Storyline

Starfleet Operations Con 5

Persönliches Computerlogbuch - Julie Conway

Computer, Aufzeichnung beginnen... Wie nahe oft Glück und Schmerz beieinander liegen, habe ich gerade in den vergangenen Tagen nur zu deutlich miterleben können oder müssen. Manchmal lernt man gerade auf diese Art und Weise Personen, die man meinte zu kennen, von einer ganz anderen, teilweise befremdlichen Seite kennen und solche, die einem bisher fremd erschienen, werden einem vertrauter. Wie hieß es bisher immer so schön treffend? Der Krieg verändert alle und auch die Crew der Exeter konnte sich dem nicht entziehen, auch wenn ich mir für einige von uns dieses nur zu sehnlichst gewünscht hätte.

Donnerstag, den 02.12.2375

Wir haben den Befehl erhalten gemeinsam mit der 8. Flotte in den Raum von Betazed zu fliegen. Dort soll endlich die Belagerung durch das Dominion durchbrochen werden. Ich muß gestehen, das mir bei dem Gedanken an die bevorstehende Befreiung von Betazed zwiespältige Gefühle kommen. Allein wenn ich an die Länge der Belagerung denke, möchte ich mir lieber nicht ausmalen, wie wohl der Zustand der Bevölkerung ist., von meiner Großmutter ganz zu schweigen. Auf der anderen Seite mache ich mir jedoch auch Sorgen um meine Kameraden. Bei einem Gefecht zur Befreiung meiner „emotionalen“ Heimat kann es durchaus zu Todesfällen unter ihnen kommen, dessen bin ich mir bewußt und die Vorstellung mißfällt mir mehr als ich sagen kann. Wie würde Lt. JG Silok jetzt wieder mit Recht ermahnend zu mir sagen? Ensign, destruktive Gedanken sind nicht hilfreich und behindern den freien Blick auf das Ziel oder so ähnlich zumindest. Manchmal drängt sich mir das Gefühl auf, das es leichter sein könnte, ein Vulkanier zu sein, aber im Grunde vermag ich das wohl nicht wirklich zu beurteilen. Computer Pause...

Computer fortfahren... Es ist endlich geschafft, auch wenn immer mehr Stimmen an Bord laut werden, das die Befreiung von Betazed zu leicht gewesen wäre. Wenn ich jedoch ehrlich bin, interessieren mich diese Stimmen nur beiläufig. Vorrangig ist die Tatsache, das Betazed nicht mehr vom Dominion besetzt ist und natürlich auch, das es keine Verluste an Bord der Exeter gegeben hat. Wenn ich doch nur schon wüßte, wie es meiner Großmutter geht und ob sie überhaupt noch am Leben ist... Computer Pause...

Computer fortfahren... An Bord der Exeter sind an den verschiedensten Stellen Tribbles aufgetaucht. Niemand kann zur Zeit genau sagen, woher sie gekommen sind. Ein paar wurden auf der Brücke, im Maschinenraum und auch in anderen Teilen des Schiffes gefunden. Besonders viele entdeckte man im Bereich der Sicherheit was wohl auf einige dort gelagerte Nahrungsmittel zurück geführt wurde. Ensign Yxen war über diesen Umstand nicht wirklich erfreut, wie man an seiner Reaktion auf die Tribbles eindeutig erkennen konnte. Manchmal machte es sogar den Eindruck, das er am liebsten einige von ihnen mit der bloßen Hand zerquetscht hätte, was er jedoch zum Glück unterließ. Auf andere Crewmitglieder wiederum hatten die Tribbles eine ganz andere Wirkung. Sie fanden sie reizend und entzückend und hätten gerne welche als Haustiere behalten, was jedoch aufgrund der überaus hohen Vermehrungsrate auf keinen Fall möglich gewesen wäre.

