Storyline

Starfleet Operations Con 2

Persönliches Computerlogbuch - T'Aloviks

12.08.2374:

Die vergangenen beiden Tage verbrachte ich auf einer begrünten Freifläche auf dem Planeten Bajor. Ich war hier in der Lage, mein inneres Gleichgewicht in Bezug auf emotionale Zustände vollständig wieder herzustellen. Der Verzicht auf Nahrung und Schlaf zeichnete sich dabei als hilfreich aus. Weitere Einflüsse durch Drehkörperaktivität auf meine Kontrolle erfuhr ich nicht, negative Effekte und schädliche Einflüsse können damit jetzt als beendet erklärt werden. Obwohl ich wie bereits geschildert die Ereignisse auf Bajor als ungewollten Effekt einstufe, sind weitere Nachforschungen nötig, um das Problem nachhaltig zu beseitigen und Vulkanier nicht mehr derartigen Situationen auszusetzen.

23.09.2374:

Trotz bereits umfangreicher Vorbereitungen entschied ich zunächst, den Bau eines vulkanischen Musikinstruments zu verschieben und diesem freizeitlichen Projekt nicht mehr nachzugehen.

01.09.2374:

Zwei weitere Schachspiele gegen Lt. (jg.) Lloyd ließen sowohl ihn als auch mich je einmal gewinnen. Wir planen, regelmäßig weitere Spiele im wöchentlichen Turnus durchzuführen.

12.09.2374:

Bei Kampfhandlungen mit dem Dominion stoßen die feindlichen Streitkräfte bis zur Grenze an die neutrale Zone zu den Romulanern vor. Die USS Exeter wird erneut in leichte Kampfhandlungen verwickelt, die jedoch nicht signifikant sind. Der Krieg verläuft demnach zunehmend schlecht für die Föderation. Meiner Ansicht nach scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich auch die Kernwelten der Föderation in akuter Gefahr befinden.

15.09.2374:

Offenkundig scheint heute der Krieg zum Ende gebracht werden zu können. Legat Damar legte dem Rat der Föderation heute ein Friedensangebot vor. Genauere Details und Kapitulationsbedingungen existieren zur Zeit nur als Gerücht, die Diskussionen an Bord antreiben. Nach einigen Unterredungen muss jedoch geschlussfolgert werden, dass es sich lediglich um eine zeitverlängernde Taktik handelt.

17.09.2374:

Entgegen der bereits durchgeführten medizinischen Untersuchungen ist ein genetischer Defekt zur Zeit nicht eindeutig nachweisbar. Zwar konnten medizinische Geräte modifiziert werden, um eine erfolgreiche Behandlung an Verletzungen von mir zu erreichen, dennoch ist die Ursache meiner Beeinträchtigung noch nicht offensichtlich. Nach weiteren Tests ist nach wie vor nachgewiesen, das mein Gewebe eine enorm eingeschränkte Regenerationsfähigkeit besitzt und nicht einwandfrei auf herkömmliche medizinische Geräte reagiert. Demnach bin ich also bei Verletzungen besonders gefährdet. Nach wie vor ziehe ich es vor, dieses Problem nur mit ausgewählten Personen zu erörtern. Neben dem medizinischen Personal gehört dazu Mr. Castle. Ich hoffe vor allem in der medizinischen Abteilung auf eine absolute Beachtung der Schweigepflicht.

20.09.2374:

Tatsächlich schien das Friedensangebot der feindlichen Streitkräfte nur den Sinn zu haben, einige Tage im Waffenstillstand zu arbeiten. Wie meine Unterhaltung mit Lt. (jg.) Lloyd bereits mutmaßte, handelte es sich um eine Hinhaltetaktik, die der Föderationsrat ablehnte. Grund hierfür ist möglicherweise auch die Tatsache, dass die Föderationsallianz mit den Romulanern heute einen taktisch wertvollen Partner im Krieg gewinnen konnte. Nach dem gestrigen Tod eines romulanischen Senators, der auf einen Anschlag des Dominion zurückgeführt wird, hat das romulanische Sternenimperium dem Dominion offiziell den Krieg erklärt und ist in die Allianz eingetreten. In einem Schreiben forderte mich Lt. (jg.) Silok zudem auf, meine persönlichen Eindrücke und Erkenntnisse die Ereignisse auf Bajor betreffend zu schildern. Wie von ihm bereits angesprochen, möchte er um eine Stellungnahme des hohen Rats Vulkans bitten. Auf Grund dieser Tatsache habe ich Teile meines persönlichen Logbuchs veröffentlicht.

22.09.2374:

Ich führte eine erste meditative Übung mit Lt. (jg.) Lloyd durch. Entgegen meiner Vermutung gestaltet es sich für mich jedoch schwer, auf seine telepathischen Fähigkeiten zuzugreifen. Ich mache hierfür die großen Unterschiede in vulkanischer und bezoider Telepathie verantwortlich. Dennoch gelingt es mir nach einigen Versuchen, mit Mr. Lloyd in Verbindung zu treten. Hierbei verzichte ich jedoch auf allzu extreme Methoden, die einer Gedankenverschmelzung nahe kämen. So lässt sich hierbei von einer telepathischen Kommunikation reden, die uns gegenseitig den Geist des anderen teilweise öffnet.

25.09.2374:

Der Kriegseintritt der Romulaner hat einige schwere Schäden auf der feindlichen Seite verursacht. Die USS Exeter ist im Rahmen einiger Kampfhandlungen der 6. Flotte ebenfalls leicht beschädigt worden. Die mittlerweile befriedigende Zusammenarbeit in der technischen Abteilung führte jedoch zu einer ausreichenden Reparaturleistung.

04.10.2374:

Im Rahmen weiterer Kampfhandlungen wurde Betazed heute vom Dominion eingenommen. Nach einer taktischen Analyse, die Lt.Cmdr. Stafford veröffentlichte, sind damit erhebliche Kernwelten der Föderation unmittelbar bedroht. Nach wie vor gestalten sich taktische Analysen und Überlegungen für mich als kompliziert. Nicht immer bin ich in der Lage, den ausgeführten Schilderungen zu folgen. Ein taktisches Training könnte an dieser Stelle vorteilhaft sein.

