Computer Aufzeichnung. Ich habe wieder eine direkte Vorgesetzte. Commander Colt. Ungefähr 5 Minuten, nachdem ich nach dem recht interessanten Flug mit der USS Okavango – Ich hasse Runabouts! - wieder an Bord der Exeter, die schon bei DS 9 auf uns gewartet hat und zusammen mit Joran auf dem Weg zu unseren Quartieren war, hat uns Commander Colt auf dem Gang abgefangen. Das lief ungefähr so: Böser Blick von Colt - Ah, sie sind Ens. Wagner, ich erwarte sie in 10 Minuten im Sicherheitsbüro - Abgang Colt. Joran hat mich nur süffisant angegrinst und mir viel Spaß gewünscht. Das sind doch mal Begrüßungen! Zwei Wochen nicht an Bord und schon ist der Captain weg und ich habe eine neue Vorgesetzte. Hat meine Laune nicht gehoben. 10 Minuten später im Büro der Sicherheit entwickelte sich dann genau die Art Gespräch, die nach einer derartigen Begrüßung zu erwarten war. Nachdem sie ein bißchen zum gegenseitigen Kennenlernen rumgemault hat – der Zustand meines Schreibtisches, als sie an Bord kam, Dawson, die ausschweifenden Feten an Bord, der Zustand des Arboretums nach den Feten, wieder Dawson – startete eine angeregte Diskussion über richtige und falsche Führungsstile. Im Nachhinein betrachtet hatte sie mit einigen Dingen durchaus recht. Zum Beispiel sollte man sich und seinen Führungsstil durch ausgeprägten Individualismus – worunter ein chaotischer Schreibtisch auch fällt - nicht unentbehrlich machen und gerade in Kriegszeiten muß man schnell ersetzbar sein. Das war zwar richtig, aber ich hätte mir eher die Zunge abgebissen, als dem Commander gegenüber zuzugeben, daß sie recht hat. Ich sei als Chef der Sicherheit auch für die Disziplin an Bord zuständig, meinte sie dann. Mag ja sein, aber ich habe ihr darauf gesagt, daß es mir als Abteilungsleiter mit der kürzesten Dienstzeit an Bord sicher nicht zusteht, den anderen Abteilungsleitern mehr Disziplin bei ihren Untergebenen nahezulegen, selbst, wenn ich das gewollt hätte. Das hat ihr scheinbar eingeleuchtet. Dann kamen wir auf die Ereignisse um Captain Starkov, die Breen und die Beinahemeuterei zu sprechen. Die gab mir allerdings zu denken. Ich hätte nicht gedacht, daß die anderen Offiziere so weit gehen und sich den Befehlen des Captains entgegensetzen würden, um ihn zu schützen, schon gar nicht gegen seinen Willen. Ich kann Captain Starkov sehr gut verstehen, ich hätte genauso gehandelt. Allein um der minimalen Chance willen, die Kolonien zu retten und um meiner selbst willen, um nicht damit leben zu müssen, daß ich am Tod von Millionen schuld sein könnte. Das sich die Breen als gewissenloses Pack erwiesen und sich nicht an die Abmachung gehalten haben, überrascht nicht. Hoffentlich holen wir den Captain bald raus. Trotzdem rechtfertigt dies nicht eine Meuterei. Ich bin froh, daß ich diese Situation verpaßt habe, denn ich wäre auf Colts Seite gewesen. Wohl als einziger der Junioroffiziere. Wäre nicht schön geworden. Weiter mit Colt und mir. Beinahe ausgerastet wäre sie, als ich angedeutet habe, daß sie auf jeden Fall in unserer Diskussion über Führungsstile und Disziplin recht behalten wird, da sie ja drei Pins hat und ich nur einen. Volltreffer! Sie war dann leicht in Rage, aber als ich ihr nochmal erklärt habe, daß sie mir befehlen kann, was sie will, ungeachtet meiner Meinung, hat sie mir zugestimmt. Vorgesetzte ist Vorgesetzte. Mein Lieblingsmoment (nach der Pingeschichte) war der, als die meinte, sie war entsetzt – das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen, ganz langsam, wie den Whisky, den Art normalerweise dabei hat: Ich war entsetzt! – als sie gemerkt hat, daß sie sich der Besatzung anpassen muß. Da mußte ich richtig zusammenreißen, um nicht breit zu grinsen. Hätte mich auch gewundert, wenn sie die ganze Crew umpolt und nicht umgekehrt. Dann wollte sie ein bißchen was über mich wissen. Warum die Sicherheit, warum die Sternenflotte, wie soll meine Karriere aussehen, was sind meine weiteren Ziele usw.. Die Frage, ob ich meine derzeitige Position überhaupt behalten will, kam erstaunlich oft. Natürlich will ich den Posten behalten. Sollen wir