Storyline

Starfleet Operations Con 1

Persönliches Computerlogbuch Ens. Jaris Lhasa

15. Mai 2374

Die Propheten haben meine Gebete erhört, Tirel ist auf dem Weg der Besserung. Sie werden ihn aber wohl anschließend nach Tonga verlegen und nicht nach Bajor. Eigentlich auch egal, denn unsere neue Mission wird mir leider sowieso keine Zeit für einen Besuch bei ihm gestatten. Noch wissen wir nichts Näheres, aber wir sind alle schon sehr gespannt auf unseren nächsten Auftrag.

24. Mai 2374

Heute habe ich im 10-Vorne zufällig Ens. Stark getroffen. Erst habe ich überlegt, mich zu ihm zu setzen, aber das habe ich verworfen. Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Jedes Mal, wenn ich ihn sehe, bekomme ich weiche Knie und habe so ein komisches Gefühl in der Magengegend. Einerseits hätte ich gerne näheren Kontakt zu ihm, andererseits weiß ich in seiner Gegenwart nie, was ich sagen soll. Ich kriege kein Wort raus und dann ist es mir peinlich, in seiner Nähe zu sein. Sonst passiert mir so etwas doch nicht. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Propheten helft mir! Vielleicht sollte ich einmal mit unserer Counselor darüber sprechen? Nee, die hat sicherlich mehr als genug zu tun, besonders wo sie sich jetzt um Dawson kümmern will, dass ich sie mit solchen Belanglosigkeiten nicht belästigen muss.

15. Juni 2374

Lt. Tohkinen hat mich heute darauf angesprochen, ob er mir evtl. bei meiner Abschlussarbeit für die Akademie behilflich sein könne. Er hat den Vorschlag gemacht, anhand der über das cartalianische Fiebervirus bekannten Daten eine Matrize für den Biofilter des Transporters zu erstellen. Ich habe sein Angebot gerne angenommen, da ich momentan mangels Biomasse zum direkten Erforschen sowieso in einer Sackgasse stecke. Ja, ich habe wieder gemerkt, Technik ist nicht mein Gebiet. Ich habe mir, glaube ich, von Tohkinen alle Zusammenhänge mehrfach erklären lassen müssen, bis ich begriffen habe, was er mir sagen wollte. Leider gibt es so gut wie keine Aufzeichnungen über das Virus, außer einem Transporterlog, das aufgrund der Tatsache, das die gebeamte Person das Virus in sich und somit auffällige Merkmale trug, gespeichert blieb und nicht wie üblich nach der regulären Zeit gelöscht wurde. Ich habe Tohkinen die Daten gezeigt und er hat entsprechende Berechnungen angestellt. Überraschenderweise bat er mich dann, ihn auf das Holodeck zu begleiten. Dort hat er mir dann nicht nur eine Simulation des Virus in 3D sondern auch eine vorläufige Matrize gezeigt. Diese ist natürlich nur grob und muss auf falsche Viren sowie auf Stimmigkeit der Parameter überprüft werden. Da kommt eine Menge Arbeit auf mich zu. Da in der Matrize die Mutationsfähigkeit des Virus noch nicht erfasst ist, überlege ich jedoch, ob ich diese erst erforsche, wir sie dann in die Matrize einbringen und ich sie dann auf Stimmigkeit überprüfe, sonst könnte die vorherige Überprüfung fehlerhaft sein und ich müsste von vorne beginnen.

3. Juli 2374

Tirel wurde nach Tonga verlegt. Wie lange er dort bleiben muss, weiß er noch nicht. Aber wie ich ihn kenne, wird er alles daran setzen, möglichst schnell wieder auf ein Schiff zu kommen.

14. Juli 2374

Ich habe versucht, Stark in den letzten Wochen aus dem Weg zu gehen, aber es funktioniert nicht. Wir laufen uns auf dem Schiff immer wieder über den Weg, haben gemeinsame Bekannte, Kontakt lässt sich nicht vermeiden. Außerdem möchte ich mich ja auch nicht ständig von ihm fernhalten, dazu finde ich ihn ja viel zu nett. Gehe ich ihm aus dem Weg, vermisse ich ihn, bin ich in seiner Nähe, bin ich nicht mehr ich selbst. Das muss aufhören!

25. Juli 2374

Wir sind endlich wieder unterwegs. Nach den Monaten in der Nähe von Sternenbasis 375 ging es endlich wieder los. Unsere nächste Mission hat begonnen. Wohin wir fliegen weis ich noch nicht, aber wir werden es wohl noch erfahren. Eben hat Captain Starkov die Abteilungsleiter und Stellvertreter zu einer Konferenz einberufen. Dort wird er ihnen wahrscheinlich unseren Auftrag und das Ziel der Mission erklärt haben. Ich frage mich nur, wer die medizinische Abteilung informiert. Cmdr. Caine ist derzeit nicht an Bord der Exeter und einen Stellvertreter gibt es nicht. Abwarten. Lt. Darrim war dann so nett, uns über unsere Mission aufzuklären. Ja, der leitende Flugkontrolloffizer. Was ich gehört habe, gefiel mir ganz und gar nicht. Ein Tiefenaufklärer der Sternenflotte hat im cardassianischen Raumgebiet Trümmerteile eines Föderationsschiffes gefunden. Unsere Aufgabe soll es sein, diese Trümmer zu untersuchen und evtl. Überlebende zu finden. Cardassia – wenn ich den Namen schön höre, könnte ich... Computer Pause.

