Heute war ein schwarzer Tag. Sie haben mich versetzt. Weg von meiner geliebten Taktikstation, hin zu den ach so wichtigen strategischen Flottenoperationen. Na ja, es hätte auch schlimmer kommen können. Das ist eben die Folge, wenn man seinen Mund nicht halten kann. Die Admiräle Dawson und von Teuffel waren da und haben uns wegen der letzten Mission befragt. Abgesehen davon, dass ich beim Erblicken von goldabgesetzten Uniformen automatisch auf Gefechtsmodus gehe, ist es allerdings erstaunlich gut gelaufen. Ich habe ja schon immer gesagt, dass diese Drehstuhlranger keine Ahnung haben und nur darauf bedacht sind, dich fertig zu machen. Aber nicht mit mir. Ich habe ihnen gehörig die Meinung gesagt. Nun, vielleicht hätte ich das besser lassen sollen, aber zu spät. Wenn die Sternenflotte auf Leute verzichten kann dann... aber lassen wir das. Das Schlimmste war, dass sie mit ihren Behauptungen nicht ganz falsch lagen. Hier stellt sich die Frage, ob diese Mission den Verlust von 32 guten Männern und Frauen rechtfertigte. Die Vorschriften verneinen das ganz entschieden, da wir niemals hätten diesen kleinen Abstecher machen dürfen. Aber was soll's. Wir waren gerade in der Nähe und hatten die Mittel. Letztendlich muss der Admiral damit klar kommen, denn er hat ja schließlich den Befehl gegeben. Man darf auch schließlich nicht vergessen, dass wir dem Maquis einen entscheidenden Schlag versetzt haben. Was mich allerdings stört ist die Tatsache, dass irgendjemand den beiden etwas erzählt hat, was er besser hätte für sich behalten sollen. Doch auch das sollte man verstehen können, denn wahrscheinlich hat diese Person nur ihre Meinung gesagt. Na ja, zumindest kein feiner Zug. Kommen wir mal zu meiner neuen Aufgabe. Es ist ja nun nicht so, dass ich sterbenstraurig wäre, aber die taktische Station war schon interessanter. Immerhin habe ich das ganze ja schon mal 2 Jahre beim Oberkommando gemacht. Der einzige Vorteil ist, dass es nicht ganz soviel Stress bedeutet wie die taktische Station. Man hat etwas mehr Ruhe. Zumindest wenn kein Gefecht stattfindet.
Was ist denn sonst noch so passiert? Ich habe es mir jetzt zur Aufgabe gemacht, einmal ein wenig die Versäumnisse von Michael aufzuarbeiten, und habe mich um die Crew gekümmert. Das hat mir zwei interessante Aufgaben eingebracht. Ich darf jetzt nach Verschwundenen suchen. Einmal nach Dawsons Mutter und nach dem Vater von Ensign Jaris. Dawson habe ich dafür ein Versprechen abgerungen. Das Mädchen macht sich mit ihrem Verhalten irgendwann mal unglücklich und ich würde es mir nicht verzeihen, wenn ich nicht alles versucht hätte, das zu verhindern. Zumindest so lange sie an Bord ist, werde ich tun was ich kann. Sollte sie aber mutwillig so uneinsichtig bleiben, wird sie mich mal von einer anderen Seite kennen lernen. Außerdem muss ich mich dringend um Lieutenant Lloyd kümmern. Irgend etwas stimmt da nicht. Aber da wir mittlerweile zwei Counselors an Bord haben, werden wir das Problem bestimmt in den Griff bekommen. Na vielleicht gibt es ja auch kein Problem. Ach ja, der neue Assistenz-Counselor. Mr. Masterson macht auf mich einen guten ersten Eindruck. Er hat sich gleich ins Getümmel gestürzt. Ich werde mal nachfragen, wie er sich so macht. Hoffentlich schickt die Akademie bald sein Patent, dass er seinen Dienst offiziell aufnehmen kann. Computer Pause.
Computer weiter. Meine Güte bin ich eingerostet. Meine Zugriffscodes sind völlig unzureichend und in der Umgehung von Sicherheitscodes war ich auch schon mal geübter. Ich lasse besser die Finger davon. Ich denke, es ist an der Zeit ein paar alte Gefallen einzufordern, sonst finde ich bestimmt nichts, zumindest nicht vom Schiff aus! Computer Pause.
