Storyline

Starfleet Operations Con 2

Persönliches Computerlogbuch - Ens. Julie Conway

18. Dezember 2374

Mein erster Tag an Bord der U.S.S. Exeter. Im Transporterraum hat mich der 1. Offizier, Cmdr. O´Reardon, begrüßt und an Bord willkommen geheißen. Er machte einen recht „korrekten” und unnahbaren Eindruck. Nun - vielleicht täuscht der Eindruck ja auch. Seine Gefühle lasse ich jetzt hier mal lieber außen vor. Man sollte einen Menschen so oder so nicht nach dem ersten Eindruck beurteilen.

Im Anschluss daran hat er mir mein Quartier gezeigt. Ich bin gespannt, was alles auf mich zukommt, aber im Grunde ist das auch egal, lenkt es mich doch von meinen Gedanken an Betazed, meine Großmutter und die Besatzung ab. Ich bin sehr gespannt auf das erste Zusammentreffen mit Ian nach der langen Zeit. Auf der einen Seite freue ich mich sehr, ihn wiederzusehen, aber auf der anderen Seite verunsichert es mich auch. Der Krieg verändert uns alle - auf die eine oder andere Art. Ich werde einfach abwarten, und dann sehe ich weiter.

Nach zwei Stunden hat mich Cmdr. O´Reardon wieder abgeholt und mich zunächst dem Captain und dem 2. Offizier, Lt.Cmdr. Stafford, vorgestellt. Danach zeigte er mir die Krankenstation. Dort habe ich Ens. Jaris, eine junge, konsequente Bajoranerin und einen jungen Trill, Petty Officer 2nd Class Adrian Kaleb, kennen gelernt. Ens. Jaris Gefühle mir gegenüber würde ich am besten wohl mit skeptisch aber auch neugierig bezeichnen. Sie ist eine sehr engagierte Ärztin, soviel konnte ich auf jeden Fall schon mal feststellen. Adrian Kaleb ist eher ein ruhiger Vertreter seiner Art. Er ist freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit. Ich schätze mal, dass ich mit ihm eher zurecht kommen werde, da Ens. Jaris doch einen sehr verschlossenen Eindruck macht, aber auch da kann ich mich täuschen.

Officer Kaleb erbot sich, mir die Krankenstation zu zeigen. Nach kurzer Absprache mit Ens. Jaris führte er mich herum und zeigte mir alles. Den Rest des Tages verbrachte ich damit, mich mit allem so gut wie möglich vertraut zu machen.

19. Dezember 2374

Heute begann also das Bodengefechtstraining, zu dem ich von Cmdr. O´Reardon eingeteilt worden war. Auf dem Holodeck 1 war ein Raum generiert worden, der durch die Fenster den Blick auf eine nächtliche, regnerische Umgebung frei gab. Hier habe ich das erste Mal nach langer Zeit Ian wieder gesehen, jedoch blieb uns keine Zeit, um ein paar Worte miteinander zu wechseln. Fast machte es den Eindruck, als ob wir uns beide völlig fremd waren. Schon ein merkwürdiges und überaus ungewohntes Gefühl für mich wenn ich ehrlich bin... Computer Pause...

Computer fortfahren... Michael Vaughn ist ebenfalls an Bord der Exeter. Es ist schön, auch ihn wieder zusehen nach der langen Zeit. Außer mir scheinen noch weitere neue Crewmitglieder an Bord gekommen zu sein. Zunächst ist mir Ens. Lillian Winterson, eine Halbklingonin, aufgefallen. Ihre Abstammung war nicht nur an ihrer Stirn deutlich zu erkennen, sondern durchaus auch an ihrem Temperament. Auch ihre Emotionen sind entsprechend willensstark und zielgerichtet. Dennoch ist sie mir auf ihre ganz spezielle Art sympathisch. Ebenfalls neu an Bord ist Ens. Joran Sias, ein Trill. Er macht einen sehr netten Eindruck auf mich und ich denke, man kann gut mit ihm auskommen. Beide wurden zum Raumgefechtstraining eingeteilt, wie Ian auch. Bevor wir mit dem Training begannen, stellte uns Cmdr. O'Reardon noch eine junge Kadettin, eine Andorianerin, vor. Ihr Name ist Inoi Jedatha.

Lt.Cmdr. Stafford, der 2. Offizier, hatte die Leitung über das Bodengefechtstraining übernommen. Seine erste Aufgabe für uns war die Rettung eines verunglückten Shuttles auf einem Klasse M-Planeten. Die Beschaffenheit der Absturzstelle war hügelig mit Wald durchzogen. Weitere Informationen gab es nicht. Ens. Jaris wurde als Teamleiter für diese Mission ausgewählt. Sie schien zwar ein wenig verwundert darüber zu sein, doch stellte sie sich umgehend darauf ein und übernahm die ihr gestellte Aufgabe. Sie stellte ein Team zusammen, das aus sieben Personen bestand. Adrian Kaleb als zweiten Mediziner, Petty Officer 1st Class Steven Castle, - ein Wissenschaftler, Lt.(jg) Arthur Mulligan - OPS, den Vulkanier Petty Officer 1st Class T´Aloviks - Technik, sowie drei Personen der Sicherheit, Crewman 3rd Class Michael Vaughn, Ens. Bruce Wagner und Crewman 2nd Class Kaivar Pelothel, ebenfalls ein Halbbetazoid wie ich feststellen konnte.

Die übrigen Crewmitglieder, zu denen ich ebenfalls zählte, sollten einen Trupp von feindlichen Cardassianern darstellen. Also bewaffneten wir uns und bezogen unsere Deckung in der Simulation und warteten auf das Team, um es gebührend zu empfangen. Die Bedingungen für eine Rettungsaktion waren denkbar schlecht, dennoch wünschte ich Ens. Jaris von Herzen, dass sie Erfolg haben würde, auch wenn dies bedeuten würde, dass wir als Feinde versagt hätten. In der Realität wäre es doch so auch besser als umgekehrt. Nach einer geraumen Zeit konnte man deutlich Schritte im Unterholz hören. Offensichtlich hatte Ens. Jaris es vorgezogen nicht den direkten Weg zu wählen, sondern einen Umweg in Kauf zu nehmen, um so mehr Sicherheit für das Team zu gewährleisten. Sie schien jedoch nicht wirklich glücklich mit der gegebenen Situation zu sein. Eine gewisse Verärgerung ihrerseits war deutlich zu spüren. Nachdem das Team trotz einiger Verluste gerettet worden war, beendete Lt.Cmdr. Stafford die Simulation und es ging zur Nachbesprechung. Diese verlief relativ glimpflich für das Rettungsteam.