Auf der Krankenstation hatten wir über einem Biobett ein Kraftfeld errichtet, in dem wir die Tribbles zunächst untergebracht haben. Die Messungen des Tricorders ergaben unter anderem, daß sie gut im Futter standen. Leider beinhaltete die Datenbank des Schiffcomputers nicht viele Informationen über Tribbles so daß wir gezwungen waren, selber eine Methode zu finden, um ihrer ungeheuren Ausbreitung Herr zu werden. Gemeinsam mit der Wissenschaft wurden verschiedene Möglichkeiten erdacht, jedoch leider auch ziemlich viele davon aufgrund von Ineffizienz wieder verworfen. Schließlich gelang es uns jedoch mit vereinten Kräften, das Schiff wieder "Tribbles-frei" zu bekommen. Leider hatte das ganze noch einen unschönen Nebeneffekt, der leider wieder mit Ian zu tun hatte. So langsam bringt er mich mit seinem wechselhaften Verhalten mehr und mehr durcheinander. Ich komme einfach immer schwerer mit seiner Art zurecht. Gerade hatten wir uns wieder vertragen und er hatte wie damals auf der Akademie das „Mau-Manöver“ angewandt, so daß ich ihm nicht mehr böse sein konnte und nur ein paar Tage später bekommen wir uns wieder wegen einer Nichtigkeit in die Haare. Ich weiß wirklich nicht, wie das weitergehen soll.

Alles hatte damit begonnen, das scheinbar Adrians Kabine der Ausgangspunkt für die Verbreitung der Tribbles gewesen sein sollte. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Adrian so leichtsinnig gewesen sein sollte und nahm an der Untersuchung seiner Kabine teil. Als Lt.Commander Colt äußerte, dass es wohl keine Zweifel an seiner Schuld gäbe, gab ich zu bedenken, dass man erst die Beweise auswerten sollte, bevor man ein vorschnelles Urteil fällen würde. Ähnliches hatte ich ja schon einmal bei Commander Stafford getan, als Ian vorschnell bezüglich der Holodeckstörungen von Commander O'Reardon beschuldigt worden war. Meine konstruktive Kritik nahm die Lt.Commander zur Kenntnis und schien sich daran auch nicht weiter zu stören. Ian hingegen fand mein Verhalten der Lt. Commander gegenüber jedoch allem Anschein nach absolut unpassend. Keine Ahnung warum es passierte, aber auf jeden Fall gerieten wir darüber in Streit und er zitierte mich regelrecht in einen der Nachbarräume um mir dort eine Standpauke zu halten, die sich gewaschen hatte. Ich war so entgeistert über sein Verhalten, dass ich nicht im Stande war, auch nur ein Wort zu erwidern. Nachdem er mir unter anderem um die Ohren geworfen hatte, dass ich ihm gegenüber nicht das Wort zu erheben, einen ranghöheren Offizier nicht in Gegenwart anderer zu kritisieren hätte und er mich während des Gespräches immer wieder mit „Ensign“ statt mit Julie titulierte, erklärte er nach einiger Zeit das Gespräch für beendet und wir verließen den Raum wieder. Sowohl Lt. JG Lloyd als auch Lt.Commander Colt haben mich im Anschluss der Untersuchung nochmals auf Ians Verhalten mir gegenüber angesprochen. Beide äußerten sich ziemlich verwundert, um nicht zu sagen besorgt, über sein Verhalten mir gegenüber.

Immerhin konnte ich während des Gespräches mit Lt.Commander Colt klären, dass sie sich durch meine Kritik nicht angegriffen gefühlt hat, sondern es im Gegenteil als durchaus angemessen sah, dass ich meine Überlegungen geäußert hätte. Dennoch mache ich mir immer mehr Sorgen um sie. Sie wirkte schon auf der Feier zur Rückkehr des Captains ziemlich angespannt und durcheinander und ich habe den Eindruck, dass es statt besser zu werden, eher schlimmer geworden ist. Ich kann jedoch nicht mit Bestimmtheit sagen, was der Grund für dieses Verhalten ihrerseits ist. Vielleicht wäre es besser, wenn ich sie direkt darauf ansprechen würde, aber auf der anderen Seite möchte ich ihr auch nicht zu nahe treten. Wenn ich zum Beispiel an eine Reaktion von Jaqueline denke, als ich ihr das eine Mal helfen wollte. Sie bezeichnete bzw. behandelte mich als "Eindringling in ihre Gedanken und Gefühle" oder so ähnlich. Vielleicht würde die Lt.Commander genauso denken... ich weiß es nicht.

