Storyline

Starfleet Operations Con 5

Persönliches Computerlogbuch - McCullum, Thomas

Sternzeit 52892.8

Wir sind auf dem Weg nach Betazed! Endlich. Wir sollen uns mit dem Rest der 8. Flotte treffen. Betazed soll jetzt endlich befreit werden. Klingt auf dem Papier rech einfach. Auf dem Papier wohlgemerkt. Ich bin nervös. Auch wenn ich mich freue endlich wieder etwas unternehmen zu können, bleibt doch das Gefühl, dass das Ganze doch recht schlecht ausgehen könnte. In den letzten Wochen sind immer wieder kurze Angriffe erfolgt, um die Dominion-Kräfte zu schwächen. Hoffentlich reicht es. Meine Piloten sind total überdreht. Wenn es nach ihnen ginge, würden wir lieber früher als später angreifen. Es ist anstrengend, sich zuversichtlich zu geben, wenn es nicht der eigenen Überzeugung entspricht.

Sternzeit 52920.7

Wir haben gesiegt. Betazed ist frei. Und wir hatten erstaunlich wenig Gegenwehr. Entweder haben wir den Feind stärker geschwächt, als wir dachten oder es wartet noch eine Überraschung auf uns. Zwei Valkyries sind verloren, aber die Piloten konnten noch aussteigen. Nachdem die Schiffe des Feindes geflohen sind, bleibt jetzt noch das aufräumen auf dem Planeten. Zu allem Überfluss ist eine alte Plage auf der Exeter aufgetaucht. Tribbles! Es hat uns einige Mühe gekostet mit diesen, zugegebenermaßen niedlichen, Tieren fertig zu werden, Adrian wird sich da noch warm anziehen dürfen. Cpt. Starkov sah nicht glücklich aus, als herauskam, dass die Plage in Adrians Quartier ihren Anfang nahm.

Sternzeit 52922.6

Ein Boden-Team unter der Führung von Lt.Cmdr. Colt soll die letzten Reste der Dominion- und cardassianischen Kräfte aufspüren. Manchmal verstehe ich unsere Vorgesetzten nicht...Wir überwachten unser Boden-Team, als bei uns eine Nachricht von Cpt. Cruz, unserem Wing-Leader, eintraf. Wir sollten damit beginnen, die Raumschiff-Trümmer aus dem Orbit zu räumen, während ein anderes Schiff die Überwachung übernahm. Was für ein Blödsinn. Warum hat nicht gleich das andere Schiff die Trümmer entsorgt und uns bei unseren Leuten gelassen. Was für eine Sch... Und natürlich ist es zur Katastrophe gekommen. Colt wurde von einem Jem'Hadar schwer verletzt. Es steht nicht gut um sie. Gut, wir hätten das auch nicht verhindern können, aber es blieb ein schaler Nachgeschmack. Wir waren nicht da als sie uns gebraucht hatten.

Sternzeit 52922.7

Wir sind auf dem Weg nach Cardassia. Es kommt wohl zur Entscheidung. Colt ist tot. Noch ein guter Offizier, der es nicht geschafft hat.

Sternzeit 52922.8 -Nachtrag-

Ich verstehe jetzt gar nichts mehr. Die Sicherheit versucht ein Padd zu entschlüsseln, von dem wir uns mehr Informationen erhoffen. Es ist unglaublich. Colt war der Vorzeige-Offizier. Warum sollte sie geheime Nachrichten versenden? Ich kann nicht glauben, dass sie ein Verräter sein soll.

Sternzeit 52923.6

Der Tag war wirklich durchwachsen. Cpt. Starkov lies uns heute in der Messe antreten. Er informierte uns, dass Lt.Cmdr. Darrim nicht mehr auf ihren Posten an Bord der Exeter zurückkehren würde. Ein weiteres Loch in der Kommando-Kette an Bord. Allerdings korrigierte der Captain das Missverhältnis sofort. Bruce Wagner wurde zum neuen Sicherheitschef befördert und erhielt damit auch den Rang eines Lt. (jg). Ich freue mich für Bruce. Er ist der richtige Mann dafür. Und dann, nach einer überschwänglichen Rede, beförderte mich Cpt. Starkov zum Lt. und zum Zweiten Offizier. Ich wäre am liebsten im Boden versunken. Auch wenn ich fast vor Stolz platze, war mir die Rede doch peinlich. So gut wie er es beschrieb, bin ich bei weitem nicht. Da hat mir der Captain ein verdammt hohes Niveau vorgegeben. Hoffentlich kann ich es halten...Ich würde jetzt gerne das Gesicht von meinem Vater sehen. Der hätte mir sicher nie zugetraut, dass ich soweit komme. Leider freuten sich nicht alle so darüber. Aus irgend einem Grund ist Vanessa sauer geworden, als ich ins Quartier kam und ihr meinen zweiten goldenen Pin zeigte. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so in einem Konkurrenzdenken gefangen ist. Schade, ich hatte gehofft, sie würde sich mit mir freuen. Das ich auch Zweiter Offizier geworden bin, verschwieg ich ihr in dem Moment lieber, sonst hätte sie mich wahrscheinlich direkt aus dem Quartier geworfen. Ich werde mich wohl noch auf einiges gefasst machen können, wenn sie es mitbekommt.

