Storyline

Excalibur Con 2

Persönliches Computerlogbuch - Petty Officer 2nd Class T’Aloviks

Prolog:
Die Montagearbeiten an Bord der USS Exeter gestalteten sich in den Monaten, in denen ich diese unterstützen konnte, als anspruchsvoll. In der Tat beinhaltete meine langjährige vulkanische Ausbildung und der Kurs im Rahmen der Akademieausbildung zwar Montagearbeiten an diversen Schiffssystemen - die komplette Einrichtung eines neuen Systems anhand von Blueprints unterscheidet sich jedoch signifikant davon. Dadurch lernte ich einiges über die Schiffssysteme der Exeter, was sich sicherlich als nützlich erweisen kann. Mein Unfall schränkte meine persönliche Einsatzfähigkeit jedoch ein. Im Rahmen des Installationsvorgangs der EPS-Leiter der Backbordwarpgondel löste sich ein noch nicht korrekt befestigter Leiter aus der Halterung und kollidierte mit meinem rechten Unterarm, den ich trotz intensiver Bemühungen nicht aus dem Einflussbereich des Leiters entfernen konnte. Durch den Aufprall wurden beide Knochen und grundlegende Teile des Nervensystems geschädigt. Die folgenden ärztlichen Behandlungen gestalteten sich als intensiv und nahmen einen Großteil der weiteren zur Fertigstellung der Exeter benötigten Zeit ein. Unter Einsatz eines Exoskeletts und regelmäßigen Besuchen auf der Krankenstation war es mir dennoch möglich, bei der Montage weiterer Systeme zu assistieren. Die Regenerationszeit verlängerte sich durch diese Maßnahme stark - eine völlige Heilung stand jedoch in Aussicht. Das Verlassen der Erdorbitstation und somit der Beginn der Mission der Exeter an der Front bedeuteten jedoch schnell eine Entspannung der Arbeitssituation und erlaubten es mir, in den regulären Einschichtdienst zurückzukehren.

11.1.2374 (Nachtschicht)
Kurz nach Beginn des Tages erfolgte der erste Angriff einiger Schiffe des als Dominion bekannten Feindes. Zum Zeitpunkt des Angriffs befand ich mich in der Offiziersmesse und hielt ein Gespräch mit Ensign Silok und Mr. Miller über die vulkanische Position innerhalb der interstellaren Nahrungskette. Zum wiederholten Male sah ich mich gezwungen, meine nicht anerkannte Position zum Verzehr von tierischem Fleisch zu erklären. Weiterhin gesellte sich Admiral Williams zu unserer Gruppe und bat mich, mein Rückgrad nicht in einer aufrechten Position zu halten, während er anwesend sei. Meinen Einwand, dass sich dies positiv auf Wachstum und Erhalt von Muskelgewebe im Bereich der Wirbel ausübt und ich darum diese Position auch ohne seine Anwesenheit einnehme, stieß nicht auf Verständnis. Der Rote Alarm unterbrach diese Unterredung jedoch und ließ mich unverzüglich meine Position im Maschinenraum aufsuchen. Ohne über die genaue Natur des Angriffs informiert zu werden ereigneten sich schon bald diverse Beschädigungen an Bord der Exeter. Durch die Notenergie konnte die Eindämmung des Warpkern und hier insbesondere die Versorgung der Konstriktionssegmente beibehalten werden. Weitere Beschädigungen im Bereich der Plasmaverteiler konnten durch direkten Einsatz in der Jefferies-Röhre schnell behoben werden. Als gravierendes Problem stellte sich jedoch das Kühlsystem des Antriebs dar. Mehrfach traten Brüche im Plasmakühlstrom auf, die das System kurzzeitig über die Toleranzgrenze erhitzen ließen. Ebene 5 Eindämmungsfelder konnten die Brücke auf Mikro- und Makroebene zwar versiegeln, aufgrund der Häufigkeit schien hier jedoch ein grundlegendes Problem zu bestehen. Eine an den Kampf anschließende Analyse ergab, dass Materialfehler im Kühlsystem durch die strukturellen Vibrationen im Kampf das System an multiplen Stellen überlastet haben. Ich schlug Lt. Mersdonk eine umfassende Analyse des Systems vor, indem das Kühlaggregat mit einigen Bar Druck überbelastet wird. Durch die Brüche könnte so der Überdruck entweichen und durch ein enges Abschottungsnetz die Quelle aller Beschädigungen lokalisiert werden. Lt. Mersdonk stimmte dem Vorschlag zu und beaufschlagte die Kühlsysteme mit Druck. Innerhalb der nächsten Stunde gelang es uns, die meisten Lecks im System zu finden und zu versiegeln. Eine finale Ebene 1 Diagnose verifizierte die Integrität des Systems im Laufe des nächsten Tages. Wie ich erst später erfuhr befand sich die Exeter zu diesem Zeitpunkt bereits in einem interstellaren Nebel, der die Entdeckung durch feindliche Schiffe verhinderte.

11.1. 2374 (Tagschicht)
Nach dem Frühstück im Bereich der Messe begannen zunächst die täglichen Aufgaben im Bereich des Maschinenraums. Die Verifizierung der Reparaturen der Nachtschicht war ein integraler Bestandteil davon. Da Lt. Mersdonk nicht verfügbar war, übernahm ich als ranghöchster Techniker die leitende Funktion im Maschinenraum. Noch während des Vormittags wurde erneut Roter Alarm ausgelöst, nachdem das Schiff durch eine Explosion erschüttert wurde. Erste Berichte deuteten darauf hin, dass es sich nicht um einen Angriff sondern ein stationäres Objekt mit Explosionswirkung handelte. Eine durch die Explosion in Mitleidenschaft gezogene Sektion der Außenhülle konnte durch ein Notkraftfeld stabilisiert werden. Mit dem diensthabenden Technikerteam installierte ich sofort ein Duranium-Notschott in der betreffenden Sektion des Schiffes. Da der Hüllenbruch Level 9 überstieg, musste ein Sicherheitsoffizier die Versiegelung des Quartiers durch Anwesenheit verifizieren. Weiterhin war eine regelmäßige Kontrolle der Nahtstellen erforderlich.