Freitag, den 03.12.2375

Auf dem Weg zur Messe bin ich Ian begegnet. Im Gegensatz zu gestern schien er emotional wieder der Alte zu sein, zumindest begrüßte er mich mit einem „Guten Morgen Julie“. Da ich mich jedoch vorerst entschieden habe, etwas Abstand von ihm zu nehmen, um mir selber über den Stand unserer Freundschaft klar zu werden, erwiderte ich seinen Gruß mit einem „Guten Morgen, Ensign“. Nicht dass es mir sonderlich Vergnügen bereiten würde, mich ihm so gegenüber zu verhalten, aber so wie es im Moment zwischen uns beiden läuft, geht es auf keinen Fall weiter. Er hat sich doch sehr verändert. Wenn ich nur die Gründe dafür kennen würde und ob ich vielleicht einer davon bin... Computer Pause...

Computer fortfahren... Es wurde entschieden, dass ein Außenteam auf die Oberfläche von Betazed gehen soll. Was genau der Auftrag ist, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Lt. JG Jaris hat entschieden, dass ich die Leitung der Krankenstation übernehmen soll, während sie das Außenteam als medizinischer Offizier begleitet. Sie äußerte die Befürchtung, dass mich als Halbetazoidin der Einsatz sehr stark emotional belasten könnte. Ich fürchte, dass sie mit dieser Einschätzung noch nicht einmal so falsch liegt, auch wenn ich das nur ungern zugebe. Gerade in der letzten Zeit erscheint es mir ohnehin schon vermehrt so, dass mich immer mehr Crewmitglieder aufgrund meiner Abstammung als emotional labil und nicht belastbar einstufen ohne dies wirklich beurteilen zu können. Zum Glück bildet Lt. JG Jaris in dieser Hinsicht eine positive Ausnahme. Selbst als die Gerüchte bezüglich meiner angeblichen Antipathie zu den Romulanern bekannt wurden, hat sie sich nicht davon irritieren lassen und mir weiterhin ihr Vertrauen geschenkt. Dies Vertrauensverhältnis bedeutet und gibt mir sehr viel. Nachdem wir das Außenteam abgesetzt hatten, erhielten wir den Befehl gemeinsam mit anderen Schiffen den Orbit von Betazed von Trümmern zu befreien, während die Überwachung unseres Außenteam an ein anderes Schiff übergeben wurde. Der Unmut bzw. das Unverständnis über diesen Befehl war einigen doch sehr deutlich anzumerken und um ehrlich zu sein, ich habe diesen Befehl auch nicht wirklich nachvollziehen können. Immerhin hatten wir ein Außenteam zur Erkundung auf einem Planeten, der noch vor kurzem von dem Dominion besetzt gewesen war und wir wurden abkommandiert zur Trümmerbeseitigung.

Wie dem auch sei. Es kam dann so, wie es wohl kommen mußte. Das Außenteam wurde von feindlichen Bodentruppen angegriffen und Lt.Commander Colt wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen auf die Krankenstation gebeamt. Trotz aller Bemühungen meinerseits und, nachdem Lt. JG Jaris wieder an Bord war auch ihrerseits, ist Lt.Commander Colt verstorben. Ich weiß, dass wir alles unternommen haben um sie zu retten, doch ich empfinde nicht so. Ich fühle mich wie ein absoluter Versager. Scheinbar war das selbst für Außenstehende ziemlich deutlich sichtbar, da mich Ensign Yxen direkt darauf angesprochen hat. Er hat mir gegenüber sehr deutlich seine Meinung über meine Selbstvorwürfe geäußert und damit hat er wohl auch nicht ganz unrecht, aber das ändert an meinen Empfindungen leider absolut gar nichts... Wie ich später erfahren habe, hatten wir uns wohl zwischenzeitlich mit der Battle Group auf den Weg nach Cardassia gemacht. Im Grunde ist mir das aber auch völlig egal... Vielleicht hätte ich doch nicht zögern sollen, sie auf das anzusprechen, was ich von ihr empfangen habe, aber jetzt ist es zu spät dazu. Das Einzige, was von ihr geblieben ist, sind ihre letzten Gefühle, die ich mit ihr teilen durfte. Ihr Schmerz, ihre Verzweiflung, ihre Reue und wofür das alles? Computer Pause...

