Storyline

Starfleet Operations Con 2

Persönliches Computerlogbuch - Jaqueline Dawson

Hallo Computer! Hier bin ich wieder! Grandios, was?

Tja, jetzt sitze ich hier mit einem strengen Verweis vom Captain, zig Doppelschichten, einem beleidigten Stafford und etlichen wirklich wütenden Vorgesetzten. Und diesmal muss ich gestehen, dass ich doch tatsächlich eine gewisse Mitschuld nicht abstreiten kann. Warum kann ich nur meine verdammte Klappe nicht halten? Warum musste es ausgerechnet Stafford erwischen? Ich hatte zwar Recht, aber man muss ja nicht immer alles laut herausposaunen, vor allem nicht vor der Mannschaft. Es tut mir wirklich leid, irgendwie. Komisch, so was kenne ich gar nicht. Na ja, jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und ich muss damit leben. Aber fangen wir mal von vorne an.

Der Urlaub auf Risa war ein Reinfall. Nicht, dass ich wirklich Erholung erwartet hatte – nicht bei einem Urlaub mit meinem Vater – aber ich hatte wenigstens irgendeinen Hinweis erhofft, was den verzweifelten Zustand meiner Mutter und dem plötzlich so freundlichen George angeht. Eigentlich ist Risa eine Idylle: Palmen, Strand, Sonne – eben alles, was mein Holoprogramm „Strandparty“ auch so bietet. Nur hatte George ein abgeschiedenes Häuschen ausgesucht, weit ab vom üblichen Rummel und den sagenumwobenen Gelagen in den größeren Ferienorten. Ich denke nicht, dass sich jemand vorstellen kann, wie einsam man innerhalb der eigenen Familie sein kann. Viele Gesprächsthemen hatten wir nicht – eigentlich keine – und unsere wenigen, von George erzwungenen gemeinsamen Mahlzeiten verbrachten wir in angespanntem Schweigen. Julianne saß völlig verkrampft und still da, als ob sie sich jeden einzelnen Moment, Bissen und Atemzug überall hinwünschen würde, nur nicht dort nach Risa. Georg versuchte sich ab und zu in ungezwungener Konversation, scheiterte allerdings an unserem Unvermögen, uns ebenso an dem Gespräch zu beteiligen. Es war eine einzige Farce. Fragt sich nur, wer welche Rolle spielte. Noch nie hat George versucht, sich mit mir normal zu unterhalten und es irritierte mich nun. Bald versuchte ich, diesen neuen George Dawson durch gezieltes Fragen nach persönlichen Ereignissen als Schauspieler zu enttarnen, doch er meisterte die Befragungen ohne mit der Wimper zu zucken und schien sich sogar über mein plötzliches gesellschaftliches Interesse zu freuen.

Ein anderes Mal kam mir die Idee, er könne ein Klon oder Wechselbalg sein. Um dieses ausschließen zu können, ging ich an Georgs absolute Grenze und reizte seine einzige mir bekannte Phobie aus: die Angst vor tiefem Wasser. George kann man in die höchsten Berge hinauf jagen, ihn in die engsten Shuttles setzten und mit den übelsten Kampfsituationen konfrontieren – aber bei tiefem Wasser verfällt er in Panik. Zugegeben - ich auch, aber irgendetwas muss ich ja von ihm geerbt haben, oder? Ich habe ihn zu einem Bootsausflug überredet (was erstaunlich schnell ging) und ihn dann mit einer „zufälligen“ Ellbogenbewegung ins Wasser befördert. Seiner Reaktion nach zu urteilen, war es definitiv mein Vater. Als er wieder an Bord war, hätte er mir fast eine verpasst, beließ es aber bei einem geknirschten „sehr komisch“, was auch sehr seltsam war, allerdings warf er mir einen Blick zu, der eindeutig versprach, mich beim nächsten Mal zu ertränken, falls ich es noch einmal wagen würde ihn absichtlich oder unabsichtlich ins Meer zu werfen. Einen weiteren Bootsausflug hat er nicht mit mir unternommen. Und ständig diese Bodyguards! Unser Strandhaus stand immer unter Bewachung, ungewöhnlicherweise ab und zu auch von Leuten, die George nicht zuordnen konnte. Beunruhigt schien er trotzdem nicht. Dafür hat er seinen Kommunikator selbst zum Baden mitgenommen, was wiederum typisch war, obwohl ich George noch nie zuvor in Badehose gesehen habe. Und ich bin mir sicher, ich will es auch nie wieder!

