(Freitag Nacht, ca 23.30 Uhr) Die USS Exeter hat planmäßig die Sternbasis 123 nach 41tägigem Flug in Warp 9.2 erreicht. Die genaue Natur der Mission auf dieser abgelegenen Basis war anfangs noch unklar, aber es sollte um eine Art Erstkontakt mit einer fremden Spezies gehen. Ich wurde für diese Mission der Abteilung Kommando für ein Praktikum in Diplomatie zugeteilt und bin aufgrund der Natur der Mission auch als einzige Vertreterin der Abteilung Operations auf der Sternbasis zugegen; Captain Starkov und Commander Stafford bleiben ebenfalls an Bord. Nach dem hinüberbeamen auf die Sternbasis wurde unsere Delegation durch Captain Grant und seinen Sicherheitschef Lt. Sherman in Emfpang genommen. Wir erhielten einen kurzen Rundgang über die Station, bekamen Quartiere zugeteilt und fanden uns im Anschluss im Arboretum der Station ein, wo das Briefing über die Mission stattfinden sollte.
Kurzer Inhalt des Briefings: Bei der Mission handelt es sich strenggenommen um einen Zweitkontakt mit den Kar’Sharrat, da der Erstkontakt vor ca. 30 Jahren schon einmal durch Adm. Williams und Adm. Dawson hergestellt wurde. Damals wären die ersten Verhandlungen beinahe gescheitert, weil der Delegationsleiter der Sternenflotte die Begrüßungsformel falsch ausgesprochen hatte und von den Kar’Sharrat getötet worden war, die ein katzenartiges Aussehen haben und eine mit den Klingonen zu vergleichen kriegerische Rasse sind. Lt. McCullum leitete eine Besprechung über die Vorgehensweise bei Erstkontaktmissionen und ging diese ausführlich mit der Crew durch. Im Anschluss fanden einige Beförderungen von Crewmitgliedern statt, unter anderem die von Lt. Tohkinen, Lt. (jg) Masterson und Lt. Lloyd. Im gleichen Atemzug fand auch die Verabschiedung von Lt. Lloyd statt, der die Exeter verlassen wird und nach Betazed geht, um dort Aufbauhilfe zu leisten.
(Samstag Vormittag, ca. 10.00 Uhr) Am Vormittag erreichten die Sternbasis die aktuellen Federation News. Die Mitteilungen, die den Verlauf der Mission noch weiter betreffen sollten, waren eine Nachricht über einen Unfall in Starfleet Security Headquarters, bei dem es einige Tote und schwer Verletzte gegeben hatte. Zudem war Admiral Dawson mit der USS Cerberus vor sechs Tagen in die Neutrale Zone geflogen und gilt seither als vermisst.
PO T’Aloviks und PO Castle hielten den ersten Teil ihres Vortrages über das QWSS – Projekt, ein vulkanischer Lt.Commander (wohl ein Experte auf dem Gebiet) und sein Mitarbeiter waren als Gäste zugegen. Im Anschluss wurde ein weiterer Ethik-Kurs abgehalten, wieder geführt von Lt. McCullum. Eigentliches Thema war: Sieg gegen das Dominion durch moralische Überlegenheit? Die Diskussion glitt jedoch schnell in die persönlichen Ansichten von Officer Dawson ab und verlor den Faden. Bald ging es nur noch um Grundsätze, die eigentlich nicht hinterfragt werden sollten. Nachdem Officer Dawson sich in jeglicher Argumentation uneinsichtig zeigte und mir auf meine Fragen, was sie überhaupt in der Sternenflotte mache, ebenfalls keine befriedigende Antwort gab, erlaubte ich mir, Lt. McCullum zu bitten, doch die Diskussion wieder zum eigentlichen Thema zurückzuführen.
Im Anschluss erfolgte die Einteilung der Personen, die an den Gesprächen teilnehmen sollten. Im Zuge des Praktikums im Bereich Kommando, speziell im Bereich Diplomatie, entschied Lt. Williams, dass ich an den Verhandlungen teilnehmen sollte.