Computer fortfahren... Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, was genau die Gemüter so erregt, dennoch kann ich bei einigen Personen deutliche Veränderungen wahrnehmen, besonders, wenn die Sprache auf Lt.Commander Colt kommt. Scheinbar scheint in dieser Hinsicht etwas Gravierendes vorgefallen zu sein, was jedoch nur ein gewisser Personenkreis weiß beziehungsweise wissen soll und offensichtlich zähle ich nicht zu diesem auserwählten Kreis, warum auch immer. Bei einem Einsatz unseres Tactical Reconaissance Teams wurden Chief McPhearson und Chief Renaro aus der Gefangenschaft befreit. Beide wurden auf die Krankenstation gebracht, wobei der Zustand von Chief McPhearson doch bedenklicher einzustufen ist, als der von Chief Renaro. Beide werden jedoch nach den letzten Untersuchungen keine bleibenden Schäden ihrer Gefangenschaft zurück behalten.

Samstag, den 04.12.2375

Thomas hat heute einen Ethik-Kurs gehalten, der als Pflichtveranstaltung deklariert war. Leider konnte ich nicht von Beginn an dabei sein, da es auf der Krankenstation zu einem Notfall gekommen ist. Ich muß gestehen, das einige Äußerungen, die ich während dieses Kurses zu hören bekommen habe, mich doch sehr geschockt haben. Unter diesen Umständen war es wohl mehr als nötig, dass so ein Kurs abgehalten wird, obwohl ich dies so im Vorfeld nie angenommen hätte. Ich habe mir vorgenommen, auf die Beerdigung von Lt.Commander Colt zu gehen, auch wenn ich noch nicht absehen kann, wie mir das selber bekommen wird. Ihr Tod ist mir doch näher gegangen, als er es vielleicht aus beruflicher Sicht gehen sollte. Die aggressiven bis teilweise sogar feindlichen Gefühle, die ich von einigen Crewmitgliedern in Bezug auf Colts Person wahrnehme, machen mir irgendwie Angst. Gerade Jaq ist in dieser Hinsicht sehr angespannt, auch wenn sie mir der Grund hierfür immer noch verschließt. Wenn ich daran denke, wie gut sich die beiden in der letzten Zeit verstanden hatten und jetzt diese Reaktion von ihr...

Ich hätte es sein lassen sollen. Ich hätte im Stillen Abschied von Lt.Commander Colt nehmen sollen und es wäre gut gewesen und mir auch sicherlich wesentlich besser bekommen. So habe ich jedoch die Beerdigung vorzeitig fluchtartig verlassen und mich in die Messe „geflüchtet“. Art und Inoi Jedatha haben zwar versucht, mich zu unterstützen, aber leider half mir dies nur bedingt weiter. Ich verstehe einfach nicht, wieso so viele Leute derart aggressiv auf Lt.Commander Colt reagieren. Nach der Beerdigung ist Lt. JG Silok an mich herangetreten und hat sich nach meinem Befinden erkundigt. Ich habe ihm meine Gründe für mein Verhalten mitgeteilt. Er hat mir in diesem Zusammenhang noch ein paar Hinweise gegeben, wie ich in Zukunft besser mit solchen Situationen umgehen kann. Ich versicherte ihm, das ich mich zukünftig bemühen würde, diese zu berücksichtigen. Es ist doch sehr beruhigend, das ich mit Lt. JG Silok so offen über meine Gedanken und Gefühle reden kann, auch wenn sie das gerade in Bezug auf Gefühle sehr merkwürdig anhören mag. Selbst in Bezug auf die Vorkommnisse von Velos 12 konnte er mir weiterhelfen und in dieser Hinsicht fühle ich mich nun durchaus erleichtert.