mal wieder "Tauscht die Sicherheitsoffiziere" spielen? Ich habe ihr gesagt, daß es nicht gut für eine Abteilung ist, wenn ständig die Vorgesetzten wechseln. T'Opak geht, Yxen springt ein. Yxen kündigt bajoranisch, Wagner springt ein. Colt kommt. Das kann nicht gut sein. Hat ihr wohl eingeleuchtet. Die Frage, wie meine Karriere weitergehen soll, kenn ich ja schon. Es bleibt beim Sicherheitsspezialist für Interspezieskontakte. Ich hätte gern mal Kontakt mit anderen Rassen, der sich nicht aufs gegenseitige Erschießen beschränkt. Damit war das Gespräch auch so gut wie am Ende und gleich nach diesem Eintrag steht eine Einsatzbesprechung an. Also später mehr. Computer Ende
Computer Aufzeichnung. Qua'pla! Wir haben den Captain wieder und sind wieder bei DS 9. Es war knapp. Sehr knapp. Wir haben neue Freunde – Klingonen - und neue Feinde – ein paar Jungs bei den Tacticals. Ich sage nur "Clusterfuck". Und Jem'Hadar. Und eine Vorta. Und einen Muskelkater, der mich ohne Turbolift keine zwei Decks überwinden ließe. Aber eines nach dem anderen. Fangen wir bei der Missionsbesprechung am Freitag abend an, also unmittelbar nach dem Gespräch mit Commander Colt. Captain van Houten, ein Captain der Tacticals, hat uns in einem Besprechungsraum auf DS 9 unseren Einsatz erläutert. Während die Exeter und ein Geschwader romulanischer Kriegsschiffe ein Ablenkungsmanöver durchführen, fliegen wir mit zwei getarnten Bird of Prey unter dem Kommando von Captain Korak ins Dominiongebiet, beamen auf den Planenten Velos XII an den Rand eines Transportersupressorfeldes und greifen zu Fuß ein Gefangenenlager innerhalb dieses Feldes an, in dem sich neben anderen unbekannten Gefangenen Captain Starkov und eine Rear Admiral der Tacticals befindet. Als erstes ist eine Sendestation des Gefängniskomplexes auszuschalten, in der wir zusätzlich wichtige Informationen finden sollen und von da aus zeitgleich ein Energieverteiler, der das Schutzschild um das Gefängnis speist und das Gefängnis selbst, solange die Notenergieversorgung noch nicht hochgefahren ist. Dann mit den Gefangenen – von denen keiner wußte, in welchem Zustand sie sich befinden und ob wir sie tragen müssen, genauso wie Verwundete auf unserer Seite, die es sicher geben würde - zu Fuß wieder aus dem Supressorfeld raus, um uns abholen zu lassen. Natürlich soll das möglichst unauffällig passieren. Wir sollten zwei Teams bilden, die im Notfall auch komplett eigenständig agieren können. Ab hier wurde es etwas wirr, denn ein mir völlig unbekannter Admiral untersagte über Sichtverbindung plötzlich diesem Einsatz, worauf Commander Stafford und Captain van Houten kurz vor der Tür verschwanden und mit den Worten "Admiral Dawson genehmigt den Einsatz." wiederkamen. Gut, die Planung ging weiter. Commander Stafford, Commander Darrim, Commander Colt, Lt. McCullum und Ens. Torwin haben den Besprechungsraum verlassen und sich zurück auf die Exeter begeben. Commander Stafford hat Lt. Stark das Kommando über die Mission gegeben. Der hat wiederum mich als Teamführer des zweiten Teams ausgesucht. O.k., wenn ich ehrlich zu mir bin, sah ich das als "zweite Chance" nach der Trelka – Sache. Vielleicht hätte ich das Kommando ablehnen sollen, aber als Sicherheitsoffizier hätte ich ohnehin in den Gefechten das Kommando über das Team übernommen. Ab diesem Zeitpunkt, ab dem es hieß, ich leite das zweite Team, war ich dann erst mal so richtig nervös. Mit knapp 20 Leuten, davon 10 in meinem Team, die für so was nicht ausgebildet sind (mich eingeschlossen), auf einen hammerharten Kampfeinsatz. Ich trage die Verantwortung dafür, daß alle zurück nach hause kommen. Genau das, worauf ich mich seit Trelka vorbereitet und wovor ich mich gefürchtet habe. Mein Team sollte auch den Angriff auf das Gefängnis selbst durchführen. Das kam mir allerdings ganz recht, im Häuserkampftraining war ich an der Akademie immer ziemlich gut.
Mein Team:
Das Team wurde diesmal aber nicht geteilt. Das hat aber nicht verhindert, daß ein paar Leuten – Dawson, O'Kenner, Conway, McLane und Lloyd – das gleiche passierte wie mir auf Trelka.