Compter weiter. Cmdr. Stafford hat die Befehlkette wieder hergestellt. Cmdr. Caine wird wegen einer wichtigen Konferenz die nächsten Tage nicht an Bord sein und daher nicht an der nächsten Mission teilnehmen. Die Leitung der Krankenstation soll ich übernehmen. Warum er mir dazu allerdings gratuliert hat, weiß ich nicht. Wenn ich die Aufgabe erfülle ist dies eine große Chance, wenn ich versage kehre ich am besten auf die Akademie zurück. Propheten, bitte gebt mir Kraft für diesen Auftrag. Ich habe Angst – ich weiß nicht, ob ich jetzt schon für so eine Mission und eine solche Leitungsfunktion bereit bin Aber es musste ja früher oder später so etwas kommen, dann eben jetzt.

Wir haben den Dorvan Sektor angeflogen, um dort nach den Trümmerteilen zu suchen. Aufgabe der Krankenstation war es, sich um die Bioscans zu kümmern. Ich habe versucht, dies zunächst von der Krankenstation aus durchzuführen, jedoch erwies sich die Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsstation auf diese Weise als zu umständlich. Ich habe daher die Modifikationen auf die Wissenschaftsstation transferiert und von dort weiter gearbeitet. Unsere Sensoren wurden schnell fündig und die Jägerstaffel brach auf, um die Trümmerfelder näher zu untersuchen. Sie fanden tatsächlich etwas Brauchbares und brachten es an Bord. Die Altersbestimmung der Trümmer ergab, dass das Schiff 2366 gebaut und vermutlich auch im gleichen Jahr zerstört wurde. Ferner enthielten die Teile noch Bruchstücke von Logbüchern einiger Besatzungsmitglieder. Allerdings waren diese stark verzerrt und mit Rauschen überlagert. Officer Dawson gelangt es jedoch das Rauschen herauszufiltern und die Nachrichten abspielbar zu machen. Offensichtlich waren es Logbücher eines Platoons der Tactical Force, das sich an Bord der USS Yoshima befand sowie des Captains der Youshima selbst, mit dem Auftrag, 2366 während der Friedensverhandlungen der Föderation mit den Cardassianern einen Brückkenkopf im Cardassianischen Raumgebiet zu errichten. Vielleicht als 'letztes As im Ärmel', sollten die Verhandlungen scheitern. Das Team wurde offensichtlich auf einem strategisch günstigen Planeten abgesetzt und die USS Yoshima auf dem Rückflug in Föderationsgebiet von den Cardassianern angegriffen und zerstört. Verwunderlich ist nur, warum sich bis heute niemand für das Verschwinden der Yoshima interessiert hat und warum die Trümmer bisher nicht geborgen wurden. Viel problematischer ist jedoch noch, dass sich unter den Logbucheinträgen auch einer von Officer Dawsons Mutter befindet. Sie gehörte zu jenem Platoon, dass im Dorvan Sektor abgesetzt wurde. Ob das Team noch lebt ist unbekannt, aber bei der Ausbildung der Tactical-Mitglieder nicht so unwahrscheinlich. Ich bete für Jacqueline, dass ihre Mutter noch lebt.

Meine erste Konferenz der Abteilungsleiter verlief mehr als blamabel. Der Captain wollte einfach nur von jedem die Meinung hören, ob es sinnvoll sei, nach dem verschwundenen Team zu suchen oder nicht. Und ich hatte nichts dazu zu sagen. Klar hatte ich eine Meinung, aber die stammt noch aus Zeiten des Widerstands: "Wenn wir die Chance haben, jemanden da raus zu holen, dann versuchen wird das. Ganz einfach." Aber eine exakte Analyse? Fehlanzeige. Ich muss auf diesem Gebiet unbedingt arbeiten. Aber ich hoffe, man erwartet von den Ärzten nicht die überragende Analyse sämtlicher Für und Wider in so einer Situation. Nichtsdestotrotz habe ich in diesem Moment vollkommen versagt. Ich sollte mir überlegen, meine Akademieprüfung nach hinten zu verschieben, vielleicht sogar an die Akademie zurück zu kehren, das wäre wohl klüger. Vor Allem, wenn man sich die Kommentare der übrigen anwesenden Offiziere in der Besprechung anhört. Okay, O'Reardon hat den Ball geschickt an den Captain zurückgespielt mit der Aussage, da wir den Kontakt zum Flottenkommando nicht riskieren könnten, läge die Entscheidung allein im Ermessen des Captains. Seine Meinung hat er uns dadurch geschickt vorenthalten. Was mich betrifft werde ich jedenfalls jetzt noch ganz klein, wenn ich an die Konferenz zurückdenke. Cpt. Starkov (wie die meisten der anwesenden Führungsoffiziere) entschied letztendlich, dass die Exeter versuchen werde, Überlebende des Tactical Teams zu finden. Ich bin froh darüber, besonders im Hinblick auf Jacqueline.

26. Juli 2374

Trel als stellvertretender Sicherheitschef hat für seine Leute offensichtlich einen Besuch auf der Krankenstation zwecks Routineuntersuchung angeordnet. Jedenfalls trudelten die Sicherheitsleute so nach und nach hier ein. Drinkmann muss da allerdings als Vorbild genannt werden. Er kam gestern Abend freiwillig zu mir und bat um einen Routinecheck. Den haben Kaleb und ich heute morgen durchgeführt. Da war es noch ruhig an Bord. Dann hat uns die Technik um Mithilfe gebeten. Sie hatten wohl einige neutrinoverseuchte Gelpacks, die sie allein nicht reparieren konnten. Da es sich um organisches Gewebe handelte, fragte Officer T'Aloviks, ob die medizinische Abteilung vielleicht Rat wüsste. Kaleb und ich haben in der Tat eine Möglichkeit gefunden, die Strahlenverseuchung mittels Hydronalin in den Griff zu bekommen. Um die Vergiftungen des Hydronalin abzumildern haben wir den Gelpacks noch Neurovin verabreicht. Sie sprachen gut auf die Behandlung an. Weitere Informationen befinden sich in den entsprechenden Berichten "Behandlung neutrinoverseuchter Gelpacks " von Officer Kaleb.