[Outtime: Was ein Spaß! Zusammen mit fünf Leuten schleppten wir das "Notschott" durch den Gang und befestigten es vor dem Fenster des Quartiers. "Ausspielen ist Trumpf" hatten die SLs schließlich gesagt. Dann spielten wir halt aus, dass die dünne Stoffbahn einige hundert Kilo wiegt und hievten sie in den Raum....]

Nachdem Mr. Pelothel Stellung vor dem Quartier bezogen hatte, begannen Mrs. Rendlim, Mr. Anderson und ich mit den weiteren Reparaturen. Im weiteren Verlauf des Vormittags wurden wir über die anstehende Mission der Exeter aufgeklärt. Der Transport des Admirals zur Front sollte verzögert werden, um zuvor dessen Tochter Isabella Williams aus der Gefangennahme durch den Maquissympathisanten Mr. O'Neill zu befreien. Eine sicherlich fragwürdige Entscheidung des Admirals, in Kriegszeiten ein komplettes Schiff zur Rettung einer einzelnen Person abzukommandieren. Die Tatsache, dass die vom Maquisvertreter O'Neill Gefangene die Tochter des Admirals war, beeinflusste diese unlogische Entscheidung vermutlich positiv. Als Fakt wurde dargelegt, dass der Maquis zu diesem Zeitpunkt nicht mit einer Befreiungsaktion durch die Sternenflotte rechnete. Zudem waren auch die Erfolgsaussichten der in einer Geiselbefreiung völlig unerfahrenen Crew ungünstig. Um den Ablauf einer solchen Aktion zu instruieren, wurden zwei Teams erstellt, die auf dem Holodeck je zwei Simulationen einer Geiselbefreiung auf unterschiedlichem Niveau absolvierten. Ich wurde als einziger Techniker dem ersten Team zugeteilt.

Gravierende Fehler bei der ersten Simulation führten jedoch zu einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis. Die Annäherung an das Gebäude führte bei etwa -5,3°C einen Wald entlang. Das Team war unvorsichtig und riskierte jederzeit die Entdeckung durch Wachpersonen. Regelmäßige Scans meinerseits sollten holografische Projektoren zum Verstecken eines Eingangs, Sprengfallen und auffällige Energieemissionen sichtbar machen. Beim Eingang des simulierten Bunkers angekommen, öffnete ich zunächst das Sicherheitsschloss. Meine Unerfahrenheit in diesem Aufgabengebiet führte im Nachhinein zu einer negativen Bewertung, da die Öffnungszeit nicht im angemessenen Spielraum lag. Zwar konnte der erste Sicherheitsmechanismus problemlos überbrückt werden. Ich berücksichtigte jedoch nicht, dass bei solchen Anlagen zumeist ein Sicherungssystem vorhanden ist, dass den integrierten Alarmgeber auch dann auslöst, wenn der Hauptschaltkreis bereits entfernt wurde. Ens. Drake, der diese Simulation als leitender Offizier übernahm, wies mich auf diese Tatsache hin. Nach der Öffnung der Tür wurde der Raum durch Offiziere der Sicherheit und Taktik gestürmt, was aufgrund der hinter der Tür befindlichen Feinde ein erstes Feuergefecht mit sich zog. Zunächst sicherte das Team den Treppenaufgang, im Anschluss wurde der Bereich in der unteren Etage gesichert. Grundsätzlich war das Vorgehen zu langsam und unüberlegt. Als Hauptfehler stellten sich Sicherheitsoffiziere mit Phasergewehren in vorderster Position der Gruppe sowie eine fehlende Ausrüstung heraus. Dennoch konnte die Geisel in dieser Simulation befreit werden. Die massiven Fehler führten schließlich zu einer schlechten Bewertung dieser ersten Simulation. Neben der fachlichen Enttäuschung schien Commander Stafford zudem persönlich gekränkt zu sein. Dies beruht wohl auf der Tatsache, dass Ens. Drake und Ens. McCullum zu seinen persönlichen Schülern zählen und diese somit bei der ersten Simulation auch die Person des Commanders verletzt hatten. Sicherlich eine emotionelle Reaktion auf das Versagen der Mannschaften, in anbetracht der in Kürze bevorstehenden realen Mission jedoch sicherlich gerechtfertigt, da hier das Leben der in der Befreiung von Geiseln unerfahrenen Offiziere riskiert wird. Das zweite Team war ebenfalls nicht erfolgreich, die Mannschaft wäre bei diesem Einsatz getötet worden.

Der kurz bemessene Zeitraum zur Vorbereitung der zweiten Mission mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad führte zu einem effektiven Vorbereiten. Ich konnte Ens. Drake überzeugen, bei diesem Einsatz kein Phasergewehr der Stufe 3 mitzunehmen. Weiterhin überdachte die Gruppe die Ausrüstung und fügte elementare Gegenstände wie Rauch- und Betäubungsgranaten der Ausrüstung hinzu. Zudem forderte Drake persönliche Kraftfelder und einen Impulsgenerator an, der die Waffen im Gebäude deaktiviert hätte. Grundsätzlich keine überflüssige Ausrüstung, jedoch schien Ens. Drake nicht verstanden zu haben, dass der erste Einsatz nicht nur aufgrund fehlender Hightech-Ausrüstung sondern durch persönlicher Inkompetenz gescheitert war. Wie zu erwarten war, wurden ausschließlich die Granaten genehmigt. Kurz vor Beginn der Simulation forderte Lt. Mersdonk meine Hilfe an. Eines der Shuttles sollte auf eine sehr spezielle Art modifiziert werden. Selbst durch intensive Scans sollte die Fähre nicht mehr als Sternenflottenschiff zu erkennen sein. Mit Mr. Anderson begab ich mich an die Modifikationen. Ein direkter Befehl von Commander Stafford platzierte mich jedoch wieder im Simulationsteam.

