Storyline

Starfleet Operations Con 4,5

Persönliches Computerlogbuch Jaris Lhasa

SD 52636.2 (21. August 2375)

Nach dem Debriefing habe ich mich heute Nacht noch sehr lange mit Lt. Tohkinen unterhalten. Ich lerne ihn immer mehr als angenehmen Gesprächspartner kennen. Nachdem wir uns noch eine Weile über hyperionische Kultur unterhalten hatten, kamen wir auch auf die Vorfälle auf Velos 12 zu sprechen. Ich konnte ihm noch nichts von den eigentlichen Vorfällen im Zusammenhang mit dem Tod der Vorta erzählen. Ich weiß ja selber noch nicht, wie ich mich in der Sache verhalten soll. Vermutlich wäre es besser gewesen, auf der Abschlussbesprechung einfach den Mund zu halten, aber kann ich andererseits die Sache einfach so dulden? Wiederum: Darf man einfach so Kameraden anschwärzen, mit denen man auf Leben und Tod gekämpft hat? Ich weiß es nicht.

SD 52639.0 (22. August 2375)

Hatte heute im Quarks eine seltsame Begegnung. Einer der Austauschcrewmitglieder von Cpt. Rakh-Nars Schiff sprach mich an. Offensichtlich hat er mich mit jemandem verwechselt, den er früher einmal gekannt hatte. Seine Freundin, so klang es zumindest. Wir kamen ins Gespräch und da er noch etwas für sie tun wollte, bat er mich, ihm einige religiöse Zeremonien zu erklären. Erklären ist immer schlecht, also schlug ich ihm vor, die Zeremonie zusammen im Tempel durchzuführen.

Bevor wir uns jedoch wieder treffen konnten, musste Winterson sich ja noch mit einem Andorianer auf dem Promenadendeck prügeln. Was für Konsequenzen dass für sie hatte, weiß ich nicht, aber mir hat es, da ich Winterson auf die Krankenstation von DS 9 begleitet habe, eine nette Begegnung mit Dr. Bashir eingebracht.

Später hab ich mich dann mit Mr. McPhearson im Tempel getroffen. Die Zeremonie des Death Chant scheint für ihn sehr wichtig gewesen zu sein und ich hatte den Eindruck, er konnte endlich Dinge verarbeiten, die er sehr lange einfach nur verdrängt hatte.

Als Gegenleistung hat er mich in eine der Holosuiten eingeladen und mir Yosemite gezeigt. Das Programm war fantastisch und ich habe mich lange in meinem Leben nicht mehr so wohl gefühlt. Was aber sicherlich auch sehr an der angenehmen Gesellschaft gelegen hat. Nachdem wir eine Bärin mit Jungtier beobachtet hatten und ich einen der beeindruckendsten Wasserfälle bisher gesehen habe, hat McPhearson mich in die Anfänge des Kletterns eingeführt. Es war wirklich eine Erfahrung, einfach so an einer Felswand zu hängen, zumal die Aussicht über das Tal unbeschreiblich war. Leider war der Abend viel zu kurz, aber ich sehe ihn morgen Abend zum Essen.

SD 52641.7 (23. August 2375)

Ich hätte Jaqueline wohl besser nicht mit zum Essen genommen, aber sie wollte unbedingt wissen, was ich gestern Abend so lange gemacht hatte und da dachte ich, dass hätte McPhearson ihr am besten selber erklären können. Er ist der Kletterspezialist, nicht ich. Hätte ich auch ahnen können, dass er vollkommen ausrastet, als er Jaqueline nur gesehen hat? Die beiden hatten sich auch nur kurz auf Rakh-Nars Schiff gesehen. Woher bei allen Propheten nur dieser…. Hass? Anders kann ich es nicht beschreiben.