Das andere, von Lt. Stark angeführte Team hatte Lt. Jaris als stellvertretende Teamführerin und Ärztin dabei, außerdem Lt. Silok, Ens. Winterson – Klingon-Lilly, wie Joran sie mal charmant genannt und trotzdem seinen Kopf behalten hat - Off. T'Aloviks, Off. O'Kenner, Chief Forrester, Crewman Vaughn und von den Tacticals Scharfschütze Gatwick und Schwerwaffenspezialistin McLane, die Tochter von Chief McLane, der mit uns schon in der Okavango nach DS 9 geflogen ist. Die beiden Tacticals sind nicht zurückgekommen. Auch wenn die beiden als einzige für solche Einsätze ausgebildet wurden, macht es das nicht leichter. Commander Colt meinte noch leise zu mir, bevor sie auf die Exeter zurück ist, ich solle die Augen bei dem Einsatz offen halten. Außerdem wollte sie wissen, was ich von Stark als Missionsleiter halte. McCullum wäre mir lieber gewesen, meinte ich daraufhin. Sie klang während des Gespräches beinahe besorgt, aber ich meinte, auch ansatzweise Vertrauen in mich rauszuhören. Dann hat man uns auf Koraks Bird of Prey gebeamt und wir sind erst mal auf die Brücke gestapft. Mann, das ist mal eine fremdartige Brücke! Heiß, düster, neblig. Auf Kronos muß es ja allerliebst sein. Es war alles sehr faszinierend und dem Rest der Crew ging es wohl ähnlich, zumindest haben alle die Klappe gehalten. Sogar O'Kenner. Korak hat eine recht eindrucksvolle Rede gehalten. Über den Auftrag, der uns bevorsteht, über den Krieg, den Kampf und die Ehre. Das haben sich ein paar Leute wohl zu Kopf steigen lassen. In der Messe hat die klingonische Besatzung dann mit uns das Ritual vor der Schlacht durchgezogen, wie sie es so schön nannten. Prahlen und Blutwein in sich reinschütten. Zu dem Zeitpunkt habe ich das zumindest so gesehen, wohl aus mangelndem Verständnis. Aber weise Erkenntnisse stellen sich ja immer erst später ein. Jaris hat zuvor angeordnet, daß sich alle danach bei ihr einzufinden haben, um die Effekte des Blutweins beseitigen zu lassen. War vielleicht keine gute Idee, das wurde als Erlaubnis zum Betrinken verstanden. Vaughn konnte nicht mehr grade stehen. Dawson war gerade dabei, sich in den gleichen Zustand zu bringen, als ich ihr ausdrücklich befohlen habe, sofort mit der Sauferei aufzuhören. Das nahm Ens. Winterson zum Anlaß, sich einzumischen. Nach einem kurzen Streit hat der klingonische erste Offizier mir befohlen, Dawson nicht zu befehlen, nicht zu trinken. Oder irgendwie so. Das letzte, was ich in dem Moment gebrauchen konnte, war dann auch noch ein Grabenkampf gegen Klingonen, vor allem, weil die gesamte Besatzung genauso becherte und ein Befehl zum Nüchternbleiben damit keinerlei Berechtigung mehr hatte. Winterson hat sich zuvor noch ein Duell mit einer Klingonin geliefert. Mein Versuch, sie durch Zwischenrufe und Hinweise auf ihre Position – Offizier der Sternenflotte – davon abzuhalten, war erfolglos und meinen Phaser für Notfälle konnte ich auch nicht ziehen, weil der Klingone, der mich später wieder bei der Blutweingeschichte nerven würde, neben mir stand und mir einen Dolch entgegenhielt. Großartig! Wir gehen morgen tief in feindliches Gebiet und Winterson schlägt sich noch ein wenig, damit sie morgen auch ja nicht in bester Verfassung ist! Sie meinte nachher, ich hätte kein Recht dazu gehabt, mich einzumischen. Stimmt, hatte ich auch nicht. Sie hat mir später über das Leben als Halbklingonin erzählt und jetzt verstehe ich auch, was dieses Duell für sie bedeutet hat. Weise Erkenntnisse eben. Das Kapitel Winterson kommt später noch mal. Zurück zum Gelage. Eine fast schon groteske Situation: Während mir die ganze Zeit im Kopf umgeht, daß wir morgen 20 Leute und den Captain lebend von Velos XII zurückbekommen müssen, spielt der Rest der Besatzung "ehrenhafter saufender Krieger". Letztendlich meinte Art, ich solle mich beruhigen, wenn ich mich jetzt wahnsinnig mache, hilft das auch nicht weiter. Damit hatte er natürlich recht. Ich habe mich dann etwas entspannt, nicht zuletzt, weil ich mich schon immer für andere Kulturen begeistern konnte und dies eine der Erfahrungen war, für die ich eigentlich in die Sternenflotte gegangen bin. Ich hab mich zwar mit dem Blutwein zurückgehalten, bin aber trotzdem spät ins Bett. Jeder wird mit der Angst vor so einer Mission anders fertig. Das wurde mir dann auch klar; Vaughn und Dawson trinken, die Klingonen feiern und ich ... naja, ich wollte einfach nicht früh ins Bett – das natürlich keine Matratze hatte, es sind Klingonen - um ausgeschlafen sterben zu können. Wäre komisch gewesen. Ich wollte den Abend noch genießen, er könnte der letzte sein. Mit Winterson habe ich auch nochmal gesprochen. Wer am Morgen mit Groll in eine Schlacht geht, der erlebt den Abend nicht mehr. Guter Spruch, habe ich mal gelesen. Also haben wir uns auf "Ich respektiere ihre Kultur und ihr Erbe und sie mischt sich nicht in Belange der Sicherheit ein." geeinigt. Mittlerweile kommen wir bestens miteinander aus. Ab und an verliert sie die Beherrschung, aber das kriegt sie schon noch in den Griff. Außerdem sollte ich da ganz leise Töne von mir geben nach der Balor-Geschichte während des Holodecktrainings. Sehr spät am Abend, eigentlich schon wieder früh am Morgen, wollte Korak wissen, welche Geschichten wir morgen abend nach der Schlacht erzählen wollen. Gab sehr unterschiedliche Antworten. Die einen wollten Feinde in großer Zahl töten, die anderen den Captain befreien. Ich sagte, ich will erzählen, daß ich alle mir anvertrauten Männer und Frauen und den Captain wieder nach hause gebracht habe. Daraufhin habe ich mit Korak lange über Krieger und Gründe zu kämpfen gesprochen; warum kämpfen Klingonen, warum kämpfen Menschen, warum kämpft er, warum kämpfe ich? Ich habe auch erfahren, daß er und Captain Starkov wohl schon lange Freunde sind. Korak ist das, was man sich unter einem ... ja, einem weisen, erfahrenen Krieger vorstellt. Ich wünschte, ich hätte mehr von ihm lernen können. Noch in dieser Nacht habe ich einen Blutschwur geleistet. Wenn wir den Captain nicht aus dem Gefängnis retten können und es keine Möglichkeit mehr gibt, zu fliehen, dann soll ich ihm eine Waffe geben, damit er kämpfend sterben kann. Das war Koraks Wunsch. Mein Zusatz war, dass ich den Captain retten werde, selbst wenn ich ihn vom Gefängnis bis zum Bird of Prey tragen muss.