Nach dieser Übung war das Training für diesen Tag beendet. Die Mitglieder des Raumgefechtstraining gesellten sich ebenfalls zu uns, es wurde sich angeregt unterhalten und Späße gemacht. Zunächst habe ich mich mit Kaleb darüber unterhalten, ob es Besonderheiten im medizinischen Sinne bei der Crew zu beachten gäbe. Danach habe ich mich ein wenig um Kaivar Pelothel gekümmert. Er hatte sich außerhalb des Raum ein wenig abgesondert und schien seinen Gedanken nachzuhängen. Ich fragte ihn, ob ich mich setzen dürfe. Er blickte kurz auf und nickte. Ich habe versucht, mich ein wenig mit ihm zu unterhalten, doch er war zu sehr mit den Gedanken an seine Verwandtschaft auf Betazed beschäftigt, so dass keine wirkliche Unterhaltung zustande kam. Er erzählte, dass seine Mutter heute Geburtstag habe. Was hätte ich in so einem Moment sagen sollen? Jedes Wort wäre überflüssig und unpassend gewesen. Zum Glück müsste ich jetzt fast sagen, tauchte in diesem Moment Ian auf und erlöste mich somit aus dieser Situation. Er erkundigte sich nach Pelothels Befinden und meinte, wenn er seine Hilfe benötige, solle er sich an ihn wenden. Fast hätte ich mir gewünscht, er würde mich auch fragen, doch er ließ es. Scheinbar machte ich auf ihn nicht so einen bedürftigen Eindruck wie Pelothel. Offensichtlich gelingt es mir immer besser, meine tatsächlichen Gefühle vor anderen zu verbergen. Bedauerlich nur, dass es mir schon so gut zu gelingen scheint, dass selbst mir nahe stehende Personen meine wahren Emotionen nicht mehr wahrnehmen. Meine eigene Schuld somit.

Nachdem Ian gegangen war, verabschiedete ich mich ebenfalls von Pelothel, jedoch nicht ohne ihm zu sagen, dass ich auch gerne für ihn da wäre, wenn er mal reden wollte. Er nickte und kehrte dann wieder zurück in seine trübsinnigen Gedanken.

Nach einiger Zeit sah ich mich nach Ens. Jaris um. Sie war jedoch nicht da und ich beschloss, sie zu suchen. Ich kann noch nicht einmal genau sagen, warum ich das getan habe, aber egal. Im Grunde ist das auch nicht wirklich von Bedeutung. Auf jeden Fall fand ich sie im Gespräch mit Lt.Cmdr. Stafford. Er erzählte gerade irgend etwas davon, dass Cmdr. Caine so wie es aussähe, nicht wieder an Bord zurückkehren und die medizinische Abteilung somit einen neuen CMO benötigen würde, doch dieser müsste zumindest den Rang eines Lt.(jg) bekleiden. Sie nickte. Ein Blick auf ihren Kragen verriet mir, dass sie wohl erst kürzlich in den Rang eines Lt.(jg) befördert worden war. Da sich mir das unbestimmte Gefühl aufdrängte zu stören, entschied ich, mich ohne ein weiteres Wort zurück zu ziehen. Es würde sich sicherlich noch ein geeigneterer Termin zum Gratulieren ergeben als gerade jetzt. Nach einer geraumen Zeit gesellte sich Lt.(jg) Jaris mit einem leichten Lächeln auf ihrem Gesicht wieder zu uns. Sie gab dann aufgrund ihrer Beförderung Getränke aus. Ich habe mich schließlich entschieden, ihr meinen Glückwunsch zur Beförderung auf dem gemeinsamen Weg zu unseren Quartieren auszusprechen, da ich dies als persönlicher empfundene habe. Ein schlichtes Nicken mit einem kurzen Danke war ihre Reaktion. Sie scheint in jeder Situation sehr diszipliniert zu sein, egal ob es nun beruflicher oder privater Natur ist. Ich hoffe inständig, dass ich mit ihr beruflich gut zurecht kommen werde, da ich sie sehr gut leiden kann, trotz ihrer recht kühlen Art mir gegenüber. Vielleicht werden wir ja sogar früher oder später Freunde, wer weiß...

Bisher muss ich jedoch trotz allem sagen, fühle ich mich ziemlich einsam und alleine, auch wenn das auf einem Schiff dieser Größe recht unwahrscheinlich erscheinen mag, zumal mich wirklich alle sehr freundlich und nett aufgenommen haben. Dennoch empfinde ich im Augenblick so.

20. Dezember 2374

Was soll ich sagen? Ich hatte gehofft, dass es mit den dunklen Erinnerungen an die Vergangenheit besser geworden wäre, aber leider wurde ich diese Nacht mal wieder eines Besseren belehrt. Ich hatte wieder einen dieser typischen Alträume, wie ich sie während der Akademiezeit öfters gehabt habe. Zu meinem Leidwesen war nur diesmal kein rettender Ian da, der mich hätte wecken können. Nun - ich muss einfach lernen, besser damit umzugehen oder noch besser, diesen Träumen nicht mehr soviel Bedeutung beizumessen. Wenn das alles nur so leicht wäre, wie es sich sagen lässt.

Nach dem Frühstück, bei dem Ian schon begann die Rollen für sein Theaterstück "Wilhelm Tell" zu verteilen, fuhren wir mit dem Bodengefechtstraining fort. Lt.Cmdr. Stafford stellte uns wieder eine Aufgabe, die wir zu lösen hatten. Eine Wissenschaftlerin war in die Hände von Orionern geraten und wir hatten die Aufgabe, sie zu befreien, da die Wissenschaftlerin ein Gegenmittel gegen eine tödliche Krankheit besitzen sollte. Hierfür standen uns, als kleine Erschwernis, nur eine begrenzte Anzahl von Energieeinheiten zur Verfügung.

Nach kurzer Diskussion wurde Lt.(jg) Mulligan diesmal zum Teamleiter bestimmt. Nach einer kurzen Besprechung begaben wir uns an die Lösung des Problems. Nachdem wir ein Basislager eingerichtet hatten, begaben sich Lt.(jg) Mulligan, Ens. Wagner und Lt.(jg) Jaris auf den Weg, um mit den Orionern zu verhandeln. Vaughn, Pelothel, Kaleb und ich blieben zurück, um das Basislager zu sichern. Da ich der ranghöchste Offizier war, hatte ich das Kommando übergeben bekommen. Sowohl Pelothel als auch Vaughn machten sich gleich daran, das Lager nach zwei Seiten hin abzusichern. Adrian Kaleb und ich überprüften kurz die Daten unserer Tricorder und behielten die Umgebung wachsam im Auge. Ich kann noch nicht einmal genau sagen, warum es so war, aber auf eine gewisse Weise machte mich Pelothel nervös. Ich ging zu ihm und meinte, er solle sorgsam aufpassen und mir jegliche Veränderung umgehend melden. Ein kurzes Nicken war seine Antwort. Danach begab ich mich zu Vaughn, um ihm dasselbe zu sagen. Er quittierte dies mit einem schlichten „Zu Befehl, Ma'm”, wobei er die Umgebung zu keinem Zeitpunkt aus den Augen ließ. Wenn ich ehrlich sein soll, war dies für mich schon ein merkwürdiges Gefühl. Auf der Akademie haben wir uns geduzt, gemeinsam mit Ian zusammen Zeit verbracht, und nun waren wir hier und ich hatte die Verantwortung zu tragen, und dafür zu sorgen, dass niemandem etwas passierte. Die ausgleichende Ruhe, die Adrian Kaleb ausstrahlte, tat mir richtig gut. Ich weiß nicht wie, aber er hat es fertig gebracht, dass ich mich ein wenig sammeln konnte. So harrten wir der Dinge, die kommen würden. Nach einiger Zeit sahen wir Ens. Wagner auf uns zueilen. Er teilte uns kurz mit, dass es Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit den Orionern gegeben habe und Lt.(jg) Mulligan und Lt.(jg) Jaris in einen Schußwechsel geraten seien. Einen Augenblick später wurden beide durch das Programm zum Basislager transportiert.

