert. Ein Verräter enttarnt und getötet... und man hält uns zu Ehren ein Bankett ab. Viele der Mannschaft feiern und freuen sich darüber und ich bin nur... verwirrt. Was soll das alles? Bin ich denn die einzige, die all das nicht versteht und absolut unpassend findet? Ich beginne zu denken, daß Menschen viel fremdartiger sind, als ich bislang vermutet hatte.
Dies ist wieder einer dieser Abende, wo ich nach getanem Dienst in meinem Quartier sitze und mich so fremd fühle wie... Nunja, ein einzelner Andorianer unter Menschen.

Eins nach dem anderen, allein schon um meine Gedanken zu entwirren.

Ich hatte um 12.00 Uhr Standardzeit die OPS-Station auf der Brücke der USS Curie besetzt um Start und Flug des QWSS-Shuttles Elbe zu überwachen. Lieutenant McCullum hatte das Kommando.
Anfangs lief alles genau nach Plan. Das Shuttle meldete optimale Werte beim hochfahren des Reaktors und der Systeme, die Startsequenz lief glatt und ohne Probleme. Dann trat das Shuttle in den Slipstream-Kanal ein, und ich erinnere mich zu denken, daß es von außen viel imposanter aussah als vom Inneren des Shuttles selbst.
Wir folgten der Flugrichtung des Shuttles, warteten die geplanten 40 Sekunden, die der Flug dauern sollte und während der keinerlei Kommunikation möglich war. Dann riefen wir die Elbe über die Langstreckenkommunikation... und bekamen keine Antwort. Sie war nicht da. Auf der Brücke wurde es hektisch, alle waren beunruhigt. Ich richtete alle Sensoren auf die Signatur, die der Slipstream-Kanal im Subraum hinterlassen musste und wurde fündig. Offenbar war das Shuttle durch verschiedene Ebenen des Subraums getaumelt, das Signal wurde stärker und schwächer.
Bei Andorias Wassern!! All das liest sich so neutral, ruhig, faktisch.
Was, was nur ist in dem Shuttle geschehen? Ich kann mir nur eines erklären: Meine Notfall-Systeme haben versagt! Das hätte nicht geschehen dürfen! Sobald ich diese Logbücher beendet habe, werde ich zu Officer T’Aloviks gehen und ihn bitten, mich bis auf weiteres aus dem Projekt zu entlassen. Das passiert, wenn man einen Kadetten, dessen Training noch nicht beendet ist, an einem so wichtigen Projekt arbeiten lässt! Ich bin noch nicht gut genug, ich muß einen Fehler gemacht haben! Ich kann es mir momentan nicht anders erklären.
Aber weiter, eins nach dem anderen:

Fieberhaft folgten wir der Signatur des Shuttles, liefen mehrmals Gefahr, sie zu verlieren. Lieutenant Silok kommentierte fast Pausenlos die Hoffnungslosigkeit unseres Unterfangens, das Shuttle zu suchen, da dieses, wie er sagte, fast überall aus dem Subraum hätte herausfallen können und nicht nur linear innerhalb der Flugstrecke. Immerhin gab er keine prozentuale Wahrscheinlichkeit (bzw. Unwahrscheinlichkeit) an, sonst hätte ich glaube ich die Beherrschung verloren! Vulkanisches Taktgefühl...

Schließlich orteten wir das Shuttle auf einem kleinen Mond, wo es abgestürzt war, flogen den Mond an und schickten ein Außenteam hinunter. Bis dato war es eine halbwegs normale Rettungsaktion, danach war es nurmehr Chaos!
Ich bin nicht sicher, ob ich mich an die genau Abfolge der Ereignisse erinnern kann, für mich wurde es zu einem nicht zu entwirrenden Wust von Meldungen, Gegenmeldungen, Computerproblemen, in dem ich nurnoch versuchte, meine Aufgaben so effektiv wie nur möglich zu erledigen. Den allgemeinen Faden der Ereignisse habe ich dabei nicht nur einmal verloren.
Also der Versuch, halbwegs Ordnung ins Chaos zu bringen:
Ein Ferengi-Marauder tauchte auf, feuerte irgendeine Energiedämpungswaffe auf uns ab, die unsere wichtigsten Systeme lahm legte.
Sie schickten wohl auch ein Außenteam zu unserem Shuttle hinunter (oder war dieses schon vor unserem Team dort?) um die Antriebstechnologie zu stehlen. Das gelang ihnen wohl auch irgendwie. Wir trieben derweil hilflos im Raum und bemühten uns mit Hochdruck, die USS Curie wieder weitestgehend instand zu setzen.

Dann bekamen wir mit, daß auf dem Ferengi Marauder anscheinend ein Streit ausbrach in dessen Folge das Schiff explodierte und mit ihm unsere Antriebsbauteile. Zwei Rettungskapseln des Marauders konnten wir lokalisieren... von diesen war nur eine besetzt und zwar durch eine Orionerin. Während diese auf die Medizinische Station gebeamt wurde bemühte ich mich, Trümmerstücke zu orten und an Bord zu beamen, die von unserem Shuttel sein konnten.

