Storyline

Starfleet Operations Con 5

Persönliches Computerlogbuch - Lillian D'Reya Winterson

Der Krieg ist vorbei. Wahrscheinlich sollte ich mich freuen. Dennoch halte ich dieses Ende für unbefriedigend. Das gilt nicht nur für den Krieg, sondern auch für die Dinge, die ich erreicht habe. Wie auch immer, mit dem Krieg endet ein Abschnitt meines Lebens. Mein erstes Jahr in der Sternenflotte nach der Ausbildung. Die Ereignisse, die Linas Tod brachten. Die Erfahrung, dass ich beide Seiten meiner selbst akzeptieren kann. Vielleicht sollte ich mir angewöhnen, bei Tagebucheinträgen wirklich vorne anzufangen. Ich lese schließlich auch keine Romane rückwärts. Andererseits wird dieses Durcheinander außer mir sowieso nie jemand in die Hände bekommen. Hoffe ich. Was soll ich sagen? Zu Beginn der letzten Ereignisse herrschte noch Krieg. Nachdem die Rap’ktor von DS9 abgeflogen war setzte ich mein Training allein fort, wann immer ich Zeit hatte. Oft in Gesellschaft von Jaq, aber meistens allein. Schon komisch, ich hatte diesen Teil meiner selbst lange Zeit ignoriert und dennoch, je mehr ich trainierte umso mehr Gefallen fand ich daran. Dabei hatte ich nie eine dieser „typischen“ Klingonen sein wollen. Vielleicht einer der Gründe, warum ich mich damals entschied, Pilotin zu werden. Und nun? Seit dem Zusammentreffen mit Korak verging kaum eine freie Minute, in der ich nicht meine Faust in irgendwas rammte oder mit einer Klinge hantierte. Das Talent lag mir wahrscheinlich im Blut, auch mein Vater soll ein guter Kämpfer gewesen sein. Aber auch ein herausragender Politiker. Letzterem wollte ich nicht unbedingt nacheifern. Auch wenn man klingonische Politiker nur schwer mit menschlichen Politikern vergleichen konnte. Die politische Karriere meines Vaters war es aber, welche die Romanze meiner Eltern beendete und erst Kurn und schließlich Keros das Leben kostete. Dieser klingonische Wahnsinn hatte mich ein geordnetes Leben gekostet. Und er hatte mir die Chance gegeben, in jungen Jahren das Universum zu bereisen, menschliche Schwestern zu bekommen und Lina kennenzulernen. Wenn die Ereignisse vor meiner Geburt nicht gewesen wären würde ich vielleicht auch Korak nicht mit den Augen sehen, wie ich es heute tat. Obwohl...ich mir immer noch nicht ganz sicher war, was er für mich bedeutete. In erster Linie war er mein Cousin und Mentor. Alles andere würde sich später zeigen. Im Moment wollte ich nur, dass er stolz auf mich ist. Und dass dieses Schiff mit seiner Mannschaft den Krieg überlebte. Stark hatte das Schiff verlassen und war nicht an Bord zurückgekehrt. Ich denke, das ist ganz gut so. An seine Stelle war Thomas McCullum getreten, denn ich sehr schätze. Als Freund und als Vorgesetzten. Alle an Bord des Schiffes waren nervös. Ich selbst war da keine Ausnahme. Allerdings hatte ich keine Angst zu sterben, sondern mich vor meinem Cousin zu blamieren. Nach der Sache mit dem Andorianer hatte ich meinen Dienst mit einer Diszipliniertheit versehen, die meiner Meinung nach ihresgleichen suchte. Thomas war stolz auf die Art und Weise, wie ich meine Strafarbeit erledigte. Vor allem dass ich den ersten teil, die Provokationen innerhalb des Programms zu ignorieren, bestand. Manchmal frage ich mich, für wie blöd mich Stafford hält. Man müsste einem Wesen Dreiviertel des Gehirns herausoperieren, damit es auf eine so offensichtliche Falle reinfällt. Mit unechten Provokationen habe ich keine Probleme. Auch nicht mit gespielten. Nur mit echten und auch da habe ich mich innerhalb der letzten Wochen stark zusammengerissen. Erst recht, seit ich ein Mitglied des Hauses Korak bin. Ich werde alles tun, um mich dieser Ehre als würdig zu erweisen.