Da uns die Zeit davon lief wurde entschieden, dass wir mit der gesamten Gruppe das Basislager verlassen sollten, um die Wissenschaftlerin zu befreien. Uns gegenseitig Deckung gebend, begaben wir uns zu einer Lichtung im Wald. Ich weiß nicht genau, wie es dazu kam, aber es wurde verlangt, dass Ens. Wagner ohne Waffen auf die Lichtung kommen sollte. Nach einer kurzen Diskussion wurde dem entsprochen, wobei ich von Lt.(jg) Jaris den Befehl erhielt, Wagner nicht eine Sekunde aus den Augen zu lassen. So schlich ich zusammen mit Pelothel zum Waldrand, Ens. Wagner immer im Auge behaltend. Leider wurde Ens. Wagner angeschossen, und ich hatte keine Möglichkeit, ihm zur Hilfe zu kommen, da keinerlei ausreichende Deckung zur Verfügung stand und ich entweder über freies Feld hätte laufen oder einen langen Umweg in Kauf nehmen müssen. Jedoch nur mit einer Person als Sicherung war weder das eine noch das andere wirklich ratsam, zumal dieses Vorgehen auch ein probates Mittel darstellen konnte, um die Kameraden des Verletzten aus der Deckung zu locken. Diese Blöße wollte ich mir jedoch nicht geben, zumal es auch eine Gefährdung für das restliche Team hätte bedeuten können. Somit war ich zu meinem tiefsten Bedauern gepaart mit einer gewissen Verärgerung zur Untätigkeit verdammt.

Ich nahm von Ens. Wagner eine Welle von Wut und Verärgerung war, die ich jedoch nicht zuordnen konnte. Es lag zumindest nicht daran, dass ihm niemand geholfen hatte, soviel konnte ich feststellen, aber woran lag es dann? Aufgrund der Zeitüberschreitung wurde die Simulation beendet, bevor wir sie erfolgreich abschließen konnten.

Die Verärgerung von Ens. Wagner hielt selbst dann noch an, als wir wieder zurück im Besprechungsraum waren. Er bezog Position vor Lt.Cmdr. Stafford und verlangte mit allem Nachdruck zu erfahren, wer die Holodeckfiguren programmiert habe. Der Lt.Cmdr. sagte lediglich, dass er dies nicht preisgeben werde. Ens. Yxen gab jedoch mit einem leichten Grinsen zu, dass er sie programmiert habe. Ens. Wagner forderte Ens. Yxen sofort zu einem Gespräch unter vier Augen auf, dem dieser auch entsprach. Sie traten vor die Tür und ein lautstarkes Gespräch entbrannte zwischen den beiden. Nachdem die Situation offensichtlich bereinigt zu sein schien, wurde die Besprechung für die erste Aufgabe von Lt.Cmdr. Stafford durchgeführt. Natürlich fiel sie nicht wirklich gut aus, was unter den gegebenen Umständen wohl auch verständlich war. Was ich jedoch sehr bemerkenswert fand, war die Tatsache, dass Lt.(jg) Mulligan die gesamte Schuld für das schlechte Abschneiden auf sich nahm, da er der Leiter der Operation gewesen war.

Nach einer kleinen Pause erhielten wir die nächste Aufgabe von Lt.Cmdr. Stafford. Der Sachverhalt war, dass die Wissenschaftlerin mittlerweile von den Orionern getötet worden war. Es lagen jedoch vier Probencontainer mit dem Gegenmittel und einen dazugehörigen Koffer mit entsprechendem Informationsmaterial im Wald verstreut, die es unter anderem zu finden galt. Darüber hinaus mussten erneut im Vorfeld Verhandlungen mit den Orionern geführt werden, da sie in dem Besitz eines PADDs waren, das uns zu den Probencontainern und dem Koffer führen konnte. Lt.(jg) Mulligan wurde erneut zum Teamleiter bestimmt. Adrian und ich boten ihm unsere Hilfe bei den Verhandlungen an, da Adrian über entsprechende Diplomatiekurse verfügte und ich mit meinen empathischen Fähigkeiten vielleicht von Hilfe sein könnte. Letzteres fiel leider aufgrund dessen aus, da es sich ja um Hologramme handelte und sie somit über keine Gefühle verfügten. Darüber hinaus wurde dem Verhandlungsführer auch nur eine weitere Begleitperson von Seiten der Orioner gestattet. Somit fiel die Wahl natürlich auf Adrian.

Die Verhandlungen mit den Orionern verliefen diesmal erfolgreicher. Sie forderten einen Techniker, der ihnen bei der Reparatur des Schiffes helfen sollte und einige Energiezellen. Wenn diese Forderungen erfüllt sein würden, wollten sie uns das PADD aushändigen. Lt.(jg) Mulligan übergab die Hälfte der geforderten Energiezellen und versprach, die restlichen dann auszuhändigen, wenn der Techniker wieder unversehrt zu uns zurück gekehrt sein würde. Die Orioner waren hiermit zwar nicht völlig einverstanden, aber es blieb ihnen keine andere Wahl. Petty Officer 1st Class T'Aloviks sollte im Austausch auf das orionische Schiff gehen. Er modifizierte eine Energiezelle so, dass sie den Antrieb der Orioner nach dem Start außer Gefecht setzen sollte. Darüber hinaus sollte er so viel Zeit mit den Reparaturen herausschinden wie möglich, um uns die Möglichkeit zu geben, die Probencontainer und den Koffer zu finden. Zusätzlich dazu sollte er möglichst viele Energiezellen unbrauchbar machen.

Der Rest des Team machte sich daran, den Wald nach den Containern abzusuchen. Leider waren unsere Tricorder nur eingeschränkt verwendbar. Man musste sich schon in der Nähe des Probencontainers befinden, damit der Tricorder ihn anzeigte. Somit war es nicht so ganz einfach, die Container zu finden. Abgesehen davon mussten wir auch noch auf feindliche Verbände achten.