Da der Captain beschlossen hatte, die drei in Frage kommenden Systeme Trelka, Cuellar und Sheva quasi zeitgleich anzufliegen, wurden drei Außenteams eingeteilt. Ein Team unter Cmdr. O'Reardon würde das Sheva System untersuchen, Cmdr. Stafford würde das Team anführen, das mit dem Runabout Trelka anfliegen sollte und die Exeter wollte sich um Cuellar kümmern. Ich war dem Team von Cmdr. Stafford zugeteilt – mal wieder ein Bodeneinsatz. Weiterhin waren dem Team zugeteilt: Für die Sicherheit Ens. Wagner, Officer Dawson und Cadet Vaughn, für die Wissenschaft Officer Castle, für die OPS Officer O'Kenner, als Pilot Officer Drinkmann. Und wie sollte es auch anders sein, war auch Ens. Stark Mitglied dieses Teams. Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen sollte oder nicht. Egal. Einsatz ist Einsatz. Dann also los. Ich übergab Kaleb, wie schon mehrfach auf dieser Mission, die Leitung über die Krankenstation. Ich war mir sicher, er würde seine Sache wie immer sehr gut machen.

Es hätte ein ruhiger Flug nach Trelka werden können; Drinkmann ist schließlich ein hervorragender Pilot und im Runabout quasi zu Hause. Aber kurz vor unserem Ziel beim Anflug auf den Planeten musste natürlich eine Plasmaleitung reißen. Cmdr. Stafford gelang es gerade noch einen Nottransport zu initialisieren. Als wir uns wieder materialisierten, standen wir mitten im Wald auf Trelka, nahe einer Felswand. Den Propheten sei Dank, keiner von uns war verletzt. Von Cmdr. Stafford war jedoch weit und breit nichts zu sehen oder zu hören. Glücklicherweise meldete er sich kurze Zeit später über den Kommunikator. Er war unverletzt und konnte das Runabout notlanden. Allerdings war dieses wohl ziemlich zerstört. Ob wir es wieder flugtauglich bekämen war fraglich. Cmdr. Stafford schlug daher zunächst vor, uns bei den Koordinaten, bei denen wir zuvor eine Phaserexplosion geortet hatten, zu treffen. Ens. Stark übernam die Führung unseres Teams in Abwesenheit von Cmdr. Stafford.

Wir machten uns auf den Weg durch den Wald. Die Flora und Fauna auf Trelka ist fantastisch. Die Vögel zwitscherten und überall raschelte es im Gebüsch. Ein Planet wie geschaffen zum Besiedeln und ich frage mich, warum ihn die Cardassianer so lange unbewohnt gelassen haben. Zudem war es ein warmer Sommertag und man hätte den Weg fast genießen können, wenn man sich nicht mitten im Gebiet des Feindes befunden hätte. Das gesamte Team war sichtlich angespannt und nervös, einzig Officer O'Kenner konnte sich keinen noch so schlechten Witz verkneifen. Ich habe nicht mehr hingehört. Ens. Wagner und Officer Dawson bilden die Vorhut, O'Kenner und Vaughn bleiben hinten. Wir scannten nach Lebensformen, insbes. cardassianischen, und ich versuchte so viele Daten wie möglich über die Flora und Fauna des Planeten zu erfassen. Vielleicht habe ich irgendwann einmal die Gelegenheit, diese auszuwerten. Auf unserem Weg mussten wir jedoch feststellen, dass unsere Tricordersignale offensichtlich durch irgendetwas gestört wurden. Officer Castle versuchte, die Tricorder entsprechend zu modifizieren, aber die Störung ließ sich nicht beheben. Zum Glück war unser Funkkontakt mit Cmdr. Stafford nicht gestört, so dass wir ab und an von ihm hörten. Er hatte unterwegs eine alte cardassianische Sonde gefunden, offenbar zerstört; seine Untersuchung ergab ansonsten nichts Ungewöhnliches. Nachher habe ich mir gewünscht, er hätte die Untersuchung mit einem medizinischen Tricorder und einem detaillierten Bioscan durchgeführt – das hätte uns viele Unannehmlichkeiten erspart, aber die Propheten haben es anders gewollt. Wir schenkten der Sonde keine weitere Beachtung und setzten unseren Weg fort. Dabei fanden wir auch die Ursache der Tricorderstörung heraus. Auf der Planetenoberfläche gibt es offen zu Tage tretende Erzvorkommen, die die Tricordersignale wie ein Spiegel reflektieren und hin und her werfen. Castle und O'Kenner konnten einen Tricorder modifizieren und ihn auf den größten Erzblock (die Quelle der Störung) legen. Danach funktionierten unsere Tricorder wieder normal. Ich nahm noch eine Probe des Erzes, bevor wir weiter gingen. Und noch einen weiteren Fund machten wir: Eine Leiche, ziemlich stark verbrannt, Terraner, männlich. Seit ein paar Tagen tot. Mehr konnte ich nicht feststellen, dazu hätte ich den Biocomputer der Krankenstation gebraucht. Ich nahm nur ein Probe, um sie später zu untersuchen.