Zusammen mit zwei weiteren Sicherheitsoffizieren, einer davon für den direkten Schutz von Techniker und Mediziner vorgesehen, begann die Mission mit hohem Schwierigkeitsgrad. Zunächst begann auch hier wieder ein passiver Scan nach holografischer Energie, Emissionen aus dem Bunker und Sprengstoffen. An der oberen Kante des Gebäudes konnte ein Sensornetz entdeckt werden, das jedoch offensichtlich nicht zur Auslösung des Alarms führte. Die Entdeckung einer Selbstschußanlage aus dem Wald unterblieb leider, sodass diese und eine weitere Anlage dieser Art nur knapp ohne Verletzungen von Teammitgliedern ausgeschaltet werden konnte. Im Eingangsbereich mussten von mir zunächst zwei Laserschranken deaktiviert werden, bevor ich mit der Überbrückung des Schlosses beginnen konnte. Aufgrund meiner mangelnden Erfahrung in diesem Bereich konnte ich das System nicht überbrücken. Durch eine Modifikation am Tricorder gelang es mir jedoch, die Software des Alarmsystems herunterzuladen und eine Simulation dieses Programms im Tricorder mit der Auslösevorrichtung zu verbinden. So konnte das tatsächliche Alarmsystem überbrückt werden.

[Outtime: Ich fand meine Idee brillant - hier fühlte ich mich als Techniker wohl. Aber für die anderen zählte wieder mal nur das Ergebnis... Aber Vulkanier müssen sich halt nicht vor der Crew beweisen...]

Problem dieser Lösung war jedoch, dass der Tricorder in direkter Reichweite des Alarmpanels bleiben musste und im Anschluss ein erneuter Upload der Software nötig war. Ich wies Ens. Drake darauf hin. Sobald die Tür geöffnet werden konnte, begab sich das Team schnell in den Raum und drang in kurzer Zeit in den Gang der unteren Etage vor. An dieser Stelle beging unser CO einen taktischen Fehler, der das Team das Leben hätte kosten können. Zusammen mit Mrs. Kell ließ er mich im Eingangsbereich zurück. Durch die fehlende Deckung konnten wir nicht nachrücken und mussten während der Dauer der Mission im Eingangsbereich verweilen. Eine definitive Fehlentscheidung, da der CO hier seiner Verantwortung für das Team nicht nachkommen konnte und die technischen Kapazitäten nicht dort einsetzte, wo sie gebraucht worden wären. So konnte das vordere Team nicht nach Sprengstoffen scannen, was dazu führte, dass eine Sprengfalle versehentlich ausgelöst wurde. Zudem traf Ens. Drake an dieser Stelle eine weitere Entscheidung, die ich persönlich explizit ablehnen muss. Aus dem oberen Geschoss drangen Hilferufe zu Mrs. Kell und mir. Eine Person gab sich als wissenschaftlicher Offizier zu erkennen und bat um Befreiung. Ein weiterer Geiselnehmer versuchte, die Hilferufe zu unterbinden. Nach der recht schnellen und erfolgreichen Befreiung der Geisel Williams befragte ich diese nach der Person im oberen Stockwerk. Mrs. Williams gab an, die Frau zu kennen und nannte ihren Vornamen. Persönlich in der Verhandlung mit Geiselnehmern ungeübt war es mir an dieser Stelle nicht möglich, Verhandlungen mit den Personen aufzunehmen. Stattdessen berichtete ich Ens. Drake als meinem CO von den Beobachtungen. Dieser sprach kurz den Geiselnehmer an, drohte jedoch unmittelbar mit der Sprengung des Bunkerkomplexes. Bereits nach der ersten erfolglosen Kontaktaufnahme entschied Drake den Rückzug aus dem Gebäude. Neben mir hinterfragte noch der Sanitäter Mr. Kaleb die Entscheidung kritisch, folgte jedoch schließlich wie auch ich dem Befehl des CO. Im Verlauf der Mission war es dem Team zudem gelungen, den Maquisflüchtling Roberts gefangenzunehmen. Aufgrund meiner erhöhten Körperkraft sollte ich Roberts aus dem Bunker tragen.

[Outtime: Auch hier kam mir wieder "Ausspielen ist Trumpf" in den Sinn. Und da unser Lieblingsverräter ziemlich dürr aussah, schnappte ich mir den Commodore, legte ihn über die Schulter und trug ihn - unter Angst- und Freudeschreien der SL aus dem Gang. Gefiel mir.]