Natürlich war es meine Schicht, als der Befehl kam nach Betazed zu fliegen. Standardkurs. Im verband. Es gibt kaum etwas langweiligeres, als Standardkurse einzuprogrammieren. Aber wenn der Befehl kommt, kann man wohl kaum sagen, dass man lieber mal einen selbstprogrammierten Kurs fliegen möchte. Schon gar nicht im Krieg. Wenn der Krieg vorbei ist, dann würde ich vielleicht die Gelegenheit bekommen, meine Astronavigationskenntnisse wirklich einmal unter Beweis zu stellen. Vielleicht. Das Kriegsende stand unmittelbar bevor, ich denke, das wusste jeder an Bord. Die Frage war nur noch, welche Seite als Sieger aus diesem Krieg hervorgehen würde. Als wir das Betazedsystem erreichten und uns mit dem Rest der Flotte verbanden, begann die Schlacht. Man könnte jetzt in stundenlanger Detailarbeit die Manöver beschreiben, die ich geflogen bin, aber spielt das eine Rolle? Ich bin gut geflogen, unser Schiff ist heil geblieben und eine Menge Gegner sind zerstört worden. Wir haben Betazed zurückerobert. Okay, es war die erste große Schlacht in der ich geflogen bin. Wir waren zuvor oft in kleine Scharmützel geraten, aber nicht in irgendetwas vergleichbares. Der Kampf Schiff gegen Schiff, wenn man an einer Konsole sitzt ist grandios. Besonders an der CONN. Der Adrenalinspiegel steigt hoch, während die Finger über die Tastatur gleiten und das Schiff manövrieren, während vom Können einiger weniger das Überleben von Hunderten abhängt. Wie mag es erst sein, in einem Jäger dort draußen zu sein? Aber mir würde die Verantwortung fehlen. Versteht Kessler es, dieser Jägerpilot, der mich kurz vor der Schlacht vollbrabbelte? Ich denke nicht. Die meisten Jägerpiloten haben ein eingeschränktes Sichtfeld. Das heißt nicht, dass ich sie nicht mag. Im Gegenteil, ich mag einige unserer Jägerpiloten sehr gerne und schätze sie als herausragende Flieger. Aber es verlangt eine ganz andere Art von Können ein Schiff der Größenordnung der Exeter in der Schlacht zu manövrieren. Wenige Meter sind hier entscheidender und schwerer abzuschätzen als bei einem im vergleich winzigen Jäger. Die Abstimmungen mit den anderen Stationen sind entscheidend. Wenn Taktik, CONN und Ops nicht zusammen arbeiten, sind die Fähigkeiten des Einzelnen nicht mehr von Bedeutung. Raumkampf ist etwas spannendes. Etwas herausforderndes. Dennoch, seit Velos XII fühle ich mich dort unterfordert. Nein, nicht unterfordert, aber es fehlt dieses gewisse Etwas, das den Kampf Mann gegen Mann zu etwas Besonderem macht. Aber eben diesem Kampf bin ich immer ausgewichen. Ich wollte nie die typische Halbklingonin sein. Ich wurde Pilotin, um den Vorurteilen von vorneherein keine Angriffsfläche zu bieten. Doch seit Velos XII und dem Zusammentreffen mit Korak hatte sich alles verändert. Allerdings habe ich das wohl schon einmal erwähnt. Nun, normalerweise würde man annehmen, dass uns nach der Schlacht zumindest eine kurze Ruhepause erwartete. Aber Fehlanzeige. Eine Tribble-Invasion fand an Bord unseres Schiffes statt. Ich mag keine Tribbles. Und das beruht wohl auf Gegenseitigkeit. Zuvor habe ich nie welche gesehen, aber dieses eine Mal hat durchaus gereicht. Kleine fiese Parasiten, schlimmer als Ratten. Sie haben mehr mit Bakterien als mit Tieren gemeinsam. Aber natürlich fanden sie die meisten Besatzungsmitglieder unheimlich süß und waren überhaupt nicht glücklich darüber, dass sie getötet werden sollten. Nachdem die Invasion unter Kontrolle gebracht worden war, wurde auch der Übeltäter gefunden. Der gute Kaleb hatte wohl einen Tribble in einem Stasisbehälter aufbewahrt und der Behälter zerbrach natürlich während der Ruckeleien der Schlacht. Während der Plaudereien am Abend weist mich Commander Stafford daraufhin, dass er mich sprechen möchte. Normalerweise möchte er das nur, wenn ich was ausgefressen habe. Ausnahmsweise war ich mir keiner Schuld bewusst. Aber gespannt darauf, was er mir zu sagen hatte.

Am nächsten Morgen gehe ich zum Gespräch mit Stafford. Mitten ihm Krieg fällt ihm ein, dass ja die CONN einen neuen Führungsoffizier braucht, die Wahl zwischen mir und Joran aber schwer fällt. Mir persönlich würde die Wahl nicht schwer fallen. Ich schätze Joran als Kollegen und Piloten. Ja, ich würde sogar behaupten, dass wir so etwas wie Freunde sind. Dennoch halte ich mich für geeigneter. Nein, nicht geeigneter, fähiger. Dennoch schaffte es Stafford mich damit zu überraschen, dass er mich ebenfalls in Betracht zog. Immerhin war ich die Halbklingonin. Und obwohl meine Disziplin sich stark verbessert hatte, war Joran ganz klar der Besonnenere von uns beiden. Eigentlich war mir von Anfang an klar, wie es ausgehen würde, auch wenn Stafford meinte, er würde uns beide beobachten. Mal im Ernst, welcher Mensch wählt eine Halbklingonin, wenn er einen Trill haben kann?