(Samstag Nachmittag, ca. 18.00 Uhr) Um ca. 11.00 Uhr Ortszeit traf die Kar’Sharrat–Delegation zur Überraschung aller in Begleitung von Adm. Dawson und vier weiteren Begleitern ein, darunter auch ein Andorianer, der Ensign Winterson zu kennen schien. Der Andorianer gab ihr ein PADD mit den Kommunikatoren von Admiral Dawson und seinen Begleitern und Ensign Winterson reichte das PADD an mich weiter. Ich prüfte auf ihre Bitte hin die Daten auf dem PADD sobald ich unbeobachtet war und fand darauf die Kündigungsschreiben von Admiral Dawson und seinen Begleitern. Die Gespräche begannen recht angespannt, Verhandlungsführer auf unserer Seite waren Lt. Williams und Lt. McCullum. Admiral Dawson gab sich als Berater der Kar’Sharrat aus und war offensichtlich in deren Reihen (und Clan) aufgenommen worden. Ungefähr eine Dreiviertelstunde nach Beginn der Verhandlungen konnte ich die Informationen über Mr. Dawsons Kündigung (Anm.: Er war seit diesem Zeitpunkt kein Admiral mehr, daher werde ich den Titel von jetzt an auch nicht mehr in Zusammenhang mit ihm verwenden) an den Sicherheitsleiter der Starbase und die nicht in die Verhandlungen eingebundenen Mitglieder der Exeter-Crew weitergeben. Daraufhin wurde Starfleet Command kontaktiert und ca. eine Stunde später gaben diese einen Haftbefehl auf Mr. Dawson aus. Die Kar’Sharrat reagierten darauf jedoch nicht sehr positiv und die Verhandlungen kamen über der Verärgerung der Kar’Sharrat beinahe zum erliegen. Sie weigerten sich, diese elektronischen Aussagen anzuerkennen und verlangten, daß Mr. Dawson nach ihren Traditionen angeklagt werden sollte.
Nach einer Besprechung unserer Delegation wurden die Verhandlungen vorerst fortgeführt, ohne den Fall Dawson weiterhin zu besprechen. Stattdessen kam das Thema auf den potenziellen, zukünftigen Austausch von Technologie ohne zuvor die dazu notwendigen Vorraussetzungen ausreichend zu erklären. Der Dawson-Konflikt wurde vorerst nicht mehr berührt. (Anmerkung: Da es eines der Prinzipien der Sternenflotte ist, die Vorgehensweisen der Vorgesetzten nicht ständig in Frage zu stellen, solange sie nicht Befehle geben, die in direktem Konflikt mit den Direktiven stehen, habe ich hier nichts gesagt und nicht eingegriffen. Dennoch sah ich diese Vorgehensweise als Bruch mit den Erstkontaktprotokollen, hatte jedoch leider aufgrund der folgenden Ereignisse noch keine Gelegenheit, noch einmal mit Lt. McCullum oder Lt. Williams darüber zu sprechen.)
Da ich im Schweigen über den Dawson-Konflikt einen Bruch mit den Erstkontaktregeln und Unwahrheit gegenüber den Kar’Sharrat sah, sprach ich ein Mitglied der Delegation auf den Konflikt an und versuchte, ihm diesen zu erklären. Er hörte geduldig zu und klang in seinen Antworten sehr einsichtig. Er versprach, die Situation den anderen Kar’Sharrat zu erklären. Lt. Williams und Lt. McCullum waren überrascht über diesen eigenständigen Schritt meinerseits, aber nicht erbost sondern einsichtig als ich meine Motivationen erklärte.
Die Verhandlungen liefen weiter und ich schlug Lt. Williams einen Weg vor, zu versuchen, den Kar’Sharrat die Schuld des George Dawson zu beweisen: Er hatte offensichtlich gelogen, als er behauptet hatte, schon bei seinem Eintreffen bei den Kar’Sharrat kein Mitglied der Sternenflotte mehr zu sein. Beweis: Er hatte seine Kündigung erst beim Betreten der Station abgegeben und wurde vorher laut den Federation News noch als vermisst gemeldet. Zudem hatte er Gesetze gebrochen, indem er weiterhin Uniform trug und zudem Waffen der Sternenflotte. Lt. Williams wies mich an, diese Anschuldigungen der stellvertretenden Anführerin der Kar’Sharrat vorzutragen. Diese erwies sich leider als recht uneinsichtig, da ihr Volk elektronische Daten nicht als Beweismittel ansieht.