Wir beamten unser Außenteam und die Shuttlebesatzung zurück an Bord – Lor’Vela sei Dank, niemand war getötet worden!

Lieutenant Lloyd und dieser Computerexperte Philips (weshalb eigentlich genau diese beiden?) starteten mit einem Shuttle, wohl um nach weiteren Schiffen hinter dem Mond ausschau zu halten, um einen weiteren Überraschungsangriff zu vermeiden. Das war zumindest der offizielle Grund. Die Überraschung fiel anders aus: Philips und Lloyd nutzten den Mond als Deckung um zu fliehen.
Sobald die Meldung heraus war, dachte ich nur „Verräter...“ und hätte ich ihn vor mir gehabt, ich hätte ihn wohl mit bloßen Händen in handliche Stückchen zerlegt... oder es zumindest versucht! Ich habe diesem Dreckskerl von Anfang an nicht getraut! Und ich dachte noch, welch ein unpassender Moment, einen Neuen in ein so brisantes Projekt hineinzubringen! Wir haben in mit unseren Computern herumspielen lassen, und nun bekamen wir die Rechnung. Jemand in Starfleet Command wird einiges zu erklären haben, wenn wir wieder zurück sind!

Wir versuchten natürlich, dem Shuttle zu folgen. Wäre auch kein Problem gewesen wenn Herr „mit Befehl von Starfleet Command“ Philips nicht diverse komplexe Computerviren in unseren Hauptcomputer implementiert hätte. Leider hatte er ja aber vollen Zugriff! Bis Lieutenant Mulligan die schlimmsten Viren isoliert und entfernt hatte, war das Shuttle außerhalb unserer Sensorenreichweiten. Wir folgten nichtsdestotrotz seinem Kurs, fanden die Signatur wieder, hefteten uns daran wie ein andorianischer blauer Bär, der Blut gewittert hat.

Ich fasse mich kurz: Wir holten sie ein. Die Sensoren erfassten einen Kampf auf dem Shuttle, Mr. Philips wurde anscheinend mit einem Phaser niedergestreckt, Lieutenant Lloyd zurückgebeamt... und, jetzt die nächste Unglaublichkeit, mit offenen Armen empfangen! Gut, ja, ich kenne ihn nicht so lange wie der Rest der Mannschaft. Vielleicht wurde er auch verhört und ich habe es nicht mitbekommen. Für mich war er ein Kollaborateur eines Verräters!
Dieses Shuttle war über eine Stunde da draußen! Über eine Stunde, in der wir es gejagt und verfolgt haben. Und Lloyd will uns weismachen, Philips hätte ihn die ganze Zeit mit einem Phaser bedroht? Und wer hat dann das Shuttle geflogen? Wie naiv ist das denn?? Aber mich geht das nichts an. Ich bin Kadett in der OPS. Die da oben werden schon wissen, was sie tun. Ich für meinen Teil werde diesem Lloyd keine Sekunde den Rücken zudrehen!

Und dann war da noch die Sache mit Lieutenant McCullum. Gerade als ich dachte, der Tag könne nicht mehr schlimmer werden:
Er hat mich ordentlich zusammengefaltet, weil ich auf der Brücke emotional geworden und ihm auch ins Wort gefallen bin. Ja. Das war nicht sehr gut von mir. Ich habe mich entschuldigt. Ihm versprochen, daß so etwas nicht mehr vorkommen wird! Und ich werde mich bemühen, mein Wort zu halten. Und das ausgerechnet, nachdem er mich noch gelobt hatte während meines guten Abschneidens bei den psychologischen Tests! Schätze, zwischen Tests und der Realität gibt es doch gewaltige Unterschiede! Lieutenant Masterson versuchte, mich wieder Aufzumuntern. Nett von ihm, eigentlich.

Ja, was noch.
Ensign Conways Probleme wurden wohl auf der Krankenstation gelöst. Hatte irgendetwas mit der Strahlung vom Benomitreaktor zu tun... Was auch immer.
Officer T’Aloviks ist noch immer auf der Krankenstation, wo er sich von dem Absturz erholen soll – ich werde ihn gleich besuchen gehen – und man hat dieses Bankett gehalten. Bei dem Gedanken an das Shuttle, den Antrieb, das Projekt, Officer T’Aloviks war ich reichlich Appetitlos. Ich hoffe, daß ich durch meine deutlich... uneuphorische Stimmung niemandem die Feierlaune verleidet habe. Aber ich konnte nicht anders.

Nun denn. Ich werde noch zu Officer T’Aloviks gehen und ihn bitten, mich aus dem Projekt zu entlassen. Meine Systeme müssen versagt haben, anders kann ich es mir nicht erklären. Ich denke, er wird das als Logisch empfinden...

