Ich habe mein Quartier auf Sternenbasis 375 bezogen. Ich schicke eine Nachricht an meine Eltern an Bord der Suche, dass ich den Verlust der Exeter NCC-26531 überlebt habe. 50 % des Dienstes an Bord der Station besteht aus ständig wiederkehrenden Wartezeiten. Die wissenschaftliche Abteilung ist vom Oberkommando auf den letzten Platz der Prioritätsskala gesetzt worden. Die Anforderungen der Abteilung werden entweder nicht oder nur verzögert verarbeitet, da alle als kriegsrelevant eingestuften Abteilungen Vorrang genießen und ihre Anforderungen zuerst bearbeitet werden. Ressourcen und Ausrüstung, die der wissenschaftlichen Abteilung für ihre tägliche Arbeit zur Verfügung stehen sollten, werden immer wieder anderen Abteilungen zugewiesen. Diese Vorrgehensweise schädigt die Kriegsanstrengungen der Föderation, da so das Potential der wissenschaftlichen Abteilung weitestgehend ungenutzt bleibt. Potential welches in dieser Form keine andere Abteilung aufweist und welches dazu beitragen kann, das technologische und militärische Ungleichgewicht zwischen der Föderation und dem Dominion auszugleichen.
Am 14. Januar hat bei Tyra eine Schlacht gegen das Dominion stattgefunden, gemäß der Liste der beteiligten Schiffe war Abduls Schiffs auch dabei. Ich folgere aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur war er erfreut, an einer Schlacht gegen das Dominion teilzunehmen. Athina wird weniger erfreut sein. Die Natur ihrer emotionalen Bindung zu Abdul konnte ich trotz der vier Jahre auf der Akademie nicht exakt einschätzen.
Athina hat von dem Verlust der Exeter NCC-26531 gehört. Ihre Nachricht enthält diverse Gerüchte und Spekulationen über die Vorgänge. Sie wollte wissen, ob ich die verrückte Aktion heil überstanden habe. Ich informierte sie über meinen gesundheitlichen Zustand. Leroy hat mir von dem Gesetz der divergierenden Geschwindigkeit zwischen Fakten und Gerüchten berichtet. Demnach sind Gerüchte und Halbwahrheiten immer schneller als Fakten. Zumindest dieser Vorfall bestätigt die darin formulierte Theorie. Ich habe Athina einen Beschreibung dessen geschickt, was mit der Exeter und ihrer Crew bei dem Rammangriff passiert ist.
Mein Suchprogramm hat in den Verlustlisten zwei Übereinstimmungen gemeldet. Fähnrich Abdul Kjeldson wird seit der Schlacht von Tyra als vermisst und sein Schiff als zerstört gemeldet. 10 Tage vor Abschluss der Akademie hatte mich Abdul gefragt, wer meiner Meinung nach zuerst in die Annalen der Sternenflotte eingehen würde. Ich sagte damals unter Vernachlässigung äußerer Faktoren wäre er der wahrscheinlichste Kandidat. Er war ein Freund. Seine geistigen Fähigkeiten waren eine Herausforderung.
Meine Eltern haben bestätigt meine Nachricht erhalten zu haben, dass ich den Verlust der Exeter überlebt habe.
Heute wurde der Tod von Ensign Abdul Kjeldson offiziell bestätigt. Es wurden lebensnotwendige Teile seines Körpers gefunden. Genauere Angaben wurden von der medizinischen Abteilung nicht gemacht. Da Abdul keine Familie hat, hatte er mich, Ensign Athina Apostolidis und Ensign Leroy Jones als Personen eingesetzt, die im Falle des Todes zu benachrichtigen sind und verfügungsberechtigt sind für die Bestattung. Ich habe Athina und Leroy informiert und die Verbrennung des Körpers gemäß seinen Wünschen verfügt. Die Asche wird im Erdsystem verstreut werden. Die neue Exeter wurde heute offiziell in Dienst gestellt.