Computer Pause
Computer weiter
Ich frage mich jetzt, wo ich wieder im Quartier sitze, der Captain befreit ist und alle wieder zurückgekommen sind, was denn nun einen Krieger ausmacht und ob ich einer bin? Ich habe da unten keine Ehre gesucht. Es hat mir – und das ist auch gut so – keinen Spaß gemacht, die Cardassianer und die Jem'Hadar zu erschießen oder meine Abschüsse zu zählen. Ich habe nicht mal den berühmten Nervenkitzel des Kampfes verspürt. Ich hatte einen Auftrag zu erledigen und ein Team zu schützen und zu führen. Die Cardassianer und die Jem'Hadar hatten das Pech, mich daran hindern zu wollen. Spaß oder Nervenkitzel wären mir da nur im Weg gewesen. Zu was macht mich das? Zu einer gewissenlosen Kampfmaschine wie die Jem'Hadar? Zu einem Killer ohne Gefühle? Zu einem Krieger, der nur kämpft, wenn er muß? Ich weiß es nicht. Es spielt auch keine Rolle. Am nächsten Morgen wurden wir erst mal richtig ausgerüstet. Eine Kiste mit Granaten und sonstiger Zusatzausrüstung und drei Panzerwesten. Eine für Vaughn, eine für mich und eine für Lloyd, da Stark keine tragen wollte, obwohl ich ihm gesagt habe, daß sich Jem'Hadar gern auf die Anführer ihrer Gegner einschießen. Muß er wissen. Der erste Schuß auf dem Planeten von Seiten der Cardassianer ging auch prompt auf mich. Wie auf Trelka. Wäre es eine Kugel gewesen, könnte ich schreiben "Es stand mein Name drauf." Entweder bin ich ein zu großes und verlockendes Ziel oder bei den cardassianischen Soldaten steht "Triff den Wagner" ganz oben auf der Liste beliebter Spiele. Diesmal war ich aber schnell genug in Deckung. Aber eines nach dem anderen. Man hat uns also nach einem recht bewegten Anflug, den wir gerade so überlebt haben, auf den Planeten gebeamt. Die Kiste mit den Granaten und der Zusatzausrüstung hat den Transport nicht überstanden. Wäre auch zu schön gewesen. Es hat geregnet. Das war meine erste Erkenntnis. Die zweite war, daß wir offen in der Gegend rumstanden. Wir sind dann erst mal in Deckung und haben anhand der vorhandenen Karten und Tricorderdaten eine Route ausgesucht. Der Plan war, daß mein Team dem von Stark in ca. 200 m Abstand folgt, damit man sich gegenseitig Feuerschutz bieten kann. Der erste Zwischenfall ließ nicht lange auf sich warten. Nach dem Überqueren einer Lichtung hat eine Subraummine, die jemand sinnigerweise als Houdini bezeichnet hat, Gatwick erwischt. Das macht so einen Außeneinsatz gleich viel interessanter: Minen, die man nicht sehen oder orten kann. Die Minen haben uns noch lange auf Trab gehalten. Wir haben sie gesprengt, untersucht, geortet, umgangen usw., auf jeden Fall haben eine Menge Zeit wegen ihnen verloren. Dafür hat das Team ausgezeichnet funktioniert. Zumindest mein Team. In Starks Truppe gab es anscheinend die ersten Unstimmigkeiten. Nachdem Starks Team Gatwick verloren hatte und Silok verwundet war, tauschten wir Positionen und mein Team hat die Führung übernommen. Wir waren gerade dabei, den letzten Minengürtel vor Ende des Minenfeldes zu umgehen, als sich der erste Jem'Hadar – oder doch ein Cardassianer? Im regnerischen Unterholz sehen beide gleich grau aus – gezeigt und Tohkinen erwischt hat. Das war nun recht heikel, denn Tohkinen lag angeschossen mitten zwischen den Minen und keiner von uns konnte sich frei bewegen. Allerdings hat Castle den Jem'Hadar erspäht und mich dirigiert, bis ich ihn richtig sehen konnte. Ende Jem'Hadar. Wir haben dann nach Jaris und Conway gerufen. Conway hätte sich beinahe selber aus dem Leben gesprengt, wenn Mulligan nicht im letzten Moment sowas wie "Vorsicht Minen!" gebrüllt hätte. War zu knapp, um witzig zu sein. Die Cardassianer und die Jem'Hadar haben uns den ganzen Weg zur Sendestation beschossen, wobei ich zugeben muß, daß die Kerle besser schießen als ich. Ich muß mehr Zeit auf dem Holodeck verbringen. Wir sind dann weiter zur Sendestation. Es hat nach wie vor geregnet.