Allerdings hatte ich nicht viel Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Neben der absolut anspruchslosen Aufgabe, das Trümmerfeld der Schlacht zu säubern, hatten wir den Auftrag bekommen, einen Ferengi auf Betazed festzunehmen. Es handelte sich wohl um einen Schmuggler, der mit den Jem’Hadar zusammengearbeitet hatte. Und unsere geliebte Commander Colt – die mich kurz zuvor noch für das Tragen meiner Schärpe gerügt hatte- wählte mich für das Außenteam.Warum war ich so begeistert? Eigentlich hätte ich doch traurig sein müssen, dass ich das Schiff nicht fliegen konnte, sondern mit Dolch und Phaser bewaffnet durch das Unterholz stapfen musste. So war es aber nicht. Das Einzige, was ein bisschen peinlich für meine Person gewesen ist, war die Bitte Colts, ich solle doch mein Bath’leth mitnehmen. Wie macht man seinem Vorgesetzten klar, dass der eigene Cousin einen noch nicht als würdig erachtet, ein Schwert der Ehre zu tragen, ohne dass man eine allzu schlechte Figur machte? Nun, sie akzeptierte es, ohne es zu hinterfragen und war mir ihn diesem Moment beinahe sympathisch. Überhaupt entdeckte ich für die kurze Zeit des Einsatzes einige Züge an ihr, die ich mochte. Allerdings währte dieser Eindruck nur kurz. Unten auf Betazed übernahmen sie und ich die Rückendeckung. Ich rechts, sie links. Mit der eindeutigen Anweisung, eher noch mit auf die Flanken zu achten, als auf unsere Rücken. Ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich an der linken Seite gegangen wäre. Wäre ich dann jetzt tot? Hätte ich überlebt? Colt wurde von einem Jem’Hadar überrascht, der sie von hinten mit einer Klingenwaffe angriff. Sie schaffte es noch, ihn zu überwältigen, bevor sie das Bewusstsein verlor und auf die Krankenstation gebeamt wurde. In diesem Moment hatte ich nicht realisiert, wie schwer die Verletzung war, die man ihr zugeführt hatte. In der Dunkelheit hatte ich nur Blut gesehen, aber nicht die klaffenden Wunden, aus denen es herausströmte. Ich hatte damit gerechnet, sie schon bald wieder im Einsatz zu sehen und mir ein paar Rüffel wegen meines Verhaltens oder unsternenflottenhafter Kleidung einzufangen... Aber dazu später.... Wir schafften es ohne weitere Verluste, des Ferengi habhaft zu werden und wurden zurück an Bord der Exeter gebeamt. Ich war nicht auf der Krankenstation, als Colt starb. Ehrlich gesagt hatte ich einfach nicht damit gerechnet. Als die Nachricht von ihrem Tod sich verbreitete, war ich überrascht, dass ich trauerte. Nicht nach menschlicher Art. Sie war als Kriegerin gestorben und es gab weitaus schlechtere Arten zu sterben. Irgendwie bedauerte ich es, dass wir nie zusammen trainiert hatten, wie sie es einmal vorgeschlagen hatte. Diese nachträgliche Sympathie für Colt hielt nicht lange an. Als Jaq auf der berücke auftauchte, Colt eine Verräterin schimpfte und einen isolinearen Chip auf den Boden schmiss, um anschließend rauszurennen, dämmerte mir, dass alle Recht gehabt hatten. Alle die Colt im Verdacht gehabt hatten, für Admiral Dawson zu spionieren. Jaq, Yxen, Stark. Und all die anderen. Ich hatte mir darüber nie viele Gedanken gemacht. Ich kannte zwar die Umstände, die Unfrieden zwischen dem Admiral und der Crew der Exeter hervorgerufen hatten, war jedoch nicht dabei gewesen und hatte den Admiral nur einmal gesehen. Damals hatte ich zwar festgestellt, dass ein Mann, der seine Tochter inhaftierte nicht unbedingt zu den Sympathischsten gehörte, aber mir keine weiteren Schlüsse auf seine Person erlaubt. Jedenfalls war ich die erste, die hinter Jaq herrannte. Sollte Sias das Schiff fliegen. War ohnehin seine Schicht. Das Gespräch mit Jaq machte mir klar, in welchem Konflikt sie stand. Und gestanden haben musste. Sie hatte den Datenchip von Colt bekommen. Sie hätte seinen Inhalt vernichten und Beweise für den Verrat ihres Vaters für immer verschwinden lassen können. Sie stand zwischen der Familie und den Freunden. Wie hätte ich mich an ihrer Stelle entschieden? Mut verlangten beide Entscheidungen. Dennoch weiß ich nicht, ob ich meine Familie hätte verraten können. Meine Familie stand über allem. Und seit neuestem auch das Haus, dem ich angehörte. Wie kann man tröstende Worte für jemanden finden, der von seinem Vater in eine solche Lage gebracht wurde? Ich wusste, wie furchtbar es für mich gewesen wäre, hätte mir Korak offenbart, dass mein Vater ein unwürdiger Verräter gewesen wäre. Selbst wenn, wäre mein Vater aber tot gewesen. Jaqs Vater lebte. Und sie musste diesen Konflikt austragen. Jaq, Du warst mir von meinen ersten Minuten an Bord dieses Schiffes eine Freundin. Und ich hatte nie viele Freunde. Nicht alle kommen so gut mit meinem Temperament klar, wie du. Ich wünschte, ich hätte dir in diesem Moment helfen können. Aber alles was ich tun konnte, war dir meine Hilfe anzubieten. Egal bei was. Egal ob es mich Beförderung oder sogar Rang kostete. Von Jaq erfuhr ich auch die ersten Informationen zu Colts Verrat. War es Verrat? Oder hatte sie nur ihre Pflicht getan und diese zu spät hinterfragt? Wir waren Sternenflottenoffiziere, unsere Aufgabe war es nicht nur, unsere Pflicht zu tun, sondern auch diese in Frage zu stellen. Wir lebten in keinem Regime des 19. oder 20. Jahrhunderts. Wir lebten in einer aufgeklärten Zeit, in der es das Recht des Einzelnen war, die Gründe zu hinterfragen. Der Ehrgeiz hatte Colt blind für diese Pflicht gemacht. Dennoch war sie mit uns auf dieser Außenmission gewesen, hatte für uns gekämpft und war an unserer Seite gestorben. Konnte man sie wirklich als Verräterin bezeichnen?