Am 4. März gab es eine Schlacht bei T'Kasi. Die 5., 13., 31. Flotte und die vulkanische Verteidigungsstreitmacht haben den Angriff abgewehrt. Mein Onkel Sobuk hat mir vom Kampf berichtet. Ich stelle die Logik, als Vulkanier Dienst als erster Offizier auf einem Schiff der Akiraklasse, einem reinen Kriegschiff, zu tun, nicht in Frage. Es ist die Logik Suraks in ihrer reinsten Form. Ich stehe hierbei im Gegensatz zu meinen ehrenwerten Eltern. Das Dominion bietet uns nur zwei Alternativen: Kampf oder Unterwerfung. Würden wir die Unterwerfung wählen könnten wir unser leben nicht nach den Lehren Suraks gestalten sondern nur noch nach den Wünschen den Dominions. Surak lehrt uns die Logik auf ethischer Basis. Er lehrt uns das jeder das Recht auf die eigene Existenz und somit auch das Recht auf Selbstverteidigung in angemessener Form hat. Surak fordert von uns nicht Selbstaufgabe um des Friedens willen. Somit ergibt sich aus den Lehren Suraks der Imperativ dem Handeln des Dominion entgegen zu treten.
Auf der Station finden massive Personalbewegungen statt. Um die Station sammelt sich ein Flottenverband.
Heute ist ein Flottenverband aus Teilen der 2., 5. und 9. Flotte von der Station gestartet.
Der Flottenverband hat mit klingonischer Unterstützung DS9 zurückerobert.
Im Versammlungsraum 72 der Station wurde der informelle Teil der Einweihungsveranstaltung der neuen USS Exeter NCC 76988 begonnen. Links vom Eingang war ein Buffet aufgebaut, welches 85 % der Wandlänge einnahm. Die Ambientekontrollen dieses Teils der Station waren beeinträchtigt, so dass der Raum mittels einer mobilen Wärmequelle beheizt werden musste. Zum Ausgleich der Raumtemperatur hatte ich einen Teil meiner geistigen Kapazität darauf ausgerichtet, meine körpereigene Wärmeproduktion zu erhöhen. An der Feier nahmen drei neue Crewmitglieder teil: Lieutenant Junior Grade Eljas Tohkinen, der neue stellvertretende Chefingenieur, Ensign Yxen Trelim, der neue stellvertretende Sicherheitschef und Kadett First Class Ian Masterson, ein neuer Assistenzcounselor. Eine Stunde nach Beginn der Feier betraten Admiral Julius von Teuffel von der Dienstaufsicht, Rear Admiral George Dawson und ein Lieutenant Versammlungsraum 72. Gemäß den Sternenflottenvorschriften wurde Achtung ausgerufen. Sie bekundeten die Absicht, mehrere Personen zu einem Gespräch laden zu wollen und verließen den Raum wieder mit Captain Starkov. Lieutenant Commander Terron Jarvis meinte, der Admiral von Teuffel von der Dienstaufsicht würde Ärger bedeuten und sie hätte bereits Erfahrungen damit gemacht. Sie ließ sich dazu nicht weiter aus. Immer wieder kam es im Verlaufe des Abends zu zufälligen Körperkontakten zwischen mir und anderen Crewmitgliedern. Ich muss einen Teil meiner Konzentration aufwenden, um die dabei übermittelten Gedankenbruchstücke abzuschirmen. Ich bat die Anwesenden, nach Möglichkeit versehentlichen Körperkontakt mit mir zu vermeiden. Petty Officer Second Class Patrick-Fitzgerald O'Kenner berichtete von seinem Studium vulkanischer Geisteswissenschaften in Shikahr und über die Möglichkeit für Menschen, ihre Gedanken abzuschirmen. Eine solche Schulung der Crew würde die Zufallsbelastung der mentalen Kapazitäten der vulkanischen Crewmiglieder reduzieren. Die angekündigten Gespräche und deren Durchführung wirkten sich auf das Verhalten der Anwesenden aus. Sie zeigten körperliche Signale, die ich als Unsicherheit, Unwohlsein und Wut klassifizierte. Die Vermischung der Emotionen erschwerte das eindeutige identifizieren der entsprechenden körpersprachlichen Signale. Ich wollte meine Einschätzung hinsichtlich der allgemeinen emotionalen Stimmung durch den Counselor bestätigen lassen. Zu diesem Zwecke bat ich sie um ein Gespräch. Der Counselor empfahl, dazu einen anderen Raum aufzusuchen. Der Counselor bestätigte meine Einschätzung hinsichtlich der Stimmung der anwesenden Crewmiglieder.