Egal, als er weg war, hatten Jaqueline und ich noch ein gemütliches Essen. Allerdings hatte ich keine Lust, den Vorfall einfach so auf sich beruhen zu lassen. Da Stafford uns ein paar Tage frei gegeben hatte, und ich sowieso nach Bajor fliegen wollte, habe ich im Quartier kurz einige Sachen zusammengepackt und bin dann zu Macs Quartier auf DS 9. Eigentlich wollte ich nur mit ihm reden, eine Erklärung haben, insbesondere dafür, warum er offensichtlich ein so massives Problem mit George Dawson hat. Geendet hat alles ganz anders. Musste er mich ausgerechnet küssen? Und ich ihm dafür vor's Schienenbein treten? Propheten helft mir, ich war noch niemals so Hals über Kopf in jemanden verliebt. Danach ging alles sehr schnell. Wir sind keine Stunde später nach Bajor abgeflogen, da Sean auch ein paar Tage Urlaub hatte.

SD 52647.2 (25. August 2375)

Es waren nur zwei Tage, aber es waren die besten meines Lebens. Und jetzt? Sean ist fort, seine Versetzung kam schneller als wir beide es wohl je erwartet hätten. Nachdem wir Dehra in Dakhur besucht hatten, sind wir hinauf in die Berge. Sean wollte eigentlich noch eine Duranya-Zeremonie bei den Unduluar-Felsen abhalten, aber als wir dort ankamen, hatte er mit seiner Vergangenheit und Nelar abgeschlossen. Anschließend haben wir im Kloster übernachtet, nur leider hat Sean dort bereits seine Versetzung bekommen. Viel zu früh. Ich habe ihn noch zur Schleuse gebracht. Er ist gerade erst weg und ich vermisse ihn wie sonst noch nie jemanden. Wie soll es ohne ihn weitergehen? Ich weiß nicht einmal, wo er genau hinversetzt wird; Lya Station Alpha ist vermutlich nur eine Zwischenstation. Es ist Krieg und ob wir uns überhaupt jemals lebend wieder sehen werden, wissen nur die Propheten. Ich bete für unseren Schutz. Zumal es in Seans Vergangenheit wohl einige Dinge gibt, die sowohl ihm als auch mir gefährlich werden könnten, wenn er mich darin eingeweiht hätte. Er hat mich gebeten, nicht danach zu fragen und was hätte ich tun sollen, außer es zu akzeptieren? Vielleicht erzählt er es mir eines Tages. Wenn wir uns wieder sehen und dieser verdammte Krieg vorbei ist.

Als ich an Bord zurückkehrte, war John bereits fort. Cmdr. Stafford ebenfalls. Ich konnte mir denken, was es mit John auf sich hatte, wusste nur nicht, ob er sich selbst, oder jemand anderes ihn angezeigt hatte. Das spielte aber, insbesondere für die Entscheidung, die ich getroffen hatte, keine Rolle mehr. Ich bat um eine Subraumverbindung zu Cmdr. Stafford.

SD 52706.3 (15. September 2375)

Offiziell sind wir zum Schutz von DS 9 eingeteilt, aber die Gerüchte besagen, dass die Exeter seit den Vorfällen auf Velos 12 suspendiert ist. Der Dienst ist reine Routine. Trotz der angesetzten Schulungsmaßnahmen lässt sich eine gewisse Langeweile nicht verhindern. Ich habe dadurch allerdings viel Zeit, an den Mutationen der Trelka-Viren zu forschen. Die Akademie will schließlich noch meine Doktorarbeit sehen. Allerdings ist es nicht einfach, etwas über diese Viren herauszufinden, obwohl wir ein Mittel dagegen entwickelt haben.

Ich habe noch keine Nachricht von Sean erhalten. Gar nichts. Ich will ja gar nicht wissen, wo er hin versetzt wird, das weiß ich bei Tirel auch nie. Aber wenigstens ein "Mach dir keine Sorgen, es geht mir gut", wäre nicht schlecht.

SD 52773.0 (9. Oktober 2375)

Cpt. Starkov ist wieder da! Cmdr. Stafford hat ihn heute Abend zu einer kleinen Feier mitgebracht. Inzwischen ist die Exeter auch wieder einem Flottenverband - diesmal der 8. Flotte – als irgendein Schiff unter vielen zugeteilt worden. Aber egal, wir sind wieder offiziell der Sternenflotte unterstellt und der elendige Routineflug um DS 9 herum hat endlich ein Ende. Wann es losgeht, steht noch nicht fest, aber ein Ende der Langeweile ist in Sicht und das ist das Einzige, was zählt. Vielleicht lenkt es mich auch von meinen sonstigen trüben Gedanken ab. Immer noch keine Nachricht von Sean.