Aber um diese Fragen zu stellen würde hinterher noch Zeit genug bleiben. Der nächste Kampfeinsatz stand kurz bevor. Sias und ich waren uns mal wieder nicht einig, wessen Schicht es war. Aber egal, ich verzichtete ohne große Worte. Er flog gut und mich dürstete nach anderem. Ich wusste, dass es ein Enterkommando geben sollte, das auf einem cardassianischen Frachter Gefangene befreien sollte. Und ich spekulierte, in dieses Team aufgenommen zu werden. War es so vermessen? Ich war kein Mitglied der Sicherheit. Ich war Pilotin. Und dennoch wünschte ich mir mehr, diesem Außenteam anzugehören, als das Schiff zu fliegen. Wahrscheinlich dominierten gerade wieder die klingonischen Gene... Yxen sollte das Kommando über das Team haben. Und er wählte mich. Ich hätte ihm um den Hals fallen können. Aber das wäre nicht sehr klingonisch gewesen, oder? Yxen gehörte zu den Leuten an Bord dieses Schiffes, die ich als Freunde empfand. Vielleicht weil er ein ähnliches Temperament hatte? Oder weil er an Linas Todestag so freundlich zu mir gewesen war? Merkwürdig. Ich denke nur noch selten an sie.... Das Außenteam war so etwas wie eine Idealbesetzung in meinen Augen. Man hätte es auch das Chaosteam nennen können. Yxen, Jaq und Vaughn von der Sicherheit. Parker von der Technik und ich von der CONN. Meine Sympathie zu Jaq und Yxen ist klar. Vaughn ist in meinen Augen so etwas wie ein Kuschelkämpfer. Er strahlt Ruhe aus und ist in jedem Moment für seine Kameraden da. Und dennoch sind seine Schüsse präziser als sein freundliches Wesen vermuten ließe. Man muss ihn einfach mögen. Und Parker? Er wirkt einfach irre. Er hat einen Blick irgendwo zwischen Euphorie und Wahnsinn. Als stünde er unter irgendwelchen Drogen. Mit Sicherheit ein fähiger Techniker. Aber wie ich ihn als Person einschätzen soll, weiß ich nicht. Dennoch gefiel mir das Team. Kurz vor unserem Start kam die Frage nach Sicherheitswesten auf. Ich verzichtete. Von den Leuten um mich herum war ich die, die am wenigsten eine benötigte. Und da es nur wenige gab... Dass der Rest ebenfalls verzichtete, wunderte mich etwas. Bei den Sicherheitsleuten verstand ich es. Dennoch hätten wir Parker notfalls mit Gewalt in so eine Weste zwingen sollen. Wagner war mit Yxens Entscheidung so zu gehen, nicht ganz einverstanden. Man merke, dass die Last der Beförderung zum Chef der Sicherheit schwer auf ihm lastete. Ich denke nicht, dass er damit gerechnet hatte, so früh an Colts Stelle zu treten. Meine Wahl wäre Yxen gewesen. Er hatte mehr Kampferfahrung. Aber wir befanden uns auf einem Sternenflottenschiff. Forrester brachte uns in einem Shuttle nahe an den Frachter und beamte uns rein. Es war dunkel. Rauch von den Treffern lag in den Gängen und eine gespenstische Atmosphäre lag über dem ganzen Schiff. Das war das erste mal, dass ich an einem Einsatz dieser Art beteiligt war und mein Blut pochte heiß in meinen