Das Abschlussbriefing der zweiten Simulation verlief positiver. Die leitenden Offiziere lobten das Verhalten beider COs und waren zuversichtlich, mit diesem Team die reale Geiselbefreiung durchführen zu können. Lt. Lloyd, der die Leitung des zweiten Teams übernommen hatte, war auch in der Lage, die Befreiung der zweiten Geisel als sekundäres Missionsziel abzuschließen. Ein Erfolg, von dem ich bei Lt. Lloyd ausgegangen war, da mir der Taktiker bereits mehrfach durch seine meiner Ansicht nach hervorragenden Führungsqualitäten aufgefallen war. Die Abschlussbesprechung im Rahmen der Teamgruppe sah jedoch weniger positiv aus. Neben mir sprach sich auch Mr. Kaleb deutlich gegen die Vorgehensweise unseres COs aus. Dieser ging von einer Irreführung und der Tatsache, die Geisel sei manipuliert worden aus. Da Ens. Drake auch im Nachhinein nicht durch logische Argumentation zu überzeugen war, entschied ich, dass diese Mission für mich hinsichtlich Entscheidungen Ens. Drakes nicht ohne Konsequenzen bleiben darf. Dies beziehe ich natürlich nicht auf die Missachtung eines Befehls seinerseits sondern Zuteilungen in Teams, die von Ens. Drake geführt werden.

Später versuchte ein Team in ziviler Kleidung, in einem Etablissement Informationen über den Aufenthaltsort des Maquisbunkers herauszufinden. Ich war einem zweiten Team zugeteilt worden, dass im Falle des Versagens der Tarnung als bewaffneter Sternenflottentrupp auftreten und das Lokal sichern sollte. Einsatzbereit wartete das Team, kam jedoch im Verlauf der Aktion nicht zum Einsatz. Nach etwa 1,5 Stunden kehrte das zivile Team zurück, ohne jedoch den Personenkreis näher definieren zu können, wer Informant über den Maquisstützpunkt sein könnte. Im Anschluss trat Ensign Silok an mich in meiner Funktion als Waffeningenieur. Von Captain Starkov hatte er den Auftrag erhalten, eine Waffe mit einer Markierungsboje zu entwerfen, die dazu geeignet ist, die verdächtige Person zu erfassen und beamen zu können. Die Planungsarbeiten gestalteten sich als nicht einfach, da das Timing von entscheidender Bedeutung war. Der Handphaser musste mit einer zweiten Abschussvorrichtung ausgestattet werden, die die Microboje zeitgleich mit dem Abfeuern des Phasers startet, jedoch deutlich vor Eintreffen des Strahls aktiviert wird und den Transport initiiert. Nach mehreren Versuchen modifizierten wir die Nadionenöffnung so, dass Energie in die Bojenstartvorrichtung abgegeben wird, und unmittelbar die drei Millimeter große Markierungsboje gestartet wird. Direkt beim Einschlagen in die Zielperson wird der Emitter gestartet und sendet das Peilsignal an das im Orbit stationierte Schiff. Der Phaserstrahl wird bei unserem Modell durch einen Intervallschaltkreis verzögert, um der Boje ein Eintreffen vor dem Strahl zu ermöglichen. Durch dieses Vorgehen wirkt der Vorgang auf ein humanoides Auge so, als ob der Phaser mit der Einstellung desintegrieren abgefeuert wird und die Zielperson aufgelöst wird. Tatsächlich wird diese jedoch nur betäubt und an Bord gebeamt.

Noch während der Vorbereitungen stieß Captain Starkov in die wissenschaftliche Abteilung und brach die Modifikationen ab. Das Außenteam berichtete von einer skrupellosen Gesellschaft im Etablissement und traute sich nicht, ein weiteres Mal das Lokal zu betreten. Mr. Miller, Ensign Silok und ich begannen schließlich, eine Lösung des Problems zu entwerfen. Der schlussendliche Plan sah vor, das unkenntlich gemachte Shuttle in einen tiefen Orbit zu manövrieren und dort die beiden möglichen Zielpersonen zu erfassen. Dies war möglich, weil die Personen durch ein bestimmtes chemisches Element kontaminiert wurden und so durch die Scanner erfasst werden konnten. Für die Gesellschaft im Lokal sehe dieser Vorgang wie eine Entführung durch Unbekannte aus. Noch im Shuttle sollte dann die betreffende Person identifiziert werden. Der zweiten Person sollte durch ein medizinisches Verfahren die Erinnerungen an den Vorgang entzogen und zurückgebeamt werden. Der Captain stimmte dem Plan zu und teilte mich für die Kontrolle des Vorgangs der Shuttlecrew zu. Nach dem Start und dem Eindringen in die tiefe Atmosphäre des Planeten war es jedoch nicht möglich, die Zielpersonen zu erfassen. Commander Stafford entschloss, das Shuttle zu landen. Ein Sturmtrupp betäubte durch den Einsatz einer Granate das Publikum des Lokals. In kurzer Zeit konnten die Zielpersonen ausfindig gemacht werden. Nach eingehender Befragung gab diese das Sonnensystem preis, in dem sich der Bunker des Maquissympathisanten befand.