Lt.(jg) Mulligan verließ uns, um von den Orionern das PADD zu holen. Kaum dass er verschwunden war, gerieten wir natürlich unter feindliches Feuer. Adrian wurde getroffen und musste behandelt werden. Zum Glück waren die Waffen nur auf Betäubung gestellt und somit entstand kein größerer Schaden. Ich muss zugeben, dass mich vieles an diesem Szenario an den Vorfall bei den Tacticals erinnert hat. Ich weiß nicht, ob ich zu unkonzentriert war oder einfach nur zu unvorsichtig. Auf jeden Fall habe ich dermaßen meine Deckung vernachlässigt, dass es nur logisch war, dass ich ebenfalls einen Betäubungsschuss kassiert habe. Im Grunde ärgere ich mich wohl noch darüber, da ich wirklich besser hätte aufpassen müssen. Es kann nicht sein, dass durch meine Unvorsichtigkeit das Team in Gefahr gerät, weil sie sich um mich kümmern müssen.

Petty Officer 3rd Class Dawson hat mir wieder einiges ins Gedächtnis gerufen, was ich bei den Tacticals mal gelernt habe sollte. Ich denke, es ist vieles einfach nur verschüttet bzw. ich möchte mich nicht daran erinnern, weil das Andenken an das Geschehen doch noch zu frisch und somit entsprechend quälend ist. Einiges habe ich mir bei ihr wieder abgeschaut, was ich eigentlich noch beherrschen sollte. Alleine die Tatsache, dass ich nicht sofort jede sich bietende Deckung in Form eines Baumes oder Strauches eigenständig genutzt habe, ist schon fast unverzeihlich.

Um nicht weiter untätig abzuwarten zu müssen, was passieren würde und uns außerdem die Zeit langsam wieder knapp wurde, entschied Lt.(jg) Jaris, dass wir weiter eigenständig nach den Containern suchen sollten. Dabei hatten wir zwar wieder das Problem, dass die Tricorder nur eingeschränkt funktionierten, aber trotz dieser und noch anderer widriger Umstände gelang es uns, drei der vier Container ausfindig zu machen. Einiges Zeit später meldete sich Lt.(jg) Mulligan bei uns, um uns mitzuteilen, dass er das PADD, den Koffer und den vierten Probencontainer habe. Darüber hinaus hatte er auch noch zwei der Orioner als Gefangene nehmen können. Wir kehrten guter Dinge zum Basislager zurück, da wir die Mission erfolgreich abgeschlossen hatten. Entsprechend positiv fiel somit auch die Abschlusskritik von Lt.Cmdr. Stafford aus. Es macht den Anschein, als ob Lt.Cmdr. Stafford ebenfalls vorher bei den Tacticals gewesen sei. Zumindest äußerte er einige Male, dass es so gewesen sei und die damit verbundenen Gefühle sprechen dafür, dass er sich im Gegensatz zu mir gerne an diese Zeit zurück erinnert.

Für diesen Tag war das Bodengefechtstraining beendet. Jeder versuchte, ein wenig Abstand zum Training zu gewinnen und suchte auf seine Art ein wenig Entspannung von dem doch recht anstrengenden Tag. Ich dachte gerade über nichts besonderes nach, als mich plötzlich eine Woge aus Wut und Verärgerung überkam. Keinen Augenblick später flog die Tür auf und ein ziemlich wütend dreinschauender Ian trat ein. Er warf sein PADD durch die Gegend und setzte sich kopfschüttelnd. Ich trat zu ihm und fragte ihn, was ihn denn so in Rage gebracht habe. Widerwillig erzählte er mir, dass er sich bei der Beurteilung des Raumgefechtstrainings hatte gehen lassen und die Leistung eines Prüflings mit den Worten "das war ja wohl eine Beton-Sechs" kommentiert habe. Dann fügte er hinzu, dass er das nicht hätte machen sollen und er sich doch soweit unter Kontrolle zu halten hätte, dass ihm so etwas auf seinem Posten nicht widerfahren würde. Ich weiß nicht, ob er die ganze Angelegenheit nicht ein wenig überbewertet hat, aber er machte sich starke Schuldgefühle für sein Verhalten. Ich versuchte ihn zu beruhigend, was mir jedoch nicht so wirklich gelang. Ich weiß nicht, aber er scheint sich in der Zeit, in der wir uns nicht gesehen haben, doch sehr verändert zu haben und ich weiß wirklich nicht, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht. Auf eine gewisse Art und Weise macht es den Anschein, als ob er mich bewusst auf Abstand hält, wobei ich mir dieses Verhalten seinerseits nicht erklären kann... Computer Pause...

Computer fortfahren...Im Anschluss an diesen Vorfall fand noch ein öffentliches Vorsprechen für das von Ian inszenierte Theaterstück „Wilhelm Tell” auf dem Holodeck statt. Ich verspürte nicht unbedingt große Lust, daran teilzunehmen, entschied mich dann jedoch dazu, es mir zumindest einmal anzuschauen. Kurz bevor mit dem Vorsprechen begonnen werden sollte, wurde Lt.Cmdr. Stafford auf die Brücke gerufen.

Da nicht alle Personen für die vorgesehenen Rollen anwesend waren, bat mich Ian, ebenfalls eine kleine Nebenrolle zu sprechen und ich entsprach seiner Bitte. Ich muss schon sagen, dass Adrian Kaleb, der den Wilhelm Tell sprach, über ein großes schauspielerisches Talent verfügt. So wie er sich in die Rolle versetzt hat, war es ein Vergnügen ihm dabei zu zusehen. Auch die anderen Teilnehmer gaben ihr Bestes und wir hatten doch viel Vergnügen bei der gemeinsamen Probe.

Kurz vor Ende der Szene betrat eine merkwürdige Gestalt den Raum und drängte uns dazu, diese Örtlichkeit zu verlassen, da die Schergen des Königs jeden Augenblick hier auftauchen müssten. Allgemeine Ratlosigkeit und Verwunderung machte sich bei den anwesenden Personen breit. Die Gestalt ermahnte uns erneut, wir mögen doch so schnell wie möglich diesen Ort verlassen. Wir entschieden uns dann dem Bitten der Gestalt zu entsprechen, doch die Tür des Raumes blieb geschlossen. Mehrere Crewmitglieder versuchten durch Stimmeingabe die Tür zu öffnen, doch die einzige Reaktion des Computers darauf war die Mitteilung, dass der Zugriff verweigert werde. Da es im Vorfeld schon einige Ungereimtheiten und Fehlfunktionen auf den Holodecks gegeben hatte, schien sich dieses hier nun fortzusetzen.