Adern. Ich hatte Phaser und Dolch bei mir. Ich hielt es für besser, für Nahkampf und Fernkampf gleichermaßen gerüstet zu sein. Die ersten Cardassianer versuchten uns zu erwischen und ein Feuergefecht entbrannte auf dem Gang. Jaq wurde getroffen. Ich muss gestehen, dass ich immer wieder über den Kampfgeist meiner kleingewachsenen Freundin, die so ungefährlich aussieht, staunen muss. Wir schossen uns den Weg frei. Fanden eine verschlossene Tür, die Parker öffnete und hinter der Jem'Hadar lauerten. Das Wissen, dass eine falsche Handlung den Tod bedeuten kann, begleitete uns. Dennoch denke ich nicht, dass auch nur einer von uns Angst gehabt hatte. Bei der Sicherung des letzten Raumes erwischte ich einen Jem'Hadar zeitgleich mit meinem Dolch an der Kehle, wie er meine Schulter mit einem Phaser versenkte. Es brannte höllisch. Dennoch bemerkte ich den Schmerz nicht, als der Gegner tot vor meinen Füßen zusammenbrach. Es war etwas anderes, jemanden mit einer Klinge zu töten und dem Sterbenden in die Augen zu sehen. Yxen sah mich leicht entgeistert an. Vielleicht war auch etwas wie Bewunderung in seinem Blick. War es mein Glück gewesen oder doch die von Korak geschulten Reflexe, die dafür gesorgt hatten, dass jetzt nicht ich tot am Boden lag? Kurz darauf befreiten wir die beiden Gefangenen und bereiteten uns auf den Transport vor. Es war höchste Zeit, denn das Schiff wurde immer schwerer getroffen und die Verbindung zur Exeter war abgebrochen. Damit hatten wir zwar gerechnet, nicht aber, dass in dem Moment, als wir beamen wollten ein zweites Außenteam durch die Tür brach und fast Phaserschüsse unsererseits ausgelöst hätte. Papa Wagner war besorgt um uns gewesen. Wie süß. Dennoch war es nicht das Intelligenteste gewesen, ein zweites Team zu schicken. Aber er musste wissen, was er tat. Und dass er sich um seine Leute sorgte, ehrte ihn. Kurz darauf waren wir alle auf der Krankenstation. Vaughn brauchte eine neue Nase, Jaq Rundumversorgung. OK, ich brauchte etwas Flickzeug an der Schulter. Als die Nachricht kam, dass jetzt unser Schiff geentert wurde, wollte ich wieder raus, um weiter zu kämpfen. Ich fühlte mich gut und das Adrenalin verdrängte den leichten Schmerz in meiner Schulter. Yxen unterstützte meinen Antrag aber unsere beiden Medizinerinnen waren unerbittlich. Schließlich versorgte mich Yxen selbst, Julie gab mir ein Medikament und Yxen und ich verschwanden in den Gängen des Schiffes. Überall fielen Schüsse und hin und wieder steckte unser Schiff einen Treffer ein. Nur kurz dachte ich an Sias, der das Schiff an meiner Stelle flog und wünschte ihm in Gedanken Glück. Kurz darauf zwang mich ein schwerer Treffer am Bein, mich erneut auf die Krankenstation zurückzuziehen. Und als ich diesmal versorgt war, war die Schlacht innerhalb des Schiffes leider vorbei. Ich liebe Außeneinsätze. Aber liebe ich sie mehr, als ein Schiff zu fliegen?