Na ja, ich kann es nicht ändern. Hoffentlich beruhigt sie sich wieder. Was ich erstaunlich fand, war dass mich plötzlich alle möglichen Crewmitglieder um ein Personalgespräch oder um einen Rat fragten. Zumindest mehr als gewöhnlich. Besonders hat mir das Gespräch mit Ian zu denken gegeben. Er ist eigentlich derjenige, der sich um die Leute kümmert, die nicht mehr weiter wissen. Was aber ist, wenn der auch nicht mehr weiter weiss? Offensichtlich machen ihm Dawson und Jaris das Leben ziemlich schwer. Das es einem irgendwann zu viel wird, wenn jemand immer wieder spitze Bemerkungen über einen fallen lässt, ist klar. Ich werde mal mit Jaris reden müssen. Und Dawson...na, die ist ein Sonderfall. Ian hält sie für dienstuntauglich. Und da ist er nicht der Einzige. Ich kann nur sagen, dass ich ihr jederzeit mein Leben anvertrauen würde. Allerdings würde ich sie auch nie auf einen diplomatischen Empfang mitnehmen. Da würde ich sicher schon genug Schaden anrichten. Zwei Überraschungen gab es dann doch noch. Wir haben zwei Gefangene aus einem cardassianischen Frachter befreit. Einer der Gefangenen ist Chief McPhearson. Wir sind schon mal mit ihm zusammen getroffen. Zu dem Zeitpunkt war er Austauschoffizier an Bord eines klingonischen Bird of Prey, der an der Rettungsmission des Captains beteiligt war. Die zweite Überraschung war weit unangenehmer. Das Padd konnte entschlüsselt werden. Offensichtlich hat Colt für Admiral Dawson gearbeitet. Ich habe mir die Daten noch nicht ansehen können, aber sie sind wohl eindeutig. Sie hat uns ausspioniert. Ich würde am liebsten ausrasten. Wir wollen gleich eine Partie Poker spielen. Vielleicht lenkt das ab.

Sternzeit 52924.8

Ich habe eine tolle Aufgabe bekommen. Ich soll einen Ethik-Kurs abhalten. Möchte wissen wie Cmdr. Stafford darauf gekommen ist. Gerade ich! Der spinnt doch. Aber alle Ausreden haben nicht geholfen. Ich muss gleich anfangen. Und danach ist die Trauerfeier für Colt angesetzt. Der Captain hat die Teilnahme nicht befohlen. Sie ist freiwillig. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich dahin gehen werde.

Sternzeit 52925.4

Der Kurs ist gut gelaufen. Gott sei dank. Ich hoffe, dass die anderen nicht gemerkt haben, wie sehr ich gezittert habe. Ich habe doch an der Trauerfeier teilgenommen. Als Zweiter Offizier! Mein Posten verlangt leider eine gewisse Vorbild-Funktion. Sonst wäre ich sicher nicht hingegangen. Während einige von uns eine rührende Rede gehalten haben, hat Dawson recht deutliche Worte gefunden. Ich stimme ihr zu. Colt war kein Held, auch wenn sie unsere Leute auf dem Planeten wohl gerettet hat. Sie hat uns verraten. Cpt. Starkov versicherte mir, dass wir alle die Daten auf dem Padd zu lesen bekommen.

Sternzeit 52926.3

Eine Überraschung jagt die nächste. Ein Frachtschiff hatte einen Notruf ausgesendet. Wir haben einige betazoidische Flüchtlinge an Bord geholt. Darunter war auch ein Kind, dass uns echte Schwierigkeiten bereitet hat. Ein betazoidisches Kind mit vollständig entwickelten telepathischen Fähigkeiten. Einige unserer telepatisch veranlagten Crewmitglieder haben versucht, das Kind im Zaum zu halten. Das Ergebnis war, dass Lloyd, T'Aloviks, Silok und Conway sich wie kleine Kinder aufführten. Und am Ende haben sich die Vier sogar mit einem Phaser durch die Jeffries-Röhren bis zur Brücke durchgeschlagen. Ich muss dringend mit Lt. Thokinen reden. Es kann ja wohl nicht sein, dass es jemanden kinderleicht schafft auf die Brücke vorzudringen. Und dass im wahrsten Sinne der Worte. Das beste aber war, dass gerade als mir Lloyd den Phaser geben wollte einige voreilige Crewmitglieder die Bande von der Brücke gebeamt haben. Mit dem Phaser wohlgemerkt. Ganz nebenbei nervte Cpt. Cruz ganz schön. Alle fünf Minuten einen Bericht... Was für ein... Egal. Nach dem wir die Flüchtlinge auf DS9 abgesetzt hatten, ging es weiter Richtung Cardassia. Wir wurden in eine schwere Schlacht verwickelt und haben ziemlich einstecken müssen. Ein Teil der Untertassensektion und der Valkyrie-Hangar existiert nicht mehr. Es sah echt schlimm aus. Mitten im Gefecht haben die Cardassianer plötzlich die Seiten gewechselt. Auch wenn ich es nur ungern zugebe, hat uns das wohl gerettet. Glücklicherweise konnte die USS Geronimo unsere Jäger vorübergehend aufnehmen und neu mit Torpedos bestücken und Notreparaturen durchführen. Die Hälfte meiner Steuerkonsole ist mir ins Gesicht geflogen. Chief Forrester und ich sind danach in einem unserer Shuttle-Hangars gelandet. Der Rest blieb erst mal draussen. Forrester ist es auch nicht viel besser ergangen als mir. Ich habe ihn auf die Krankenstation geschickt und bin erst einmal auf die Brücke gegangen um mir einen Statusbericht zu holen. Irgendwie scheine ich schlimmer ausgesehen zu haben als ich dachte. Das erste was ich hörte war: "Warst du schon auf der Krankenstation?" Ich wurde praktisch wieder von der Brücke geschoben, mit der "Anweisung" mich auf der Krankenstation behandeln zu lassen.