Computer weiter. Unglaublich! Da denkt man, dass man Freunde hat und dann so etwas. Scheinbar lässt einen der Dienst beim Sternenflottenkommando einiges vergessen. "Es tut mir leid Thomas, aber bedenke meine Position!" Na gut, nehmen wir den Nächsten. "Es tut mir aufrichtig leid, mein Freund" (ohhh es tut ihm sogar aufrichtig leid) "aber das ist Top Secret." Top Secret? Was soll da bitte Top Secret sein? Idiot! "Aber Thomas, heute herrschen andere Zeiten, du musst das verstehen...". Na klar, ich verstehe alles. Ich will doch nur eine dumme Akte haben, aber ich gewinne langsam den Eindruck als wären es die Zugriffscodes des Fleetadmirals, die ich suche. Na gut nehmen wir mal den Umweg über die Tactical Force. Computer Pause.
Computer weiter. Heureka, jemand will mir weiterhelfen! Beinahe ein Erfolg! Ich könnte heulen vor Wut! "Na gut Thomas, aber nur weil du es bist... hmmm... ähhh... bedaure, ich habe nichts gefunden. Tja, da kann ich dir wohl nicht helfen. Melde dich mal wieder. Übertragung Ende". Was hast du nicht gefunden? Ich habe doch mehrere Dinge gefragt! Ich habe dir das Leben gerettet, du undankbarer bolianischer Blaukopf. Na vielen Dank auch. Computer Pause.
Computer weiter. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Frank Stewart, mein damaliger Ausbilder bei der Tactical ist MIA gemeldet und diese Ensign Barbara Warren aus dem Vorzimmer hat natürlich nicht die Berechtigung mir zu sagen, wann und wo das passiert ist. 'Ich bedaure Commander, aber ich darf ihnen keine weiteren Auskünfte ohne Sondergenehmigung geben... bla... bla". So, dann checke ich mal den Rest meiner Liste. Computer Pause.
Computer weiter. Ha. Erfolg. Master Chief Petty Officer Renaro, der beste Operations Chief, den ich kenne, ist noch im Dienst. Wenn jemand helfen kann, dann er. Dummerweise ist er gerade bei einem Fronteinsatz und kommt erst am 25. April zurück. Mit 68 Jahren noch im aktiven Gefechtsdienst - nun, die Leute von der Tactical sind wirklich aus einem anderen Holz geschnitzt. Da er dann Heimaturlaub macht, hat er sich gefreut, sich mit mir zu treffen und über alte Zeiten zu plaudern. Ich werde dann mal mit dem nächsten Shuttle zur Erde fliegen, um noch ein paar neue Besatzungsmitglieder abzuholen. Hoffentlich schaffe ich es, bis zu Officer Kalebs Feier wieder da zu sein. Computer: speichern und diese Einträge beim ersten Zugriff, welcher nicht von mir persönlich vorgenommen wird, löschen.
14.01.2374 Nach dem endgültigen Bezug meines Quartiers auf Raumstation 375 beantragte ich die technischen Spezifikationen der USS Exeter NCC 76988, um die technischen Details des Schiffes zu studieren. Der zuständige Commander sicherte mir die Unterlagen zu und verwies auf die mehrwöchige Wartefrist. Im Rahmen der regelmäßigen Updates erfuhr ich von dem Kampf im Tyra-System, dem 24.000 Sternenflottenangehörige zum Opfer fielen. Aufgrund dieser Daten schien es mir nötig, die letzte Mission der USS Exeter NCC 26531 zu verifizieren. Die zentrale Fragestellung lautet, ob es logisch ist, die USS Exeter NCC 26531 mit der Rettung einer Person zu beauftragen während 98 Raumschiffe im Kampf gegen 248 Streitkräfte der feindlichen Armeen zerstört werden. Sicherlich ist meine Datenbasis nicht ausreichend um die Entscheidungen Admiral Geoffrey Williams' nachzuvollziehen, dennoch schien mir die Entscheidung für den Einsatz der USS Exeter NCC 26531 emotional bedingt zu sein.
19.01.2374 Ich kontaktiere meinen ehemaligen Mentor, um die noch offene Fragestellung mit ihm zu diskutieren. Unsere Argumentationen verdichten sich zu einem schlüssigen Gesamtbild, scheinen jedoch den emotionalen Charakter der Entscheidung nicht klären zu können. Verweis Kommunikationslogbuch T'Aloviks 347.