05.10.2374:

Die im Rahmen der taktischen Analyse vorgenommenen Überlegungen gestalteten sich als zutreffend. Die USS Exeter wurde heute zusammen mit der gesamten 6., 5., 13. und 21. Flotte nach Vulkan verlegt, um hier eine der Föderationskernwelten zu schützen. Diese Tatsache wird von einigen Crewmitgliedern der Exeter als negativ empfunden, da damit ein Rückzug von der Front einhergeht. Dies wird als Zeichen der Schwäche empfunden. Offensichtlich bedeutet der Sachverhalt, nicht an der Front zu kämpfen eine faktische Niederlage in den Augen vieler Crewmitglieder. Persönlich bin ich überzeugt von der Richtigkeit der Analyse, bin jedoch nach wie vor skeptisch bei direkten Befehlen von Adm. Williams. Trotz der Positionsverlegung nach Vulkan und damit auch in die Nähe Verus’ ist meine persönliche Situation unverändert. Verus ist nach wie vor von feindlichen Truppen besetzt. Meine Mutter befindet sich wieder auf der Erde. Sie versucht hier ihrer gewohnten Arbeit nachzugehen.

09.10.2374:

Im Rahmen der vierten Meditationssitzung mit Mr. Lloyd, war es uns heute endlich möglich, auf den telepathischen Teil des Gedächtnisses zuzugreifen. Dies kann als erster Erfolg der Unterstützungen gewertet werden, um die mich Mr. Lloyd bat. Die Gedanken von Mr. Lloyd sind extrem durchsetzt mit Bildern, die sterbende Crewmitglieder, schwere Verletzungen und Gewalt zeigen. Nach seinen Aussagen manifestierten sich diese Bilder im Rahmen einiger Kampfhandlungen der USS Exeter und blieben seitdem gegenwärtig. Im Rahmen der Sitzungen werde ich mit Mr. Lloyd Methoden entwickeln, die ihn befähigen, negative Emotionen und Gedanken gegenständlich zu machen und zerebral beiseite zu schieben. Diese Methodik ähnelt entfernt einigen Möglichkeiten, die Vulkanier in der frühen Kindheit erlernen. Weiterhin möchte ich Mr. Lloyd Möglichkeiten vermitteln, Stresssymptome durch aktiven telepathischen Eingriff ins eigene Nervensystem zu reduzieren. Neben nun regelmäßig durchgeführten Sitzungen biete ich Mr. Lloyd an, bei akuten Symptomen auf meine Hilfe zurückgreifen zu können.

16.10.2374:

Im weiteren Kampf um Vulkan wird die Exeter erneut in Kampfhandlungen verwickelt. Trotz massiver Schäden in einigen Systemen bleibt die USS Exeter weitestgehend einsatzbereit. In der Schlacht um Vulkan kann vor allem der vulkanische Admiral Salok durch taktische Manöver beeindrucken, die nach einem sechsstündigen Kampfverlauf erfolgreich verlaufen. Dennoch werden 250 Schiffe der vier Flotten vernichtet. Trotz der signifikanten Verluste werdend die Kampfhandlungen als erfolgreich eingestuft.

23.10.2374:

Weitere Übungen mit Mr. Lloyd führen zwar langsam, aber meist stetig zu einer geringfügigen Besserung seines mentalen Zustands. Die mittlerweile sechste Sitzung zeigte erstaunliche Fortschritte, was die Verdrängung akuter negativer Emotionen betraf. Zu Übungszwecken war ich genötigt, Mr. Lloyd einige mentale Bilder die Gewalttaten darstellen zu übermitteln, die er meist erfolgreich verdrängen und nicht sein emotionales Zentrum berühren lassen konnte. Im Rahmen dieser Übung war es nicht möglich, die mentalen Bilder zu verbergen, die mich zur Zeit intensiv beschäftigen. Es handelt sich um mögliche Folgen der Beeinträchtigung durch meinen möglicherweise genetischen Defekt. Bisher kamen noch keine Rückfragen von Mr. Lloyd zu diesem Thema. Die Geheimhaltung dieser Tatsache vor anderen Mannschaftsmitgliedern hat jedoch eine enorme Priorität. Der mentale Austausch privater Eindrücke basiert somit auf einer Diskretion meinerseits, was die mentalen Bilder von Mr. Lloyd betrifft. Da ich diese logischerweise berücksichtigen werde, sehe ich keine Gefahr eines Bekanntwerdens meiner Beeinträchtigung durch eine Indiskretion von ihm.

03.11.2374:

Das Projekt zur Erforschung des Quantenslipstreamantriebs ist noch nicht angelaufen. Vermutlich werden die Prioritäten zur Zeit anders verteilt, da für eine derartige Forschungsaufgabe keine Ressourcen mehr zur Verfügung stehen. Ich beabsichtige dennoch, das Projekt zu starten und werde daher bei Lt.Cmdr. Terron intervenieren.

10.11.2374:

Ich habe heute Kontakt mit meiner Mutter aufgenommen. Aufgrund ihres plötzlichen Aufbruchs von Verus musste sie einen Großteil ihrer Forschungsarbeit zurücklassen, was einen Neuanfang ihrer Forschungen notwendig machte. Derzeit plant Selvik eine dauerhafte Niederlassung auf der Erde, um dort ein neues interstellares Sprachforschungsinstitut zu gründen. Zum jetzigen Zeitpunkt hielt ich es nicht für sinnvoll, sie auf den möglichen genetischen Defekt hin anzusprechen.

19.11.2374:

Die zwischenzeitlich abgeflauten Probleme mit Mr. Torka im privaten Bereich mussten heute einen erneuten Höhepunkt erfahren, als er nach einem Wutanfall verweigerte, meinen Kleiderschrank zu reparieren und einzuräumen. Eine mögliche Konfrontation konnte durch Mr. Castle erfolgreich gestoppt werden. Ich hoffe dadurch kein erneutes Aufblühen der Probleme mit Mr. Torka provoziert zu haben.

22.11.2374:

Erneute Kampfhandlungen um Vulkan führen durch die taktischen Meisterleistungen des vulkanischen Admiral Salok zu einem Sieg. Die Taktik basiert darauf, dass sich ein Teil der Flotte in einem nahegelegenen Nebel versteckt, und erst bei einem fingierten Rückzug der verbliebenen Truppen zuschlägt. Aufgrund der Tatsache, dass Vulkaniern häufig unterstellt wird, aufgrund der fehlenden Emotionen nicht taktisch denken zu können, würde ich gerne Admiral Salok kennen lernen und seine Methode der taktischen Analyse erfahren. Die USS Exeter war ebenfalls in die erneuten Kampfhandlungen um Vulkan involviert. Wie auch in den letzten Kämpfen stellte sich das Energiegitter als Schwachstelle der Schiffssysteme heraus. Erneut war es uns durch Mitverwendung einiger hochbelastbarer ODN-Leitungen möglich, Energieverluste in signifikanten Systemen zu vermeiden. Die Reparaturen der ODN-Systeme forderte im Anschluss an die Kampfhandlungen mehrere Stunden meiner Aufmerksamkeit.