Die Stürmung der Sendestation lief ganz gut, wir haben vom Hang her hangabwärts angegriffen. Mulligan und ich sind mit Joran als Rückendeckung und Vaughn und McLane mit Forrester als Rückendeckung oben geblieben, da wir die einzigen mit Gewehren bzw. einer Schwerwaffe waren und daher haben wir zwei Schützenteams gebildet. Der Angriff lief gut, aber zu langsam. Die einzelnen Teammitglieder hatten sich hinter Bäumen verschanzt, anstatt den Druck aufrecht zu erhalten und weiter vorzurücken. McLane hat zwischendurch mit ihrer Wumme den Sendemast vom Dach der Station und ein Loch in selbiges gesprengt. Wir wurden natürlich den ganzen Weg den Hang runter beschossen, insofern ist es verständlich, wenn sich jeder verschanzt, aber das hat es den Cardassianern und den Jem'Hadar wohl ermöglicht, eine Nachricht abzusetzen. In der Sendestation ging die Schießerei erst mal weiter. Nachdem wir rein sind – Tohkinen und T'Aloviks haben den Verschlußmechanismus der Tür geknackt - und der Widerstand in der Station ausgeschaltet war, haben wir die Transmission entdeckt, die gerade abgeschickt wurde. Ich weiß nicht, ob wir das verhindern konnten, denn irgend jemand hat wohl ein wenig überreagiert und die Konsole zerstört. Im Zweifel ist die Nachricht aber wohl durchgekommen, denn wir bekamen später Besuch in grau. Angenehmerweise hatte die Station eine Kantine; wir haben wohl den Koch mitten im Kochen gestört: Auf dem Tisch lag ein frisch angeschnittener großer Käfer – eigentlich kein Käfer, aber von den grundlegenden physiologischen Eigenschaften einem Insekt nicht unähnlich, es hat mich sofort an meine Zeit an der Universität erinnert – aus dem man aber recht passable Doch-kein-Käferfleisch-Bällchen und Suppe machen konnte. Nachdem wir also kurz durch die Kantine geräubert sind, meinte Lloyd, er würde draußen Wache stehen. Ich hielt das für eine gute Idee, aber wir beide haben verplant, daß man allein nicht Wache stehen sollte. Lloyd wurde von den Jem'Hadar erwischt, die als Zugabe die Tür von außen verriegelt haben. Wir waren also gefangen. Da sie später auch noch einen Sprengsatz am Loch in der Decke anbrachten, das ich in dem Moment gesichert habe, wußten wir, daß sie irgendwo da draußen sind. Ich habe O'Kenner und Dawson befohlen, durch das Loch nach draußen zu gehen, nachdem wir den Sprengsatz ferngezündet haben. Sie sollten nur spähen und sich beim ersten Feindkontakt zurückziehen, aber sie wurden ebenfalls gefangengenommen. Mittlerweile haben sich die Cardassianer auf das Deckenloch eingeschossen, weshalb wir ein Loch durch die Kantinenwand gesprengt haben und da aus der Station raus wollten. Als wir gerade beim Rausstürmen waren und beschossen wurden, kam von Stark der Befehl, sich schnellstmöglich vom Haus zurückzuziehen, weil es in 5 Minuten detonieren würde. Ich habe keine Ahnung, von wem diese Riesenidee kam oder wer den Selbstzerstörungsmechanismus ausgelöst hat, aber da war es schon egal. Ich wäre als Teamführer des zweiten Teams gern über so was informiert worden, aber was soll's. Beim Sturm aus dem Gebäude – es regnete immer noch - hat mich einer der Grauen mittig erwischt, aber die Panzerweste hat gehalten. Das anschließende Feuergefecht war heiß. Während des Gefechtes haben die grauen Conway und McLane erwischt. Damit hatten sie bereits fünf von uns in ihrer Gewalt und wir konnten nur hoffen, daß sie ihre Gefangenen auch in den Gefängniskomplex brachten.
Was ich auf Velos im Dreck rumgekrochen bin! Übliche Aufgaben der Sicherheit sind das keine mehr, aber wir waren ja jetzt Tacticals. Bis der Einsatz zuende war, hatte ich den verdammten halben Planeten an der Uniform. Wo war ich - genau, das Feuergefecht und im Dreck rumkriechen. Wir haben jeden Widerstand beseitigt und sind weiter zum Energieverteiler. Eigentlich sollte mein Team, das neu gebildet worden war – Mulligan, Jaris, Dawson, Tohkinen, Winterson und ich - gleich zum Gefängniskomplex vorrücken, so daß zeitgleich Gebäude und Energieverteiler angegriffen werden konnten. Nachdem aber der Energieverteiler von acht Cardassianern bewacht wurde, haben wir erst die ausgeschaltet und sind dann weiter zum Komplex. Im Regen. Nach Plan sollte der Verteiler erst deaktiviert werden, wenn wir vor dem Gefängnis standen, aber es muß wohl durch die ständigen Funkstörungen ein Mißverständnis gegeben haben und so kam plötzlich die Meldung rein, daß Starks Team den Verteiler abgeschaltet hatte. Wir kamen also erst am Gefängnis an, nachdem der Sekundärschild oben war, der von einem separaten Notenergiegenerator gespeist wurde. Tohkinen hat den Tag gerettet. Er hat seinen Phaser mit Hilfe seines Tricorders so modifiziert, daß er durch einen Frequenzangleich an die Schildfrequenz und konstantes Feuern den Schild überladen und zum Zusammenbrechen gebracht hat. Dann sind wir rein. Am Fuß der Treppe, die hoch zum eigentlichen Gefangenentrakt führte, lag McLane. Tot. Die Treppe selber erwies sich als Falle. Die Grauen, die sich oben postiert hatten, erwischten Tohkinen, Mulligan und Jaris. Mich eigentlich auch, aber die Weste hat auch hier