In meiner folgenden Brückenschicht machte die Mannschaft durch eine Sonde den exakten Planeten ausfindig. Erstmals flog die Exeter hier mit der maximalen Warpgeschwindigkeit von Warp 9,2. Der Antrieb hielt der Belastung stand. Unmittelbar nach dem Eintreffen begab sich das Geiselteam, dem auch ich zugeteilt wurde in das Runabout. Die Landung erfolgte unweit von der Bunkeranlage des Maquis. Da ich nur als zweiter Techniker im Team agierte und Mrs. Rendlim dem Führungsteam zugeteilt wurde, bildete ich mich Mr. Pelothel die Nachhut. Anders als in der Simulation musste hier ein Schildgenerator außer Kraft gesetzt werden. Zudem ermöglichte eine spezielle Beschichtung des Gebäudes keine intensiven Scans. Das Eindringen in die Sicherheitsanlage der Zugangstür gestaltete sich für die erfahrene Computertechnikerin einfach. Nach dem Zugriff in das Treppenhaus verblieb ich dort, um das Team vor nachrückenden Streitkräften zu schützen. Bis auf die Positionierung einer Sprenggranate, die ich als Waffentechniker durchführen konnte, blieb der Einsatz persönlich ereignislos. Zu einem späteren Zeitpunkt erhielt ich noch den Befehl, zwei Gefangene zu bewachen, die unschädlich gemacht werden konnten. Aufgrund mir nicht bekannter Probleme war es einer Restgruppe des Teams nicht möglich, nach Abschluss der erfolgreichen Befreiung das Shuttle zu betreten. Aus diesem Grund wurden die Transportverstärker benötigt, um uns, einige Verletzte und die Geiseln, die ich zu den Transporterkoordinaten trug an Bord gebeamt zu werden. Nach einer erfolgreichen Rückkehr trat ich noch für einige Zeit den Brückendienst an und konnte folgen, wie Captain Starkov mit dem Häuptling einer wenig zivilisierten Welt um die Auslieferung O'Neils verhandelte. Dieser hatte sich offensichtlich einer Festnahme entzogen und war auf diesen Planeten geflüchtet, um dort Asyl zu beantragen. Aufgrund der wenig kognitiv entwickelten Spezies des Planeten entschied man dort, dass der körperlich kräftigere Mann auch in dieser Situation recht behalten sollte und forderte ein Besatzungsmitglied der Exeter zum Kampf auf. Eine Art der Situationsentscheidung, die in vielen Kulturen historisch oft wichtige Entscheidungen herbeigeführt hat. Jedoch zutiefst unlogisch.

12.1. 2374 (Tagschicht)
Die bis zum morgen hinausgezögerte Entscheidung über den Zweikampf gestaltete sich in der Form als unnötig, da O'Neill in seinem Maquisraider den Planeten verließ und die Exeter in einen Kampf verwickelte. Für mein Team im Maschinenraum bedeutete dies eine enorme Konzentration auf die Basisfunktionen des Schiffes, da der Raider taktisch überaus überlegen zu sein schien. Diverse Beschädigungen konnten schnell wieder repariert werden, einige Reparaturprioritäten mussten jedoch verlagert werden. Durch eine Personalumschichtung standen dem Maschinenraum darüber hinaus einige weitere Offiziere zur Verfügung, die technische Basisprozeduren ausführen konnten. Mit dazu gehörte auch Ensign Drake, der aufgrund seiner Fußverletzung während der Geiselbefeiung nur liegend in einer Jefferiesröhre eingesetzt werden konnte. Ens. Drake zeichnete sich durch ein hervorragendes Improvisationstalent aus und versah in der Röhre Reparaturen auf Basis des technischen Handbuchs des Schiffes, die er vor Ort über ein PADD abrief. Zwar zeigten sich im Anschluss einige fehlerhafte Reparaturen aufgrund der mangelnden Ausbildung. In diesem Bereich jedoch eine akzeptable Rate. Zudem zeichneten sich Drakes Reparaturen durch eine exakte Befolgung der Starfleetprotokolle aus, die in dieser Situation nicht angemessen war. Dennoch erwies sich der Taktiker in dieser Situation als überaus flexibel und leistungsfähig.

Zeitgleich versagte neben einigen weiteren Systemen auch erneut die Gravitation, was ein Austeilen von Gravitationsstiefeln nötig machte. Währenddessen schien auf der Brücke der Rammangriff als einzige Möglichkeit, den Raider besiegen zu können. Der Captain teilte uns diese Absicht mit, die Hauptenergie konnte auf die vorderen Schilde umgeleitet werden. Nach erfolgreichem Rammmanöver war die Flucht aus der Entmilitarisierten Zone die Hauptpriorität. Durch provisorische Modifikationen und Überbrückung der Sicherheitssysteme war es uns möglich, Warpenergie für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stellen zu können. Captain Starkov veranlasste daraufhin die Flucht. Aufgrund der hohen Ausfallwahrscheinlichkeit befand sich Ens. Drake jedoch in der Jefferiesröhre in unmittelbarem Gefahrenbereich. Zusammen mit Mr. Anderson versuchte ich, den Ensign aus der Röhre zu evakuieren. Dies war schließlich nur möglich, indem ich ihn an dem ohnehin schon beschädigten Gliedmaß aus der Röhre zog, was einen medizinischen Notfall zur Folge hatte. Zwar verhielt sich Ens. Drake vorbildlich, eine Rettung der Ausrüstung seinerseits in dieser Situation war jedoch überflüssig. Nach erfolgreicher Flucht in den Raum der Föderation konnte eine vollständige Schadensliste erstellt werden. Zwar zeigte sich das Schiff noch impulsflugfähig, die weiteren Schäden machten eine weitere Benutzung des Schiffes jedoch zur Gefahrenquelle. Aus diesem Grund wurde die Exeter über die Frachttransporter evakuiert und verlassen. Neben den beschädigten Hauptsystemen erwiesen sich vor allem die Hüllenbrüche, allen voran hier die Zerstörung des Quartiers von Commander O’Reardon, als irreversibel. Im Anschluss belobigte Admiral Williams das gesamte Team der Exeter für den erfolgreichen Einsatz der Befreiung seiner zweiten Tochter. Grundsätzlich bleibt für mich die Frage der Sinnhaftigkeit eines solchen Vorgehens. Zwar stimme ich dem Argument zu, dass der Kriegszeitpunkt günstig ist, um eine solche Befreiung durchzuführen, da nicht mit der Rettung einer einzelnen Person gerechnet werden kann. Gerade deshalb schien für mich dieser Einsatz jedoch hauptsächlich emotional motiviert gewesen zu sein, da die taktische Funktion der Exeter an der Kriegsfront sinnvoller zum Einsatz hätte kommen können. Möglicherweise fallen jedoch weitere Argumente für diesen Einsatz in die Entscheidungsgrundlage, zu denen ich aufgrund meiner Erfahrung und Position keinen Einblick habe.

