28.12.2373
Letzte Nacht haben wir endlich die McKinley-Station in Richtung der Sternbasis 375 verlassen. Unsere offizielle
Mission lautet, meinen Vater zu seinem Kommando zu bringen und danach die Truppen an der cardassianischen Grenze
zu verstärken. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass da doch noch mehr hinter steckt. Seit den Zwischenfällen
an der Akademie wurde von Seite der Sternenflotte nicht wirklich viel unternommen, um Isabella zu retten. Vater
leidet sehr darunter, ich sehe es ihm an. Ich denke, er hat das Warten satt und will auf eigene Verantwortung
etwas unternehmen, aber noch ist mir nicht so recht klar, wie und was. Wir werden sehen, was uns dieser
vermeintlich ruhige Flug bringen wird.
Schlafen kann ich schon lange nicht mehr richtig. Immer wieder sehe ich das Video vor mir, in dem O'Neill meine Schwester quält. Wenn ich ihn nur in die Finger kriegen könnte, ich würde ihn bezahlen lassen für all das, was er mir und meiner Familie angetan hat. Was rede ich da, dann wäre ich auch nicht besser als er. Aber ich hoffe wir werden ihn kriegen und Gnade ihm Gott, wenn Isabella - nein, ich mag nicht dran denken. Ich bete, dass wir sie lebend finden werden. Und ich bete, dass wir diese Verräter endlich fassen können, auch wenn ich glaube, dass sie mich nicht in die Nähe von Degenhard und O'Neill lassen werden, dafür wird Vater sorgen. Er will mich nicht verlieren, dass weiß ich, aber er kann nicht immer seine Hand über mich halten. Wir haben schliesslich Krieg und ich habe meine Pflicht zu erfüllen.
Meine erste Schicht beginnt gleich. Ich muss auf die Brücke. Ich bin gespannt, wer noch alles der Alpha-Schicht zugeteilt ist. Computer speichern.
10.01.2374
Seit vierzehn Tagen sind wir nun schon unterwegs. Es gab keine besonderen Vorkommnisse. Meine Schichtcrew hat sich
in dieser Zeit gut aufeinander einspielen können. Es steckt sehr viel Potential in ihr, auch wenn ich zu Bedenken
geben muss, dass wir doch arg wenige Mann für die CONN und die OPS an Bord haben. Es reicht so grade, um die
Schichten abzudecken. Wenn da einer ausfällt, haben wir ein Problem! Das reicht für heute, Thomas erwartet mich
unten im Casino. Er will mich aufmuntern. Erstaunlicherweise gelingt ihm dies immer wieder aufs Neue. Computer
speichern.
13.01.2374
Computer, Fortsetzung des Berichts vom 10.01.2374
Isabella ist in Sicherheit, ich kann es immer noch kaum fassen. Seit gestern Nacht ist sie wieder bei Vater und mir.
Ich greife voraus, bin noch immer überwältigt von der geglückten Rettung Isabellas. Kaum hatte ich an diesem Freitag
Abend das Casino betreten, als es auch schon ein Ende mit unserem ruhigen Flug fand. Wir gerieten in einen
Kampfverband des Dominion, welche glücklicherweise nicht allzu viel Interesse an uns zeigten, aber die Aufmerksamkeit,
die sie uns zuteil werden liessen, reichte aus, dass wir uns schwer beschädigt in einen Nebel zurückzogen, in dem
ihre Sensoren uns nicht orten konnten. Lt. Mersdonk und sein Team arbeiteten fast ununterbrochen, um die Schäden
wieder zu reparieren. Es gab in dieser Nacht 34 Tote! Das es nicht mehr waren grenzt an ein Wunder.
Als die Alpha-Schicht am nächsten morgen ihren Dienst antrat war das Schiff zwar noch nicht ganz wieder hergestellt, aber es reichte wohl aus, dass ein Kurs aus dem Nebel heraus befohlen wurde. Wir tasteten uns langsam an die Grenzen des Nebels heran und als die Sensorergebnisse die wir über eine auserhalb des Nebels platzierte Sonde erhielten, keine direkte Gefährdung ergaben, verliessen wir den Nebel - um sofort zu stoppen. Eine Subraummine war durch unser Schildgitter gelangt und detonierte an der Aussenhülle. Das Quartier unserer stellvertretenden CMO gab es danach nicht mehr und der Liste der Toten musste ein Name hinzugefügt werden. Auch Commander O'Reardon wurde durch die Detonation schwer verwundet. Hätte die Exeter keine Ablativpanzerung gehabt, wäre es noch schlimmer gekommen. Aber die Zeit drängte anscheinend. Lt. Commander Stafford befahl Scans nach einem Ferengi Schiff und liess einen Kurs setzen, der uns von unserem eigentlichen Ziel, der Sternbasis 375 fortbrachte. Da war es! Meine Vermutungen begannen sich zu bestätigen. Mein Vater und der Captain hatten irgendetwas vor. Ohne lange zu zögern sprach ich Stafford darauf an. Er verwies mich jedoch auf einen späteren Zeitpunkt zu dem alle den Grund für die Scans und die ungeplante Kurskorrektur, also das eigentliche Missionsziel, erfahren sollten. Ich gab mich erst einmal damit zufrieden und vertraute darauf, dass Captain Starkov und mein Vater genau wussten, was sie taten.