30.11.2374:

Die von vielen Besatzungsmitgliedern der USS Exeter gewünschte Offensive der Föderation scheint anzulaufen. Zwar verbleibt die USS Exeter im Eridani-System, mehrere Flotten wurden jedoch in das Sybaron- und Dorala-System beordert um hier mehrere Gefechte zu gewinnen. Von einer entscheidenden Wendung der Kriegshandlungen kann jedoch noch nicht gesprochen werden.

04.12.2374:

Weiterhin zeichnen sich einige Erfolge im Kriegsverlauf für die Föderation und ihre Alliierten ab.

09.12.2374:

Ich habe eine weitreichende Recherche, die Ursache für eine mögliche genetische Beeinträchtigung von mir betreffend, fortgesetzt. Auf die Akten meines Vaters habe ich jedoch zur Zeit keinen Zugriff aufgrund der Tatsache, dass Verus III noch immer vom Feind besetzt ist. Auf die Akten der Föderation habe ich keinen Zugriff. In den nächsten Wochen werde ich meine Mutter kontaktieren, um das Problem anzusprechen und um einige Unterlagen zu bitten. Ich vermute, bei dieser Recherche auf externe Hilfe angewiesen zu sein.

12.12.2374:

Mein Erfolg in den Schachpartien gegen Mr. Lloyd scheint zunächst beendet zu sein, nachdem er mich heute in nur 15 Zügen Schachmatt setzte, nachdem ich die letzten drei Partien für mich entscheiden konnte. In der Tat scheinen unsere Fähigkeiten dieses Spiel betreffend fast gleichwertig zu sein.

14.12.2374:

Nach weiterer Rücksprache mit Lt.Cmdr. Terron und Cmdr. O’Reardon wird das Quantenslipstreamprojekt möglicherweise im nächsten Jahr gestartet. Dann können offensichtlich notwendige Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

17.12.2374:

Nachdem die Quantität der Übungen mit Mr. Lloyd zunächst abnahm, führten wir heute eine weitere Sitzung durch, bei der ein zufriedenstellender Fortschritt beobachtet werden konnte. Im Rahmen einer weiteren Übung entschied ich, Mr. Lloyd in den nächsten Tagen in mein persönliches Problem zu involvieren und ihn um eine Recherche nach den Ursachen meiner möglicherweise genetischen Fehlveranlagung zu bitten.

19.12.2374:

Das für heute vorgesehene Gefechtstraining gestaltete sich als gute Gelegenheit, meine taktischen Fähigkeiten zu verbessern um im Rahmen von Gefechten gewissen Überlegungen folgen zu können. Auf Grund der momentan ruhigen Kriegssituation um Vulkan war nicht von Angriffen auszugehen, was Zeit für ein derartiges Training auf dem Holodeck einräumte. Tatsächlich war vorgesehen, die gesamten nächsten drei Tage, einschließlich der Ruhepausen auf dem Holodeck zu verbringen. Die Worte meines Ausbilders an der Akademie Cmdr. Johnson im Ohr habend „Verlasst euch nie auf’s Holodeck“, entschied ich, eigenes Werkzeug sowie Tricorder und Waffen mitzunehmen. Bei der nach Aktivierung des Programms vorgenommenen Einteilung wurde ich dem Bodengefechtstraining zugewiesen. Das Kommando hatte hier Lt. Cmdr. Stafford. Dieser Einteilung war ich positiv gegenüber eingestellt, da ich Lt. Cmdr Stafford als kompetenten Ausbilder im Bereich der Taktik ansehe. Zunächst wurden einige mögliche Szenarien besprochen, unter anderem kam auch hier der Einsatz auf Trelka zur Sprache. Nach einigen Unterhaltungen und der Möglichkeit, Fragen zu stellen, die ich jedoch nicht wahrnahm, da mein taktisches Verständnis offensichtlich deutlich geringer war als das der anderen Crewmitglieder, was zu einer unnötigen Verlangsamung des Lernprozesses geführt hätte, wurde ein erstes Bodentraining außerhalb des simulierten Hauses, das unsere Unterkunft darstellte durchgeführt. Das Kommando dieser Trainingseinheit übernahm Lt. (jg) Jaris. Persönlich arbeitete ich noch nicht in einem Team unter ihrem Kommando. Aufgrund ihrer Tätigkeit im medizinischen Bereich war ich jedoch zunächst nicht überzeugt von ihrer Führungsfähigkeit. Unsere Aufgabenstellung war es, Überlebende eines Shuttles zu retten, die offensichtlich von feindlichen Truppen gefangengenommen werden könnten oder bereits wurden. Das Terrain war sehr steil und bewaldet. Extreme Dunkelheit und hohe Luftfeuchtigkeit, die sich als Nebel ablagerte ermöglichte fast keine Sicht. Nach ersten Scans nach Energiesignaturen des Shuttles durch mich, sowie einigen entdeckten Lebenszeichen begab sich die Gruppe langsam in das bewaldete Gebiet, um von hier aus zu agieren. Die Arbeitsgeschwindigkeit der Gruppe muss von mir als unzureichend eingestuft werden. Ein Grossteil der Zeit wurde für Diskussionen, Überlegungen und Unterhaltungen verwendet. Der Vormarsch in das bewaldete Gebiet ging langsam vonstatten. Häufig war zu beobachten, dass Befehlen von Lt. (jg) Jaris nicht sofort und umfassend Folge geleistet wurde. Nach einigen Metern Wegstecke kam es im folgenden bereits zu einem Feindkontakt. Darauf wurde ich von Lt. Cmdr. Terron aus dem Waldgebiet gerufen. Sie übertrug mir die Aufgabe, einige technische Reparaturen an der Brückensimulation der zweiten Gruppe des Trainings durchzuführen. Hier war es zu Fehlfunktionen gekommen. Cmdr. O’Reardon erläuterte die Fehlfunktionen näher und wies mich an, diese zu beheben. Es handelte sich um eine Fehlzuordnung einiger Kontrollelemente im ODN-Datennetz, die von der Hauptkonsole neu durchgeführt werden mussten.