Aber fangen wir vorne an. Eine Unterbrechung der Routine gab es heute, als sich eines unserer Außenteams, bestehend aus Lt. Tohkinen, Ens. Sias und Officer T'Aloviks, das technische Unterstützung auf einem der Monde Bajors leisten sollte, nicht wie verabredet zurückgemeldet hatte. Cmdr. Colt schickte daraufhin einen Suchtrupp unter der Leitung von Lt. McCullum bestehend aus Lt. Silok, Ens. Drinkmann, Ens. Parker, Ens. Wagner, Crw. Vaughn und mir los, um nach dem Team zu suchen. Unter Drinkmanns Flugkünsten flogen wir die Standardroute zu dem Mond zurück und fanden auch bald die Antriebssignatur des Shuttles. Wie sich herausstellte, waren die drei nach Erledigung ihrer Arbeit zu dem Mond zurückgeflogen, weil sie eine unbekannte Energiesignatur entdeckt hatten. Anscheinend waren sie darauf hin in eine Höhle ca. 500 m tief in einen Berg hinein geflogen. Nach der Landung hatte es in der Höhle einen Erdrutsch gegeben, wobei das Shuttle etwa 60 m tief in den Boden gesunken war. Als wir die "Absturzstelle" des Shuttles erreichten, fanden wir auch Lebenszeichen der vermissten Crewmitglieder.

Einige Zeit später kehrten Tohkinen, Sias und T'Aloviks zum Shuttle zurück. Sie berichteten von einer Gruppe bajoranischer Flüchtlinge, die sich ca. 1 Stunde Weg vom Shuttle entfernt verborgen hätten. Angeblich seien sie während der Besatzungszeit aus einem cardassianischen Arbeitslager geflohen, und hätten sich seitdem auf dem Mond verborgen. Sie glaubten daher den Ausführungen des Außenteams nicht, dass die Besatzungszeit vorbei sei und verlangten mit einem Bajoraner und einem Vedek zu reden. Zudem verlangten sie etwas zu Essen, da sie sich ansonsten wohl nur von den Pflanzen und Pilzen ernährt hatten, die unter der Erde wuchsen. Wir ließen uns also von Drinkmann ein paar Standardrationen herunterbeamen, klärten ab, dass sich ein Vedek im Laufe des nächsten Tages zu den Flüchtlingen begeben würde und machten uns auf den Weg zu den Bajoranern. Da diese Lt. Tohkinen bereits kannten, übernahm er zuerst die Verhandlungen, bevor ich mit ihnen sprechen konnte. Ich bot medizinische Hilfe an und bat, ihre Höhle betreten zu dürfen. Dies hätten sie mir gewährt, aber Ens. Wagner ließ nicht zu, dass ich alleine ging und noch jemanden durfte ich nicht mit hineinbringen. So konnte ich mir leider keinen genaueren Eindruck von der Lage dort machen, sondern legte die Nahrungsmittel am Eingang ab. Eine – naja verletzte Person kann man nicht sagen – hatten sie doch. Die Frau war geistig vollkommen verwirrt und hatte eine Beule am Kopf. Offensichtlich hatte sie einer ihrer Leute niedergeschlagen, um sie ruhig zu stellen. Ich hasse so etwas. Ich nahm mich der Frau an und versprach, sie zu einem Vedek zu bringen. Nachdem wir zum Shuttle zurückgekehrt waren, blieb die Technikercrew zurück, um das Shuttle zu reparieren, während die restlichen Teammitglieder mit dem Runabout zur Exeter zurückkehrten.