Lhasa hat dann doch etliche Splitter aus meiner Brust und meinem Kopf gezogen. Hab gar nicht gemerkt, wie viele es waren. Aber Unkraut vergeht nicht, wie es so schön heisst. Zu allem Überfluss haben Lhasa und Julie mich dann auch erst mal auf der Krankenstation festgehalten. Ich muss aufpassen, dass das nicht zur Gewohnheit wird. Das ist schon das zweite mal in einem halben Jahr. Nicht, dass ich die Gesellschaft der beiden nicht mögen würde, aber die Umstände hätten besser sein können. Wir haben Besuch bekommen. Gul Balor, der Anführer der cardassiansichen Kräfte während der Schlacht, kam an Bord. Ich bin der "Delegation" in der Messe über den Weg gelaufen. Am liebsten hätte ich diesen überheblichen Gul erwürgt. Was sagte er... Wenn wir gute Mediziner oder anständige Ausrüstung bräuchten, könnten wir uns jederzeit an ihn wenden. Am liebsten hätte ich ihm gesagt, dass wir schon zu viele Galors zur Strecke gebracht hätten, als dass ich noch an "gute" cardassianische Technik glauben würde. Hab's dann doch gelassen. Irgendwie scheinen Vanessas verzweifelte Versuche, mir etwas wie sie es nannte, "diplomatische Zurückhaltung" beizubringen, doch Erfolge zu erzielen. Die Mannschaft hat ein neues Spiel erfunden: "Wie gehe ich den Cardassianern aus dem Weg". Es war erstaunlich, wie schnell sich die Reihen lüfteten, wenn einer von der Delegation in die Nähe kam. Der arme Bruce hatte am meisten zu leiden. Gul Balor war wohl derjenige, mit dem es Bruce vor einem Jahr auf einer Außenmission zu tun bekam. Der Mistkerl hatte die Frechheit besessen, Bruce als persönlichen Geleitschutz anzufordern. Im Sinne der diplomatischen Etikette, hat der Captain dem zugestimmt. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten, Wagner quer durch das ganze Schiff mit den Zähnen knirschen zu hören. Nachdem wir diesen "Höflichkeitsbesuch" auch erledigt hatten, ging es zusammen mit den cardassianischen Schiffen in Richtung Cardassia Prime. Ein seltsames Gefühl, plötzlich in einem Verband aus föderations- und cardassianischen Schiffen zu fliegen.

Sternzeit 52928.0

Der Krieg ist vorbei. Wir erreichten Cardassia Prime um 09:00 Uhr Bordzeit. Nach einem recht kurzen Gefecht mit den verbliebenen Dominion-Schiffen ergab sich das Dominion plötzlich. Der Grund ist noch etwas rätselhaft. Sie waren uns an reiner Anzahl überlegen und im großen und ganzen waren beide Flotten doch ausgeglichen. Aber ich beklage mich nicht. Ganz im Gegenteil. Ich bin froh das es endlich vorbei ist. Lloyd tat mir leid. Sonst ist er überkorrekt und pünktlich. Ausgerechnet heute morgen als die Schlacht begann, verspätete er sich. Sein Blick sprach Bände, als er die Brücke betrat und ich an der Taktik stand, während die Schlacht im Gange war. Sein Ehrgefühl hat da wohl einen kleinen Knacks bekommen. Im Laufe der letzten Tage hat er mir etwas gesagt, was mir doch zu denken gab. Er sagte, solange ich die Brücke nicht verlassen würde, ginge er auch nicht. Egal was passieren würde. Ich glaube es hat noch niemand jemals so etwas zu mir gesagt. Ich wusste nicht, was ich darauf sagen sollte. So viel Loyalität ehrt, aber ob ich sie verdient habe? Wo ich gerade bei Loyalität bin. Ich werde mir jetzt erst einmal Colts Logbücher ansehen, Ich möchte doch wissen, was diese Frau alles an Admiral Dawson berichtet hat.

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