So recht schien keiner zu wissen, was man nun machen sollte, als sich plötzlich die Tür von alleine öffnete und ein paar sehr merkwürdig aussehende Gestalten eintraten. Ihr Anführer schien ein Cardassianer in einer Uniform aus dem Zweiten Weltkrieg der Erde zu sein. Dieser forderte uns auf, dem König zu huldigen. Seine Gefolgsleute waren eine bunt zusammen gewürfelte Truppe, die aus den verschiedensten Zeitepochen zu stammen schienen. Da niemand auf seine Aufforderung reagierte, wiederholte er seine Anordnung erneut. Nach einiger Zeit trieben er und seine Leute uns an, diesen Raum und das Gebäude ebenfalls umgehend zu verlassen. Wir zogen uns aus dem Probenraum zurück, verließen jedoch nicht das Gebäude, sondern verschanzten uns in einem Nachbarraum. Eigentlich wollte ich mit vor der Tür bleiben für den Fall, das ein Mediziner benötigt werden würde, doch Ian drängte mich mit Nachdruck in den Raum. Ein paar Augenblicke später war von draußen Kampfgetümmel zu vernehmen. Ich hielt es nicht länger aus und öffnete die Tür. Keine Sekunde später wurde mir Petty Officer 3rd Class Dawson verletzt in die Hände gedrückt. Sie hatte eine Verwundung am Knie, drängte jedoch darauf, wieder in das Kampfgeschehen eingreifen zu wollen. Dieses wussten Kaleb und ich zu verhindern. Das Bein war nur bedingt einsatzfähig und somit war es ausgeschlossen, sie in diesem Zustand wieder nach draußen zu schicken. Wir behandelten die Verletzung, soweit es uns mit Hilfe des Medikits möglich war. Leider war es uns nicht möglich, das Bein wieder vollständig herzustellen, so dass Dawson das Bein nur bedingt belasten konnte. Es blieb uns keine andere Wahl als letztendlich das Fenster einzuschlagen und über diesen Weg das Haus zu verlassen. Dawson musste beim Gehen gestützt werden, protestierte jedoch weiterhin dagegen, dass wir sie nicht wieder in das Geschehen eingreifen ließen. Ich nahm ihren Protest offiziell zur Kenntnis. Nur gut, dass ich so beschäftigt war, dass ich nicht wirklich drauf achten konnte, wie sehr sich doch mein eigener, mentaler Zustand zusehends verschlechterte. Wir versuchten einen sicheren Unterschlupf zu finden, da die Umweltbedingungen mit Kälte und Regen nicht gerade als angenehm zu bezeichnen waren. Nach einiger Zeit begegnete uns eine Elfe, die sich als Führerin anbot. Ein paar Meter weiter trafen wir auf einer Lichtung auf den Rest der Crew, die offensichtlich ebenfalls das Haus hatten verlassen können.

Da es scheinbar keine Möglichkeit zu geben schien, das Programm zu beenden, fassten wir den Entschluss, das Programm bis zum Ende durchzuspielen in der Hoffnung, dass es sich dann von alleine abschalten würde. Unsere Führerin, die Elfe, brachte uns zu einer Höhle, wo wir Schutz vor dem Wetter fanden. Auf dem Weg dorthin ließ ich unachtsam eine Bemerkung über meinen Verfassungszustand fallen. Außer Dawson bekam dies jedoch zum Glück niemand mit. Ich muss wirklich besser in dieser Hinsicht aufpassen, was ich sage. Als sie mich fragte, ob es denn so schlimm wäre, meinte ich nur, sie solle mich das zu einem späteren Zeitpunkt nochmals fragen und dann würde ich ihr das vielleicht unter vier Augen erklären. Sie schien wirklich besorgt zu sein.

In der Höhle, die uns die Elfe gezeigt hatte, trafen wir auf eine Gruppe, die sich selber „der geheime Widerstand” nannte. Hierbei handelte es sich ebenfalls um eine bunt gemischte Schar verschiedenster Holofiguren. Sie teilten uns mit, dass sie gegen King George I. kämpfen würden. Ihr Anführer schien ein blinder Ork, den sie alle "den Borg" nannten, zu sein. Ebenfalls gab es einen Arzt oder Heiler, der uns immer wieder eine Pille anbot, die angeblich alle unsere Verletzungen und Beschwerden verschwinden lassen würde. Verschiedene Crewmitglieder hatten schon eine solche Pille zu sich genommen und zeigten einige doch sehr bedenkliche Wesensveränderungen. Ich befahl Pelothel sofort, er solle so eine Pille nicht zu sich nehmen. Zu meinem Leitwesen nahm er jedoch eine zu sich und nicht, dass es schon schlimm genug für mich gewesen wäre, die ganzen Emotionen der Crew zu spüren, hatte ich jetzt auch noch die verwirrten Gefühle von Pelothel dazu. Hilfe suchend sah ich mich nach Kaleb um. Er setzte sich zu mir und versuchte mich zu beruhigen. Dieser Mann hat wirklich eine unwahrscheinliche Gabe in dieser Hinsicht. Nachdem wir uns kurz unterhalten hatten, fühlte ich mich schon besser und versuchte nun meinerseits von den Holodeckfiguren Informationen zu erhalten, die uns weiterhelfen konnten. So recht sollte dies jedoch nicht gelingen, da die Worte der Holodeckfiguren keinen wirklichen Hinweis darauf enthielten, wie wir das Programm schneller beenden konnten.

Eines war jedoch sehr interessant zu beobachten. Die bajoranischen Crewmitglieder wurden von dem „geheimen Widerstand” immer wieder als Amazonen bezeichnet. Dass es jedoch auch männliche Amazonen gab - schließlich befand sich auch ein männlicher Bajoraner bei unserer Gruppe - verwunderte sie doch zusehends. Diese ungewöhnliche Tatsache veranlasste alle zu der Forderung, dass die männliche Amazone doch dem Borg etwas vorsingen sollte, damit dieser bei guter Laune blieb. Wie nannten sie es noch so schön? Dem Borg dürfe „der Groove nicht versaut“ werden, da er sonst sehr ungehalten werden würde. Ens. Torwin - unsere männliche Amazone - tat mir sehr leid, da es ihm offensichtlich nicht wirklich gefiel, nun für den Borg singen zu müssen.

Aus den Gesprächen mit den Holodeckfiguren ergab sich letztendlich nur, dass wir eine Prinzessin aus den Händen eines schwarzen Magiers befreien mussten, die dann den Auserwählten heiraten sollte. Dieser Auserwählte war, aus welchen Gründen auch immer, Lt.(jg) Mulligan. Ob es vielleicht daran lag, das er eine Uniform trug, die im amerikanischen Bürgerkrieg getragen wurde, weiß ich nicht. Darüber hinaus musste König George I. gestürzt werden.