Ich begab mich mit der Verletzten nach DS 9, um sie im Tempel der Obhut eines Vedeks zu übergeben. Dabei erreichte mich die Nachricht von Ens. Wagner, dass sie ein Shuttle in unmittelbarer Nähe unseres Landeplatzes auf dem Mond hatten aufsteigen sehen. Da dies im Zusammenhang mit den Flüchtlingen stehen konnte, waren weitere Untersuchungen angebracht. Daher kontaktierte ich zunächst die Stationssicherheit, um einen Vedek nicht irgendeiner Gefahr auszusetzen. Nachdem Jenna (so hieß die Verwirrte) einem Vedek übergeben worden war (ein Mitglied der Stationssicherheit würde ein Auge auf die beiden haben), machte ich mich mit einem weiteren Mann vom Sicherheitspersonal daran, etwas über Jenna zu erfahren. Wie sich schnell herausstellte, wurde sie wegen verschiedener kleinerer Verbrechen gesucht. Geistig verwirrt war sie aber tatsächlich; dies war nicht nur zur Tarnung gespielt. In ihrem Umfeld fand ich auch noch die Person, mit der ich in der Höhle gesprochen und die mir Jenna übergeben hatte. Die hatte schon mehr auf dem Kerbholz, wurde sie doch u. a. wegen Raub und Waffenschmuggel gesucht. Wir hatten es also mit Schmugglern zu tun. Nachdem sowohl die Exeter als auch Runabout Ohio über die neue Lage informiert waren, galt es, die Schmuggler zu fassen.

Wir begaben uns zu dem Mond zurück und fanden die Signatur des Shuttles. Die Schmuggler hatten sich in eines der anderen Höhlensysteme dort zurückgezogen. Der Eingang dorthin war schmal und unser Team geriet sofort unter Beschuss. Glücklicherweise blieb es bei Brandverletzungen und letztendlich gelang es, die Schmuggler zu überwältigen. Dass aber gerade Lt. Silok den Abort der Schmuggler finden musste, war schon irgendwie komisch. Unsere Verletzten und die verletzten Schmuggler wurden zunächst an Bord des Runabout und dann an Bord der Exeter gebracht, wo sie medizinisch versorgt wurden. Anschließend wurden sie der Stationssicherheit auf DS 9 übergeben.

Die anschließende Feier verlief eher ruhig. Den Ausführungen von Lt. Silok über emotionale Zwiespalte bei einigen Crewmitgliedern konnte ich nicht mehr folgen, aber da war ich nicht die einzige. Jaqueline hat es auch nicht verstanden und den Gesichtausdrücken der meisten Crewmitglieder nach zu urteilen, erging es diesen auch nicht anders. Die Ereignisse der letzten Wochen haben der Crew zugesetzt und es wird Zeit, dass wir endlich wieder etwas zu tun bekommen. Das lenkt ab und hilft trübe Stimmung zu vermeiden.

Eine Enttäuschung konnte ich Ens. Wagner dann doch nicht ersparen. Vielleicht hätte er mich nicht drängen sollen, aber letztendlich war es seine Entscheidung, daher habe ich ihm die letzten Ereignisse im Gefängnisgebäude auf Velos 12 erzählt. Zum Teil hatte er sich wohl schon seinen Teil gedacht, aber die ganze Wahrheit kannte er halt noch nicht. Was er draus macht, ist seine Sache, ich habe ihn nur gebeten, die Sache für sich zu behalten.

Und dann musste Jaqueline mich noch schocken. Sie wird für einen Monat nach Terra gehen, um dort im Stab ihres Vaters (ja ihres Vaters!) zu arbeiten. Mitten in der Höhle des Löwen. Tut mir leid, aber ich traue Adm. Dawson so weit, wie ich Ens. Wagner werfen kann. Propheten bitte wacht über Jaqueline, lasst diese Sache gut ausgehen. Jaq will Informationen sammeln. Welche, weiß ich nicht, aber gegen ihren Vater wird sie nicht ermitteln. Egal, wie der sich auch benimmt, stets verteidigt sie ihren Vater. Gut, es ist ihr Vater und ich respektiere das. Nichtsdestotrotz halte ich den Admiral für eine linke, hinterhältige Bazille. Sean hat nur Andeutungen gemacht, aber das hat mir gereicht. Und ich glaube immer noch, dass er Cpt. Starkov an die Breen verkauft hat. Leider können wir ihm nichts beweisen. Computer, den letzten Eintrag bei unbefugtem Zugriff augenblicklich löschen! Ansonsten Aufzeichnung beenden und speichern.

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