Die Exeter hat einen Notruf von einem Frachter aufgefangen. Eine Gruppe von 5 Personen wurde an Bord gebeamt und auf die Krankenstation gebracht. Soweit wir bisher feststellen konnten, handelt es sich dabei um vier Betazoiden und einen Menschen. Einer der Betazoiden ist sehr schwer verletzt und ohne Bewußtsein. Die anderen Personen machen einen sehr verwirrten und ängstlichen Eindruck. Ich habe versucht näheren Kontakt und somit eine Vertrauensbasis aufzubauen, was mir leider nur bedingt gelungen ist. Zwar konnte ich die betazoidische Frau davon überzeugen, dass sie mir vertrauen kann, da ich selber Halbbetazoidin bin, aber dies half uns nicht wirklich weiter. Zu allem Überfluss verhielten sich immer mehr Crewmitglieder sehr auffällig und teilweise sogar gefährdend ohne dass zunächst ein Grund dafür gefunden werden konnte. Yxen zum Beispiel empfand eine unstillbare Gier nach Keksen. Ich versuchte zwar, ihn zu beruhigen, aber dies gelang mir nur bedingt. Jaq blieb auch nicht von diesem Phänomen verschont. Sie spielte wie ein kleines Kind mit zwei Phasern herum und empfand dies wohl als absolut normal. Immerhin gelang es mir, ihr einen der beiden Phaser abzunehmen. Wie sich später herausstellte, wurden alle betroffenen Crewmitglieder durch das betazoidische Kind beeinflußt. Dieses Kind hat bereits jetzt schon die telepathischen Fähigkeiten eines erwachsenen Betazoiden. Lt. JG Jaris hat zwar versucht, das Kind durch einen Deltawellenemitter ruhig zu stellen, doch dies misslang. Die betazoidische Frau bat um ein Gespräch, bei dem alle Telepathen und die betroffenen Personen anwesend sein sollten. Bei diesem Gespräch entschuldigte sich die Gruppe bei den anwesenden Personen und teilte uns mit, dass das Kind der 8. Jeday eines betazoidischen Ordens wäre und sie ebenfalls diesem Orden angehören würden und für den Schutz des Kindes verantwortlich wären. Sie waren gemeinsam dazu bestimmt, die unkontrollierten Ausbrüche des Kindes zu stabilisieren, damit niemand dadurch zu Schaden kommen würde. Durch den Ausfall des einen Betazoiden war dieses jedoch nicht mehr vollständig gewährleistet.

Man bat sowohl Mr. T'Aloviks, Lt. JG Silok als auch Lt. JG Lloyd und mich darum, die mentale Abschirmung des Kindes zu unterstützen. Die betazoidische Frau wies uns ausdrücklich darauf hin, dass dies mit einer hohen mentalen Anstrengung einher ginge. Dennoch entschlossen wir uns alle, der Bitte zu entsprechen, wobei ich zugeben muss, dass ich durchaus Bedenken hatte, ob ich dieser Belastung unter den gegebenen Umständen standhalten können würde. Nachdem wir uns alle mit dem Kind verbunden hatte, übertrugen sich die Gefühle und das kindliche Verhalten auf uns. Wir verspürten das unbändige Verlangen, den Raum zu verlassen und auf dem Schiff zu spielen. Da jedoch die Tür durch ein Kraftfeld gesichert war, unternahmen wir einen Fluchtversuch durch eine der Jefferies-Röhren. Die Kraftfelder, die man uns in den Weg stellte, wurden von Lt. JG Lloyd mittels eines Phasers zum Kollabieren gebracht. Auf diese Art und Weise gelangten wir schließlich sogar bis zur Brücke. Kaum hatten wir die Brücke betreten, wurden Lt. JG Silok und ich – da wir unsere Kommunikatoren nicht wie Mr. T'Aloviks und Lt. JG Lloyd abgelegt hatten – wieder zurück in den Raum gebeamt. Nur einige Augenblicke später folgten Mr. T'Aloviks und Mr. Lloyd. Es wurde uns immer langweiliger, da niemand mit uns spielen wollte. Lt. JG Silok entschied dann, dass er den vulkanischen Nervengriff Mr. T'Aloviks demonstrieren wollte. Aus mir nicht bekannten Gründen schien dies jedoch nicht zu funktionieren. Somit probierte Lt. JG Silok diesen Griff erneut bei mir. Ich verlor umgehend das Bewußtsein. Als ich wieder zu mir kam, wurde ich von einer Welle von Emotionen überrollt. Da auch Mr. T'Aloviks bewusstlos am Boden lag, befürchtete ich, dass Lt. JG Silok nochmals versucht hatte, den Nervengriff an ihm zu demonstrieren und diesmal wohl mit Erfolg. Da nun die Abschirmung auf zwei statt wie bisher vier Personen aufgeteilt war, war die Belastung für die verbliebenen Personen natürlich entsprechend hoch. Als die Betzoiden auf DS9 abgesetzt wurden, löste sich diese Belastung. Offensichtlich muss diese Belastung jedoch zuviel für mich gewesen sein und ich verlor erneut das Bewußtsein und kam erst in der Krankenstation erneut zu mir. Nach einer kurzen Behandlung durch Lt. JG Jaris konnte ich die Krankenstation nach kurzer Zeit wieder verlassen. Leider blieb ein starker Kopfschmerz zurück, der jedoch nach Einnahme des entsprechenden Medikaments sofort verschwand.