Es war ruhig, zu lange schon war es einfach viel zu ruhig und dann fielen die ersten Schüsse. Okay, die Formulierung hakt, aber ich finde sie schön. Wir waren auf einen Trupp Cardassianer gestoßen – ausgerechnet Cardassianer! Aber worauf auch sonst? Es gab Verwundete im Team, glücklicherweise nur Brandverletzungen. Viel schlimmer war, dass unser Team durch den Angriff vollkommen im Wald versprengt wurde. Immer wieder kam es zu Feuergefechten. Ich hörte über den Kommunikator wie die Leute nach einem Arzt riefen, aber es war so verdammt schwer, die Verletzten im dichten Wald auszumachen. Offensichtlich war Ens. Stark verletzt und das Team wurde zunehmend kopflos. Jeder versuchte auf eigene Faust einen Kameraden zu finden; die Suche endete mit noch mehr Verletzten. Ich blieb mit Vaughn und Castle zurück, als die Cardassianer uns unter Mörserbeschuss nehmen. Nebenbei bekam ich noch mit, dass Stafford ganz in der Nähe sein musste und offensichtlich in ein heftiges Feuergefecht verwickelt war. Ich vermutete, dass er verletzt war, konnte ihn aber nicht erreichen. Der Wald war einfach zu dicht, insbesondere das Unterholz, und die Cardassianer hatten den Vorteil, das Gelände genau zu kennen. Zudem benutzten sie Störsignale, so dass unsere Tricorder sie nicht ausmachen konnten. Ich zog mich mit Castle und Vaughn zurück. Beide schienen ein wenig hilflos in der Situation, was ich bei Castle als Wissenschaftler gut nachvollziehen kann. Ja, und Vaugh war noch Kadett. Es gelang uns, einige unserer verletzten Kameraden zu finden. Zum Glück hatten auch diese nur schwere Verbrennungen und ich konnte sie vor Ort einigermaßen zufrieden stellend behandeln. Ich weiß nicht, wie viele Gegner da draußen waren und wie lange wir würden durchhalten können, wenn wir keine geeignete Deckung finden würden. Die Cardassianer scheinen überall zu sein. Nach dem die Verletzten versorgt waren, versuchte Ens. Stark (bei den Propheten, bis ich den im Gebüsch endlich gefunden hatte, dachte ich schon, ich käme zu spät) das Team zu sammeln. Ich drängte darauf, Cmdr. Stafford zu suchen, da ich befürchtete, dass er je nach Schwere der Verletzung dringend ärztliche Hilfe benötigen würde. Wieder waren die Cardassianer dagegen, wieder kamen wir nicht weit. Diese Bestien hatten Ens. Wagner in ihre Gewalt gebracht, und sie scheuten natürlich auch nicht davor zurück, ihm genau dieselbe auch anzutun. Wenn ich nur einen von denen in die Finger gekriegt hätte… Computer Pause – Computer weiter. Stark versuchte mit den Cardassianern zu verhandeln, aber wie es nicht anders zu erwarten war, fanden er und der cardassianische Gul keine gemeinsame Basis. Ich kann nicht anders als Stark zu bewundern. In solch einer Situation noch die Ruhe für Verhandlungen zu haben und dazu so viel diplomatisches Geschick aufzubringen, beneidenswert. Aber ich glaube, dazu werden Führungsoffiziere ausgebildet. Ich wünschte, ich könnte das auch, aber wahrscheinlich hätte ich dem Gul nur gesagt er könne mich 'mal sonst was, verhandelt würde nicht und damit dem Leben von Ens. Wagner ein Ende gesetzt. Nun gut, dazu kam es ja nicht. Dank an die Propheten. Während Stark noch verhandelte, schaffte ich es, erneut Kontakt zu Cmdr. Stafford aufzunehmen. Und diesmal waren die Propheten mit uns. Er hatte tatsächlich die überlebenden Mitglieder des Tactical Platoons gefunden und befand sich bei ihnen. Ich schlug Stark vor, uns dem Platoon anzuschließen, da diese über eine offensichtlich gute Deckung verfügten und die genau brauchten wir. Leider lag zwischen uns und den Tacticals eine ziemlich große freie Fläche. Aber unter Feuerschutz des Tactical Teams schafften wir es, diese einigermaßen unbeschadet zu überqueren. Das Team hatte auch eine Feldmedizinerin dabei, Lt. Cmdr. Duboit. Wir hatten Jacquelines Mutter tatsächlich gefunden. Ich fasse das immer noch nicht so ganz. Ich habe schon viel gesehen, aber das Dawson die Beine versagten und sie einfach umkippte, ist noch nicht passiert. Ihre Mutter nahm die Sache etwas gefasster auf, aber auch sie war natürlich von Gefühlen überwältigt, zumal sie geglaubt hat, ihre Tochter sei tot. Ich konnte den beiden nicht zuschauen. Es tat einfach zu weh. Computer erneut Pause. – Weiter. Ich konzentrierte mich allein auf meine Arbeit. Und was ich sah gefiel mir immer weniger. Das gesamte Tactical Team (leider muss ich sagen, das was davon noch überlebt hatte), war mit einem Virus infiziert. Es schien Fieber und schwere innere Blutungen zu verursachen und ein Gegenmittel hatten wir nicht. Woher auch? Bei einem der Tacticals war die Krankheit so weit fortgeschritten, dass ich ein Stasismittel verabreichen musste, um eine Chance zu haben, sein Leben zu retten. Ich untersuchte darauf hin die Crewmitglieder der Exeter und musste feststellen, dass auch diese einschließlich mir, mit dem Virus infiziert waren. Aus dem Gespräch mit Cmdr. Duboit erfuhr ich, dass die Cardassianer das Virus auf Trelka eingeschleust hatten, um es an den Tacticals zu testen. Jetzt war auch klar, wofür die Sonde gedacht war: Sie hatte das Virus auf den Planeten gebracht. Hier unten konnten wir niemandem helfen. Wir brauchten die medizinischen Einrichtungen der Exeter oder zumindest das Medizinmodul des Runabouts. Also machte sich ein Team auf, das Runabout zu holen. Leider mussten wir unverrichteter Dinge zurückkehren. Die Cardassianer hatten das Shuttle gefunden und den Weg dorthin vermint. Wir hatten keine Chance, das Schiff zu erreichen, zumal wir befürchteten, die Cardassianer würden sich noch in seiner Nähe aufhalten. Als wir zum Rest der Gruppe zurückkehrten, war Ens. Wagner wieder bei ihnen. Es war ihm tatsächlich gelungen, sich selbst aus der Hand der Cardassianer zu befreien, indem er eine Blendgranate zündete, die seine Wächter bei der Durchsuchung übersehen hatten. Was für Luschen hat die cardassianische Führung nur auf Trelka abgesetzt? Auf Bajor wäre denen das nicht passiert. Aber trotzdem: Hochachtung für Ens. Wagner!