gehalten. Nach ungefähr einer Stunde – o.k., es waren wohl keine zwei Minuten, aber wenn man sich an einen Cardassianer in Lauerstellung ranpirscht, vergeht die Zeit sehr viel langsamer – hatte ich den Cardassianer vor dem Lauf und habe abgedrückt, wohl nur wenig schneller als er, sein Blick wirkte sehr entschlossen und angespannt, bevor er zur Seite wegkippte. Dann haben wir den Trakt gestürmt. In einem Raum zur Rechten hatte sich die Vorta mit einem Jem'Hadar, Lloyd, Conway und Starkov hinter einer Energiebarriere verschanzt. Stark und ich warteten an der Barriere und haben kurz und erfolglos versucht zu verhandeln, während ich den Rest, der noch oben war, den Gefängnistrakt runtergeschickt habe, damit er die anderen Räume überprüfen und sichern kann. Ich bin kurz runter zu Tohkinen und habe ihm gesagt, daß er die Energieversorgung des Gefängnisses ausschalten soll. Als ich wieder oben war, fiel die Barriere: Stark erschoß den Jem'Hadar und ich betäubte die Vorta, die direkt vor dem Captain stand und ihn gerade ebenfalls erschießen wollte. Der Captain war zwar am Ende, hat es aber noch geschafft, der Vorta den Phaser aus der Hand zu treten. Das gab mir genug Zeit für den Schuß. Unser Captain eben! Ich habe sie gleich darauf noch mal betäubt, da ich nicht wußte, wie die Physiologie einer Vorta auf Betäubung reagiert. Die Erstürmung der Räume war wohl eine recht knappe Sache, zumindest hat Joran lebhaft davon berichtet. Außerdem hat er seinen ersten Cardassianer während der Raumstürmung erschossen. Willkommen bei den Bodenschweinen, Mr. Sias! Den Admiral haben wir auch gefunden und beinahe gleich wieder verloren, weil Cowen im falschen Moment eine Tür geöffnet hat und die Cardassianer von da aus Schußfeld auf den Admiral hatten. Der Admiral erwies sich aber als zäh und hat überlebt. Ein einer anderen Zelle lagen Dawson und O'Kenner, ebenfalls im schlechten Zustand. Es mußten eine Menge Leute verarztet werden und schließlich fingen die Cardassianer an, das Gebäude mit Artillerie zu beschießen. Eigentlich hatte ich vor, uns mit Hilfe der Vorta freizupressen und habe als einzig verfügbaren, weil gerade unbeschäftigten Mediziner Vaughn zur Vorta geschleift. Da er mir sagte, daß der Kreislauf der Vorta zusammenbricht und sie im Sterben liegt, habe ich beschlossen, sie im Gefängnis zu lassen, zumal wir schon mit unseren Verwundeten und dem Admiral, die alle getragen werden mußten, überladen waren.
Wir sind dann aus dem Gebäude getürmt und haben uns erst mal auf einer Wiese gesammelt. Lloyd hat noch im Gebäude zu befehlen versucht, daß man ihn zurücklassen sollte. Die Cardassianer haben ihn übelst gefoltert und schwerst verletzt, er konnte keinen Meter selber gehen. Ich habe den Befehl ignoriert. Was ich nicht wußte war, daß Jaris die Vorta beinahe doch wiederbelebt hätte. Da war ich aber schon mit Starkov auf der Schulter auf dem Weg nach draußen. Hätte ich das noch mitbekommen, wären vielleicht ein paar Sachen anders gelaufen. Von der Wiese aus haben wir – im Regen - die kürzeste Route genommen, die uns aus dem Transportersupressorfeld führte. Eigentlich die zweitkürzeste, aber in der anderen Richtung lag die Artillerie. Außerhalb des Feldes haben wir dann versucht, die Klingonen zu erreichen, was aber nicht geklappt hat. Rund einen Kilometer von unserem Standpunkt entfernt, wieder innerhalb des Supressorfeldes, haben wir allerdings Signale geortet, die auf ein Schiff in Runabout – Größe hinweisen würden. Ich bin mit Mulligan, T'Aloviks und Forrester los, um der Sache nachzugehen und das Runabout, so es eines ist, startklar zu machen. Der Rest sollte an der Stelle warten und, falls die Klingonen doch noch auftauchen sollten, sofort hochbeamen. Wenn wir es nicht mehr zurückschaffen, würde man uns zurücklassen. Deswegen ein so kleines Team. Wir wurden unterwegs nicht von den Grauen aufgehalten und kamen dann am Runabout an, das aber keine Energie mehr hatte. Ausgerechnet ein Runabout. Ich hasse Runabouts! In diesen Kisten passiert einem immer Ungeheuerliches! Während Mulligan, Forrester und T'Aloviks über den Schaltplänen brüteten, habe ich mich um die Sicherung im weiteren Sinne gekümmert – die Luke verschlossen und meine Panzerweste notdürftig neu verschweißt. Nach einiger Zeit – wohl um die 20 Minuten – gaben die Sensoren Annäherungsalarm: 2 Cardassianer, 2 Jem'Hadar und eine Vorta. Die Vorta wollte mit dem Teamführer reden, Auge in Auge, nicht über die Gegensprechanlage des Runabouts. Wir haben unsere Chancen gegen 4 Graue und die Vorta kurz überschlagen und sie standen nicht gut. Wenn sie uns töten oder das Runabout demolieren wollten, konnten wir sie nicht wirklich daran hindern, also bin ich mit Mulligan als Rückendeckung raus. Junge, diese Minuten werde ich nicht so schnell vergessen. An Cardassianern war ich schon öfter näher dran, als ich es je sein wollte, aber noch nie an einem Jem'Hadar ... alle vier haben mich angestarrt und wohl nur auf einen Wink der Vorta - es war die gleiche, die ich im Gefängnis liegen lies – gewartet, um mich zu erschießen. Die Vorta wollte