Wir machten uns also auf zu dem Turm des schwarzen Magiers, indem die Prinzessin gefangen gehalten werden sollte. Um in den Turm zu gelangen, benötigen wir die Hilfe eines Zwerges, der das Aussehen eines Ferengis hatte. Er erklärte sich bereit uns zu helfen, aber nur, wenn er - wie sollte es auch anders sein - eine Gegenleistung dafür erhalten würde. Er sagte, er benötige ein magisches Auge, welches die Amazonen hätten und dieses müsste zuerst von ihnen geholt werden, bevor er uns überhaupt weiterhelfen könne. Der Zwerg ließ uns ebenfalls wissen, dass alle weiblichen Crewmitglieder zu den Amazonen gehen müssten, um dieses magische Auge durch einen Kampf zu erobern. Als ob es nicht schon genug Kämpfe gegeben hätte... Computer Pause

Computer fortfahren... Zu viert - sprich Petty Officer 3rd Class Dawson, Ens. Winterson, Lt. (jg) Jaris und ich - machten wir uns also auf, um das magische Auge zu holen. Jeder von uns hatte ein holografisches Schwert erhalten, wobei mir die Elfe bereitwillig eines von ihren zur Verfügung gestellt hatte. Wenn ich ehrlich sein soll, hätte ich mich in diesem Moment lieber auf meine Fäuste verlassen, da ich damit wenigstens umgehen kann, aber auf ein Schwert? Inständig hoffte ich, dass es mir erspart bleiben würde, es benutzen zu müssen.

Als wir bei den Amazonen angekommen waren, die natürlich - wie sollte es auch anders sein - bajoranisches Aussehen hatten, versuchte Lt. (jg) Jaris zunächst das magische Auge mit Diplomatie zu erhalten. Die Amazonen bestanden jedoch auf einen Kampf um das magische Auge. Dawson schien dieser Umstand richtig zu freuen. Mich allerdings weniger, da ich befürchtete so gezwungen zu sein, mit dem Schwert kämpfen zu müssen. Was die Amazonen jedoch unter Kampf verstanden ließ mich ein erleichtertes Grinsen aufsetzen. Der Kampf bestand darin, Bonbons in eine metallene Schale aus einiger Entfernung zu werfen. Welches Team die meisten Treffer erzielte, hatte gewonnen und würde somit das magische Auge erhalten. Dieser Umstand schien Dawson doch zu enttäuschen. Es ist schon ein merkwürdiger Umstand, dass sie sich offensichtlich mit Freude jedem Kampf zu stellen scheint.

Jedenfalls begannen wir den "Kampf" und durch den glücklichen Umstand, dass Ens. Winterson einen Bonbon in der Schale platzieren konnte, erhielten wir als Gewinn das magische Auge. Erleichtert kehrten wir zu dem Rest der Crew zurück und übergaben dem Zwergenferengi das magische Auge. Warum Lg.(jg) Jaris ihm jedoch die Ohren kraulen musste, habe ich nicht wirklich mitbekommen, da ich ein wenig abgelenkt war. Es schien ihr jedoch nicht wirklich zu behagen. Zumindest öffnete der Zwerg hiernach eine Art Transporter, durch den wir in den Turm des Magiers gelangten. Da der Transporter jedes Mal nur eine Person transportieren konnte, kamen wir immer nur einer nach dem anderen im Turm an. Als ich im Turm ankam, vernahm ich Kampfgeräusche aus einer der oberen Etagen. Es wurde mehrfach nach einem Mediziner gerufen, da scheinbar mehrere Crewmitglieder verletzt waren. Lt.(jg) Silok - zu diesem Zeitpunkt der ranghöchste Offizier - versperrte mir jedoch den Weg nach oben, da er es wohl für zu unsicher hielt, mich einfach so nach oben gehen zu lassen ohne dass die Situation geklärt war. Er rief mehrfach nach oben um zu klären, ob die Lage unter Kontrolle sei oder nicht, erhielt jedoch keine Antwort. Von der Logik her mag dieses Vorgehen sicherlich verständlich gewesen sein, mich hingegen verärgerte es zusehends, da so wertvolle Zeit nutzlos verstrich. Wer konnte schon sagen, wie schlimm die Verletzungen der Mannschaft waren und ob nicht sofortige medizinische Hilfe von Nöten war? Nach ein paar weiteren Augenblicken, die mir jedoch wie nicht enden wollende Minuten vorkamen, entschied Lt.(jg) Silok geschlossen vorzurücken. Ich stürmte voran, gefolgt von Lt.(jg) Silok, Adrian und allen anderen, die zurück geblieben waren. Gleich am Treppenabsatz fand ich unter anderem Ens. Wagner verletzt vor. Er hatte starkes Fieber und mehrere Wunden, die ich umgehend mit Adrians Hilfe versorgte. Ebenfalls gab ich ihm ein fiebersenkendes Mittel, das zwar nur langsam zu wirken begann, aber es wirkte. Michael Vaughn hatte eine schwere Handgelenksfraktur, die Adrian und ich soweit es uns zu diesem Zeitpunkt möglich war, behandelten. So wie es sich am Ende heraus stellte, hatten wir den Kampf gegen den Magier trotz einiger Verletzten relativ glimpflich gewonnen und somit die Prinzessin befreien können. Tote waren zum Glück nicht zu beklagen.

Es ist schon verwunderlich wie wenig einem selber bewusst wird, wie gut oder schlecht es tatsächlich um das eigene Befinden gestellt ist, wenn man keine Zeit hat, darüber nachzudenken. Als ich einen Augenblick zum Luftholen hatte, merkte ich zu meinem eigenen Erschrecken, wie stark ich mental durch die ganzen Emotionen wie Angst, Schmerz, Besorgnis, Unsicherheit, etc. der umgebenden Personen belastet war und wie wenig es mir gelang, mich nach außen gegen diese abzuschirmen. Alles, was ich von meiner Großmutter in dieser Hinsicht gelernt hatte, schien vergessen zu sein. Ich konnte mir jedoch eine solche Schwäche unter den gegebenen Umständen nicht erlauben. Ich hoffte nur innig, das ich nicht zusammenbrechen würde. Ich musste durchhalten, egal was kommen würde. Was würde das für einen Eindruck hinterlassen? Kaum ein paar Tage auf dem Schiff und schon bricht der neue Arzt zusammen. Nein, das durfte auf gar keinen Fall passieren.