Uns blieb nichts anderes übrig, als uns mit den Tacticals zusammen in deren Deckung einzuigeln und auf das Eintreffen der Exeter zu warten. Ich betete, dass sie schnell kommen möge, denn den Infizierten ging es zunehmend schlechter. Besonders Cmdr. Stafford, der eine aufgrund seines Kontakts mit der Sonde besonders hohe Dosis der Viren abbekommen hatte. Von Cmdr. Duboit erfuhr ich weiterhin, dass Trill von der Krankheit nicht betroffen würden, sie schienen eine natürliche Immunität dagegen zu besitzen. Vulkanier hingegen träfe die Krankheit besonders schwer, sie würden viel schneller sterben als irgendeine andere Spezies. In meinem Kopf rasten die Gedanken, aber ohne weitere Forschung kam ich zu keinem Ergebnis. Wo blieb die Exeter? Inzwischen setzten uns die Cardassianer auch immer weiter zu. Einigen Team-Mitgliedern gelang es zwar durch beherzten Einsatz den einen oder anderen Gegner zu eliminieren, aber das verschaffte uns nur kurzzeitig Luft. O'Kenner mit seinen ständigen Alleingängen war auch nicht gerade ein Vorbild und Stark, der inzwischen das Kommando von Stafford übernommen hatte, verzweifelte langsam an dem Mann. Irgendwann hatten wir Kontakt zur Exeter. Sie schien in einen Raumkampf verwickelt zu sein. Bevor die Cardassianer unseren Funkkontakt stören konnten, benachrichtigte ich den Captain, dass er alles Notwendige für eine Quarantäne des gesamten Bodenteams inkl. der Tacticals veranlassen solle. Leider kam ich nicht mehr dazu, ihm mitzuteilen, dass er Vulkanier möglichst von dem Planeten fern halten solle und das die Ansteckung mit dem Virus äußerst hoch sei. Und so kam es dann, wie es kommen musste. In Ermangelung von Piloten schickte der Captain Ens. Masterson und Lt. (jg) Silok mit einem Personenshuttle nach Trelka. Besser oder eher: schlimmer hätte es nicht mehr kommen können.

Und es kam schlimmer! Bei den Propheten, mir wird jetzt noch ganz anders, wenn ich an die dann folgenden Ereignisse denke. Beim Versuch, das Shuttle zu erreichen, wurde Cmdr. Stafford tödlich verletzt. Im Shuttle leitete ich sofort Reanimationsmaßnahmen ein und wies Kaleb an, alle notwenigen Vorkehrungen für die Reanimation auf der Krankenstation zu treffen. Code Weiß – ich weiß nicht, wie es uns gelungen ist, aber wir haben es geschafft. Ich glaube, ich habe einfach nur noch funktioniert. Wir kehrten auf eine nach dem Kampf gegen die cardassianischen Galor und Keldon schwer beschädigte Exeter zurück. Der Bug war hinüber, eine Shuttlerampe komplett zerstört. Aber das nahm ich nur am Rande war. Wir hatten einen beinahe tödliche verletzten zweiten Offizier, ein mit einem tödlichen Virus infiziertes Bodenteam und zu wenig Personal. Ich weiß nicht, was geschehen wäre, wenn Cmdr. Duboit nicht gewesen wäre. Ohne sie wären die Verlustlisten jetzt bestimmt um einige Namen länger. Sie ist eine hervorragende Ärztin, und ich denke, es ist allein ihr Verdienst, dass wir in unserem Team keine Verluste hatten. Die Exeter hatte Quarantänefelder um die Kranken- und die Wissenschaftsstation errichtet, sowie einen Hangar mit einem Vakuum versehen. Dort hinein wurde das Shuttle gebeamt. Duboit begab sich sofort auf die Wissenschaftsstation, um zusammen mit Cmdr. Terron mit der Suche nach einem Heilmittel für die Krankheit zu beginnen. Wir haben sie inzwischen Trelka-Fieber getauft, da sie dort erstmalig ausgebrochen ist. Die am schwersten verletzten und infizierten Personen wurden zuerst auf die Krankenstation gebeamt, der Rest dann hinterher. Kaleb hatte alles perfekt vorbereitet – der Mann ist fantastisch! Es gelang uns, Cmdr. Stafford zu den Lebenden zurückzuholen. Eigentlich wollte ich dann sofort auf die Wissenschaftsstation, um Cmdr. Duboit, Lt. Silok und Officer Castle sowie Cmdr. Terron, die die Arbeit von der Wissenschaftsstation auf der Brücke unterstüzte, bei der Suche nach einem Heilmittel zu helfen. Aber bei Cmdr. Stafford war eine Notoperation erforderlich. Die Phaserenergie hatte seine Lunge durchschlagen. Wir mussten die Verletzungen innerlich nähen und das Gewebe regenerieren. Kaleb und mir gelang dies und bald besserte sich der Zustand unseres zweiten Offiziers. Ich danke den Propheten noch heute, dass sie mich die richtigen Schritte unternehmen ließen, schließlich hatte ich so etwas noch nie getan. Und ohne Kalebs Unterstützung hätte ich das auch niemals hinbekommen. Ich begab mich dann anschließend auf die Wissenschaftsstation. Wir konnten momentan nur die Symptome der Krankheit behandeln und das konnte Kaleb hervorragend. Und er ist Trill – genau wie unsere Counselor. So konnten die beiden ohne Ansteckungsgefahr auf der Krankenstation arbeiten. Die Anwesenheit der Counselor auf der Krankenstation war wohl mehr als erforderlich, wie ich abschließend erfahren habe und Mr. Masterson sorgte trotz Viruserkrankung in der Quarantänezone noch für heiße Getränke. Wirklich fantastisch!