Ganze zwei Wochen habe ich ebenfalls die Maskerade aufrecht erhalten, nur um Julianne die Tage angenehmer zu gestalten und Georges Absichten zu enthüllen, doch beides hat irgendwie nicht funktioniert. Zwar entspannte sich Julianne sichtlich (vielleicht, weil hier statt sechsbeinigen Schweinen Palmen zu sehen waren), aber glücklich war sie nicht. Das konnte selbst ich ihr ansehen. Es ist doch irgendwie Ironie, dass ich meine Mutter nach so langer Zeit wieder finde und doch nicht wirklich. Sie bleibt eine Fremde, die eine Maske vor sich her trägt. Wie ich das hasse. Kannst du das verstehen, Computer? Nein kannst du nicht, weil du nur eine verdammt noch mal blöde Maschine bist. Aber ich bin keine Maschine und verstehe es trotzdem nicht. Einmal habe ich tatsächlich auf der Loggia Gesprächsfetzen von George und Julianne mitbekommen als sie glaubten, ich wäre am Strand. Julianne hat leise etwas von „…das geht nicht so schnell, lass mir noch ein wenig Zeit, es kann nicht von heute auf morgen…“ gemurmelt und George hat sie laut angefahren, das wäre ihm egal und sie blöde Kuh solle sich nicht so anstellen. Als ich daraufhin die Treppe zur Loggia betrat, um George daran zu hindern, sie weiter derart herunter zu machen, wandelte sich das Thema ihres Gesprächs in belangloses Zeug und sie lächelten beide. Ehrlich, ich war so verblüfft, dass ich einfach an ihnen vorbeiging, mir einen Drink aus der Küche holte und mich dann wirklich an den Strand verkrümelte. So gern hätte ich gehandelt und geholfen, aber Julianne ließ dieses mit ihrer Schauspielerei nicht zu.

Meine Wut stieg dann jeden Tag, bis ich am Schluss George damit konfrontierte, dass ich ihm seine neue Freundlichkeitsmasche nicht ansatzweise glaube. Er tat erstaunt, wurde dann ebenfalls wütend und meinte nur in seiner unnachahmlichen Art, dass sein Verhalten mir gegenüber doch genau das sei, was ich immer hätte haben wollen und wenn es mir nicht passen würde, könne ich ja hingehen, wo der Pfeffer wächst. Das saß zwar, aber irgendwie beruhigte mich seine Gehässigkeit, da ich immer sicherer wurde, dass er doch nicht verrückt geworden war. Schnell schwenkte ich um und fragte nach seinen Nachforschungen in Bezug auf Juliannes unfreiwilligem Aufenthalt auf Trelka und meiner gefälschten Todesurkunde, doch George meinte nur, das ginge nur ihn was an und ich solle mich raushalten. Als wenn mich meine eigene Todesurkunde und meine eigene Mutter nichts anginge! Wir stritten dann eine Weile, bis er mir den Befehl gab, mich nicht mehr darum zu kümmern. Immer, wenn er nicht weiter weiß, versucht er es mit Befehlen oder Drohungen. Als ich antwortete, ich würde von Leuten in Shorts keine Befehle entgegen nehmen, stritten wir weiter und kamen zu keinem Ergebnis. Mit Julianne lief es ähnlich. Wie sehr ich auch bohrte und bettelte – sie sagte kein Wort, außer dem üblichen „ich kann nicht“, „ bitte frag mich nicht“ und „ich möchte nicht, dass dir etwas passiert“. Ich hätte schreien können. Schließlich gerieten wir uns auch in die Haare und beendeten unseren verlogenen Urlaub im Streit. Toll. Kaum auf der Exeter angekommen, wurde ich direkt zu den anderen zu Übungen auf dem Holodeck beordert. Das war eigentlich das letzte, wozu ich Nerven hatte, aber da ich niemandem hübsche Feriengeschichten zu erzählen wollte (obwohl Wagner gefragt hat), stürzte ich mich gleich auf die Manöver. Vielleicht habe ich gehofft, es würde mich ablenken und meine Eltern vergessen lassen. Staffords Programmierung bezüglich des Wetters war vollständig fehlgeschlagen, denn es regnete und stürmte die ganze Zeit. Wir durften durch den Schlamm robben, uns durch den nassen Wald schlagen und uns ernsthaft den Hintern abfrieren, aber was tut man nicht alles, um zu zeigen, dass man sich auch zusammenreißen kann. Wirklich, ich habe mich angestrengt! Als erstes gelang es mir, mich auf die Seite der Holodeckfiguren zu schlagen und Wagner mit meinem Phaser zu betäuben, was allerdings eher an einer weiteren fehlerhaften Programmierung lag als an meinen großartigen Schießkünsten. Trotzdem, ich hätte viel um sein Gesicht gegeben!! Dann musste ich selber ran und nach mehreren Stunden hatte ich wirklich die Schnauze voll von Regen und Kälte. Wagner war – glaube ich – einigermaßen zufrieden mit unseren Leistungen, halt mit Pelothel, Vaughn und mir. Vaughn hat sich übrigens als guter Scharfschütze entpuppt, du meine Güte, hat der Nerven! Er hat eine äußerst ruhige Hand und viel Geduld, eben die besten Voraussetzungen für einen Scharfschützen. Hoffentlich fördert man ihn in diesem Gebiet, ich werde jedenfalls einfach mal ein wenig Werbung für ihn machen. Er hat mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit verdient, als man ihm zuteil werden lässt. Nur weil er so ruhig ist und man ihn ständig übersieht. Aber das kriegen wir bestimmt hin – vielleicht bei der nächsten Party!