Diesen faktische Abbruch der Bodenmission im anderen Holodeck für meine Person stufe ich als negativ ein, da es mir nicht möglich war, dort weitere taktische Fähigkeiten zu erlernen. Zudem war durch meine Beendigung dort kein Mitarbeiter der technischen Abteilung im Außenteam, was zu einer nicht erfüllbaren Mission dort hätte führen können, falls technische Fertigkeiten nötig gewesen wären. Die anstehenden Reparaturen an den Kontrollstationen der Brückensimulation gestalteten sich zwar im Einzelfall als nicht aufwendig, dennoch traten auch im Verlauf der weiteren Simulationen häufig weitere geringe Einzelfehler auf. Im Anschluss erhielt ich von Cmdr. O’Reardon den Befehl, sowohl die Kontrollstationen als auch die drei weiteren Terminals zur Feindsimulation einsatzbereit zu machen. Dies war nach einigen Rekonfigurationen problemlos möglich. Nach der Beendigung der Reparaturarbeiten änderte ich meinen Standort auf das andere Holodeck. Offensichtlich war der Außeneinsatz bereits beendet. Im folgenden sprach mich Ens. McCullum auf das Experiment zur terranischen Stressbewältigung an, welches von uns im Rahmen des Bajoraufenthaltes geplant wurde. Ens. McCullum hatte zu diesem Anlass ein sich bereits seit 12 Jahren im Reifungsprozess befindliches Getränk mitgebracht, welches für diesen Zweck verwendet werden sollte. Nach einigen weiteren Erläuterungen begannen Ens. McCullum und ich mit dem Konsum der Flüssigkeit. Die offensichtlich leicht toxische Wirkung des Getränks machte sich durch eine Beeinträchtigung der Mund- und Rachenschleimhäute bemerkbar, die auch im Verdauungstrakt noch bemerkbar war. Nach weiteren Nachfragen meinerseits, die Herstellung, Wirkung, Verarbeitung im Körper und Effekte betreffend, begleitet vom weiteren Konsum der Flüssigkeit waren die toxischen Wirkungen des Getränks deutlich wahrnehmbar. Die von Ens. McCullum angesprochen Effekte setzten ein und äußerten sich zunächst durch einen partiellen Beeinträchtigung des Tastsinns, gefolgt von einer verlangsamten visuellen Wahrnehmung, einhergehend mit einer negativen Beschleunigung des Denkprozesses. Als letzten Effekt bemerkte ich eine geringfügige Beeinträchtigung der sprachlichen Fähigkeiten, was zu einer Inkompetenz der Aussprache mehrerer Wörter führte. Die Erheiterung einiger anwesender Crewmitglieder über diesen Zustand ließ mich den weiteren Konsum der Flüssigkeit beenden. Zusammenfassend kann das Experiment jedoch durchaus als erfolgreich eingestuft werden. Der Effekt des Alkoholkonsums führt zu einer partiellen Betäubung kognitiver Prozesse, was durch den verlangsamten Denkvorgang zu der Tatsache führt, die aktuelle mit Stresssymptomen verbundene Situation zu verdrängen. Im Resultat ähnelt der Effekt sehr der vulkanischen Methode, adrenalinintensive Situationen zu bewältigen, mit dem Unterschied, dass Gehirnsektionen nicht vergiftet sondern durch intensive Meditation manifestiert und kontrolliert werden. Dennoch stufe ich auch die terranische Stressbewältigungsmethodik als wirkungsvoll und interessant im Rahmen des interkulturellen Verständnisses ein und werde sie künftig unter bestimmten Umständen anwenden. Nach einer Ruhepause ließ die toxische Wirkung jedoch nach.

20.12.2374:

Von Ens. McCullum prognostizierte Nachwirkungen der Vergiftungserscheinungen waren zu Beginn des Tages nicht zu bemerken, was sich als gut für die bevorstehenden Aufgaben erwies. Nach einem Frühstück begannen erste Besprechungen für die bevorstehenden Übungen. Im Rahmen eines Briefings erhaltene Informationen über die bevorstehende Aufgabe wurden von mir notiert, ebenso Informationen das Gelände betreffend, die ich in einer folgenden Geländebegehung des Terrains des Vortags erfuhr. Es handelte sich um eine aufwändige mehrteilige Aufgabe. Noch während des Briefings als auch während der Geländebegehung war mehrfach meine Anwesenheit im Holodeck 1 notwendig, um bei technischen Problemen die Brückensimulation betreffend zu assistieren. Mehrfach gab es hier Probleme die ODN-Datenanbindung, Steckverbindungen, Darstellungsparameter und die Anbindung der Steuerkonsolen betreffend. Aufgrund dieser mehrfach auftretenden Fehler zog mich Cmdr. O’Reardon von der Bodentrainings-Übung ab und ordnete mir die technische Betreuung der Brückensimulation an. Diesen Umstand stufte ich als negativ ein, da es mir aufgrund dieser Tatsache nicht möglich war, weitere Fähigkeiten im taktischen Bereich zu erwerben. Die auftretenden Fehlfunktionen waren teilweise nicht erklärbar und werden von mir auf die provisorische Programmierung des Holodecks zurückgeführt, die offenbar von einer technisch nicht versierten Person durchgeführt wurden. Nach mehrfachen Reparaturen und Neustarts der Simulationssoftware liefen die Übungen jedoch zufriedenstellend ab. Im Rahmen meiner dauerhaften Anwesenheit war jedoch durchaus interessant, das unterschiedliche Vorgehen der Gruppen beim durchzuführenden Kobayashi-Maru-Test zu beobachten.