Die einzige Chance, die Krankheit zu besiegen, lag in einem Gegenmittel oder einem Impfstoff. Was dann alles genau ablief, kann ich nicht mehr sagen. Mir erscheinen die Stunden danach vollkommen unwirklich. Dass ich selbst mit einer tödlichen Krankheit infiziert war, war mir nicht bewusst. Ich hatte nur den Gedanken, die Crewmitglieder zu retten. Wir versuchten zunächst, das Virus zu entschlüsseln. Es handelte sich um eine Bakteriophage, die die Bakterien im Darm befällt und dann hämorrhagisches Fieber (ähnlich wie Ebola) auslöst. Die Patienten sterben letztendlich an schweren inneren Blutungen. Aufgrund ihrer Physiologie sind Vulkanier besonders hart betroffen. Wir versuchten entscheidende Unterscheide in der Anatomie und im Immunsystem von Vulkaniern, Terranern, Bajoranern und von Trill zu finden. Kein Ergebnis. Die Kulturen zeigten nur das, was wir schon vermutet hatten: Trillblut wurde nicht befallen, das Blut aller anderen Spezies schon. Wir untersuchten Gewebe- und Blutproben der Infizierten – wieder nichts. Es gelang uns zwar, das virale Genom zu entschlüsseln, aber auch das brachte uns zunächst nicht weiter. Cmdr. Duboit versuchte, eine Heilung über die Biofilter des Transporters zu erreichen, aber das Virus ist viel zu stark mutagen, als dass es möglich wäre, eine passende Matrize für den Transporter zu erstellen. Jetzt bin ich Tohkinen sehr dankbar, dass er mir so viel über Matrizen für den Biofilter im Transporter beigebracht hat. Lt. Silok, der uns in der Wissenschaft unterstützte, ging es zunehmend schlechter. Seine motorischen Fähigkeiten ließen nach, ebenso seine Fähigkeit sich vor den Emotionen anderer abzuschirmen. Uns lief die Zeit davon. Auch Cmdr. Duboit gab ich in ihrem Zustand nicht mehr länger als ein bis max. zwei Stunden, bevor ich sie auf der Krankstation in Stasis würde versetzen müssen, um ihr Leben zu retten. Wir konzentrierten uns auf die Antiköper im Blut der Trill. Es gelang, diese aus dem Blut der Trill (Tria war so freundlich) zu isolieren und infiziertes Blut damit zu versetzen. Das Ergebnis war viel versprechend: Die Infektion stagnierte nicht nur, sondern der Infektionsgrad ging sogar zurück. Offensichtlich enthielt der genetische Code der Trill einen Schlüssel für Antikörper genau gegen Trelka Fieber. Angesichts der Dringlichkeit der Situation, blieb keine Zeit für weitere Tests. Duboit stellte sich daher als Versuchperson zur Verfügung und ich hätte dies in ihrer Situation wohl auch getan. Wo sie gerade erst ihre Tochter wieder gefunden hatte. Wir isolierten Antikörper aus dem Trillblut, vesetzten eine Blutprobe von Duboit damit und verabreichten ihr das Gemisch wieder. Es schien anzuschlagen. Die Virusverseuchung ging zurück, allerdings stieg Duboits Körpertemperatur bedenklich an. Ich verabreichte ihr Numenol Tetramedaphin, aber das senkte nicht nur das Fieber sondern ließ auch die Angriffstätigkeit der Trill-Antikörper erheblich zurückgehen. Nicht kompatibel - gut zu wissen. Auch Kreislaufschwäche geht mit der Behandlung einer. Die Gabe von Trianolin hemmte jedoch die Wirkung nicht, so dass wir den Impfstoff gleich mit dem Medikament versetzen konnten. Die weitere Behandlung erfolgte auf der Krankenstation. Dort konnte Duboits Zustand am Besten überwacht werden. Auch Lt. Silok und Officer Castle wurden dorthin gebracht. Da sich nun niemand mehr im Wissenschaftslabor aufhielt, bat ich Cmdr. Terron mit der Herstellung des Impfstoffs fortzufahren. Dank der Blutspende von Tria und Lt. Caylan hatten wir genug Trillblut, um ausreichend Antikörper zu isolieren und eine entsprechende Menge an Impfstoff herstellen zu können, bis der Computer in der Lage war, die Antikörper selbst zu synthetisieren. Die Herstellung des Impfstoffs erfolgte schnell und wir konnten alle infizierten Personen behandeln. Zuerst die besonders schwer Erkrankten, dann diejenigen, bei denen die Krankheit noch nicht so weit fortgeschritten war, wie bspw. Jaqueline, bei der eine Überdosis Medikamente, die Ens. Masterson ihr verabreicht hatte, für eine weniger rasante Ausbreitung der Viren im Körper gesorgt hatte. Dass die Überdosis leicht tödlich hätte sein können, lasse ich jetzt einfach mal so dahingestellt. Vermutlich hätte ich vergessen, mich selbst auch impfen zu lassen, wenn Counselor Caylan nicht darauf bestanden hätte. Cmdr. Duboit hat nicht nur überlebt, sie wird wohl auch keine weiteren Organschäden davon tragen, außer vielleicht ein wenig Kurzatmigkeit. Ebenso konnten alle anderen Infizierten ohne bleibende Schäden wieder genesen. Ich hätte es mir nicht verziehen, wenn auch nur einer von ihnen verstorben wäre. Die genauen Untersuchungsergebnisse über die Bakteriophage und das Trelka-Fieber finden sich in den Berichten von Cmdr. Duboit und Cmdr. Terron. Ich muss mich noch bei beiden bedanken. Wenn sie keinen Impfstoff gefunden hätten, wäre die Besatzung jetzt arg dezimiert. Ich konnte bei der ganzen Sache nicht wirklich von Nutzen sein, bis auf einige wenige Handlangerdienste. Bei den Propheten, ich muss noch so Vieles lernen und es bleibt so wenig Zeit. So gut wie Duboit werde ich wohl nie werden.