24.01.2374 Ich kontaktiere meine Frau und fokussiere meine Aufmerksamkeit erneut auf die Aufzeichnungen meines Vaters. Ich rechne innerhalb der nächsten Jahre nicht mit einem Erfolg. Sobald die Aufzeichnungen ein schlüssiges Gesamtbild ergeben, werde ich die Wiederaufnahme des Forschungsprojektes bei der Sternenflotte beantragen und das Team meines Vaters reaktivieren oder ein neues Forschungsteam an Bord der USS Exeter NCC 76988 zusammenstellen lassen. Aufgrund der militärischen Situation ergeben meine Berechnungen zwei mögliche Entscheidungen: Die Wiederaufnahme des Projekts wird abgelehnt, da dieses Forschungsfeld zum Zeitpunkt zu große Ressourcen beansprucht oder das Projekt wird gestartet und mit einer hohen Priorität versehen, um noch innerhalb des Krieges Schiffe mit Quantenslipstreamtechnologie versehen zu können und dies als taktischen Vorteil zu nutzen.
30.01.2374 T'Varoks Forschungen erschließen sich mir nach wie vor nicht vollständig. Offensichtlich scheinen die Aufzeichnungen in bestimmten Teilaspekten unvollständig zu sein. Ich werde mit dem stellvertretenden Forschungsleiter Kontakt aufnehmen um den Verbleib der fehlenden Unterlagen zu klären.
02.02.2374 Nach mehreren erfolglosen Versuchen, T'Varoks Stellvertreter zu kontaktieren erfahre ich, dass er an Bord eines Schiffes der 7. Flotte im Kampf gegen das Dominion getötet wurde. Seine Frau soll Gerüchten zufolge die Unterlagen ihres Mannes archiviert haben. Ich plane, sie zu kontaktieren. Mein Mentor meldet sich erneut bei mir. Er habe neue Einsichten durch ein Gespräch mit einem menschlichen Psychologen in dem von mir beschriebenen Fall erhalten. Das Gespräch enthielt Inhalte zum Thema Vater-Tochter-Beziehung, emotionale Bindungen an genetisch verwandte Nachkommen, und zerstörte emotionale Bindungen zu befreundeten Personen. Aufgrund des intensiven Gesprächs gelangte ich zu der Einsicht, dass Menschen und andere emotional handelnde Spezies offensichtlich eingeschränkt objektiv entscheidungsfähig sind, sobald es um grundlegende Veränderungen im persönlichen Profil geht. Weitere Inhalte des Gesprächs enthielten Schlussfolgerungen und Vermutungen, die hier nicht notiert werden, da eine empirische Datenbasis fehlt.
07.02.2374 Die Frau des verstorbenen Stellvertreters T'Varoks gestattete mir den Zugang zum Archiv ihres Mannes. Neben einigen weiteren Forschungsprojekten erhielt ich dort auch benötigte Informationen zum Forschungsprojekt meines Vaters. Teile der Forschungsaufzeichnungen sind mir jedoch nach wie vor nicht zugänglich. Ich beginne das Studium der neuen Informationen.
15.02.2374 Im Bereich der Subraumharmonisierung unter Hyperteilcheneinfluss haben sich einige Fragen durch das Studium geklärt. Im Laufe der Arbeiten erkannte ich jedoch deutliche Wissensdefizite im Bereich der Warpfeldtheorie. Ich werde eine Anfrage an einen geeigneten Wissenschaftler starten.
17.02.2374 Die USS Exeter NCC 76988 wird flugtauglich erklärt und zeremoniell eingeweiht. Die Auslieferung durch die Antares-Flottenwerften soll am 20.03.2374 abgeschlossen werden. Aufgrund des technischen Abschlusses kann von den verantwortlichen Ingenieuren jetzt eine ausführliche Datenbank mit den technischen Spezifikationen veröffentlicht werden. Aufgrund der aktuellen Notwendigkeit stelle ich das Studium der Unterlagen zum Quantenslipstreamprojekt ein und fokussiere meine Aufmerksamkeit auf die USS Exeter NCC 76988.
