Storyline

Das Flaggschiff

Auszüge aus dem persönlichen Logbuch von Adrian Kaleb

14.01.2374, 15:45

Hier auf Starbase 375 ist soweit alles ruhig. Klar, hier werden viele Schiffe abgefertigt, aber für uns von der Exeter ist es nun mal alles etwas ruhiger jetzt. Wir warten auf das neue Schiff und verarbeiten die Mission. Und ich? Tja, ich habe mir eben meinen Logbucheintrag noch ein paar mal angehört und lasse mir alles noch mal durch den Kopf gehen. Ich habe mir noch einige medizinische Artikel auf mein PADD geladen. Vielleicht werde ich dann mal etwas schlauer bezüglich der Überdosierung.

19.01.2374, 21:20

Vinz hat’s wohl ziemlich mitgenommen. Ich erinnere mich genau an seine Worte nach dem Aufeinandertreffen mit der Jem’Hadar Flotte. Wenn ich ihn jetzt sehe, wird es mir aber erst wirklich bewusst, was er damals sagte, oder besser: Wie er es sagte. Er sollte zur Counselor gehen. Sie ist wirklich in Ordnung. Aber er muss es auch tun. Leider sehe ich ihn immer noch viel zu selten.

21.01.2374, 14:10

Endlich bin ich mir sicher. Nach allem was ich jetzt noch nachgeschlagen habe, hatte Jaris recht und die 5 Einheiten waren nicht zuviel. Es war zwar eine Menge, aber grundsätzlich nicht zuviel. Ich habe mir wirklich schwere Vorwürfe gemacht, aber unnötig. Um die Kameradin tut es mir jedoch immer noch sehr leid. Es ist nur ein schwaches Band zwischen hier und dort. Sterben ist so einfach. Das weiß ich selbst.

19.02.2374, 22:15

Heute war nichts Besonderes. Ich war joggen, habe mir einige Scripte über Evolution anhand von verschiedenen Planeten durchgelesen, meinen Eltern einen "Statusbericht" abgegeben und bis gerade eben noch mit Jaris gelernt. Sie zu duzen ist wohl ebenso hoffnungslos wie Vulkaniern Witze zu erzählen. Aber ich gebe nicht auf. Irgendwann werden sie schmunzeln und auch Jaris wird mich mal nicht mit Officer ansprechen. Ich muss nur durchhalten. Ach, ich albere mal wieder rum.

14.03.2374, 21:55

Wäre ich nicht in Uniform, würde ich rufen: "Lasst die Korken knallen!", denn DS9 ist zurückerobert worden. Ein verdammt wichtiger Schritt bei der Sicherung der gesamten Zone, in der auch Trill liegt. Ich bin zwar auf der Erde groß geworden, doch irgendwie ist Trill auch ein echtes Stück Heimat. Meine Großeltern leben da, genauso wie die gesamte Familie von Shara. Es ist einfach wunderschön dort. Aber wahrscheinlich ist meine Meinung von Trill sowieso sehr subjektiv. Es ist nicht weit weg hier, von Sternenbasis 375, aber dies ist nicht die Zeit für Landurlaub. Dies ist die Zeit, sich fortzubilden und bereit zu sein, das neue Schiff zu betreten, sobald es hier ist.

21.03.2374, 21:00

Das Projekt ist durch. Ich freue mich, auch wenn die Arbeit jetzt richtig losgeht, denn weder Jaris noch ich haben bisher eine Ahnung, wie wir an den Virus überhaupt herankommen können. Zumindest gehen wir davon aus, dass es einer ist. Wir stehen wirklich ganz am Anfang einer völlig unbekannten Sache. Das wird spannend. Die Exeter ist heute endlich eingetroffen, morgen ist Einweihung. Auf zu neuen Ufern, neuen Abenteuern. Ich bin mir sicher, dass, wenn Admiral Williams dabei ist, wovon ich einfach mal ausgehe, er noch viel patriotischere Worte finden wird. Wir werden sehen.

23.03.2374, 14:40

Gestern war die Einweihung samt Einweihungsfeier. Ich hoffe, ich kann jetzt bald umziehen auf die neue Exeter. Aber ich sollte wohl zuerst von gestern erzählen.

Mit perfektionierter Subtilität flog die Flasche, sanft trudelnd, durch das All und traf genau die Ablativpanzerung der Front der Diskussektion. Die Panzerung hielt stand und alles applaudierte. Die Rede von Admiral Williams war, wie erwartet, sehr patriotisch. Irgendwie kann ich das nicht wirklich leiden. Aber das, was gestern wirklich unangebracht war, war der Besuch von den Admirals Dawson und von Teuffel. Beides waren unliebsame Zeitgenossen. Ich hatte jedenfalls das Glück, nicht von ihnen zu einem Gespräch geladen zu werden. Es ging wohl um eine Recherche bezüglich unseres Captains und Admiral Williams, wegen der Befreiungsaktion. Da hat wohl jemand gepetzt. Egal. Ich kann dahinter stehen. Für das Zusammentreffen mit den Jem’Hadar kann keiner was und der Rest des Einsatzes verlief erfolgreich. Und ein Leben war der Versuch wert. Wir haben auch ein paar Neue kennengelernt.

Der neue Counselor-Assistent, Ian Masterson, ist in seinem Akademie-Praktikum. Ein netter Kerl, bei dem ich hoffe, dass er sich nicht übernimmt. Er hat ja einige nette Ideen, aber macht den Eindruck, als ob er zuviel auf einmal will. Na ja, ich werde ihn ja noch näher kennen lernen. Ich schätze, da führt gerade bei ihm eh kein Weg drum herum. Dann haben wir auch einen neuen Sicherheitsoffizier an Bord. Yxen Trelim heißt er, ist Bajoraner und wohl gut mit Jaris bekannt. Er macht den Eindruck ganz in Ordnung zu sein. Und zu guter Letzt haben wir noch einen Neuen, der wirklich eine Rarität ist. Der Techniker Elijas Tohkinen stammt von Hyperion 5. Seine Physiologie ist faszinierend, da auf seiner Heimat eine extreme UV-Strahlung vorherrscht. Er trägt sogar einen Visor, da unser normales Licht für seine Augen absolut unzureichend ist. Wir hatten uns sehr gut an dem Abend unterhalten. Wirklich gefeiert haben wir nicht an dem Abend, trotz der Beförderungen für Silok und T’Aloviks. Dazu beigetragen haben wohl an erster Stelle von Teuffels Bemerkung zum Captain vor versammelter Mannschaft, dass wir disziplinlos wären und an zweiter Stelle die etwas merkwürdige Angelegenheit, dass Lt. Mitchell ab sofort unser taktischer Offizier ist. Der Zweite bekleidet nun den Posten des Experten für strategische Operationen. Ich bin mir nicht sicher, was das nun wieder zu bedeuten hat. So war das also keine Feier, sondern eher ein gemütliches Beisammensein, bevor es wieder richtig losgeht. Lloyd hat mir an dem Abend noch von einer interessanten Sache berichtet. Aber dafür ist selbst hier nicht der Platz dafür, es anzubringen. Da will ich wirklich erst abwarten, was daraus entsteht. Wenigstens hat er sich dieses Mal mit Lt. Caylan unterhalten. Wenn auch nur darüber. Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen, aber er sollte sich ihr ruhig öfter anvertrauen. Wir sehen uns selbst hier auf der Station noch zu selten.

So, jetzt muss ich auch schon wieder los. Ich beame rüber zur Exeter und treffe mich dort mit Jaris, um die Systeme der Krankenstation zu testen.

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