Nach einer folgenden Ruhepause, die Konversationen über diverse Themen beinhaltete, wurde die Fortsetzung der Bodenübung anberaumt. Nach Rücksprache mit Cmdr. O’Reardon, der sich erfreut über die zufriedenstellende Reparatur der Simulation zeigte, gestattete er mir, mich im weiteren Verlauf dem Bodentraining anzuschließen. Ich informierte mich bei der Gruppenleitung, die durch Lt. (jg) Arthur Mulligan übernommen wurde über den bisherigen Verlauf der Mission und das gestaltete Szenario für die bevorstehende Aufgabe. Innerhalb dieses Gesprächs wurde offensichtlich, dass die Anwesenheit eines Technikers jetzt absolut notwendig war. Im Rahmen von Verhandlungen mit Söldnern wurde als Gegenleistung vom Föderationspersonal neben einigen Energiezellen auch eine technisch begabte Person verlangt, die in der Lage ist, das Schiff der Söldner zu reparieren, welches auf den Planeten abgestürzt war. Bei diesen erfolgreichen Verhandlungen wurde dem Gruppenleiter der Aufenthaltsort vier medizinischer Container offenbart, ebenso der eines PADDs mit relevanten Daten und einer Ausrüstungskiste. Während das Außenteam demnach mit der Auffindung der sechs Gegenstände beauftragt war, wurde ich an die orionischen Söldner übergeben. Zuvor war jedoch eine Durchkreuzung des Geländes nötig, bei dem mehrere Feindkontakte mit Cardassianern stattfanden, die sich ebenfalls auf dem Planeten befanden, da auch sie ein offenkundiges Interesse an den sechs Gegenständen zu haben schienen. Während dieser Durchquerung beachtete ich einige der taktischen Hinweise, die ich von Cmdr. Stafford erhalten hatte. Dazu gehörte die geduckte Fortbewegung, die Bewegung von Baum zu Baum in einer gedeckten Haltung und die Nutzung des Geländes, indem ich einen natürlichen Wall als Hindernis nutzte. Durch aufmerksame Beobachtung machte ich ebenfalls einen Cardassianer ausfindig, der daraufhin vom uns begleitenden Sicherheitspersonal ausgeschaltet werden konnte. Im Anschluss begab ich mich mit einer der orionischen Söldnerinnen über das offene Terrain, um zum Absturzort des Shuttles zu gelangen. Hier führte ich mehrere von Mr. Mulligan gegebene Befehle aus. Nach seiner Auffassung handelt es sich bei Söldnern um grundsätzlich negativ belastete Personen, denen weder vertraut noch mit ihnen gehandelt werden darf. Die bereits ausgelieferten Energiezellen sollten also wenn möglich unbrauchbar gemacht oder zerstört werden. Ziel meiner Reparaturen sollte demnach tatsächlich nicht sein, das Schiff wieder funktionsfähig zu machen und ein Abheben von der Planetenoberfläche zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wurde von mir auf Befehl im vorhinein zudem eine Energiezelle dementsprechend vorbereitet, dass sie nach Ablauf einer bestimmten Zeit oder auf Tastendruck per Fernsteuerung eine Überladung im Schaltkreis des Shuttles auslösen kann. Nach Widerrufen des Befehls wurde diese sehr tückische Falle für die orionischen Söldner jedoch nicht installiert. Nach der Durchquerung des Geländes ohne feindlichen Kontakt wurde ich fingiert von den Orionern als Geisel genommen und zum Shuttle geführt. Hier wurden mir alle zur Verfügung stehenden Energiezellen und das gesamte Reparaturmaterial zur Verfügung gestellt. Nach genauen Kalkulationen war es mit dem zur Verfügung stehenden Energievorrat genau möglich, einen Start des Shuttles zu ermöglichen. Zur Verhinderung des Starts, dem Befehl von Mr. Mulligan folgeleistend, genügte es also in jedem Fall etwa ein Drittel des Energievorrats durch vorgetäuschte Reparaturfehlleistungen unbrauchbar zu machen. Entgegen meiner Vermutungen wurde dem orionischen Söldnerpersonal meine offensichtliche Täuschung jedoch nicht offensichtlich, so dass ich nach wie vor sehr wohlwollend behandelt wurde.

Entgegen vorheriger Anmerkungen von Mr. Mulligan hatte ich bei diesen Handlungen keine Probleme, logisch zu handeln. Zum einen leistete ich direkten Befehlen folge, die zur Erfüllung der Mission notwendig waren. Zum anderen schien es logisch, die Söldner entsprechend zu täuschen, da es sich bei diesen Personen um straffällig gewordene Verbrecher handelte, die nur durch eine entsprechende Taktik dingfest gemacht werden könnten. Hätte ich den Söldnern zu einem erfolgreichen Start vom Planeten verholfen, hätte ich mich ebenfalls straffällig gemacht und den Personen zur Flucht verholfen. Demnach schien es nur logisch diese Flucht zu vereiteln und zur Erfüllung der Missionsziele eine erfolgreiche Reparatur vorzutäuschen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass man meine Handlungen auch als unlogisch auslegen und mich einer Lüge bezichtigen könnte. Dennoch ist meine Intention, aufgrund meiner noch nicht sehr ausgereiften Karriere in der Sternenflotte, übergeordneten Zielen kein Hindernis darzustellen und durch unfunktionale Auslegung der Logik Missionsziele zu behindern. Um zu verhindern, dass die Meinung aufkommen könnte, Vulkanier im allgemeinen und ich in diesem Fall legen die Logik immer beliebig aus und neigen zur Unwahrheitsbehauptung, legte ich Lt. (jg) Mulligan meine logischen Beweggründe nach Abschluss der Mission offen und erklärte ihm meine logische Intention. Neben den beschriebenen Handlungen während der Reparatur des Söldner-Shuttles machte ich zudem drei Phasergewehre unbrauchbar, indem ich die Energiezellen entnahm. Eine weitere Waffe wurde von mir zerlegt und als Ersatzteil in den Phasendiversionsspulen des Antriebsinhibitors montiert. Um von einer nicht der Reparatur des Shuttles dienlichen Arbeiten abzulenken, beauftrage ich zwei der Söldner mit unterstützenden Arbeiten bei der Energiepegelung, während ein Dritter das Umfeld vor Cardassianern sicherte.

Nach erfolgreicher Reparatur wurde ich zwar hastig, aber sicher zum Startpunkt zurückgebracht. Dort trafen wir auch Lt. (jg) Mulligan, der die restlichen Energiezellen übergab, was Teil der Abmachung war. Da den Söldnern offensichtlich bewusst war, dass sie mit dem reparierten Shuttle nicht erfolgreich ihren Heimatstandpunkt erreichen konnten, versuchte einer der Söldner noch einen Subraumtransceiver als Gegenleistung für meine Unversehrtheit zu erhalten, was jedoch bereits Teil der ersten Abmachung war. Die Ablehnung von Mr. Mulligan diesen weiteren Tausch betreffend führte schnell zu einer drohenden Eskalation, die von Mr. Mulligan jedoch offensichtlich vorrausgesehen und durch einen versteckt bereitgehaltenen Phaser vereitelt wurde. An dieser Stelle beging ich einen taktischen Fehler, indem ich mich in einer Position aufhielt, in der ich nicht den gesamten Personenkreis einsehen konnte. Das hatte zur Folge, dass ich eine der Orionerinnen nicht im Blickfeld hatte, die mich daraufhin durch eine schnelle Reaktion mit einem Phaser treffen konnte. Hätte ich hier hinter der Person gestanden, hätte ich sie durch eine betäubende Technik außer Funktion setzten können. Da dies eine Übung war, füge ich eine derartige Vorgehensweise zu meinem taktischen Wissen. In der folgenden Nachbesprechung wurde die Mission jedoch als überaus erfolgreich eingestuft. Das Team hatte alle Missionsziele erfüllt und zudem die Orioner, die von der Sternenflotte gesucht wurden, gefangengenommen. Im Rahmen der Nachbesprechung wurde auch meine Vorgehensweise als positiv eingestuft. Ich habe durch mein Verhalten nach der Aussage von Lt. Cmdr. Stafford und Lt. (jg) Mulligan effektiv gehandelt und einen guten Kompromiss getroffen, indem ich den Söldnern geholfen habe, ihnen jedoch nicht die Flucht ermöglicht habe. Auch die Tatsache, dass eine der Waffen unbrauchbar gemacht wurde, wurde erstaunt zur Kenntnis genommen. Offensichtlich wurde ein derartiges Verhalten von mir nicht erwartet, obwohl es durchaus zu den Missionsaufgaben gehörte. Die allgemeine Verwunderung über die Tatsache, dass ich als Vulkanier derartige Handlungen ausgeführt habe, ließ mich zu dem Schluss kommen, dass es nötig war, Mr. Mulligan meine logischen Beweggründe offen zu legen und ihm meine Handlungen zu erklären. Ich wollte nicht riskieren, dass meine logische Handlungsfähigkeit in Frage gestellt werden könnte, was in diesem Fall definitiv nicht der Fall war.