Habe ich eigentlich mein Gespräch mit Thomas erwähnt? Kurz nach seiner Beförderung zum 2. Offizier beglückwünschte ich ihn und fragte ihn nach seinem Rat. Denn um ehrlich zu sein, ich wusste nicht, ob ich wirklich bereit für eine Beförderung war. Wollte ich die Verantwortung? Laut Thomas war ich dazu bereit und auch fähig den Posten zu übernehmen. Und ich würde lügen, wenn ich behauptete, den Posten nicht zu wollen. Aber meine Ratio gab nach wie vor eine realistische Einschätzung der Situation.

Dieses Verhältnis hatte bereits Yxens Beförderung im Weg gestanden. Wer nimmt einen aufbrausenden Bajoraner, wenn er Papa Wagner haben kann? Ich halte Wagner für einen der fähigsten Männer, die wir haben. Aber könnte ich mir aussuchen, an wessen Seite ich im Kampf sterben würde, dann wäre es Yxen. Die Kampfhandlungen, die am nächsten Tag stattfinden würden, hinderten uns nicht, den Ausklang des Abends mit etwas Alkohol zu versüßen.

Der nächste Tag begann ebenso deprimierend, wie der letzte aufgehört hatte. Colts Beerdigung fand statt. Komischerweise sagte der Captain kein Wort zu ihrem Verschulden gegenüber der Exeter. Vielleicht war das besser so, immerhin soll man die Toten ehren. Außerdem nahm Dawson ihm das ab, indem sie am Sarg eine Hasstirade auf Colt hielt. Was hätte ich tun sollen? Sie wegzerren? Das wäre die Aufgabe der Sicherheit gewesen. Und mir stand Colt nicht so nahe, dass ich es als meine Pflicht sah. Kurz darauf gab es ein kleines Ethik- und Moralseminar. Ziemlich verspätet, wenn man mich fragt. Das hätte man am Anfang des Krieges halten müssen. Oder spätestens vor bzw. nach Velos XII. Der arme Thomas fühlte sich auch sichtlich unwohl. Er schien so langsam die Haken am Posten des 2.Offiziers zu bemerken. Jaq hielt sich erst gar nicht lange im Seminar auf, sondern brauste nach draußen. Ich konnte sie verstehen. Denn ihr gingen immer noch andere Dinge durch den Kopf. OK, vielleicht war es nicht wirklich beispielhaftes Verhalten,. Aber in ihrer Situation... Wahrscheinlich hätte sie jeder Counselor beurlaubt, wenn wir uns nicht zufällig im Krieg befunden hätten. Während der Diskussion fielen mir zwei Dinge auf. Zum ersten wussten die meisten Offiziere nicht wirklich was mit Moral und Ethik anzufangen, von den Unteroffizieren und Crewmen ganz zu schweigen. Hatte der Krieg bereits so gut die moralischen Aspekte ihrer Ausbildung gelöscht? Fast schien es so. Ich persönlich habe mich immer viel mit Philosophie beschäftigt. Sowohl mit irdischer, als auch klingonischer. Teilweise sogar vulkanischer. Immerhin besitzt meine Mutter unzählige Dateien zu diesem Thema. Als Soziologin gehört Anthropologie schlichtweg in ihr favorisiertes Interessengebiet. Und ich beschäftigte mich gerade in den Jahren meiner Zerrissenheit sehr intensiv damit. Wenn Leute wie Parker behaupten, wir würden in der Föderation unsere persönliche Freiheit schützen... ich kenne einige Philosophen die sich bei einer solchen Behauptung im Grabe herumdrehen würden... Die zweite Beobachtung war Kadett Jedatha. Inoi Jedatha. Eine Andorianerin. Eine sehr hübsche Andorianerin. Ich hatte sie mehrfach kurz gesehen aber mich noch nie wirklich mit ihr unterhalten. Ihre Beiträge zur Diskussion waren klug und überlegt. Besser als das, was so mancher Offizier sagte. War es, weil sie frisch von er Akademie kam, oder weil sie wie ich einer Kultur entstammte, die ohne Disziplin nicht überleben konnte? Auf jeden fall beschloss ich, mich in näherer Zukunft mit ihr zu unterhalten. Vielleicht würde sie sogar mit mir trainieren. Da Korak weit entfernt war, fehlte mir ein würdiger Trainingspartner. Im übrigen informierte ich mich in regelmäßigen Abständen, dass das Schiff meines Cousins noch existierte. Ich weiß, dass dieses Verhalten nicht sehr klingonisch war, aber ich sorgte mich um meinen Cousin. Ich wollte ihn wiedersehen.

Nach dem Seminar gab es eine kriegsgeschichtenunwürdige Episode mit Betazoiden, die wir retteten und die ein über alle Maßen empathisch begabtes Kind dabei hatten, dass uns vermuten ließ, dass wir einen Virus an Bord hätten, nachdem einige Mannschaftsmitglieder komplett übergeschnappt waren. Wie sich herausstellte hatte bloß das Kind seine Emotionen in die jeweiligen Crewmitglieder projiziert. Sias spielte daraufhin Ball mit einem Phaser. Eine Vorstellung, die ich durchaus amüsant finde.

Nachdem diese Sache geklärt war, ließ Stafford Simulationen auf der Brücke ablaufen, deren leicht zu durchschauender Zweck wohl war, Sias und meine Qualitäten zu vergleichen. Unfreundlicher ausgedrückt: Stafford schien uns gegeneinander auszuspielen. Ehrlich gesagt hatte ich keine Lust auf solche Spielchen. Wir befanden uns im Krieg. Wie wichtig waren da Beförderungen? Am liebsten wäre ich zurückgetreten, wie Yxen es mir riet. Aber das ließ mein klingonisches Ehrgefühl nicht zu. Was sollte ich Korak sagen? „Ich wusste dass der Trill sowieso bevorzugt wird und bin zurückgetreten“? Wohl kaum. Immerhin bekam ich Gelegenheit, mit Jedatha zu sprechen. Sie erschien mir sehr sympathisch. Vielleicht sollte ich sie um ein Date bitten? Vielleicht sollte ich aber auch erst mal abwarten, ob sie, wenn sie Gerüchte über meine Wenigkeit und meine Neigungen hörte, spontan Kontakt zu mir vermied. Am Abend erwartete uns die schlimmste Raumschlacht, in der ich das Schiff je geflogen hatte.