Der nächste Teil des Programms, den wir durchzuspielen hatten, war die Schlacht gegen König George I. Dieser Teil hat mich, wenn ich es mir recht überlege, am meisten Kraft gekostet. Ich sah mich einfach außer Stande, meine mentale Abschirmung aufrecht zu erhalten und somit strömten sämtliche Gefühle ungefiltert auf mich ein. Abgesehen davon wurden viele Mannschaftsmitglieder bei den Kämpfen mit den Schergen des Königs zum Teil schwer verletzt und mussten behandelt werden. Zu meinem Unglück traf es ebenfalls Adrian Kaleb, der scheinbar mit einem Schwert oder einer Axt einen Hieb erhalten hatte. Ebenfalls waren Lt. Stark, Ens. Winterson, Petty Officer 1st Class T'Aloviks, sowie Lt.(jg) Silok verletzt. Um alle musste ich mich alleine kümmern, da Adrian nach der schweren Verletzung nicht so schnell wieder voll einsatzfähig war, wie ich es mir gewünscht hätte. Darüber hinaus maulte mich Ian noch zusätzlich an, ich solle mich doch um das Hologramm der Elfe kümmern, da sie so schwer verletzt sei. Warum er das getan hat, verstehe ich bis jetzt noch nicht, doch gerade seine starken Emotionen dabei schwächten mich zusätzlich. In meiner Fantasie habe ich ihm dafür eine Ohrfeige verpasst. Für diese Gedanken und Emotionen ihm gegenüber schäme ich mich jetzt noch. Hätte mich Ens. Joran Sias nicht eindringlich daran erinnert, dass es wohl wichtiger wäre, die eigenen Kameraden statt eines Hologrammes zu behandeln, ich hätte wohl wirklich Ians Wunsch nachgegeben und damit begonnen, das Hologramm zu versorgen. Wie dumm man doch sein kann. So hingegen forderte ich Ian nachdrücklich auf, mir bei der Erstversorgung der Verletzten zu helfen. Er reagiert nicht. Ich schrie ihn an, er solle das von mir aufgefüllte Hypospray wie angewiesen verabreichen. Warum er dies nicht getan, entzieht sich meiner Kenntnis. Im Grunde fühlte ich mich von ihm in dieser Situation ganz schön im Stich gelassen und bin doch sehr enttäuscht von ihm. Das ist wirklich nicht der Ian, den ich auf der Akademie kennen gelernt habe... Computer Pause...

Computer fortfahren... Nachdem alle Crewmitglieder, die im Flur lagen, medizinisch versorgt waren, trat jemand an mich heran und teilte mir mit, dass im Nachbarraum noch Verletzte medizinisch zu versorgen seien. Dort fanden Adrian und ich Lt.(jg) Jaris schwer verletzt vor. Ihr Bein war oberhalb des Knies von einem Schwert oder einer Axt getroffen und somit die Hauptschlagader durchtrennt worden. Sie litt unter starkem Blutverlust und kurz nach unserem Eintreffen verlor sie das Bewusstsein. Ich versorgte gemeinsam mit Adrian das Bein und lagerte es danach hoch. Ebenfalls verabreichte ich hier entsprechende Medikamente, so dass sie wieder zu sich kam.

Nachdem offensichtlich ein Sieg gegen König George I erzielt worden war, veranstaltete der „geheime Widerstand” ein Festbankett zu unseren Ehren. Soweit ich es wahrnahm, wurde auch die Hochzeit zwischen dem Abgesandten Lt.(jg) Mulligan und der Prinzessin begangen, aber dessen bin ich mich nicht mehr ganz sicher. Ich war einfach nicht mehr ganz Herr meiner Sinne und zog mich in einen Nebenraum zurück. Dort erklärte ich Adrian etwas abseits von dem ganzen Trubel mein Problem. Er meinte, das vielleicht Lt.(jg) Silok mir als Kontakttelepath weiterhelfen könnte. Ich bat ihn, er möge diesen kontaktieren und ihn bitten, zu mir zu kommen. Dieses möge er jedoch so unauffällig wie möglich machen, da ich nicht wollte, dass die Mannschaft beunruhigt werden würde. Einige Zeit später trat Lt.(jg) Silok ein. Irgendwie war es mir ein wenig unangenehm, ihn um Hilfe zu bitten, da es mir offen gestanden ein wenig peinlich war zu gestehen, wie es tatsächlich um mich gestellt war. Er erklärte sich bereit mir zu helfen, frage mich jedoch, ob ich mir der Tatsache bewusst wäre, dass bei einer Gedankenverschmelzung seine und meine Gedanken eins werden würden und jeder alles über den anderen wissen würde. Ob ich dazu bereit sei, da dieses ja doch einen Eingriff in die Intimsphäre darstellen würde. Dies war natürlich ein Einwand, den ich nicht außer acht lassen konnte. Ich entschied mich nach einiger Überlegung gegen die Hilfe von Lt.(jg) Silok. Dieser sicherte mir jedoch zu, wenn ich seine Hilfe benötigen würde, könnte ich mich jederzeit an ihn wenden. Ich bat ihn noch bevor er ging, er möge Adrian Kaleb nochmals zu mir schicken. Diesen bat ich dann, mir ein entsprechendes Medikament zu verabreichen, da ich unter den gegebenen Umständen auf keinen Fall voll einsatzfähig war. Da wir das Programm noch nicht beendet hatten, musste auf jeden Fall ein Mediziner bei vollem Bewusstsein bleiben und Lt.(jg) Jaris fiel aufgrund der Folgen ihrer schweren Verletzung in der Hinsicht zunächst aus. Nachdem Adrian mir ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht hatte, ging es mir schon um einiges besser.

Gemeinsam mit Lt.(jg) Jaris nahm ich mir etwas zu essen und ich kehrte dann gemeinsam mit ihr in den Nebenraum zurück, in dem ich vorher alleine gesessen hatte. Ich hielt dies auch für ratsamer, da sie aufgrund des enormen Blutverlustes Ruhe benötigte und das Bein weiterhin hoch gelagert bleiben sollte. Ob sie meine Abgeschlagenheit dabei registriert hat weiß ich nicht. Sie schien auf jeden Fall recht froh über meine Gesellschaft zu sein und wenn es ihr wirklich aufgefallen sein sollte, wie dreckig es mir ging, dann hat sie es sich nicht anmerken lassen. Wir unterhielten uns ein wenig über dies und das, als plötzlich die Gitter des Holodecks sichtbar wurden. Das Programm war entweder durchgespielt und beendete sich somit von alleine, oder war anderweitig beendet worden. Wie es passierte, war mir in diesem Moment völlig egal, nur die Tatsache, dass dieses unsägliche Programm endlich beendet war, war für mich von Bedeutung.

Als ob dies alles noch nicht ausgereicht hätte, beschuldigte der 1. Offizier, Cmdr. O'Reardon, Ian auch noch verantwortlich an den Fehlfunktionen des Holodecks gewesen zu sein, da diese bei seinem Theaterstück „Wilhelm Tell” aufgetreten seien. Ian machte sich große Selbstvorwürfe, soviel konnte ich spüren. Er schien wirklich zu überlegen, ob er es nicht hätte verhindern können. Cmdr. O'Reardon hatte ihm befohlen, sofort einen Bericht über die Geschehnisse anzufertigen. Diesen wolle er morgen bei Dienstantritt auf seinem Tisch haben. Ian machte sich umgehend daran, diesen Bericht zu verfassen. Ich ging zu ihm, da er mir leid tat. Dieses schien ihm jedoch nicht wirklich zu behagen. Er bat mich höflich, wenn auch nachdrücklich, ihn doch bitte in Ruhe zu lassen, da er den Bericht bis morgen beendet haben müsste. Ich entsprach seiner Bitte, wenn auch nur ungern.

Die Mannschaft war empört über die Anschuldigungen des 1. Offiziers und äußerten dies auch ziemlich lautstark. Auf der einen Seite war es wohltuend, die Sympathie und Unterstützung für Ian zu empfinden, aber auf der anderen Seite quälten mich seine Selbstvorwürfe schmerzlich. Er entschied sich schließlich, seinen Bericht in seinem Quartier zu beenden und verließ den Aufenthaltsraum.