Es lief mir auch noch etwas anderes Erfreuliches über den Weg: Winterson, eine Halbklingonin. Endlich jemand, der auch Schwierigkeiten mit der Beherrschung hat. Wir haben uns auf Anhieb verstanden und erstaunlicherweise war sie es, die mich sofort geduzt und mir vorgeschlagen hat, sie Lilly zu nennen. Irgendwie eine Art Seelenverwandtschaft. Viele meiner Schwierigkeiten und Verhaltensweisen erkenne ich in ihr wieder und ihr Bemühen, sich anzupassen, stimmt mich nachdenklich, weil ich ihr irgendwie helfen möchte. Doch wie hilft man jemandem bei Problemen, die man selber hat? Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, die Hürden der Regeln und Vorschriften zu meistern. Es tut auf jeden Fall gut, jemanden zu finden, der manchmal ähnlich denkt wie man selbst. Um ihre klingonisch-bedingten Wutanfälle direkt zu stoppen, bevor sie von Bord fliegt, habe ich Winterson das Versprechen abgerungen, dass, wenn sie sauer wird und sich unbedingt prügeln muss, sie es auf jeden Fall zuerst mit mir tut. Erstens stört mich das nach Commander Koraks freundlichem Headbut nicht mehr besonders und zweitens bin ich ja für die Sicherheit der anderen an Bord verantwortlich. Und da gehört nun mal dazu, Wutausbrüche einer Halbklingonin von anderen Crewmitgliedern abzulenken. Hoffentlich kämpft sie nicht besonders gut, das könnte mir Schmerzen ersparen!

Masterson hatte schließlich eine gute Idee, indem er seinen Vorschlag wahr machte und mit uns ein Theaterstück einstudierte. Zwar bestand er auf so ein komisches deutsches Stück namens „Wilhelm Tell“, bei dem es um einen wahnsinnigen Vater geht, der auf seinen eigenen Sohn schießt, weil ein Tyrann namens Gessler das so möchte, aber es war trotzdem klasse! Allein Winterson als friedvolle Berta zu sehen und Lloyds enthusiastisches „zu Hilfe“ zu hören lohnte sich in jeder Hinsicht. O’Kenner als Tyrann war erschreckend gut und Kaleb kannte auch keine Hemmungen bei der Darstellung des Wilhelm Tell. Zwar hat Kaleb es genutzt, dass er an einer Stelle des Stückes mich, nämlich die Wache Frießhardt (was für ein blöder Name) halb erwürgen durfte, aber ich zahlte es ihm bei der Verhaftung des Wilhelm Tell wieder heim. Tja, und dann stürzte das Holodeckprogramm ab. Es spielte dermaßen verrückt, dass es alle gespeicherten Programme der Crewmitglieder vermischte und uns in ein völlig albernes Szenario schlittern ließ. Elfen, Zwerge, Cardassianer mit Gestapo-Uniformen und meine Speed-Bonbons aus dem Strandpartyprogramm wirbelten durcheinander, was nicht so schlimm gewesen wäre, wenn nicht alle Sicherheitsprotokolle auch ausgefallen wären. Immerhin weiß ich jetzt, was noch schlimmer ist als ein Durchschuss von einem klingonischen Disruptor oder der Headbut von Commander Korak: ein Schlag mit einem mittelalterlichen Schwert ins Bein. Hölle, tat das weh. Erst hatten wir ein wenig mit den plötzlich auftauchenden Fantasy-Figuren mitgespielt, bis Masterson es in seiner gnadenlosen Fettnäpfchentreterei schaffte, den Gestapo-Cardassianer ausgerechnet gegen mich aufzuhetzen. Manchmal ist Masterson ein absoluter Vollidiot. In dem Augenblick, indem ich mich zu Masterson umdrehe, um ihn zu fragen, ob er sie noch alle hat, haut mir der Cardassianer sein Schwert ins Bein und die Wunde erweist sich als erschreckend real. Einen Augenblick hat es mich sprichwörtlich umgehauen, aber als ich der dummen Holodeckfigur die Rübe abschlagen will, packt mich Masterson und zieht mich in den Nebenraum. Fast hätte ich ihm eine gelangt, weil ich so wütend war und unglaubliche Schmerzen hatte, aber ich beließ es dann beim Fluchen. Ich haue schließlich keinen Counselor, das würde mir Larissa nie verzeihen.