Der weitere Abend zeichnete sich zunächst durch aktive Freizeitgestaltung aus, da offensichtlich keine weiteren Übungen vorgesehen waren. Ich nutzte die Pause, um bei den Nachforschungen nach den Ursachen für meinen möglicherweisen genetischen Defekt aktiv zu werden. Der Kreis der Personen, die bereits über meine Krankheit informiert sind, ist mittlerweile bedenklich gewachsen. Neben Mr. Castle, dem ich den Sachverhalt persönlich anvertraut habe, ist natürlich auch das gesamte medizinische Personal informiert. Auch ein neuer Ensign der medizinischen Abteilung, Ens. Conway schien offensichtlich bereits über den Defekt informiert worden zu sein. Nach wie vor gehe ich von einer Einhaltung der persönlichen Diskretion und der ärztlichen Schweigepflicht aus, um eine Verbreitung der Informationen zu verhindern. Dennoch entschied ich, eine weitere Person in die Sachlage zu involvieren. Es handelt sich um Lt. (jg) Lloyd. Aufgrund der Tatsache, dass ich durch die gemeinsamen Übungssitzungen zur Kontrolle seiner telepathischen Fähigkeiten einen erheblichen Einblick in seine Intimsphäre gewinnen konnte, gehe ich von einer absoluten Diskretion seinerseits aus. Da er in der taktischen Abteilung beschäftigt ist und einen Offiziersrang bekleidet, gehe ich davon aus, dass ihm einige Informationsquellen offen stehen werden, die mir nicht zur Verfügung stehen. Ich informierte ihn über die Krankheit und teilte ihm alle Informationen mit, die ich zu diesem Zeitpunkt hatte. Mr. Lloyd teilte mir mit, dass er persönlich keine besonderen Fähigkeiten besitzt, investigative Recherche betreffend. Dennoch bin ich überzeugt, mit seiner Hilfe weitere Informationen bekommen zu können. Mr. Lloyd sagte mir Unterstützung zu, empfahl mir jedoch zudem, mich an Officer Dawson zu wenden, da sie offensichtlich spezialisiert ist, investigative Recherche betreffend. Aufgrund der hohen Wichtigkeit von Diskretion lehnte ich diesen Vorschlag jedoch sofort direkt ab.

Im folgenden wurden Theaterproben für eine Aufführung eines mir nicht bekannten terranischen Dramas initiiert. Im Anschluss sollte eine erste Darbietung der einstudierten Texte stattfinden. Vor Beginn der Aufführung teilte Lt. (jg) Silok allen anwesenden Personen eine Beobachtung mit, die mir aufgrund fehlender Sorgfalt der Beobachtung entgangen war: Alle Führungs- und Leitungsoffiziere der USS Exeter, die für Notfallsituationen mit einer Zugriffserlaubnis für die Trainingssoftware des Holodecks ausgestattet waren, hatten das Holodeck aufgrund akuter Ereignisse verlassen. Demnach wäre es den anwesenden Personen in einer Notfallsituation nicht möglich gewesen, das Programm zu beenden. Die noch anwesende Cmdr. Terron versicherte, dass sie die notwendigen Zugriffscodes besitze. Damit konnte die Aufführung fortgesetzt werden. Obwohl zunächst – wie ich aus leise stattfindenden Diskussionen erfahren konnte – Mr. Silok übertriebene Sorgfalt unterstellt wurde, stellte sich wenige Minuten später heraus, dass die Warnung nicht unbegründet war. Aufgrund eines bislang ungeklärten Fehlers wurde die gesamte Zugriffssteuerung des Holodecks gesperrt. Das Trainingsszenario geriet offensichtlich in eine kaskadierende Endlosschleife, die den softwaremäßigen Breakpoint der Programmierroutine überging und die Inkrementierung der nötigen Ausstiegsvariable auf einen kontextabhängigen Bezugspunkt setzte. Zudem wurden inhaltliche Parameter anderer Speichersektionen in die laufende Simulation übernommen. Das erste Anzeichen der Fehlfunktion äußerte sich durch eine nicht vorgesehene Holofigur, die ein mir nicht bekanntes Ereignis mit dem Satz „Die Schergen des König nahen“ ankündigte. Sofortige Abbruchversuche des Programms blieben erfolglos. Während die meisten anwesenden Personen in Versuche verfielen, mit den unvorhergesehenen Figuren zu interagieren, kamen Lt. (jg) Tohkinen und ich sofort überein, einen technischen Abbruch der Simulation zu erzwingen. Aufgrund der Tatsache, den Rat meines Ausbilders befolgt zu haben und mein eigenes Werkzeug mitgenommen zu haben, war es uns möglich, eine Zugriffskontrolle generieren zu lassen. Wir demontierten das Panel und versuchen direkten Zugriff auf den Holocomputer zu erlangen. Nach einigen Fehlversuchen wurde jedoch offensichtlich, dass wir zunächst in der nicht korrekt funktionierenden Holodecksimulation gefangen waren. Die Person von Lt.Cmdr. Terron, die ausgab, die nötigen Zugriffsrechte zu besitzen, stellte sich als Hologrammfigur heraus, die die ebenfalls von Deck gegangene Lt.Cmdr. Terron ohne das Wissen der Anwesenden ersetzt hatte.

Im folgenden war es offensichtlich nötig, auch auf die Ereignisse des Holodecks zu reagieren. So bat uns eine der fehlgeleiteten Holodeckfiguren, den Raum zu verlassen, da "die Schergen des Königs nahen", was sich mir nur nach Mutmaßungen als negatives Ereignis offenbarte. Lt. Tohkinen und ich zogen uns in einen der abgelegeneren Räume des Trainingsbereiches zurück, um hier erneute Versuche zu unternehmen, die Software auf technischem Wege zu beenden. Zu unserer Sicherheit versperrte Ens. Wagner den Zugang und bewachte die Räumlichkeit. Mehrere verschachtelte Kaskadenschleifen, umgeleitete ODN-Leitungen und Holorelais machten es uns nach mehrminütigen Versuchen unmöglich, die Software zu stoppen und einen Ausstiegspunkt zu definieren. Als mir diese Tatsache bewusst wurde, kombinierte ich eine technische Möglichkeit mit einem taktischen Vorgehen, dass ich einer Schachpartie mit Mr. Lloyd ableitete. Aufgrund regelmäßigen Klopfens mit einem Turm auf der Tischfläche erklärte mir Mr. Lloyd vor einigen Wochen die Natur eines auf der Erde bekannten Verschlüsselungsalgorithmus, der auf eine Erfindung von Samuel Morse zurückgeht. Ich studierte den Code und war dadurch in der Lage, ein Feedback in eine der Energieleitungen einzubringen, die zur Kontrollstation auf der Brücke führte. Durch gezielte Manipulation der Amplitude der Störung positionierte ich eine kurze Notfallmeldung in der Energieleitung. Aufgrund der sich zuspitzenden Situation im Holodeck, die bereits zu Kampfhandlungen mit archaischen Waffen geführt hatte, war es nun dringend nötig, das Gebäude zu verlassen.