(Samstag Abend, ca. 23.00 Uhr) Ungefähr um 18.00 Uhr Ortszeit trafen Admiral von Teuffel, Captain Starkov und Commander Stafford auf der Station ein, um die Verhaftung des George Dawson und seiner Gehilfen durchzusetzen und griffen in die Verhandlungen ein. Es wurde von da ab über die Auslieferung von George Dawson und Gehilfen diskutiert, die Kar’Sharrat wollten diese jedoch nicht herausgeben und erkannten die Gesetze der Föderation auch nicht für ihre neuen Schützlinge an, sondern forderten ein "Gottesurteil" also ein rituelles Duell. Captain Starkov sollte gegen George Dawson kämpfen und fünf weitere Kämpfer gegen Dawsons Gehilfen. Für unsere Seite meldeten sich für die Kämpfe: Lt. McCullum, Lt. Silok, Ens. Winterson, Crewman Vaughn, Officer Dawson und ich. Es kam jedoch nicht zum Kampf, da sich Officer Dawson während der Besprechung aus dem Raum entfernte, zum Shuttle der Kar’Sharrat ging, auf dem sich Dawson zu dieser Zeit befand, das Shuttle unter dem Vorwand betrat, mit ihrem Vater sprechen zu wollen, und George Dawson dann sofort erschoss.
Lt. Jaris konnte Officer Dawson zwar noch per Notfalltransport von Bord beamen und auf der Krankenstation wiederbeleben aber die aufs Schwerste beleidigten Kar’Sharrat verlangten Officer Dawsons Leiche und nach einiger Besprechungszeit beschloss Lt. Williams die Auslieferung von Officer Dawson. Diese wurde auf dem Shuttle der Kar’Sharrat im Beisein von Lt. Williams hingerichtet. Die Gehilfen von Dawson jedoch standen weiterhin unter dem Schutz der Kar’Sharrat, die nach diesem Affront verständlicherweise weitere Duelle ablehnten und sind für die Föderation nun nicht mehr zu erreichen. Die Stimmung unter der Crew war im weiteren Verlauf des Abends denkbar schlecht, Admiral von Teuffel befahl dennoch ein erfolgreiches Weiterführen der Verhandlungen mit den Kar’Sharrat, die darauf jedoch nicht warten wollten und die Sternbasis noch in derselben Nacht verließen. (Anmerkung: Die Kar’Sharrat befinden sich nun im Besitz der Captain’s Yacht von George Dawson und können mit Hilfe seiner Gefährten alle Technologie daraus verwerten.)
(Sonntag Vormittag, ca. 12.00 Uhr) Die Moral der Crew sank am Vormittag noch weiter: Mehrere Leute spielten aufgrund der Geschehnisse mit dem Gedanken, die Exeter zu verlassen: Lt.Jaris, Lt. Williams, Lt. Silok und ich. Letzteres wegen kultureller Inkompatibilität. (Anmerkung: Commander Stafford hat mir bereits versprochen, dass Geschehnisse von der Art, die mich zu diesen Überlegungen bewogen haben, nicht mehr stattfinden werden und ich werde also bleiben. Ich erkläre jedoch gerne im persönlichen Gespräch, wie es zu den Überlegungen kam.)
PO T’Aloviks und PO Castle hielten den zweiten Teil ihres Vortrages, der den technischen Teil des QWSS erklärte. Im Anschluss riefen sie zur Mithilfe aller Abteilungen bei dem Projekt auf. Ich möchte, wenn möglich, an der Programmierung und am Entwurf der Holodeck-Simulationen mitarbeiten. Bevor die Crew der Exter die Sternbasis 123 verließ, fand noch eine Nachbesprechung von Captain Starkov und Commander Stafford statt, bei der der Commander sich zum Teil selbst die Schuld an den Geschehnissen gab und ankündigte, dass es so nicht weitergehen würde. Er setzte für die nächste Zeit die Abteilungsleiterbesprechungen auf alle 2 Tage an und forderte die Abteilungsleiter auf, ihre Mitarbeiter genauestens zu prüfen und zu bewerten, damit ein Desaster wie das um Officer Dawson in Zukunft nicht mehr vorkäme. Im Anschluss wurde die Crew wieder an Bord der Exeter gebeamt und trat den Rückflug zur Erde an. Bericht Ende
Gez. Inoi Jedatha, Cadet 1st Class