27.03.2374 Ich erstelle eine vorläufige Projektliste zur Verifizierung der neuen Schiffssysteme. Da sich Soft- und Hardware bei Auslieferung im Urzustand befinden wird die Hauptarbeit zunächst die Justierung der Antriebs-, Deflektor-, Schild- und Energiesysteme betreffen. Modifikationsberichte vergangener Schiffe der Akira-Klasse stellen sich hier als Vorteil heraus. Vermutlich wird nach der Auslieferung erneut eine Arbeit im Mehrschichtrhythmus angesetzt, um das neue Schiff möglichst effizient und schnell auf Nominalleistung zu bringen. Die noch anstehenden Konfigurationen betreffen somit die Maximierung der Leistung durch aufwendige Justierungen und Modifikationen, die aufgrund von Bauteilfehlertoleranzen nicht vorhersehbar sind und in jedem Schiffssystem andersartig ausfallen.
02.03.2374 Durch das tägliche Update erfahre ich von einem massiven Truppenaufmarsch durch die Jem'Hadar und den 19. und 24. Orden in der Nähe des Vulkansystems. Der bevorstehende Angriff bedroht auch das Verus-System. Auf Drängen meiner Frau versuche ich, meine Mutter zu kontaktieren. Einer logischen Schlussfolgerung zufolge wird Selvik jedoch nicht meinem Kontaktgesuch folgen können, da sie sich in einem der zivilen Evakuierungsschiffe auf dem Weg aus dem Verussystem befindet.
02.03.2374, Nachtrag Der Nachrichtendienst der Sternenflotte teilt mit, dass der Angriff auf die Systeme vor Vulkan begonnen hat. Zweifelsfrei ist damit auch das Verussystem in die Schlacht verwickelt.
03.03.2374 Verus III und Verus VII wurden als einzige bewohnbare Planeten im System von Jem'Hadar Truppen besetzt. Der Nachrichtendienst der Sternenflotte kann keine genauen Angaben über wahrscheinliche Verluste machen, die Zahl ziviler Opfer soll unbestätigten Angaben zufolge jedoch hoch sein.
04.03.2374 Kurz vor Erreichen des Vulkansystems kann die 5. Flotte die Aggressoren stoppen und ein Vordringen nach Vulkan verhindern. Die Verteidigungsflotte wird durch die 13. und 31. Flotte der Sternenflotte erweitert. Durch den massiven Aufmarsch kann die Sternenflotte erfolgreich die weitere Invasion des Systems verhindern.
06.03.2374 Ich erhalte eine Nachricht von Selvik, die erfolgreich aus dem Vulkansystem evakuiert werden konnte. Sie teilt mir mit, dass Vekor und Sovek Verus III nicht verlassen konnten. Der jetzige Aufenthaltsort ist nicht bekannt.
08.03.2374 Von Vulkan erhalte ich die Nachricht, dass Vekor an Bord eines vulkanischen Verteidigungsschiffes ums Leben gekommen ist, nachdem das Schiff zerstört wurde. Ich trage hiermit den Tod eines Verwandten am heutigen Tag um 19:56 Uhr ein.
10.03.2374 Bis zu diesem Zeitpunkt wurden keine weiteren Nachrichten über den Kriegsverlauf an der vulkanischen Front gemeldet. Aufgrund der allgemeinen Situation gehe ich mit einer 73 prozentigen Wahrscheinlichkeit vom Tod Soveks aus. Meine Berechnungen zur Wahrscheinlichkeit der vollständigen Invasion von Verus III liegen bei 95,7 Prozent. Selvik befindet sich zur Zeit auf der Erde. Ich befinde mich in der dritten Phase des Studiums der technischen Spezifikationen der USS Exeter NCC 76988.
15.03.2374 Der Nachrichtendienst teilt mit, dass nach wie vor massive Kämpfe an der vulkanischen Front stattfinden. Sowohl eine Nachricht von Sovek als auch sein Eintrag auf einer Opferliste bleiben aus. Die Wahrscheinlichkeit seines Todes steigt pro Stunde um 0,45 Prozent.
16.03.2374 Im Rahmen des Studiums der Warpsysteme der USS Exeter NCC 76988 realisiere ich Parallelen zum Slipstreamprojekt und aktiviere wieder die Forschungen daran. Möglicherweise ist durch einen Transfer der neuen Erkenntnisse eine Fortsetzung des Projekt möglich.