Bei Getha kam es erneut zu einer Schlacht. Bei diesem Gefecht wurde das Schiff schwer beschädigt und es gab eine große Anzahl von Verletzten und auch Toten. Wie es schlussendlich dazu gekommen ist, weiß ich bis heute noch nicht, aber die Cardassianer entschieden sich urplötzlich die Seiten zu wechseln und auf unserer Seite uns gegen das Dominion und dessen Verbündeten zu verteidigen. Keine Sekunde zu spät, wie ich hinterher erfahren habe. Die Exeter war wohl doch mehr angeschlagen, als mir bis zu diesem Zeitpunkt bewusst war.

Einen Nachteil hatte diese Situation allerdings und wenn man es realistisch betrachtet, dann sogar einen ziemlich üblen dazu, zumindest für Bruce. Es wurden uns ein paar Cardassianer als Austauschoffiziere oder wie auch immer man das nennen mag überstellt. Dabei handelte es sich um niemand anderen als um Gul Balor und zwei Begleiter. Ausgerechnet Gul Balor. Hätte es nicht jeder andere Cardassianer sein können? Nein, das Schicksal wollte es wohl so haben, dass Bruce auf seinen alten Widersacher Gul Balor traf und zu allem Überfluss forderte dieser auch noch – wohlwissend was er damit Bruce antat bzw. sichtlich erfreut darüber, ihm wieder eins auswischen zu können – ihn als persönlichen Begleiter an.

Auf der Krankenstation erhielten wir ebenfalls "Verstärkung". Einer der Begleiter von Gul Balor wurde uns als Mediziner zugeteilt. Ich bemühte mich nach besten Kräften, den Cardassianer zu beschäftigen und ihn von Lt. JG Jaris abzulenken, aber dies gelang mir nur bedingt gut. Als zu allem Überfluss auch noch die Delegation von Gul Balor auf die Krankenstation kam, befürchtete ich das Schlimmste. So ein Gefühlsdurcheinander wie in diesem Moment habe ich noch selten an Bord der Exeter empfunden. Zu meiner linken Seite Vanessa, die sich sichtlich Sorgen darum machte, wie lange sich Bruce wohl würde beherrschen können. Zu meiner rechten Bruce, der innerlich kochte wie ein Vulkan. Wir direkt gegenüber Lt. JG Jaris, die wohl zu diesem Zeitpunkt mehr mit einem Eisberg als mit allem anderen gemeinsam hatte. Zu allem Überfluss machte sich Gul Balor noch darüber lustig, wie gut denn wohl die Krankenstation der Exeter auf verletzte Cardassianer eingestellt wäre. Lt. JG Jaris forderte ihn auf, dieses doch selber einmal zu testen, jedoch wohl mehr als spitze Bemerkung, als als tatsächliche Aufforderung. Nun – es kam wohl, wie es kommen musste. Gul Balor ließ diese Bemerkung nicht auf sich sitzen und brach sich vor aller Augen einen Finger und forderte Lt. JG Jaris auf, diesen doch gleich mal als Demonstration zu behandeln. Fast erschien es mir so, als ob Lt. JG Jaris innerlich versteinern würde. Sie befahl mir kurz, ihr zu assistieren und gemeinsam behandelten wir den Finger des Guls. Ich weiß wirklich nicht, was in Cardassianern manchmal so vorgeht, aber vielleicht ist das auch besser so.