Ich wurde durch den mir nicht namentlich bekannten Lieutenant ebenfalls zum Gespräch zu den beiden Admirälen gerufen, noch während das Gespräch mit dem Counselor lief. Der Counselor bekleidet zwar den gleichen Rang wie der Lieutenant, da aber der Lieutenant im Namen der Admiräle handelte, musste ich entgegen den Protokollen für höflichen Umgang mit Vorgesetzen das Gespräch unmittelbar unterbrechen. Das Gespräch mit den Admirälen hatte den Charakter eines Verhörs, da aber keine Rechtsbelehrung stattfand, ergeben sich daraus drei mögliche Schlussfolgerungen mit akzeptabler Relevanz: 1. Meine Schlussfolgerung aus den Gesprächsumständen, dass es sich um ein Verhör handelte, ist fehlerhaft. 2. Die Belehrung unterblieb absichtlich in bewusster Missachtung der Sternenflottenvorschriften. 3. Die Belehrung unterblieb versehentlich. Aus Schlussfolgerung 2 ergeben sich für mich zwei Folgen: 1. Ich muss mich über den genauen juristischen Hintergrund informieren, um zu entscheiden, ob eine Anzeige beim Generalanwalt indiziert ist. 2. ich muss überprüfen, inwieweit der Befehl des Admirals, über den Inhalt der Gesprächs Stillschweigen zu wahren, vor diesem Hintergrund Bestand hat. Aus allen drei Schlussfolgerungen ergibt sich die Notwendigkeit, meine Informationsgrundlage zu verbessern. Da Admiral von Teuffel mir die Weitergabe des Gesprächsinhalts verboten hat, werde ich nur meine Eindrücke wiedergeben. Beide Admiräle verfolgten mit ihrer Fragestellung eine bestimmte, identische Zielsetzung. Die Informationen, die sie von mir erfragten, sind ihnen aus den Berichten und Schiffsprotokollen zugänglich. Um eine exakte Wiedergabe der abgefragten Informationen zu gewährleisten, habe ich während des Gesprächs meine gesamte geistige Kapazität auf die Informationswiedergabe konzentriert, dadurch wurde meine Thermoregulation negativ beeinträchtigt und ich habe während des Gesprächs gezittert. In Anbetracht der notwendigen Exaktheit der Informationswiedergabe war diese vorübergehende Beeinträchtigung hinzunehmen. T'Aloviks wird nach mir zum Gespräch abgeholt. Es wurden die Crewmiglieder befragt, die zur Zeit des Einsatzes der Exeter NCC-26531 Abteilungsleiter oder Stellvertreter des Abteilungsleiters waren.
Lieutenant JG Vinzenz Lloyd wollte mit mir über das Gespräch bei den Admiralen reden. Ich konnte ihn nur davon in Kenntnis setzen, dass ich den Gesprächsinhalt nicht widergaben darf und dass die Admiräle mit ihren Fragestellungen eine bestimmte Zielsetzung verfolgt haben. Ihm wurde nicht untersagt über den Inhalt des Gesprächs zu sprechen. Er sagte mir, es täte gut mit mir darüber zu reden. Ich bin nicht in der Lage dies nachzuvollziehen. Nach Abschluss der Gespräche kehrten die Admiräle in den Versammlungsraum zurück und informierten den Captain und die Crew darüber, dass diese Untersuchung beendet sei und dass diese Crew disziplinlos sei. Captain Sergej Starkov bat um die Erlaubnis zu sprechen, widersprach dem Admiral und betonte die Leistungen der Crew. Nachdem die Admiräle gegangen waren, wurde noch einmal Achtung ausgerufen. Ich wurde zum Lieutenant Junior Grade befördert und Petty Officer Second Class T'Aloviks wurde zum Petty Officer First Class befördert. Lieutenant Howard Mitchell löst Lieutenant Commander Thomas Stafford als taktischen Offizier ab. Lieutenant Commander Thomas Stafford bleibt weiterhin zweiter Offizier und wurde zum Offizier für strategische Operationen ernannt. Der Captain sagte, dass mit diesen Handlungen der formelle Teil beendet sei und er hoffe dass sich die Stimmung auf der Feier bessern werde. Der Captain, Lieutenant Commander Terron Jarvis und Lieutenant