Computer – Eintrag Ende

Persönliches Logbuch Cadett 1st Class Inoi Jedatha, USS Curie,
Sternzeit: 53908.2 (27.11.2376)

Die Menschen haben einige Märchen, die entweder mit Geistern in Flaschen oder Feen (was immer das ist) zu tun haben, die Wünsche erfüllen.
Wenn mir so ein Wesen nun begegnen würde, und ich drei solcher Wünsche frei hätte... ich glaube, ich würde mir drei Tage Arbeit wünschen, an denen nichts schief geht, an denen ich abends mit dem guten Wissen in meinem Quartier sitze, einen erfolgreichen, produktiven Tag hinter mir zu haben.
Schade eigentlich. Menschlicher Aberglaube ist etwas durchaus verführerisches, und, wie Lieutenant Mulligan des öfteren zu sagen pflegt: Ich fühle mich so müde...
Immerhin müde, nicht wütend. Ein echter Fortschritt!

Ich habe nicht viel Zeit. Mittagspause, dann wieder Brückendienst, die Daten der internen Sensoren so lange filtern, sortieren und auseinanderpflücken bis wir das Ergebnis haben, nach dem wir suchen. Und wenn ich drei Nächte nicht schlafe, wir werden herausfinden, wohin Officer T’Aloviks entführt worden ist!!
Lieutenant Lloyd und die Orionerin. Von dem grünen Miststück hätte ich ja nichts anderes erwartet! Aber Lieutenant Lloyd... ein Sternenflottenoffizier ein Entführer?? Ich kann das noch immer nicht fassen! Nein, getraut habe ich ihm nicht, nicht nach der Geschichte mit dem Shuttle, aber daß er Officer T’Aloviks entführt? Unfassbar! Weswegen! Und vor allem: Wohin? Er hatte irgendeinen seltsamen, mobilen Transporter auf dem Quartier, keine Ahnung woher... Das alles kommt mir extrem seltsam vor.

Tja, das ist nun die neueste Episode vom Auf und Nieder in meinem Dienst. Der gestrige Abend endete eigentlich recht positiv: Officer T’Aloviks gab meinem Drängen nicht sofort statt, aus dem Projekt entlassen zu werden. Er meinte, man könne nicht erklären, weswegen das Shuttle abgestürzt sei, aber es könne nicht nur an meinen Systemen gelegen haben. Dies müsse erst einmal nachgewiesen werden. Lieutenant Mulligan war in einem separaten Gespräch derselben Meinung.
Später am Abend eröffnete Commander Stafford der überraschten Crew im Arboretum, daß die nächste Mission die USS Exeter für fünf Jahre in den Delta-Quadranten führen würde und daß sich alle Crewmitglieder entsprechend überlegen sollten, ob sie für eine so lange Zeit fern der Heimat bleiben wollten, denn einmal an Bord gäbe es kein Zurück für die nächsten fünf Jahre.

Ich nutzte das als Gelegenheit, noch einmal ein Gespräch mit Lieutenant McCullum zu suchen, um in Erfahrung zu bringen, ob er mich überhaupt an Bord haben wolle nach meiner Reaktion gestern auf der Brücke. Er schien verwundert über meine Frage und er und Lieutenant Mulligan, der ebenfalls beim Gespräch dabei war, ermutigten mich, auf jeden Fall an Bord zu bleiben!
Das ist doch immerhin etwas. Lieutenant McCullum scheint die Ermahnung nicht ganz so ernst gemeint zu haben, wie sie in meinen Ohren klang... anders gesagt, vielleicht schon ernst, aber er trägt es mir nicht nach. Im Gegenteil, er hat lobend angemerkt, daß ich gestern etwas über 10 Stunden selbständig Brückendienst geschoben habe, und Lieutenant Mulligan schien mit meinen Leistungen auch zufrieden zu sein.

Ich denke, mit der Zeit könnte es durchaus funktionieren. Ich muß lernen, mit den Menschen umzugehen und meine Vorgesetzten und Crewkameraden müssen sich vermutlich ebenso daran gewöhnen, daß ich eben kein blaugesichtiger Mensch sondern Andorianerin bin. Wie ich zu Lieutenant McCullum und Lieutenant Mulligan schon gesagt habe: Sie würden von einem Vulkanier auch nicht verlangen, ständig im Dienst zu lächeln. Genauso kann ich erwarten, nicht mit menschlichen Maßstäben gemessen zu werden. Natürlich, anpassen müssen wir uns alle, anders geht es nicht. Aber ich werde bestimmt nicht meine Erziehung, mein Wesen, meine Eigenschaften über Bord werfen um an Bord zu bleiben.

Und nun, da ich mir das alles noch einmal bewusst gemacht und neue Selbstsicherheit gesammelt habe, wieder ab auf die Brücke, Sensorendaten filtern und durchsieben.
Wir werden Officer T’Aloviks finden! Und wenn es das letzte ist, was ich tue!

Computer – Eintrag Ende

Zum Seitenanfang

[ Zurück | Storyline | Weiter ]