Schließlich flohen wir durch das von Stafford programmierte Gewitter und nach einer halben Stunde spürte ich mein Bein kaum noch. Conway, die neue Ärztin und Joran, der neue Flugoffizier, schleppten mich tapfer durch den nassen Wald, obwohl ich permanent fluchte und alle beschimpfte. Aber anders konnte ich dem Schmerz nicht begegnen. Keine Ahnung, wie lange ich mit der Wunde herumgestolpert bin, aber irgendwann war ich fast bewusstlos, glaube ich. Erst, als wir die anderen auf dem Holodeck versprengten Crewmitglieder wieder fanden, konnte mein Bein wieder zusammengeflickt werden. Es dauerte noch etliche Stunden, bis wir das Holodeckprogramm endlich verlassen konnten, obwohl – einige Szenen waren wirklich hervorragend! Jaris hat einem Ferengi die Ohren gekrault! Jawoll, hat sie, auch, wenn sie das sicherlich ewig bestreiten wird. Obwohl: eigentlich war es ja ein heldenhafter Einsatz zum Wohle der Mannschaft. Winterson und ich spielten nach Einnahme mehrerer Speed-Bonbons - die übrigens auch echte Wirkung entfalteten – mit einer holographischen Untergrundbewegung Karten und verschenkten Silok an eine Elfe, die ihn unbedingt heiraten wollte. Vielleicht lässt sich ein Bild von Silok mit dem Stahlhelm und der hübschen Elfe irgendwie aus den Aufzeichnungen filtern – das wäre ein lustiges Bild für die Sicherheitszentrale.

Wir versuchten, den Aufgaben des durcheinander geratenen Holoprogrammes zu folgen, in der Hoffnung, dass es am Ende des Spiels auch vollständig aufhören würde. Es war den üblichen Fantasy-Spielen ähnlich, in dem man verschiedene Level meistern und einen Endgegner besiegen muss. Eigentlich hätte ich alles recht witzig gefunden, doch meine Gedanken waren die ganze Zeit noch bei Risa und ich fand das meiste nur noch nervenaufreibend, vor allem, weil man ohne die Sicherheitsprotokolle höllisch aufpassen musste. Wir kämpften gegen Magier, Zauberinnen und Amazonen, warfen Bonbons in Schalen und ertrugen die unglaublich motivierende Stimme des nach jedem Level eingeblendeten Geschichtenerzählers. Unterwegs rettete ich, glaube ich, Lloyd das Leben, weil plötzlich alle anderen der Meinung waren, sich erst um verletzte Holodeckfiguren zu kümmern, statt um Taktiker mit einem Loch im Bauch. Ich stopfte meine halbe Uniform in Lloyds klaffende Wunde, die er durch einen Schwerthieb erhalten hatte (oder mehrere?) und beinahe wäre er mir verblutet, obwohl ich mehrere Leute um Hilfe gebeten habe. Aber die holographische Prinzessin war ja wichtiger. Bestimmt hübscher. Manchmal zweifle ich an dem Verstand einiger meiner Kameraden. Irgendwann kam zum Glück Lhasa angerannt und half, doch fast wäre es zu spät gewesen.