Kaleb hatte während meiner Abwesenheit hervorragende Arbeit auf der Krankenstation geleistet. Ihm war es nicht nur gelungen, die übrigen Gelpacks zu "reparieren", nein auch bei der Betreuung der Infizierten und der Behandlung ihrer Symptome war seine Tätigkeit mehr als zufrieden stellend. Zudem hatte ich ihn in dieser Stresssituation um die Analyse einiger Proben gebeten. Auch das hat er sehr gut erledigt. Ich muss ihm unbedingt ein entsprechendes Lob aussprechen.

Aber wir kamen nicht zur Ruhe. Kaum war das Virus besiegt, erhielten wir eine Nachricht unseres Flottenkommandanten Adm. Williams, dass wir ins Coridan System aufbrechen sollten, um dort eine Flotte der Jem'Hadar abzufangen. Krieg – wann ging er endlich zu Ende? Trotz der doch teilweise noch massiven Schäden machte sich die Exeter auf den Weg ins Coridan System. Die Schlacht für uns war kurz aber heftig. Zudem hatten es die Cardassianer wie auch immer geschafft, durch unsere Schilde zu beamen. Bevor Eindringlingsalarm gegeben werden konnte, standen bereits zwei dieser verfluchten Kröten in der Tür zur Krankenstation. Ich war zu diesem Zeitpunkt alleine dort und dem Protokoll gemäß unbewaffnet. Mir blieb keine Chance – sie schossen mich einfach nieder. Zum Glück fand mich Lt. Caylan und konnte erste Hilfe leisten. Auch die übrigen Eindringlinge konnten von der Sicherheit sehr schnell unschädlich gemacht werden. Die Leute sind wirklich alle echt gut, soweit mir hier überhaupt ein Urteil zusteht.

Und natürlich muss ich mal wieder Ens. Masterson erwähnen. Nachdem das Virus besiegt war, kam er nämlich zu mir, um mir ein Geschenk zu machen. Ein altes Familienerbstück. Ich schätze, es stammt aus dem Mittelalter terranischer Zeitrechnung, aber das muss ich noch verifizieren. Er meinte, als Dank, aber ich weiß gar nicht wofür. Schließlich habe ich nichts getan. Der Dank gebührt wohl eher Cmdr. Terron und Cmdr. Duboit, aber davon wollte Masteson nichts wissen. Ich habe sein Geschenk dann schließlich angenommen. Nichtsdestotrotz musste ich ihn für seine unbedachte Medikamentengabe an Dawson ermahnen. Aber er hatte seinen Fehler längst eingesehen und damit war die Sache erledigt.

Und noch jemand hat sich bei mir bedankt: Jaqueline Dawson. Ich weiß zwar nicht wofür, schließlich habe ich nur meinen Job gemacht und an der Rettung unserer Leute hatte ich eigentlich gar keinen Anteil. Aber trotzdem tut es gut, etwas Anerkennung von der Mannschaft zu bekommen. Ich kann zwar nicht besonders gut mit so etwas wie Lob umgehen; mich macht so etwas eher verlegen und ich kann nicht so richtig Freude darüber zeigen. Aber ich hoffe, Jaqueline hat auch so verstanden, wie wichtig mir ihr Dank war.

Abends (eigentlich war es schon in der Nacht), als wir noch im Reparaturdock lagen, habe ich dann tatsächlich meinen ganzen Mut zusammen genommen und Stark auf ein Glas Wein eingeladen. Ich weiß nicht, was mich da geritten hat, aber es hat mich bei meinem Talent natürlich wieder in eine peinliche Situation gebracht. Stark war nicht entgangen, dass ich in den letzten Wochen versucht habe, ihm aus dem Weg zu gehen. Als er mich darauf angesprochen hat, ob sein Eindruck richtig sei, habe ich verneint. Er müsse sich irren, habe ich ihn belogen. Super Lhasa, besser ging's nun wirklich nicht mehr! Was Sozialkontakte angeht, die über Kampfgefährten hinaus gehen, musst du noch viel lernen! Und Stark morgen die Wahrheit beichten.

27. Juli 2374

Und diese Mission hielt noch mehr Überraschungen für mich bereit. Ich kann's heute noch nicht ganz fassen, was Trel da abgezogen hat. Hat er doch tatsächlich seine Kompetenzen als stellv. Sicherheitschef missbraucht und Cmdr. O'Reardon aus seinem Quartier (er war, glaube ich, schon im Bett) zu Cmdr. Stafford ins '10-Vorne' gebeamt, um ein Gespräch zwischen den beiden zu erzwingen. Ich dachte erst, er mache einen Scherz und wartete auf einen Ausspruch wie 'April April' bei den Terranern, aber der kam nicht. Heilige Propheten, was hat er sich nur dabei gedacht? Irgendetwas sicher, aber leider hat er die Konsequenzen nicht weit genug bedacht. Ich sah ihn schon wieder von Bord gehen, aber letztendlich hat dann doch noch alles eine gute Wende genommen. Dank unseres verständnisvollen Captains und unseres tollen zweiten Offiziers. Nach dessen Andeutungen hat er wohl den Beamvorgang aus den Transporterlogbüchern gelöscht. Was für Überzeugungsarbeit die beiden bei unserem Ersten noch leisten mussten, das kann ich nur schwer erahnen. Es wird wohl eine Menge gewesen sein.