19.03.2374 Die mögliche Parallele hat sich als falsch herausgestellt. Aufgrund des erneuten Rückschlags gehe ich davon aus, das Projekt nicht ohne Unterstützung weiterführen zu können. Ich werde Lt. Commander Terron als Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung der USS Exeter NCC 76988 das Forschungsprojekt vorstellen und um die Zusammenstellung eines Teams aus Wissenschaftlern und Technikern bitten.
22.03.2374 Die USS Exeter NCC 76988 wird offiziell in Dienst gestellt. Nach der Ankunft des Schiffes auf Station 375 werde ich als Gast zur Einweihungszeremonie geladen. Während des offiziellen Teils werden formal und gesellschaftlich notwenige Regularien in Form von Wortbeiträgen ranghoher Offiziere geleistet. Wie die meisten Wortbeiträge dieser Art enthielten die Reden keine inhaltlich relevanten Details.
22.03.2374, Nachtrag Der anschließende inoffizielle Teil der Feierlichkeiten gestaltet sich als gute Möglichkeit, neue Crewmitglieder aufgrund ihrer persönlichen Verhaltensmuster zu beurteilen. Zunächst stellte sich mir Kadett erster Klasse Ian Masterson vor, der nach eigenen Angaben die Funktion des Assistenzcounselors an Bord der USS Exeter NCC 76988 übernehmen wird. Obwohl ich nicht im Bereich der Operations agiere, halte ich seine Pläne für den Dienst an Bord der USS Exeter NCC 76988 für nicht realisierbar. Seine Intention beseht darin, zur Zeit nicht benötigte Energieressourcen des Schiffes für Freizeitaktivitäten der Crew zu beantragen. Ich gehe davon aus, dass der Kadett nicht in die internen Vorgänge der Energiezuweisung und Vorratshaltung eingewiesen ist, da sein Vorhaben die aktive Sicherheit der Mannschaft gefährden könnte. Weiterhin stellte sich mir Petty Officer dritter Klasse Rokan Lucas Torka vor. Er wird seine neue Position im Bereich der Technik einnehmen. Die Interessen des Halbklingonen überschneiden sich mit meinen Ausbildungsinhalten. Er ist ebenfalls in den Bereichen Antriebs- und Waffentechnik spezialisiert. Offensichtlich schien er eine feindliche Haltung mir gegenüber einzunehmen und begründete diese mit meinen kontakttelepatischen Fähigkeiten. Aufgrund seiner mir offenbarten Persönlichkeit gehe ich von Zuständigkeitsproblemen in den gemeinsamen Spezialgebieten aus. Auch das dritte neue Mitglied an Bord der USS Exeter NCC 76988 wird im Bereich der Technik arbeiten. Es handelt sich um Lt.(jg) Eljas Tohkinen, einen auf Hyperion aufgewachsenen Menschen. Aufgrund der widrigen Umweltbedingungen kann Tohkinen nur durch spezielle Hilfsgeräte an Bord der USS Exeter NCC 76988 arbeiten. Er übernimmt die noch nicht besetzte Position des stellvertretenden Chefingenieurs.