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Persönliches Computerlogbuch - Lt.jg. V. Lloyd

Computer Persönliches Logbuch öffnen, Zeitindex 10.Januar 2374 [7:50]

Ich bin heute mit gemischten Gefühlen aufgewacht, ich hatte einen komischen Traum, der damit endete, dass alle den Krieg verlieren würden. Ein recht düsteres Szenario, das mich schon vor einer Stunde aufwachen ließ. Vielleicht lag es an den Verlustberichten, die die Exeter täglich erreichten und ab und zu musste ich mitfühlen und ansehen wie Sternenflotten-Offiziere weinend vor der Konsole zusammenbrachen, weil ein naher Verwandter, Freund oder sogar Kind dem Krieg Rechnung getragen hat. Gleich beginnt meine Schicht, Mann bin ich aufgeregt, ich werde einen letzten Check der taktischen Konsole vornehmen und dann kann es losgehen. Es hat ja auch lang genug gedauert, aber ich denke die Überstunden der letzten Tage haben sich bezahlt gemacht, alles funktioniert. Nur mit der Feinabstimmung der Torpedolauncher bin ich noch nicht ganz zufrieden, ich hoffe das bekomme ich bis zum Start noch ausgebügelt.

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Computer Persönliches Logbuch öffnen, Zeitindex 11.Januar 2374 [4:30]

Ich weiß nicht, ob ich das wirklich in mein Logbuch eintragen soll, aber ich muss es irgendwie loswerden. Wir sind auf einen Kampfverband des Dominion gestoßen. Ersten Berichten nach haben wir etwa 30 Besatzungsmitglieder verloren... es... es waren die schlimmsten Momente meines Lebens, auf so etwas war ich nicht vorbereitet... diese Empfindungen .. ich konnte sie alle spüren, sie und ihren Todeskampf..............

Ihre Gefühle prasselten nur so auf mich ein, übernahmen mein komplettes Denken, am liebsten wäre ich schreiend von der Brücke gelaufen. Ich hätte nie gedacht, dass meine Fähigkeiten sich dermaßen negativ.............. aber momentan schaffe ich es wenigstens klare Gedanken zu fassen. Captain Starkov hat mich von der Brücke verwiesen, ich... ahh mein Kopf, Computer Pause!

Computer Persönliches Logbuch öffnen, Zeitindex 11.Januar 2374 [4:36]

Verdammt, es geht nicht weg. Ich wollte das würde aufhören, ständig kehren die Gefühle zurück... als... als... hätte man den Wiederholungsknopf gedrückt. Am meisten erschrecken mich allerdings meine ersten Gedanken. Ich hätte alles getan, damit es aufhört. Oft kam mir sogar der Gedanke ihr Leiden hier und jetzt zu beenden, damit ich Ruhe habe. Jedes Mal, wenn ich jetzt daran zurückdenke stehe ich kurz davor... nein ich will nicht.... warum ich?

... Computer Pause.

Computer Persönliches Logbuch öffnen, Zeitindex 11.Januar 2374 [4:38]

Was bin ich nur für ein Mensch der solche Gedanken zulässt... Ich bin wohl nicht richtig in diesem Krieg, nicht solange ich mich so überwältigen lasse. Das ist nicht das, worauf ich Jahre lang hingearbeitet habe, nein das kann es nicht sein, das war nicht mein Ziel. Am liebsten würde ich mich jetzt schon in ein Shuttle setzten, Kurs auf die Erde nehmen und mein Offizierspatent zurückgeben. Aber alles woran ich gearbeitet habe aufgeben? Nein, ich käme mir vor wie ein Feigling, ich denke ich würde das spätestens nach ein paar Monaten bereuen. ......uhmmm......... mein Schädel......... aber wenn es so weiter geht, es fühlt sich an, als würde jemand mit...... dieses Gefühl, unbeschreibbar, wie soll ich so was beschreiben, ein intensives Gefühl der Angst... vor dem Tod... er kommt immer näher. Die Stimmen der Sanitäter verstummen... Stille! Nur noch die überwältigende Angst vor dem Sterben, die Gewissheit, dass man alles hinter sich lassen muss. Alles was man liebt, alles was vor einem liegt, alle Träume müssen hier und jetzt aufgegeben werden! Unvollendete Dinge sorgen einen, man ist unruhig und doch froh wenn er endlich da ist, denn dann ist die Angst verschwunden, endlich alles vorbei.

All diese Gefühle in kurzer Zeit gebündelt und das 30 mal hintereinander und durcheinander... immer und immer wieder aufs Neue... Diese Crewmitglieder haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt und ich fürchte sie lassen sich nicht so leicht vertreiben. Wieso ich? Es gibt so viele Betazoiden auf dem Schiff, alle anderen scheinen die Sache gut im Griff zu haben und ich dachte, ich hätte meine Fehler im Griff. Ich hoffe nur dieser verdammte Krieg ist es Wert. Dabei hat er für mich eigentlich noch gar nicht angefangen. Ich will auf gar keinen Fall, dass die anderen das merken, ich muss mich ablenken, am besten lasse ich mir von Adrian ein Hypospray geben und kehre auf meinen Posten zurück, schlafen kann ich jetzt sowieso nicht und der Captain soll nicht denken, dass ich so schnell aus dem Ruder laufe!