Als dann noch herauskam, wer der Endgegner war, hörte für mich endgültig jeder Spaß auf. Er nannte sich King George und sah genauso aus wie mein Vater. Bei dem Kampf gegen ihn konnte ich mich nicht beteiligen, wirklich nicht. Das Programm war zu echt, als das ich mein Schwert in seinen Körper hätte rammen können, Holofigur hin, Holofigur her. Das Schlimmste war jedoch die Begeisterung in den Augen der anderen, als sie ihm entgegenstürmten, um ihn zu besiegen. Sie hatten tatsächlich Spaß dabei, George anzugreifen! Kannst du dir vorstellen, wie das ist? Dein eigener Vater als Belustigung, als zu besiegendes Objekt, als Oberfiesling, den jeder tot sehen will? Vielleicht sehe ich das ja zu eng, aber ehrlich, meine Nerven sind zurzeit wirklich etwas angespannt, auch, wenn ich es mir selber nicht eingestehe. Einen Moment wollte ich die anderen einfach alleine lassen, einfach gehen und sie verrecken lassen. Aber ich konnte auch das nicht. Sie sind immer noch meine Crew, teilweise vielleicht auch meine Freunde und zudem, da ich in Sicherheit bin, sozusagen meine Schutzbefohlenen. Klingt irgendwie blöd, aber trotzdem. Es ist mein Job, sie zu schützen und den erledige ich. Auch wenn die anderen manchmal alle Vollidioten sind, nicht nur Masterson. Sie trieben es auf die Spitze, indem sie den Sieg über King George, meinen Vater, ausgelassen feierten. Am liebsten hätte ich sie alle betäubt und das Festmahl alleine gegessen, aber das verrückte Holoprogramm gab ja leider keinen Phaser her, sondern nur diese dämlichen Schwerter und Äxte. Vaughn hat meine Fassungslosigkeit bemerkt und nachgefragt, aber obwohl ich ihm nichts preisgegeben habe, hat er meine Wut doch verstanden. Immerhin zeigte er genug Taktgefühl, mich einfach in Ruhe zu lassen. Wagner und Lilly haben, obwohl ich mich sehr um Heiterkeit nach außen bemüht habe, auch nachgefragt, aber ich hätte mir lieber die Zunge abgebissen, als jetzt hier herumzuheulen und den Aufstand zu proben. Mir war einfach schlecht. Mitgefeiert habe ich dann trotzdem. Wenn ich das nicht hätte, hätte ich Wagners Bauchtanz verpasst, der hoffentlich aus den Aufzeichnungen auch herauszufiltern ist. Man sollte diese Sequenz im Zehnvorne zeigen, wirklich!

Endlich wurde das Programm von den Offizieren gestoppt und wir daraus befreit. Natürlich machte O’Reardon uns Vorwürfe, wir hätten uns zum Spaß in dem Holodeck verbarrikadiert, aber selbst da behielt ich die Nerven. Obwohl er wirklich allein für diese Unterstellung eine auf’s Maul verdient hat! Ehrlich, dieser Brite treibt mich manchmal durch seine pure Anwesenheit zur Weißglut. Die Nacht habe ich dann kaum geschlafen, irgendwie ging mir Risa und King George nicht aus dem Kopf. Am nächsten Tag war ich dann so gerädert, dass ich keinen Bissen Frühstück herunterbekommen habe. Tja, und dann kam Stafford genau im falschen Moment daher und nörgelte im morgendlichen Training an wirklich jeder meiner Nahkampftechniken herum, obwohl dies das einzige ist, wo ich tatsächlich Ahnung von habe! Was will mir da ein Taktiker-Flieger-Ermittler-Offizier da vorhalten und erzählen? Er nörgelt sowieso an allem herum, was ich mache, fast wie George. Manchmal sind die beiden sich echt ähnlich! Nun ja, mir rutschte dann letztendlich das fatale „Dann haben Sie auch keine Ahnung!“ heraus und das war’s. Ein einziger Satz und Stafford war dermaßen beleidigt, als hätte ich die Sternenflottenflagge durch den Schmutz gezogen. Manchmal verstehe ich ihn nicht, aber vor den anderen hätte ich mir den Spruch tatsächlich sparen sollen. Ich wollte ihn nicht verletzen, ehrlich! Die Quittungen kamen ja auch prompt: Stafford schrie mich an, der Captain verpasste mir einen strengen Verweis und Stewart brach mir beinahe ein paar Rippen, als er mich für die Beleidigung seines Schützlings mit seinem ganzen Gewicht gegen eine Wand katapultierte und halb erwürgte. Gratuliere, Dawson, gut gemacht. Das hast du jetzt davon. Wenigstens habe ich jetzt keine Zeit mehr, mich über Risa aufzuregen. Aber ich werde Julianne helfen, egal was es kosten wird. Und Stafford und Starkov werde ich so schnell auch nicht mehr enttäuschen. Bestimmt. Aber wieviel kann ich noch ertragen? Wie lange wird das noch so weitergehen? Ich muss jetzt wieder zum Dienst, Computer. Die nächste Doppelschicht, hurra. Dawson, Ende.

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