Stark die Wahrheit beichten – wie schwer ist das nur. Zuerst habe ich ihm morgens Kaffee auf sein Quartier gebracht, hatte da aber noch nicht dem Mut, ihm die Wahrheit zu sagen. Ich hab's dann später getan und er hatte erstaunlich viel Verständnis. Als er mir die Hand auf die Schulter gelegt hat, lief ein Kribbeln über meinen Rücken. Lhasa, irgendetwas stimmt nicht mit dir!

Schließlich fanden noch die Abschlussbesprechungen unseres Einsatzes im Corridan System und auf Trelka statt. Der Captain war sehr zufrieden mit den Leistungen seiner Crew (wobei er mich bestimmt nicht gemeint hat). Genaue Zahlen über die Verluste von Coridan gibt es derzeit noch nicht. Aber allein in den Bergwerken dort starben mehr als 16.000 Arbeiter. So viele Leben – wegen nichts. Es ist so sinnlos….. Computer Pause. – Weiter. Immerhin hat die Exeter in der Schlacht von Coridan 32 Schiffe der Cardassianer zerstört. Gut so! Ich habe das Lob des Captains an Kaleb weitergegeben und ihm auch noch einmal ein persönliches Lob ausgesprochen. Der Mann hat wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Ich wüsste nicht, was ich ohne ihn gemacht hätte und noch machen würde.

Beim abschließenden Antreten wurde Cadet Vaughn zum Crewman 3rd Class befördert. Er hat sein Akademiepraktikum beendet und wird jetzt die Sicherheit der Exeter verstärken. Petty Officer Drinkmann wurde zum Ensign z. F. befördert und bekam das Kommando über den zweiten Flightwing des Valkyrie-Geschwaders übertragen. Ein toller Pilot ist er ja und ich bin jetzt nicht mehr der einzige Offizier ohne Patent. Ebenso wurde Ens. McCullum auf eigenen Wunsch zur Fliegerstaffel versetzt. Er erhielt das Kommando über den dritten Flightwing. Ob Lt. Williams damit so glücklich ist? Zuletzt wurde Ens. Stark in den Rang eine Lieutenant (jg) befördert. Bei seinen Leistungen finde ich das auch nur gerechtfertigt. Ob er sich jetzt noch mit einem kleinen Ensign wie mir abgibt? Ich hoffe es.

Was ist schlimmer? Ein Kampf gegen die cardassianische Flotte, oder der Kampf gegen einen Mikroorganismus? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: am schlimmsten ist ein tödlicher Mikroorganismus in den Händen eines so skrupellosen Gegners wie dem Dominion und den Cardassianern. Ich werde meine Abschlussarbeit für die Akademie umstellen. Der Captain hat mich gefragt, ob die Erfahrung von Trelka für meine Arbeit nützlich seien. Für das ursprünglich geplante Projekt nicht wirklich, aber wenn ich das Thema der Arbeit umstelle und mich weiter mit dem Trelka-Virus beschäftige, können mir die Ergebnisse von Terron und Duboit sicherlich sehr von Nutzen sein.

Cmdr. Duboit wird noch ca. 6 Wochen an Bord der Exeter bleiben und die Medizincrew verstärken. Eigentlich sollte ich mich freuen, mit ihr zusammenarbeiten und von ihr lernen zu können. Aber ich fühle mich in ihrer Gegenwart unwohl. Sie ist nett, freundlich, zuvorkommend, ein bisschen derb und eigentlich sollte ich mich super mit ihr verstehen. Aber sie ist Jaquelines Mutter. Noch ein Crewmitglied, das einen verschollenen Verwandten wieder gefunden hat. Natürlich freue ich mich für Jaqueline, aber ich kann immer noch nicht besonders gut mit dieser Situation umgehen. Ich weiß, ich sollte es inzwischen gelernt haben, aber dem ist nicht so. Wenn ich Jaqueline und ihre Mutter sehe, tut es mir innerlich weh. Wie bei Williams und ihrer Schwester. Ich muss lernen, die Sache zu akzeptieren. Vielleicht gibt es sich in ein paar Tagen, wenn ich ein wenig Zeit hatte, mich an den Zustand zu gewöhnen. Ich möchte die Gelegenheit zum Wissensaustausch mit Duboit ungern unausgenutzt lassen; auch wenn es wohl ein sehr einseitiger Austausch werden wird.

28.07.2374

Nachdem nun sowohl Captain Starkov als auch Cmdr. Stafford auf meinen Akademieabschluss gedrängt haben, überlege ich, den nächsten Prüfungstermin der Akademie wahrzunehmen. Ich weiß nicht, ob ich es schaffen werden, aber was soll's? Sogar Ens. Masterson besteht auf meinem baldigen Abschluss, damit er sich nicht mehr meine Kommentare in dieser Hinsicht anhören müsse, wie er sagt. Ich habe Cmdr. Stafford bereits vorgeschlagen, die Prüfung nach vorne zu ziehen und die Arbeit nachzureichen (was das durchaus übliche Prozedere bei Ärzten ist). Er schien von der Idee ganz angetan zu sein. Ich möchte aber vor Allem noch mit Cmdr. Caine darüber sprechen, denn er kann meinen Leistungsstand am Besten beurteilen, und die Chancen benennen, die ich auf einen erfolgreichen Abschluss habe. Und der Captain sollte darüber informiert werden, falls Cmdr. Stafford dies nicht schon getan haben sollte. Computer Ende und Speichern.

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