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Computer Persönliches Logbuch öffnen, Zeitindex 12.Januar 2374 [16:01]

Der gestrige Tag war, naja nicht der glücklichste in meinem Leben. Zwar ging der Tag nicht so schlecht weiter wie er angefangen hatte, wir haben es letztendlich geschafft, Isabella aus den Händen O'Neills zu befreien. Roberts ist tot, er wurde von seinem eigenen Mann getötet als er die Tochter des Admirals schützen wollte. Eine späte Einsicht. Diese Umstände sollten mich eigentlich in Partylaune versetzen, aber mich beschäftigen momentan meine Fähigkeiten zur Konfliktbewältigung.

Ich ging gestern zu Adrian, der mir netterweise etwas gab, was meine Fähigkeiten für einen unbestimmten Zeitraum einschränkte, damit ließ sich der Brückendienst wieder ertragen. Ab und zu tauchten zwar die Gefühle wie ein entferntes Echo wieder auf, aber das habe ich geschafft zu ignorieren - zumindest bis wir endlich von der nächsten Schicht abgelöst wurden.

Die Nacht war da schon unruhiger. Ich träumte, ich wäre in einem Raum, eingeschlossen und von einer tiefen Dunkelheit umhüllt, vor mir die taktische Konsole, die als einziges Licht spendete. Ich erledigte ein paar Routinearbeiten. Aus dem Dunkeln, in der Ferne, konnte ich die Stimmen der anderen Brückenmitglieder wahrnehmen, aber ihre Stimmen waren mehr ein Flüstern, das bei mir eine Gänsehaut verursachte. Als ich dann aufsah, standen plötzlich leichenblasse Personen vor mir und sahen mich strafend an, es waren die verstorbenen Crewmitglieder. Sie standen im Kreis um mich herum, dicht gedrängt und verfolgten meine Arbeit. Ich versuche, sie zu ignorieren aber langsam wurde es mir unangenehm. Ich wollte aufstehen und gehen. Aber sie ließen mich nicht weg, keine Lücke öffnete sich. Dann rückten alle langsam immer näher auf mich zu. Ich spüre ihre kalten Hände, die nach mir greifen, sie drücken mich in den Sitz, das leise Flüstern der anderen Brückenoffiziere ist ohne dass ich es bemerkt habe verstummt... Es herrscht für ein paar Sekunden Stille. Ich weiss was jetzt kommt, aber ich kann es nicht verhindern. Dann geht es los, sie schreien in den unangenehmsten Tönen, es sind Angstschreie, ihre Gesichter kommen näher und immer näher. Inzwischen kann ich ihren Verwesungsgeruch riechen, diese Enge. Dann spüre ich, wie sie anfangen, an meinen Gliedmaßen zu zerren. Sie wollen mich auseinander reißen. Ich schaffe es dann noch, einen letzten Blick auf meine Konsole zu werfen und sehe mein Spiegelbild... Ich sehe genauso tot und verwest aus wie sie, dann wache ich auf. Immer wenn ich an diesen Traum denken muss, bekomme ich Gänsehaut. Ich hatte diesen Traum mehr als 3 mal diese Nacht. Und ich befürchte er kommt wieder. Vielleicht hätte ich dem Counselor doch etwas davon erzählen sollen, aber die Angst, dass ich als dienstunfähig eingestuft werde, ist einfach zu groß und ich würde ungern diese Crew aufgeben. Die Sternenflotte ist für mich das Wichtigste im Leben, hier habe ich alles was ich brauche: tolle Kollegen, meine Freunde und Vorgesetzte, die sich wohl jeder junge Offizier nur wünschen kann.

Ich will mir immer einreden, dass ich für den Job gemacht bin. Aber gerade der gestrige Tag lässt mich an meinen Fähigkeiten zweifeln. Nach dem Zwischenfall und der ersten unruhigen Nacht, begann ich ganz normal meine Schicht. Ich versuchte, möglichst kein verändertes Verhalten an den Tag zu legen. Die taktische Übung auf dem Holodeck habe ich, in den Augen der Führungsoffiziere, mit einer akzeptablen Bewertung beendet, aber die Aussenmission danach war ein völliger Fehlschlag. Es war meine erste richtige Mission, ich habe sogar eine Nasenoperation über mich ergehen lassen, um mir ein bajoranisches Aussehen zu verpassen. Als ich das Aussenteam zusammenstellt hatte, war ich der festen Überzeugung, eine gute Besetzung gewählt zu haben. Nach der Beschreibung des Einsatzortes war klar, Dawson in das Team zu nehmen, auch die Bajoranerin Kadett Jaris, konnte glaubwürdig die Rolle eines Maquis einnehmen, bei Anderson dachte ich mir, dass sein Hobby Waffen und seine ausgefallene Persönlichkeit aus ihm einen glaubwürdigen Rebellen machen. Abgesehen davon, hatte ich dadurch die Bereiche Sicherheit, Medizin und Technik abgedeckt, man weiss schließlich nie, was auf einen zukommt. Am Schluss nahm ich noch Taylor dazu, die ein geschicktes Händchen bei Kartenspielen hatte, abgesehen davon dachte ich, es ist eine gute Gelegenheit für Sie, ein paar Erfahrungen zu sammeln. Im Nachhinein denke ich, Dawson und Jaris wären besser alleine gegangen, denn als ich die Tür zur Outlaw Bar öffnete, war mein erster Gedanke wieder einen Schritt zurück zu machen. Ohne Dawson und Jaris hätten der Rest meines Aussenteams, einschließlich mir, wahrscheinlich keine 2 Minuten in dem Schuppen durchgehalten. Ich hatte etliche taktischen Missionen im Holodeck gut überstanden, um ausgerechnet bei meiner ersten richtigen Mission zu versagen. Ein weiterer Punkt, an dem ich hart arbeiten muss, wenn ich weiterhin Außenteams führen möchte.