Commander Thomas Stafford haben mir zu meiner Beförderung gratuliert. Der weitere Abend war durch Verzehr von Nahrungsmitteln, alkoholischen und nicht alkoholischen Getränken und Gesprächen in wechselnden Konstellationen gekennzeichnet. Kadett First Class Ian Masterson hat eine Prognose über seinen zukünftigen Beliebtheitsgrad bei der Operationsabteilung abgegeben. Als zukünftiger Assistenzcounselor will er in seinem Bestreben, die Crew zu unterhalten, hohe Anforderungen an die Ressourcen stellen. Welcher Art diese Anforderungen sein werden, hat er nicht erklärt. Petty Officer Second Class Patrick-Fitzgerald O'Kenner hat mich gefragt, ob ich diese Crew für disziplinlos halten würde. Ich habe diese Frage ausgehend von einer für den Betrieb eines Sternenflottenschiffes vorgesehenen Disziplin verneint, habe dabei aber einige Individuen ausgeklammert, ohne diese zu benennen. Bezogen auf Akademiedisziplin hätte ich die Frage bejaht. Petty Officer Third Class Jaqueline Dawson lehnt nach eigener Erklärung das System der Sternenflotte ab und doch tut sie Dienst in der Sternenflotte. Es ist eine Divergenz zwischen ihren Äußerungen und ihren Handlungen zu verzeichnen. Ich habe versucht ihr zu vermitteln, dass ein System nur so gut ist wie seine beteiligten Komponenten. Meine Versuche, sie zu motivieren ihre erklärte Überzeugung zu überdenken, blieben ohne erkennbaren Erfolg. Sie scheint zu glauben, dass sie an der Exeter beteiligt ist, aber nicht an der Sternenflotte. Den Hinweis, dass die Exeter Teil derselben sei, habe ich mir gespart. Sie äußerte den Wunsch, die Crew möge nicht zur Sternenflotte gehören. Lieutenant Commander Thomas Stafford wies darauf hin, dass wir ohne die Sternenflotte gar nicht alle an diesem Ort versammelt wären. Petty Officer Second Class Patrick-Fitzgerald O'Kenner vertrat die Theorie, dass die Pflanzen und Tierwelt der Erde alle anderen bekannten Planeten in ihrer Artenvielfalt übertrifft. Er sagte, es gäbe hierfür Belege. Ich teile diese Ansicht nicht. Ausgehend von der mir zur Verfügung stehenden Datenbasis, ergibt ein Vergleich der Artenvielfalt zweifelsohne eine hohe Artenvielfalt auf der Erde, doch ist diese keinesfalls so einzigartig wie Petty Officer Second Class O'Kenner meint. Ich werde meine Informationsgrundlage überprüfen. Könnte hierbei ein anthropozentrisches Weltbild seine Schlussfolgerungen beeinträchtigt haben? Für eine Schlussfolgerung mit akzeptabler Relevanz fehlt mir die ausreichende Datenbasis.
Meine Beobachtung der körpersprachlichen Signale ergibt zwei mögliche Schlussfolgerungen mit relevanter Signifikanz: 1. Die Anspannung des Großteils der Anwesenden löst sich langsam. 2. Die Anwesenden versuchen, ihre Körpersprache bewusst zu überlagern und vermitteln den falschen Eindruck von langsamer Entspannung. Der zweiten Möglichkeit räume ich eine geringere Wahrscheinlichkeit ein aus zwei Gründen: 1. Die äußeren Umstände der Feierlichkeit führen erfahrungsgemäß bei vielen Humanoiden zu Entspannung. 2. Gemäß den Beobachtungen der Anthropologen der Akademie von Shikahr ist es den meisten Humanoiden Rassen nicht möglich, über einen Zeitraum mehrerer Stunden falsche körpersprachliche Signale auszusenden. Lieutenant Commander Terron Jarvis hat mich gefragt, ob ich einen zur gerade gespielten Musik passenden Tanz beherrschen würde. Ich musste sie darüber informieren, dass meine Kenntnis sich in dem theoretischen Bewegungsablauf der Tanzschritte erschöpft. T'Aloviks hat mich wegen der theoretischen Grundlage für die Annäherung an die Lichtgeschwindigkeit angesprochen. Ich habe ihm über den Cochrane Graph, die Grundlage des Symbols