Bis heute frage ich mich, ob ich es irgendwie hätte vermeiden können, dass das Breenschiff uns rammte. Im Nachhinein muss ich sagen, dass wir unverschämtes Glück hatten. In vielerlei Hinsicht. Mulligan und ich hatten Glück, dass unsere Konsolen ihre Explosion ankündigten. Der Captain hatte Glück, dass herumfliegende Splitter ihn nur leicht verletzten. Das ganze Schiff hatte Glück, dass es nicht auseinander flog und die Schäden doch nicht so groß waren, wie der Computer uns zunächst weismachen wollte. Die Föderation hatte Glück, dass die Wechselbälger beschlossen, Cardassia Prime zu zerstören und die Cardassianer sich daraufhin auf unsere Seite schlugen. Das war wahrscheinlich die Überraschung des Tages. Und wurde nicht von allen mit Begeisterung aufgenommen. Zwar waren alle begeistert, dass die Cardassianer uns vor dem sicheren Tod durch die Breen retteten, aber dass unsere Retter kurz darauf mit einer Delegation an Bord kamen, stieß nicht wirklich auf Begeisterung. Ich konnte mich diesen Feindseligkeiten nicht anschließen. Ja, die Cardassianer waren noch vor wenigen Stunden unser Feind gewesen. Aber nun hatten sie gezeigt, dass sie auf unserer Seite kämpfen wollten. Es sah mir nicht nach einer Falle aus. Und ich selbst gehörte einer Spezies an, die ebenfalls mal mit der Föderation verfeindet gewesen war und die nun Seite an Seite mit dieser kämpfte. Sollte nicht gerade ich Verständnis für die Cardassianer aufbringen?

Als der Captain kurze zeit später mit Gul Balor die Brücke betrat, wusste ich ehrlich gesagt nicht, was ich von diesem halten sollte. Er war mit Sicherheit eine charismatische Erscheinung. Aber sein Kommentar: „Nehmen sie die Halbklingonin.“, als Starkov die Schwierigkeiten der Personalentscheidung innerhalb der CONN erörterte, verwirrte mich dennoch. Sarkasmus oder Ernst? In dieser Hinsicht waren Cardassianer wohl schwer einzuschätzen. Im Gegensatz zu der meist offenen Art der Klingonen schienen sie das Intrigenspiel zu lieben. Auf jeden Fall musste ich mich bald abreagieren. Staffords Spielchen hinsichtlich der Beförderung machten mich nervös. Dass das Schiff unter meinen Flugmanövern so gelitten hatte, ärgerte mich. Jaq kam mit ihrem Angebot, dass wir uns ja etwas prügeln könnten, gerade recht. Sie war auch nicht bester Verfassung. Erst die Sache mit ihrem Vater, jetzt Cardassianer an Bord. Wer konnte es ihr verübeln? Diese kleine Rauferei erleichterte. Und wir hatten unsere leichten Wunden versorgt, bevor sie irgendein anderer Offizier bemerkte. Auf der Krankenstation waren wir ohnehin bekannte Gäste. Der Abend klang mit Pokerspielen aus. Ich persönlich hatte an diesem Abend kein Glück und stieg schnell aus der Runde aus. Sias hingegen erleichterte alle um ein Vermögen an Holodeckminuten. Ich weiß nicht, ob seine Behauptung, er hätte noch nie gepokert, der Wahrheit entsprach. Die Erleichterten bezweifelten es in jedem Fall. Erstaunlicherweise unterhielt ich mich ein wenig mit Jaris, wie schon am Tag zuvor. Tatsächlich schien meine Vermutung, dass sie mal beim Untergrund war, zu stimmen. Ihre Andeutungen bestätigten dies in jedem Fall. Die meiste Zeit wies unsere Ärztin Unnahbarkeit auf, aber während dieser kurzen Gespräche wurde sie mir richtig gehend sympathisch. Wir hatten irgendwie alle unsere Geheimnisse an Bord dieses Schiffes. Julie war wohl etwas sauer auf mich, da ich sie in den letzten Tagen kaum beachtet hatte. Aber ich verstand es nicht. Wir waren im Krieg! Nur dass ich keine Zeit hatte, sie ausführlich bei jeder Begegnung zu grüßen, hieß nicht, dass ich sie nicht mehr mochte. Ich hatte einfach im Moment zu viele Dinge im Kopf. Wie so viele Tage zuvor endete auch dieser damit, dass ich mich von der Unversehrtheit der Rap`kthor überzeugte und dann schlafen ging.

Am nächsten Morgen begann ich in aller Frühe meinen Brückendienst. Als wir Cardassia erreichten, räumte ich meinen Pilotensitz für Sias. Gestern war meine Schlacht gewesen, heute würde es seine sein. Jedenfalls dachten wir das. Keiner hatte damit gerechnet, dass sich das Dominion ergab. Einfach so. War das nicht irgendwie unbefriedigend? Jahrelang bekämpften wir uns in einem Krieg, der keine Hoffnungen mehr auf ein friedliches Ende ließ, ja der zeitweise sogar das Ende der Föderation und ihrer Alliierten vermuten ließ. Und dann...PUFF! Wie in einem schlechten Roman, wo die Spannung aufgebaut wird und dem Autor kein glaubwürdiges Ende einfällt, wird die Handlung einfach grundlos beendet. Die Guten haben gewonnen. Selbst wenn die Grenzen zwischen Gut und Böse hin und wieder während dieses Krieges verschwommen sind. Wie Colt und Dawson zeigen.