Wenigstens hat diese Mission dazu beigetragen, auf andere Gedanken zu kommen - zumindest für eine Zeit. Nachdem jetzt wieder ein wenig Leerlaufzeit vorhanden ist, habe ich einfach zu viele ruhige Minuten, wo diese Visionen wiederkehren, auch am Tag. Ab und zu habe ich das Gefühl, als würde eine kalte Hand auf meiner Schulter liegen oder jemand von ihnen steht hinter mir und starrt mich an, bereit jederzeit auch mein Leben zu entreissen. So oft mir Zeit bleibt, werde ich jetzt den Rat von Lt. Caylan beherzigen und versuche meine Gedanken abzuschirmen. Aber falls ich in nächster Zeit mal Landurlaub bekomme, werde ich den auf Betazed verbringen und das tun, was ich so lange vernachlässigt habe, zu trainieren meine natürlichen Fähigkeiten kontrolliert einzusetzen. Und ich dachte immer, es reicht zu wissen, wie man Gefühle erspürt oder wie man mit anderen Telepathen kommunizieren kann.

Computer Persönliches Logbuch öffnen, Zeitindex 02.März 2374 [21:34]

Ich hab mich in den letzten Wochen ganz schön abgeschottet, nur das nötigste gemacht. Keine Ahnung, ob mein tägliches Training mit der Abschirmung etwas gebracht hat, immerhin konnte ich mich schon von Gedanken anderer abschotten, aber das waren nur einfach Gedanken ohne sonderliche starke Emotionen. Ich weiß nicht, ob ich das in einer Situation wie damals hinbekommen würde, mich auch davor zu schützen.

Der Krieg ist inzwischen ziemlich vorangeschritten, die Listen der Toten werden immer länger und meine Tagträume kommen immer noch zum Vorschein. Ich habe kaum eine Nacht seit damals durchgeschlafen. Während ich draußen bin, versuche ich der Lloyd zu sein der ich immer bin, aber... ach was soll's. Ich denke ich sollte mich nicht so anstellen, bald ist die Einweihungsfeier unsers neuen Schiffes, dann wird es sicher an die Front gehen und da werden mehr als 30 Leute sterben, ich muss vorbereitet sein... Wenn ich mir meine Logbucheinträge seit dem Vorfall ansehe, ich glaube ich hätte......hmmm. Vielleicht hätte mich doch noch mal dem Counselor anvertrauen sollen. Aber als sie mich mal darauf ansprach, lächelte ich ihr ins Gesicht und beteuerte, dass es mir wieder gut gehen würde. Ich wollte das eigentlich nicht sagen, es sprudelte einfach aus mir heraus, jetzt muss ich alleine damit klar kommen!

Computer, alle meine Logbuch einträge ab Zeitindex: 11.Januar 2374 [4:30] unwiderruflich Löschen.

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Persönliches Computerlogbuch Cmdr. M. O'Reardon

Sternzeit 51052.8 - Die erste und wahrscheinlich letzte Mission der U.S.S. EXETER NCC-26531 nach ihrem Umbau ist vorbei. Das Schiff ist wahrscheinlich irreparabel beschädigt. Während Captain Starkov von Admiral Williams das Kommando über eine Akira-Klasse übertragen bekommt, überlege ich, wie meine persönliche Zukunft aussieht. Die offizielle Beschwerde über Admiral Williams an das Flottenkommando ist fertig, ich muss sie nur noch abschicken. Wir können es uns zur Zeit nicht leisten, Schiffe von wichtigen, kriegsentscheidenden Missionen abzuziehen - und schon garnicht, sie zu zerstören. Ich fürchte, der Admiral wird wieder falsche Entscheidungen treffen. Es ist mir ein Rätsel, warum er wieder zum Kommandeur der 6. Flotte ernannt wurde. Ich verstehe auch nicht, warum er die gesamte Crew des Schiffes belobigt hat. Anscheinend ist das seine Form von Dankbarkeit. Ich habe die Belobigung offiziell abgelehnt, ich will seine Dankbarkeit nicht.

Bei der Mission hatten wir 35 Gefallene und mehrere Verletzte, darunter ich selbst. Das Flottenkommando trägt mit Sicherheit eine Teilschuld, wenn es Schiffe mit einem Drittel der Nennbesatzung für einsatztauglich erklärt und unerfahrenes Personal auf die Schiffe versetzt. Aber den größten Vorwurf mache ich mir selbst. In meinem Eifer, die Besatzung möglichst zu vervollständigen habe ich einen schwerwiegenden, ja tödlichen Fehler begangen. Crewmen, Petty Officers und Ensigns frisch von der Akademie mit an die Front zu nehmen musste in einer Katastrophe enden - ich hätte es wissen müssen. Einige von ihnen zeigen zwar gute Ansätze, aber sie werden noch viel Zeit brauchen, bis sie sich zu einer vernünftigen, funktionierenden Crew entwickelt haben - wenn sie solange leben.

Ich vermisse Jarvis. Ich wünschte, sie wäre hier. Andererseits bin ich froh, dass sie nicht hier an der Front ist. Ich könnte es nicht ertragen, sie zu verlieren. Ich will niemanden verlieren - 378 Crewmitglieder sind schon zuviele. Vielleicht sollte ich nochmal mit dem Counselor sprechen, vielleicht hat sie einen Rat, wie ich besser damit umgehe. Bis zum Eintreffen der Akira werde ich mich weiter in Arbeit stürzen. Man könnte meinen man gewöhnt sich daran, aber das ist ein Irrtum. Ich bin froh, dass der Captain die Angehörigen informiert und nicht ich. Logbucheintrag Ende.

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