der Enterprise Crew, und die Steuerungsproblematik eines Warpantriebes bei hohen Warpgeschwindigkeiten berichtet. Ensign Yxen Trelim fordert mich auf, von meiner ersten Begegnung mit unlogischen Menschen zu berichten. Ich habe ihm von meinem ersten Versuch berichtet, Baseball zu spielen. Kadett Fourth Class Obermayer erklärte mir meine Aufgabe in dem Spiel folgendermaßen: "Du wirfst den Ball und zielst dabei auf den Schläger", dann fügte er noch hinzu "setze deine ganze Kraft ein". Ich warf den Ball und traf den Schlagmann auf die Brust, der atmete kurz aus und fiel bewusstlos nach hinten. Kadett Fourth Class Obermayer fragte, ob ich blöde sei und ich hätte doch auf den Schläger zielen sollen. Aufbauend auf der Basis empirischer Beobachtung der Reaktionen von Menschen folgere ich, dass der Ensign diese Episode als komisch empfand. Die Beobachtungsergebnisse der menschlichen Spezies lassen sich nicht zu 100 % auf Bajoraner übertragen, doch scheint die Ähnlichkeit der emotionalen Strukturen in ausreichendem Maße gegeben zu sein, um eine Schlussfolgerung signifikanter Relevanz zu ziehen. Eine Konsultation entsprechender Fachliteratur scheint gegeben. Mit fortschreitendem Zeitindex stellen sich bei den Anwesenden Ermüdungserscheinungen ein. Um 1:45 Uhr Stationszeit endet die Veranstaltung. Ich kann in Teilen die emotionalen Zustände der Crewmitglieder erkennen. Meine Erkennungsparameter dafür, welche Umstände welche emotionalen Zustände auslösen, gehen über theoretische Grundlagen nicht hinaus. Meine Erhebungen zur Erstellung einer geeigneten Datenbasis dauern noch an. Computer Aufzeichnung beenden.
22.03.2374
Hi Jennifer,
wie fasse ich den ersten Tag als Crewmitglied der Exeter zusammen? Ich
glaube mich daran erinnern zu können, dass jemand mal denn Ausspruch gebrauchte
"Es regnet nicht, aber es gießt!" Und so ähnlich kann man meinen ersten Tag
auch bezeichnen.
Aber ich sollte mit dem Anfang beginnen. Ich kam also ziemlich aufgeregt und meiner Meinung nach sehr verkrampft zu dieser Einweihungsfeier des neuen Schiffes. Und stellte fest das mein mir fein zusammengereimter Plan des "Ersten guten Eindruckes" gleich zerplatzte wie eine Seifenblase. Denn ich wollte mich ursprünglich zielstrebig und ziemlich zackig zuerst beim Captain und danach beim Schiffscounselor melden. Aber beide glänzten leider durch Abwesenheit. Das mit dem Captain hatte ich ja noch erwartet, aber den Counselor vermisste ich doch irgendwie.
Naja gut, dachte ich mir, dann beeindruckst Du sie am besten gleich damit, dass Du versuchst, Dich intensiv mit der Crew zu beschäftigen. Das klappte zunächst auch sehr gut bis ich DAWSON über den Weg lief. Gehört hatte ich ja von ihr schon. Ich habe die Worte meiner Kameraden auf der Akademie noch sehr gut in den Ohren. "Auf welches Schiff kommst Du, die Exeter? Da dient doch die Dawson, was die kennst Du nicht!? Na, dann hör mal zu..!" Und somit wurde mir schon früh beigebracht, dass diese Admiralstochter eine wahre Herausforderung für jeden Schiffscounselor ist.
Und ich Tor dachte, ich wäre mit einer forschen Herangehensweise in der Lage ihren Respekt zu verdienen. Aber es ist genauso wie im ersten Jahr auf der Akademie abgelaufen. Kadett 3rd Class Malte Bischoff war es damals, der Quertreiber Nummero Uno in meiner Ausbildungsklasse. Monatelang ertrug ich seine Hänseleien dadurch, indem ich ihn einfach scheinbar missachtete, bis sich in meinem Kopf das geistige Lachsbrötchen manifestierte: "Freunde Dich mit ihm an, dann lässt er Dich in Ruhe." Und was hatte ich davon? Er überredete mich zu einer Mutprobe und der erste Eintrag in meiner Akte war Geschichte.