aber erst mal mit mir allein reden und schickte ihre vier Bluthunde ein paar Meter zurück. Ich solle keine Angst vor ihr haben, sie sei unbewaffnet, meinte sie im Plauderton. Ich meinte, daß mir die vier Waffen um mich rum eigentlich mehr Sorgen machen als sie. Diese Augen ... diese penetrant starrenden, fast schon leuchtenden blauen Augen. Man fühlt sich wie das Kaninchen – nein, wie der Mungo vor der Schlange. In 20 Minuten sollten wir hier verschwunden sein, sagte sie. Dann warf sie mir vor, daß ich versucht hätte, sie zu töten. Ich entgegnete, daß sie jetzt tot wäre, wenn ich es gewollt hätte und daß ich nicht auf Wehrlose schieße, die am Boden liegen. Mein Kamerad Stark hätte da wohl weniger Skrupel, sagte sie mir. In dem Moment hatte ich natürlich keine Ahnung, was sie damit sagen wollte, aber wer traut schon einer Vorta? "Ich bin Offizier der Sternenflotte und der Föderation, vergessen sie das niemals!" waren meine Abschiedsworte an sie, danach ist sie mit ihrem Rudel abgezogen und wir sind wieder ins Runabout, um die verdammte Kiste wieder flugfähig zu kriegen. Ich hasse Runabouts. Das eine Mal das klingonische Bombenschiff, hier die Vorta. Im Anflug auf Trelka hat auch das Runabout versagt. Ich hasse die Kisten. Nach 20 Minuten kam der Brutaltrupp der Vorta, um uns mitsamt Runabout einzuebnen. Die zwei Grauen waren gerade dabei, sich durch die Luke zu schießen, als wir wieder Energie hatten, worauf sie prompt getürmt sind.
Per Funk wurde ein Treffpunkt mit dem Rest unseres Außenteams ausgemacht und wir sind los. Am Abholpunkt gab es eine kleine Verzögerung, da Jaris und Stark anscheinend noch Cardassianer jagen wollten und die Cardassianer wohl besser waren; die Gerüchte gingen von betäubt bis entführt und wurden dadurch entkräftet, daß die beiden wieder auftauchten und wir den Planeten verließen. Leider hat Forrester einen Flugabwehrturm übersehen bzw. vergessen, denn wir wußten aus der Einsatzplanung, daß dieser Turm in der Gegend ist. Der hätte uns auch beinahe aus dem Himmel geschossen. Habe ich schon erwähnt, daß ich Runabouts hasse? Wie auch immer, kurz bevor der Eimer im Orbit endgültig den Geist aufgab – natürlich wollte uns das Dominion nicht ohne weiteres gehen lassen – haben uns die Klingonen an Bord geholt, allerdings diesmal ein anderer Bird of Prey unter dem Kommando von Captain Rakh'nar. Als wir auf dem Rückweg zu DS 9 waren, hab ich erst mal geduscht. Ich dachte immer, Klingonen mögen keine Kälte. Anscheinend schließt das die Duschen aus, denn die waren kalt. Zumindest war ich danach wieder wach. Dann gab es frisches, lebendes Gagh! Das war so richtig lecker. O.k., es fühlt sich im Magen komisch an, wenn man nicht richtig kaut, aber es ist wirklich lecker. Davon abgesehen, ich habe schon lange nicht mehr soviel gelacht beim Essen wie da. Was für ein Spaß, mit lebenden Würmern in Targblut – Soße rumzusauen. Tohkinen hat mit Gabel gegessen. Als ihn einer der Klingonen anmaulte, meinte Tohkinen nur trocken, daß er nicht ohne Werkzeug arbeitet. Das fiel auch dem Klingonen nichts mehr ein und er gab Ruhe. Was soll man auch da noch sagen? Der Abend klang ziemlich gemütlich aus – nur Art hat sich kurz mit einem Klingonen geschlagen und es gab ein Gefecht mit zwei cardassianischen Kreuzern, das wir gerade so überlebt haben – und Art, Winterson, Vaughn und ich saßen mit noch einigen anderen unseres Teams, Captain Rakh'nar und seiner Tochter Grilka bis spät in die Nacht in der Messe und erzählten Heldengeschichten. Ein bißchen zu spät vielleicht, denn wir kamen mitten in der Nacht auf DS 9 an und Stark sollte sich um 9 Uhr am Morgen auf der Station melden, um den Bericht über den Einsatz abzuliefern. Danach waren Mulligan und ich auch noch dran. Ich war also wegen der sehr frühen Stunde etwas übermüdet. Colt nahm Dawson, Vaughn und mich bei der Gelegenheit kurz beiseite. Daß die Mission nicht gut gelaufen wäre, daß ich bei den bisherigen Berichten noch recht gut weggekommen wäre und daß sie mit der Arbeit der Sicherheit sehr zufrieden wäre. Ich habe diesmal nicht vergessen, Vaughn und Dawson zu sagen, daß sie gute Arbeit geleistet haben. Dawson hat mich ohnehin schwerst beeindruckt – die Vorta zu beleidigen und zu provozieren, daß sie sich voll auf Dawsons Verhör konzentriert und Lloyd und den Rest in Ruhe läßt, was ich auch Colt gegenüber deutlichst erwähnt habe. Ich werde Colt noch mal darum ersuchen, daß Dawsons Reglementierungen aufgehoben werden und sie ihre Privilegien als Unteroffizier wieder erhält. Hier wurde auch zum ersten Mal Starks schlechte Leistung als Missionsleiter angesprochen. Colt wollte eine Aussage von mir zu dem Thema. Als ich meinte, ich würde gern keine Aussage machen, hat sie mich darum gebeten. Sie hat es mir nicht befohlen, was sie ja ohne weiteres könnte, sie hat mich darum gebeten. Das hat meinen Endruck, daß ihr neben diversen Vorschriften sehr viel an der Crew liegt, noch bestätigt. Ich habe also dann gesagt, was ich vom Verlauf der Mission und von Starks Missions- und Teamleitung mitbekommen habe und wie ich darüber denke.