Diesem unvorhergesehenen Ende folgte die Einweihung über Colts Treiben an Bord der Exeter. Jeder Abteilungsleiter bekam eine Kopie des Datenchips mit der Erlaubnis, seine Untergebenen einzuweihen. Sias und ich bekamen beide eine Kopie, da ja die endgültige Entscheidung noch nicht bekannt war. Die wurde aber kurz darauf verkündet, denn die erwartete Beförderung folgte. Genau, die von Sias. Der Captain rief uns beide nach vorne, nannte unsere Eigenschaften und den Grund für die Entscheidung: Besonnenheit gegenüber klingonischem Temperament. Hatte ich es nicht geahnt? Und ist es nicht verwirrend, dass - obwohl ich all die Jahre versucht hatte, gegen mein klingonisches Erbe anzukämpfen - ich immer wieder auf mein Temperament reduziert wurde? Was darauf folgte hatte ich jedoch nicht erwartet. Ich wurde für meine Tapferkeit auf vergangenen Außeneinsätzen ausgezeichnet. Meine Wut über ungerechte Entscheidungen verpuffte. Denn soweit ich wusste war eine solche Auszeichnung sehr viel unwahrscheinlicher als eine Beförderung. Außer dem Captain und Stafford fiel mir auf Anhieb nur Tohkinen ein, der eine solche besaß. Und vor Korak würde so etwas wohl mehr Eindruck machen, als eine simple Beförderung. Glückwünsche folgten. Ich spürte wie meine Brust anschwoll. Das einzige was die Freude etwas trübte, war, dass Yxen mir seinen Entschluss, die Exeter zu verlassen, offenbarte. Es lag wohl mit an Colts letztem Willen, dass Sicherheit und Taktik zusammengelegt werden sollten. Und dass er mit der Taktik - sprich Lloyd - nicht klar kam. Konnte ich nachvollziehen. Lloyd fehlte es etwas an Rückgrat. Aber ich fand es schade, dass Yxen das Schiff verlassen würde. Jedoch nicht ohne vorher noch mit mir zusammen zu trainieren. Kurz darauf kam Jaq zu mir und bat mich, sie im Fall des Falles zur Erde zu fliegen, um ihre Mutter zu retten. Ich willigte ein, obwohl ich bezweifelte, dass derart drastische Maßnahmen nötig sein würden. Dem Captain würde bestimmt eine Möglichkeit einfallen.

Ach ja, Jedatha und ich beschlossen einen kulturellen Austausch zu betreiben. Damit trat ein, was ich gehofft hatte. Ich würde Zeit mit jemandem verbringen, der meinen klingonischen Hintergrund eher nachvollziehen könnte, als die meisten Menschen es taten. Außerdem war es auch Zeit, die ich mit einer sehr hübschen Frau verbrachte. Nicht, dass Jaq nicht hübsch gewesen wäre. Aber zwischen uns war eine ganz klar definierte Kumpelbeziehung. Vom ersten Tag an.

Und jetzt sitze ich hier und denke über das Vergangene nach, ebenso wie über das Zukünftige. Wie soll meine weitere Karriere aussehen? Will ich als Pilotin unter Sias dienen? Sicherlich könnte ich ihn als Vorgesetzten akzeptieren. Er ist ein guter Pilot, ebenso wie ich. Aber will ich das? Will ich das Schiff fliegen? Oder etwas anderes? Ich habe den Weg des Piloten gewählt, weil ich Fliegen mit Freiheit assoziiere. Und weil dieser als am klingonenuntypischsten erschien. Neben den nicht in Betracht kommenden Wegen des Mediziners oder Wissenschaftlers. Ich hatte eine Auszeichnung für Tapferkeit bekommen. Für etwas, dass nicht meinem Job entsprach. Ich sollte ein Schiff fliegen, nicht kämpfend Ruhm und Ehre erlangen. Nach meinem Gespräch mit Korak denke ich, dass ein Wechsel zur Taktik sinnvoll wäre. Ich will meinen Horizont erweitern und sehen, was sich mir für Möglichkeiten bieten. Vielleicht hätte Korak sogar einen Posten auf seinem Schiff für mich, aber ich bin nicht so weit. Während dieses Krieges ist die Sternenflotte viel mehr für mich geworden, als nur eine Verbindung. Die Sternenflotte, die Crew der Exeter, sie ist meine Familie. Ein Ort, an dem ich mich zuhause fühle, an dem ich mein Gleichgewicht gefunden habe. Und ich freue mich darauf, dass wir bald wieder die Aufgabe erfüllen werden, die vor dem Krieg die unsere gewesen ist. Neues Leben zu entdecken. Neue Welten zu erforschen. Mutig dahin zu gehen, wo kein Mensch, keine Halbklingonin, kein Bajoraner, kein anderes Wesen unserer Allianz, je zuvor gewesen war.

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