Nachdem die Delegation samt Gul Balor von der Krankenstation verschwunden war, war ich weiterhin bemüht, den verbliebenen Cardassianer zu beschäftigen. Ich schlug ihm vor, man könnte ja in der Messe eine Kleinigkeit zu sich nehmen. Ich wollte ihn einfach aus dem Blickfeld von Lt. JG Jaris haben, damit sie sich wieder ein wenig entspannen konnte. Zum Glück willigte der Cardassianer ein und somit begaben wir uns – unter der ständigen Begleitung von Mr. McPhearson - in die Messe. Für meinen Geschmack übertrieb es Mr. McPhearson mit seiner Überwachung, aber nun gut... es schien so, dass er gute Gründe für sein Verhalten hatte, auch wenn sie sich mir um ehrlich zu sein ein wenig verschlossen.

Nachdem der Cardassianer auf sein Quartier gegangen war, kehrte ich in die Krankenstation zurück. Lt. JG Jaris schaute mich an und meinte nach einigen Augenblicken zu mir, dass ich zu allen diplomatischen Fortbildungen ihr Einverständnis hätte, egal welche diese auch wären. Ich würde auf jeden Fall dazu geeignet sein. Ich muß gestehen, dass mir dieses Kompliment gerade von ihrer Seite aus und zu diesem Zeitpunkt sehr gut getan hat.

Sonntag, den 05.12.2375

Wir hatten Cardassia Prime erreicht und es kam zur alles entscheidenden Schlacht. Die Gründerin auf Cardassia Prime befahl den verbliebenen Truppen des Alpha Quadranten zu kapitulieren. Die einzelnen Verbände ziehen sich wieder zurück. Bei der abschließenden Nachbesprechung durch den Captain wird Thomas zum zweiten Offizier befördert und Joran wird zum Leiter den Conn-Abteilung. Lillian bekommt die Tapferkeitsmedaillie verliehen. Innerlich freue ich mich für meine Freunde und Kameraden, aber meine Gedanken sind doch Lichtjahre weit weg vom ganzen Geschehen. Lt. JG Silok hebt ebenfalls die Leistungen von Mr. Castle hervor und belobigt ihn für seine Ausdauer und seine Fleiß in der Wissenschaftsabteilung.

Nach dieser Nachbesprechung hat uns Commander Stafford zu einer kleinen Siegesfeier bei sich auf der Ranch eingeladen. Ich glaube, ich werde diese Einladung annehmen. Zur Zeit befinden wir uns auf dem Rückflug zur Erde um nötig gewordene Reparaturen durchführen zu lassen. Der Betrieb läuft soweit es möglich ist normal und alle scheinen glücklich darüber zu sein, dass der Krieg beendet ist. Nun können sich alle wieder den normalen Dingen zuwenden.

Nachtrag

In den ganzen Wirren habe ich etwas für mich sehr Schönes völlig vergessen. Mr. Silok hat mir ein Geschenk gemacht. Ich hätte vieles erwartet in diesen Tagen, aber das nicht. Es wäre eine Meditationshilfe und er hätte sie für mich entwickelt für den Fall, dass er einmal für eine Meditationsstunde aus dienstlichen Gründen keine Zeit hätte bzw. um außerhalb unserer Sitzungen selbständig zu üben. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Computer Aufzeichnung beenden und speichern.

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