Im Besprechungsraum, in den mich Colt dann geführt hat, war mehr Lametta versammelt als auf einem Christbaum. Cmdr. Stafford, Lt.Cmdr. Darrim und Lt.Cmdr. Colt sowie von den Tacticals ein Commander, Captain van Houten und ein Commodore. Nach den Berichten kam dann die offizielle Nachbesprechung, bei der wir uns von den Tacticals anhören durften, daß wir die Mission verbockt hätten. Damit haben sie natürlich weitgehend recht, aber wer hört das schon gern, vor allem die äußerst blumigen Formulierungen der Tacticals. "Clusterfuck" Starkov ist irgendwann eingeschritten. Ansonsten hätte das wohl die eine oder andere sehr unschöne Szene gegeben, denn einige waren schon beinahe auf Warp 9 und irgendeinem wäre der Kragen endgültig geplatzt. Dann hätte sich van Houten anhören dürfen, wohin er sich seine Nachbesprechung stecken kann. Aber das war gar nichts gegen die schiffsinterne Nachbesprechung. Neben einem Haufen kluger Ratschläge, was man hätte besser machen können – die Hälfte davon wäre schon auf der Mission echt wichtig gewesen – kam die Frage nach dem Tod der Vorta. Man kommt als Sicherheitsoffizier nicht um Holodeckabenteuer von Sherlock Holmes herum. Ich habe die paar, die ich selber mal durchgespielt habe, sehr genossen und meine Lieblingsmomente waren immer die, in denen man alle Beteiligten in einem Raum zusammenruft, um ihnen den Täter zu präsentieren. O.k., einmal mußte ich die Szene noch mal spielen, weil ich falsch lag, aber trotzdem. So war es im nachhinein betrachtet auch bei der Besprechung. Stafford fragte nach dem Tod der Vorta. Jaris hat sich entweder verplappert oder konnte nicht schweigen und hat die Ereignisse um die Vorta kurz vor unserer Flucht aus dem Gefängnis geschildert. Sie, Mulligan und Stark wären noch bei der Vorta gewesen, um sie zu verarzten, hätten aber dann beschlossen, sie doch zurückzulassen. Als Jaris den Raum verließ, hat die Vorta noch gelebt und nach ihr war Stark der letzte. Dann hörte sie einen Phaserschuß. Auf Staffords Frage an Stark, ob er etwas über den Tod der Vorta wüßte, antwortete dieser mit "nein". Daraufhin drängte Conway – Halbbetazoide – Stafford zu einem Gespräch unter vier Augen. Sie verschwanden vor die Tür. Staffords Gesichtsausdruck, als er wieder in den Raum kam, sprach Bände. Das alles, zusammen mit den Bemerkungen der Vorta, läßt mich glauben, daß Stark die Vorta wirklich erschossen hat. Wenn dem so ist, dann hat er gegen alles verstoßen, was in meinen Augen die Sternenflotte und die Föderation ausmacht. Ich kann nur hoffen, daß er es nicht getan hat. Colt hat mir nach der Besprechung ein Zusatztraining als Teamführer bei Kampfeinsätzen angeboten. Ich habe zugesagt und bin mal sehr gespannt, was das wird. Der Krieg ist lange noch nicht zuende und ich kann jede Erfahrung und jedes Training gebrauchen. Kurz darauf wurden die Verlustlisten veröffentlicht. Auch wenn ich keinen bekannten Namen in der Liste lesen mußte, hatten viele der Crew weniger Glück. Ich weiß von Conway und Lloyd, daß sie Angehörige verloren haben und es tut mir sehr leid für sie.
Computer Pause
Computer weiter
Was bleibt also von Velos? Allem voran Sorge um Conway und Lloyd. Ich kann wohl besser als die meisten an Bord nachempfinden, was es heißt, gefoltert und verhört zu werden und ich habe mich bis dahin für "emotional stabil" gehalten. O'Kenner und Dawson sind da solider – glaube ich zumindest. Bestürzung über Starks Aktion. Die nüchterne Feststellung, daß ich Cardassianer töten kann, ohne etwas dabei zu empfinden. Dankbarkeit, daß wir so glimpflich davongekommen sind und am Ende die Hoffnung, daß der Krieg bald vorüber ist.
Ich werde jetzt erst mal wieder nach DS 9 gehen und das Quark's besuchen. Die Berichte haben Zeit bis morgen, ich hab' mir 'nen Blutwein verdient und ich würde mich wundern, wenn ich im Quark's lange allein bliebe. Computer Ende