Was ich dann getan habe, begreife ich wohl immer noch nicht so wirklich. Ich konnte aber auch nicht wider meiner Gefühle und Überzeugung handeln und wenn mir das einen negativen Eintrag in die Personalakte einbringt, dann soll es eben so sein und ich werde ihn ohne Widerspruch hinnehmen. Dad würde sicherlich wenig begeistert sein, wenn er wirklich dazu kommen sollte. Seine Tochter ist kaum ein paar Tage an Bord der Exeter und schon erhält sie einen negativen Eintrag in ihre Personalakte...Computer Pause...

Computer fortfahren... Wir wollen es mal nicht gleich so schwarz sehen, schließlich ist noch nichts in dieser Hinsicht passiert und vielleicht passiert auch gar nichts. Also... ich fragte Adrian kurz, an wen ich mich wohl besser wenden sollte, wenn ich etwas zu der Beschuldigung gegen Ian vorbringen wollte. Er meinte, der 1. Offizier wäre zwar für die Personalfragen im allgemeinen zuständig, aber er würde mir raten, besser zum 2. Offizier zu gehen. Die Gefühle, die ich dabei von ihm wahrnahm, bestärkten mich bei der Entscheidung, das Gespräch mit dem 2. Offizier zu suchen.

Ich begann also, Lt.Cmdr. Stafford zu suchen. Auf halbem Wege traf ich auf Lt.(jg) Silok. Dieser fragte mich, ob ich über einen der modifizierten Tricorder verfügt hatte, da er gemäß des Befehls der Führungsoffiziere die Daten zusammentragen sollte, um sie zu analysieren. Ich verneinte diese Frage, gab ihm jedoch die Daten, die sich auf meinem eigenen medizinsichen Tricorder befanden, den ich gewohnheitsmäßig immer bei mir führte. Er versprach die persönlichen Daten bei der Auswertung unbeachtet zu lassen. Ich äußerte noch die Vermutung, dass Ian wohl einen modifizierten Tricorder gehabt habe. Diese Information quittierte Lt.(jg) Silok mit einem kurzen Nicken.

Einen Augenblick später sah ich den 2. Offizier auf mich zukommen. Ich muss gestehen, dass ich doch einen kleinen Kloß im Hals gehabt habe, aber ich war nicht gewillt, jetzt aus Angst klein bei zu geben. Jetzt aufgeben kam für mich absolut nicht in Frage. Als wir auf gleicher Augenhöhe waren, sprach ich ihn an, ob er kurz Zeit für mich hätte, da ich ihn unter vier Augen sprechen müsste. Der Blick des Lt.Cmdr. schien - wenn auch nur für Bruchteile einer Sekunde - etwas Verwunderung zu zeigen, doch dann meinte er, er habe sicherlich Zeit und was ich denn von ihm wolle. Ich habe mich dann versichert, dass ich offen sprechen konnte und erklärte dem Lt.Cmdr. dann, dass mir zu Ohren gekommen sei, dass Ian von Cmdr. O'Reardon für die Vorfälle auf dem Holodeck verantwortlich gemacht worden sei. Ich versicherte Lt.Cmdr. Stafford, dass ich Ian wahrscheinlich länger als alle anderen an Bord kennen würde und wenn es ihm möglich gewesen wäre, die Geschehnisse auf dem Holodeck zu beenden, so hätte er es ohne zu zögern getan. Der 2. Offizier hörte sich in aller Ruhe an, was ich ihm zu sagen hatte, meinte jedoch zum Schluss, ob es nicht sinnvoller wäre, dies Cmdr. O'Reardon mitzuteilen und nicht ihm. Ich entgegnete nur, dass ich dies ganz bewusst nicht täte und ihn bitten würde, meine Aussagen einfach nur zur Kenntnis zu nehmen. Lt.Cmdr. Stafford versicherte mir noch, dass er sich für Ian verwenden würde, was mich ehrlich gesagt sehr beruhigte.

Ich schaute noch einmal bei den anderen Crewmitglieder im Aufenthaltsraum vorbei, entschied mich jedoch bald, mich in mein Quartier zurück zuziehen und schlafen zu gehen. Ich war doch erschöpfter als ich ursprünglich bemerkt hatte.

21. Dezember 2374

Nach dem Frühstück setzen wir das Training weiter fort. Wir fanden uns alle auf dem Holodeck ein. Dort waren Tische und Stühle generiert worden, und wir nahmen Platz. Da Dawson und Yxen noch nicht aufgetaucht waren, begann ich sie zu suchen. Gemeinsam kehrten wir dann zum Holodeck zurück. Ich setzte mich, doch Dawson und Yxen blieben stehen und begannen eine sich langsam aber sicher zuspitzende Diskussion, die damit endete, dass sie sich beide an den Kragen gingen. Schnell griffen die übrigen Crewmitglieder ein und brachten die beiden Streithähne auseinander. Einige Augenblicke später stellte sich heraus, dass dies eine Übung, ein Deeskalationstraining um genau zu sein, gewesen war, das wir mit Bravour bestanden hatten.

Danach stand der Umgang mit dem Phasergewehr auf dem Trainingsplan. Zunächst wurde allgemein das Gewehr erklärt und danach musste jeder einmal ein generiertes Ziel eliminieren. Ich hatte das Vergnügen, mit Lt.(jg) Mulligan gleichzeitig eine Aufgabe gestellt zu bekommen. Wir erhielten die Aufgabe, zwei Objekte gleichzeitig auszuschalten. Nach einer kurzen Absprache wer welches Ziel übernimmt, erledigten wir die uns gestellte Aufgabe ohne weitere Verzögerung.

Im Anschluss an die Zielübungen erläuterte uns PO Dawson noch die Einsatzmöglichkeiten des Phasergewehres im Nahkampf. Lt.Cmdr. Stafford gab immer wieder erläuternde Hinweise, doch irgendwie schienen Dawson diese Unterbrechungen ein wenig zu nerven. Irgendwann war es dann soweit. Sie konnte sich nicht mehr beherrschen und herrschte den 2. Offizier an, dass er doch wohl keine Ahnung habe. Lt.Cmdr. Staffords Gesichtsausdruck wurde sehr ernst und mit Nachdruck befahl er Dawson, ihm vor die Tür zu folgen. Ich möchte lieber nicht näher wissen, was er ihr dort alles gesagt hat. Auf jeden Fall hatte dieses Verhalten den Effekt, dass Dawson bei der Nachbesprechung des Raumgefechts- als auch des Bodengefechtstrainings durch den Captain einen offiziellen Verweis erhalten hat und ihr unter anderem Holodeckverbot als auch Doppelschichten aufgebrummt wurden. Darüber hinaus erhielt sie noch einen Eintrag in ihre Akte. Sie tat mir richtig leid. Sie ist aber auch ganz schön hitzköpfig.

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