Erneut erachtete ich es als notwenig, meine Position in Bezug zum Thema Fleischverzehr zu erörtern. Anlass war eine klingonische Bluttorte, die Petty Officer dritter Klasse Rokan Lucas Torka zum Buffet fügte. Er versicherte, dass die Torte nicht nach klingonischem Originalrezept zubereitet wurde, welches die Zerstampfung eines lebenden klingonischen Säugetieres beinhaltet. Lt.(jg) Vinzenz Llody forderte mich auf, meine Haltung zu begründen auch auf tierische Nahrungsmittel zurückzugreifen. Diese Einstellung basiert auf der Einordnung in die interstellaren Vorgänge zur Nahrungsbeschaffung einzelner Spezies. Evolutionstheoretisch ordnen sich alle Lebewesen in einer Art Nahrungskette ein, deren Grundprinzip in absteigender Hierarchie die Jagd auf körperlich schwächere oder geistig weniger stark entwickelte Lebewesen mit anschließender Extraktion notwendiger Nähstoffe darstellt und in aufsteigender Hierarchie die Flucht vor körperlich stärkeren oder geistig weiter entwickelten Lebensformen, die ihrerseits die Extraktion lebenswichtiger Nähstoffe zum Ziel haben. Jede Lebensform unterzieht sich in diesem Zusammenhang einer ihren Möglichkeiten entsprechenden körperlichen Auseinandersetzung mit dem Ziel, die geplante Tötung zu verhindern oder hinauszuzögern. Im Laufe der Entwicklung ist diese Form der Ernährung nicht oder nur wenig modifiziert worden, was folgern lässt, dass sie nach wie vor Gültigkeit besitzt. Die Schlussfolgerung für meine persönliche Einstellung ist die Einordnung in diesen evolutionsbedingten Zusammenhang der gegenseitigen Ernährung von Säugetieren, in den ich mich bedingungslos in beide Hierarchierichtungen einfüge. Nach der Erläuterung meines Ansatzes durch zahlreiche Beispiele entwicklungstechnisch höher angesiedelter Lebensformen konnte meine Argumentation nachvollzogen werden. Zudem verlangte Lt. Lloyd ein eindeutiges Votum über meine Geschmacksempfindung beim Verzehr der klingonischen Bluttorte. Nur nach mehreren Transferleistungen konnte ich seiner Bitte entsprechen.
Crewman zweiter Klasse Thomas Miller zeichnete sich im Verlauf des Abends durch Indiskretion in Bezug auf die vulkanische Entwicklung in gesellschaftlicher und persönlicher Form aus. Im Rahmen einer Unterhaltung berichtete er von vulkanischen Denkvorgängen und den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen in Form eines Krieges vor der Umwälzung durch Surak. Später sprach er ein Mitglied einer anderen humanoiden Spezies auf seine persönliche Phase des Pon farr an. Im Rahmen einer direkt folgenden persönlichen Unterhaltung mit Mr. Miller konnte ich ihn über die gesellschaftlichen Konventionen in Bezug auf Gespräche über beide Themen instruieren und erfuhr in diesem Zusammenhang, dass Mr. Thomas Miller in keiner Hinsicht eine vulkanische Erziehung zugute gekommen ist und er noch nicht in der Lage war, seine persönlichen Defizite in diesem Gebiet zu bereinigen. Ich bot ihm Nachhaltig meine Unterstützung in diesen Teilgebieten an, sofern die Forderungen nicht meine persönliche Erfahrung überfordern. Mr. Thomas Miller sicherte zu, darauf zurückzukommen, sah jedoch im Gegensatz zu meiner Auffassung keinen akuten Handlungsbedarf. Ich bat ihn, nicht mehr in der Öffentlichkeit über derartige Themen zu reden.
Im Verlauf des Abends kam es zu einer Anhörung bestimmter Crewmitglieder zu den Vorfällen, die zur Zerstörung der USS Exeter NCC 26531 geführt haben. Neben Admiral Julius von Teuffel von der Sternenflotten-Dienstaufsicht nahm Rear Admiral George Dawson an der Anhörung teil. Nach längeren Gesprächen mit den Führungsoffizieren der USS Exeter NCC 26531 wurden auch mehrere Abteilungsleiter zum Gespräch bestellt. Vermutlich da ich während der Mission der USS Exeter NCC 26531 zeitweise ranghöchster Offizier in der technischen Abteilung war, wurde ich ebenfalls angehört. Überraschenderweise zeichnete sich das Gespräch durch einen sehr logischen Verlauf aus.
Computer: Logbuch ab dieser Stelle mit einem Ebene sieben Verschlüsselungsalgorithmus versehen und den Zugang auf den Autor des Textes beschränken, Genehmigung T’Aloviks Alpha neun.
Admiral Julius von Teuffel, der hauptsächlich das Gespräch führte, verlangte nur wenige persönliche Einschätzungen der Situation sondern legte Wert auf eine detaillierte Antwort objektiver Fragen zum Zustand des Schiffes. Zunächst befragte er mich über den technischen Status der USS Exeter NCC 26531 vor Beginn der Mission, danach verlangte er einen genauen Schadensbericht nach Abschluss der Geiselbefreiung. Nach weiteren technischen Details gab ich eine logische Schlussfolgerung als Missionszusammenfassung zu Protokoll. Fragen wie die nach dem Grund für die Belobigung durch Admiral Geoffrey Williams konnte ich aufgrund fehlender empirischer Daten nur unzureichend beantworten.