Die folgenden Ereignisse fanden ohne großen Einfluss der technischen Abteilung statt, sodass ich sie hier nur kurz schildern möchte: Mehrere Wanderungen durch bewaldetes Gebiet unter Leitung einer uns positiv gesinnten Holofigur führten uns in mehrere weitere Gebäude. Diverse andere Figuren, hauptsächlich aus fremden Holoprogrammen anderer Crewmitglieder mischten sich in das Szenario. Unter anderem gesellte sich eine cardassianisch aussehende Person zu uns, die offenbar Funktionsroutinen des MHN kopiert hatte. Sie gab sich als „Doc“ aus und verteilte halluzinogene Drogen, die sich jedoch schmerzlindernd und wachstumsfördernd auswirkten. Ein weiteres Indiz für Routinen aus dem MHN. Nach mehreren Wanderungen und Gesprächen stellte sich heraus, dass nur ein kontextbezogener Programmausstieg möglich war, der in einer Tötung einer Führerpersönlichkeit aus einer Holonovelle bestand. Mehrere Rituale führten die anwesenden Personen zu diesem Führer. Dazu zählten unter anderem ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem Gegenstände in ein Gefäß geworfen werden mussten und der Initiierung eines Geschlechtsaktes zwischen Ens. Jaris und einer Ferengiperson. Für mich und Lt. Tohkinen hatte noch eine Entwicklung von Officer Castle Relevanz. Er schlug eine bestimmte Modifikation der Tricorder vor, die es möglich machen sollte, die Kraftfeldstrukturen des Holodecks zu beeinflussen. Nachdem wir zu dritt die Modifikationen diskutierten, konstruierten und durchführten, konnten erste Tests durchgeführt werden. Problematisch erwies sich jedoch die Umgebung. Eine Art Gaststätte, in dem das auf dem Holodeck anwesende Personal untergebracht worden war, musste trotz beengter Platzverhältnisse und schlechter Beleuchtung sowie fehlender Arbeitsmittel als Arbeitslabor dienen. Zusätzlich erwies sich die Person des „Docs“ als hinderlich, da sie von den Modifikationen am Tricorder erfahren hatte und ein derartiges Gerät in Besitz nehmen wollte. Zwar hatte die Rekursivschleife den Charakter nicht mit dem nötigen Wissen ausgestattet, ein derartiges Gerät zu bedienen, die Beobachtung, dass Lt. Tohkinen und ich jedoch in der Lage waren dies zu tun, führte jedoch offensichtlich zu dem Schluss, ebenfalls dazu in der Lage zu sein. Mehrere Entwendungsversuche der modifizierten Tricorder konnten vereitelt werden. Schließlich konnte die Figur „Doc“ als Funktionstest der Modifikation genutzt werden. Offensichtlich war es uns durch die Modifikation gelungen, gewissen Holodioden in der Übergabe der Kraftfeldparameter zu stören. Demnach konnte eine Diode, die auf der X, Y oder Z-Achse ein Kraftfeld emittierte, welches in Bewegung versetzt war derart gesperrt werden, dass eine Übergabe der Kraftfelddaten nicht möglich war. Somit war das generierte Objekt nicht der Lage, Bewegungen auszuführen, so es vom Computer dazu vorgesehen war. Dieser taktische Vorteil wurde von uns dupliziert und in mehrere Tricorder integriert. Eine kurze Einweisung der Bediener erfolgte ebenfalls. Dieser taktische Vorteil sollte von uns für die bevorstehende Tötung der Führerperson genutzt werden. Viele der anwesenden Crewmitglieder, die sich zunehmend mit den ihn gegebenen Charakteren der Erlöser der Holocharaktere identifizierten, bezeichneten diese Kampfhandlung als Endschlacht. Aufgrund nicht funktionierender Sicherheitsbeschränkungen bestand in dieser Situation tatsächlich Gefahr für die beteiligten Personen. Zunächst plante ich, mich nicht in die taktischen Handlungen zu involvieren, da aufgrund fehlender Kenntnis im Gebiet des Nahkampfes nicht von einem Erfolg auszugehen war. Demgegenüber stand jedoch ein direkter Befehl, der von Ens. Wagner erteilt wurde, nachdem die ersten Crewmitglieder den Raum betraten, in dem die Kampfhandlungen ausgetragen werden sollten. Ens. Wagner befahl allen Personen, den Raum zu betreten und sich aktiv am Kampf zu beteiligen. Nachdem auch Lt. Tohkinen, der sich mit zweien der modifizierten Tricorder ausgerüstet hatte, den Raum betrat, folgte ich ihm. Wir trafen dort auf unterschiedliche Charaktere, die offensichtlich aus sehr unterschiedlichen Holoprogrammen zusammengesetzt worden waren. Nachdem mehrere Treffer durch eine Nahkampfwaffe Lt. Tohkinen bewusstlos werden ließen, übernahm ich einen seiner Tricorder und eine der auf dem Boden positionierten Nahkampfwaffen, um dem Befehl von Ens. Wagner Folge leisten zu können. Nachdem es mir möglich war, einige der Figuren in einen bewegungslosen Zustand zu versetzen, führte meine nicht vorhandene taktische Erfahrung dazu, mir nicht der weiteren Vorgehensweise bewusst zu sein. Während ich abschätzte, ob die von mir bewegungslos gemachten Personen ihrer Waffen entledigt werden sollten um ihre Kampfkraft zu verringern oder ein direktes Vordringen zum Führercharakter vorzuziehen ist, endete der zeitlich begrenzte Effekt der Bewegungslosigkeit einer nebenstehenden Person, der es daraufhin möglich war, mich mit mehreren Hieben in den Hüftbereich bewusstlos zu schlagen.