Sie sind doch alle gleich die Bischoffs, Hansons oder Dawsons. Immer die selben Unruheverbreiter nur mit auswechselbaren Namen. Aber wer ist der größere Tor: der Tor selbst oder der, der dem Tor folgt?
Aber kommen wir zurück zu Madam Admiralstochter. Sie war der festen Meinung, dass ein wahrer Schiffscounselor erstmal die Schiffstaufe überstehen müsse. Und die sehe an Bord der Exeter nunmal die Vernichtung von einem Becher Blutwein durch sofortiges Austrinken vor. Und da die Leiterin der Wissenschaftsabteilung (eine Bajoranerin) dem sofort zu stimmte, schlug ich sofort ein.
"Hüte Dich vor den Romulanern, wenn sie Geschenke bringen", heißt es doch. Genauso könnte man sagen "Hüte Dich vor den Bajoranern, wenn sie Dir was zu trinken reichen".
Aber halt das ist unfair gegenüber der Leiterin der Wissenschaft. Schließlich erlöste sie mich von diesem elendigen Trunk.
Aber als dann die Counselor endlich Zeit für mich hatte, kriegte ich erstmal einen Einlauf von ihr. Er war zwar sehr nett vorgetragen (Sie ist wirklich gut in ihrem Job) aber nichts desto trotz hat sie mir doch sehr zielorientiert meine Grenzen aufgezeigt. Und danach war mir sofort klar, das Erlernen dieses Berufes fängt jetzt erst an. Darauf hat mich Robin nicht hingewiesen.
Doch es gibt ja auch noch ein paar gute Sachen zu berichten von meinem ersten Tag. Die ersten Ideen, welche ich für die Crew habe, scheinen doch in einer gewissen Form angenommen zu werden. Zum Beispiel habe ich schon die ersten, ich sage mal "Freiwilligen" für mein Theaterprojekt. Wobei es mich bei dem einen den Pflichtbesuch auf dem Holodeck gekostet hat und zwar mitten im Amerikanischen Bürgerkrieg. Ich verstehe manche Leute einfach nicht. Da hat diese Crew gerade einen Kampfeinsatz mit mehreren Toten hinter sich und sie haben nichts besseres zu tun, als sich in ihrer spärlichen Freizeit mit dem gleichen Thema weiterzubeschäftigen. Aber nungut, ich will ein guter Counselor werden und ebenso ein voll akzeptiertes Mitglied dieser Crew und werde mich jeder Herausforderung stellen. Dazu muss ich sagen, nachdem ich die Personalakten der Crew in Puntko ihrer Hobbies durchforstet habe, stellte sich heraus, dass sich einige von ihnen in ihrer Freizeit für das Theater sehr begeistern. Und nun kommt der Hammer, Jennifer. Rate mal, wer darunter ist!
Genau, Dawson! Naja vielleicht kriege ich sie ja auf dieser Schiene und vielleicht muss ich mein vorläufiges Urteil über sie revidieren.
Gerade an dieser Vorurteilsgeschichte muss ich unbedingt arbeiten, gerade dann wenn ein Klingone teil der Crew, der Exeter ist. Ok, ok er ist Halbklingone, aber diese eine Hälfte seines Volkes hat Mom und Dad auf dem Gewissen. Wenn Robin mich jetzt hören würde, wäre sie bestimmt ziemlich sauer auf mich. Ob ich auch mal so gut wie sie oder Counselor Caylan werde?
Naja, im Abschluss muss ich sagen bin ich echt froh, endlich an Bord eines Sternenschiffes zu sein. Und mit der Exeter und ihrer Crew scheine ich gar kein schleches Los gezogen zu haben. Sogar der Erste Offizier ist ganz in Ordnung, obwohl mich fast die ganze Crew vor seinem Einstellungsgespräch gewarnt hatte. Aber das war eigentlich ziemlich harmlos. Die müssten mal die Psychoduelle, welche wir an der Akademie gemacht haben, erleben. Und da er sich laut seiner Akte für antike SF-Romane interessiert, habe ich für das nächste Aufeinandertreffen sogar ein Smalltalk-Thema.
Ok, Jennifer das soll es erstmal gewesen sein. Mal schauen was der morgige Tag so bringt.
Ian
Computer aus.