Computer: Verschlüsselung aufheben und die Zugriffsrechte auf Standardparameter für persönliche Logbücher zurücksetzen, Genehmigung T’Aloviks Alpha sieben.
Die Tatsache, dass die Sternenflottendienstaufsicht in dieser Angelegenheit eingeschaltet wurde, bestätigen meine Vermutungen zur Natur der Befreiungsmission, die durch Admiral Geoffrey Williams befohlen wurde. Einsatztaktisch handelte es sich vermutlich um einen logischen Zeitpunkt eine Befreiung zu starten, da aufgrund der Kriegssituation die Kämpfer des Maquis nicht mit einem Angriff rechnen. Dennoch waren Emotionen meiner Ansicht zufolge Hauptmotiv für die Mission. Um meine Schlussfolgerungen belegen zu können führe ich jetzt das empirische Datenmaterial auf, dass diesen Schluss zulässt:
Mit dem Abschluss dieser Überlegungen beende ich die Überlegungen um die emotionale Motivation Admiral Geoffrey Williams', die mir jetzt meiner Ansicht nach offengelegt ist. Dies hat mehrere Konsequenzen, von denen einige aufgrund temporaler Parameter nicht mehr erfüllt werden können.
Dennoch ist davon auszugehen, dass die Sternenflottendienstaufsicht keine Konsequenzen für die Mannschaft der USS Exeter NCC-26531 erlassen wird. Dies schien im Laufe des Abends nach der Anhörung die Vermutung mehrerer Crewmitglieder zu sein. Ein eindeutiges Indiz dafür war der stark dezimierte Geräuschpegel in der Zeitspanne nach der Anhörung durch die Admirals. Ich gehe jedoch davon aus, dass das Gespräch nicht mit allen anderen Crewmitgliedern auf einer emotionslosen Ebene abgelaufen sind. Zudem war zu beobachten, dass das Format der Anhörung durch die Berichte der Crewmitglieder als Verhör signifiziert wurde, welchen Charakter das Gesprächsformat jedoch nicht nachweisen konnte. Captain Sergej Starkov forderte die Gesellschaft wieder zu einer Hebung des Geräuschpegels auf, nachdem er zwei Beförderungen durchgeführt hatte. Im Rahmen dieser Prozedur wurde ich zum Petty Officer erster Klasse befördert. Ensign Silok wurde zum Lt.(jg) befördert.
Im weiteren Verlauf wurden Lt.(jg) Silok und ich von den anwesenden Crewmitgliedern aufgefordert, unsere erste Begegnung mit Menschen darzustellen. Lt.(jg) Silok berichtete von der mir nicht bekannten Sportart Baseball, bei der er nach einer übertriebenen Anweisung eines Mannschaftsmitglieds einem Gegenspieler mehrere Thoraxknochen brach. Ich kam der Aufforderung nach, in dem ich von meinen Erlebnissen während des Praktikums an Bord eines Föderationsschiffes berichtete. Unter anderem führte ich aus, dass ich vom leitenden Ingenieur aufgefordert wurde, einen Eimer Deuterium aus dem Deuteriumtank zu holen. Dieser Bitte entsprach ich damals und wandelte die Aufforderung, einen Eimer zu benutzen in ein entsprechendes Transportgefäß um. Nachdem ich das Deuterium im Maschinenraum abgeliefert hatte und somit ohne mein Verständnis Auslöser einer humorigen Unterhaltung wurde, forderte mich der leitende Ingenieur auf, das Deuterium durch eine Raumschleuse in den Weltraum abzulassen, woraufhin ich den Offizier wegen versuchtem Totschlag anzeigte. Beide Erzählungen wurden von der Mannschaft als humorvoll aufgefasst, obwohl es sich ausschließlich um Tatsachenberichte handelte.
Vor dem offiziellen Ende der Veranstaltung war es mir noch möglich, Lt.(jg) Silok zum theoretischen Ansatz der Warpfeldtheorie zu befragen. Seine Ausführungen waren einleuchtend und werden mir möglicherweise das Studium der Aufzeichnungen meines Vaters vereinfachen. Dennoch werde ich zu gegebener Zeit Lt.Cmdr. Terron um die Aktivierung des Forschungsprojektes am Quantenslipstreamantrieb bitten.