Während meiner Bewusstlosigkeit war es den anderen Offizieren offensichtlich möglich, die Führerperson zu besiegen. Wie mir später mitgeteilt wurde, floh sie aus dem Gebäude. Die Versorgung meiner Verletzungen wurde mit einer enormen zeitlichen Verzögerung durchgeführt. Zudem wurde mir gegen meinen Willen eine der halluzinogenen Substanzen vom Doc verabreicht, die offensichtlich zu meiner Genesung beitrug, mir jedoch in Teilen eine Kontrolle über meine Körperfunktionen unmöglich machte. Nachdem ich das Bewusstsein wiedererlangt hatte, war die als Endschlacht bezeichnete Kampfhandlung offensichtlich beendet. Während einige der verwundeten Personen versorgt wurden, wurden im Gebäude Vorkehrungen getroffen, um eine üppige Mahlzeit einzunehmen. Aufgrund der Tatsache, dass die Führerperson offensichtlich besiegt worden war, die Holodecksimulation aber nach wie vor aktiv war, schätze ich die Chancen sehr schlecht ein, dass aufgrund der offensichtlich defekten Holomatrix ein Breakpoint gesetzt wurde. Demnach vermutete ich, weitere Anstrengungen vornehmen zu müssen, um das Holodeckprogramm zu beenden. Die Stimmung der Crew hob sich dennoch deutlich, was durch eine Anhebung der Stimmlage, Gelächter und Gesang deutlich wurde. Ein Großteil der Anwesenden Personen identifizierte sich offensichtlich mittlerweile mit der Rolle, eine Person in einer Novelle zu sein, die in einem literarischen Zeitalter der Erdbelletristik spielt. Im Rahmen der Vorbereitungen für das Abendessen war es notwendig, die Verteilung der Drogen dauerhaft zu unterbinden. Die Person Doc war nach wie vor sehr am Besitz eines Tricorders interessiert. In einem Tauschangebot offerierte er mir alle Drogen, die in seinem Besitz waren gegen einen Tricorder. Vor der Übergabe machte ich ihn durch eine Deaktivierung der Software unbrauchbar und übergab die eingeforderten Drogen Lt. (jg) Stark. Vor allem Ens. Sias litt offensichtlich sehr unter der Einnahme der Droge. Aufgrund der Tatsache, dass er handgreiflich wurde und Lt. (jg) Lloyd angriff, war es notwendig, Ens. Sias unschädlich zu machen. Ich wandte den Nervengriff bei ihm an. Abgesehen von der Ausbildung habe ich diese Fertigkeit noch nicht angewandt, konnte aber Lt. (jg) Lloyd dennoch erfolgreich helfen. Während des Abendessens in gemeinsamer Runde wurden mehrfach Huldigungen, Loblieder und Sprechchöre für die Leiter der Teams angestimmt. Im Gegensatz zu vielen anderen Crewmitgliedern schloss ich mich diesen nicht an. Zudem erschien es mir unlogisch, mich mit einer fiktiven Person zu identifizieren, weshalb ich mich auch gegen die Empfehlung von Lt. (jg) Lloyd nach wie vor als Unteroffizier der Sternenflotte identifizierte.

Im Verlauf des Abendessens war es Ens. Parker offensichtlich möglich, von aussen einen Breakpoint in die Steuerung der Software zu implementieren. Aufgrund dessen konnte das Programm extern gestoppt werden. Aufgrund der Tatsache, dass die eintretenden Führungsoffiziere der USS Exeter die anwesenden Crewmitglieder in einer fröhlichen und feiernden Situation auffanden, nachdem extern offensichtlich ebenso viele Versuche unternommen wurden, Zugriff auf das Holodeck zu erlangen wie intern, war vor allem Cmdr. O’Reardon in negativer Stimmung und verlangte ausführliche Erklärung der Situation, die jedoch nicht zur Zufriedenheit der Führungsoffiziere war. Mein Versuch, eine Energiemodulation in Form des Morsecodes zu implementieren war auf der Brücke zwar offensichtlich angezeigt, jedoch nicht durch die anwesenden Personen dechiffriert worden, wie Lt. Cmdr. Stafford mich informierte. Der weitere Abend verlief ohne weitere Komplikationen. Dennoch wurden mir diverse Gerüchte zugetragen, in denen es um Schuldzuweisungen das Softwareproblem betreffend ging. Demnach konnte die Stimmung durchaus als negativ bezeichnet werden. Ich plante, auf meine Ruheperiode zu verzichten und Ens. Parker bei der genauen Analyse der Vorfälle zu unterstützen. Dies wurde mir durch Cmdr. O’Reardon jedoch untersagt. Er argumentierte, dass er eine dritte Meinung der Vorfälle einholen wolle, die durch mein Zutun verfälscht werden könne. Aufgrund der logischen Sichtweise der Vorfälle, meine neutrale Haltung zu jeglichen Holodeckfiguren und die Tatsache, einen Abgleich meiner internen Daten mit den externen Daten von Ens. Parker durchführen zu können, schien mir die Entscheidung des Commanders auf keinen Fall logisch.

21.12.2374:

Neben einem schriftlichen Test, den die Teilnehmer des Brückentrainings zu absolvieren hatten, fand lediglich eine kleine weitere Übung für unsere Gruppe statt. Wir wurden zunächst, unter dem Vorwand, bei einem weiteren Briefing anwesend zu sein an einen Tisch gebeten. Die Führungsoffiziere verließen den Raum. Eine inszenierte, zunächst verbal ausgetragene Streitigkeit zwischen Officer Dawson und Ens. Yxen entbrannte. Wie sich später herausstellte, handelte es sich hierbei um den tatsächlichen Ausbildungsinhalt mit dem Ziel, anbahnende Streitigkeiten zu deeskalieren. Für Ausbilder Ens. Wagner zufriedenstellend schnell unterbanden etliche der anwesenden Personen die Streitigkeiten. Persönlich trug ich nichts zur Aufhebung der Situation bei. Im Moment des Beendens der Übung war ich jedoch im Begriff, ein Sicherheitsteam zur Hilfe zu ziehen, was eine korrekte Maßnahme dargestellt hätte, wie mir Mr. Wagner versicherte. Aufgrund der emotional belastenden Situation für einige der Crewmitglieder den Krieg gegen das Dominion betreffend sei durchaus regelmäßig mit derartigen Streitigkeiten zu rechnen, versicherte Ens. Wagner. Im Anschluss fand eine kurze Einweisung in die Benutzung des Phasergewehrs, Typ drei statt. Im Rahmen der Ausbildung war es unser Ziel, je ein Simulationsobjekt mit unterschiedlicher Form zu treffen, was mit gelang. Weiterhin wurden wir darauf hingewiesen, dass sich ein derartiges Gewehr nicht für Nahkampfangriffe gegen einen Gegner eignet, was mich zu der Überlegung brachte, im Rahmen eines Forschungsprojektes ein stabiles Phasergewehr zu konstruieren, dass sich als Nahkampfwaffe einsetzen lässt. Im Anschluss an die Ausbildung wurde der Status der anwesenden Crewmitglieder auf dienstfrei gesetzt.

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