Während der nächsten Stunden änderten wir mehrfach den Kurs und scannten weiterhin nach der Signatur eines Ferengi- Schiffes, eine geraume Zeit ohne Erfolg. Wir fanden die Signatur dann doch noch und der Captain rief Stark, den Kadetten Jey'Loq und mich zu einer Besprechung in seinen Raum. Er sagte uns, wir sollten mit einem Ferengi in Verhandlungen treten, da dieser den Aufenthaltsort und den Namen eines Informanten nennen konnte, der uns das Versteck von O'Neill verraten könnte. Der Captain brauchte mir nicht zu sagen, dass diese Information über die Maßen kostbar für uns war, ich hoffte nur, ich würde den Anforderungen Starkovs gerecht werden und würde mich gegenüber dem Ferengi nicht verraten. Letztendlich sollte der Kadett die Verhandlungen führen, von Ferengi zu Ferengi. Na das konnte ja was geben.
Da sassen wir dann nun im Casino, begrüssten den Ferengi an Bord unseres Schiffes und versuchten einen gering interessierten Eindruck zu machen, zumindest gaben Stark und ich uns alle Mühe. Jey'Loq hingegen hatte an dem Satz "Unser Verhandlungspartner soll NICHT merken, wie wichtig uns diese Information ist" glaube ich irgendetwas falsch verstanden. Er fing jedenfalls an, Versprechungen zu machen, die wir nie und nimmer hätten einhalten können, und als er ihm dann auch noch ein Shuttle anbieten wollte, trat ich ihm letztendlich vors Schienbein. Wir kamen dann schließlich zu der Übereinkunft, dem Ferengi im Voraus zehn Streifen goldgepresstes Latinum auszuzahlen, ihm eine Handelserlaubnis für die Erde zu verschaffen und ihn mit einigen potentiellen Geschäftspartnern bekannt zu machen. Dreissig weitere Streifen sollten nach Überprüfung der Information ausbezahlt werden. Es wunderte mich schon, dass der Ferengi sich so schnell dazu einverstanden erklärte, aber letztendlich hatten wir das, was wir wollten, die Koordinaten des Tokara-Systems und den Namen unseres Informanten. Ich gab die gewonnenen Informationen an den Captain weiter und dieser liess einen Kurs zum Tokara-System setzen. Dann überlies er mir wieder das Kommando auf der Brücke. Während des Fluges verlangte Commander Stafford mir und meiner Alpha-Schicht mehrere Brückensimulationen ab, um unsere Reaktionsfähigkeit und unsere Zusammenarbeit zu testen. Die Simulation einer cardassianischen Galor-Klasse hatten wir dann auch irgendwie überstanden, aber dem romulanischen Warbird hatten wir nichts entgegenzusetzen. Während der Phase der Brückensimulationen wurde die restliche Kerncrew zu Häuserkampf und Geiselbefreiungsszenarien herangezogen, was es mir sichtlich erschwerte, die Brücke komplett besetzt zu halten.
Was die Simulationen der Bodenteams anging, so frage ich mich heute noch, wie die Holodeck-Technik an Bord gelangen konnte, ohne das sie auf meinen Anforderungslisten aufgetaucht war. Nun gut.
Als wir das Tokara-System erreicht hatten, lies ich die Exeter auf eine Position nahe der Sonne des Systems bringen, so das deren Strahlung unsere Signatur überdeckte. Ich informierte den Captain über unsere Ergebnisse über das Tokara-System. Danach konnten wir nur noch abwarten, was unser Bodenteam erreichte. Während diesen bangen Momenten des Wartens wagte ich es und fragte den Captain, wie lange wir die Suche nach meiner Schwester noch aufrecht erhalten konnten, bevor wir zu unserer ursprünglichen Mission zurückkehren müssten. Er gab mir zur Antwort, dass mein Vater wohl bis zum Mittag des folgenden Tages noch jede Frage mit einem lapidaren "Das geht Sie gar nichts an" abtun könnte. Also hatten wir keine zwanzig Stunden mehr, um Erfolg zu haben oder unverrichteter Dinge Sternbasis 375 anzufliegen. In diesem Moment ging mir so vieles durch den Kopf. Wie sollten wir das nur schaffen? Und was wäre, wenn der Ferengi uns über den Tisch gezogen hätte. Sicher Starkov hätte ihn gejagt, aber die Chance Isabella zu retten wäre dahin gewesen.
Lloyd führte den getarnten Einsatz in einer Kneipe auf Tokara 4. Er und sein Team sollten möglichst unauffällig Kontakt zu Harrison aufnehmen und an die Informationen herankommen, die wir brauchten. Was auch immer dort unten geschah, unser Team trat nach etwa einer halben Stunde unverrichteter Dinge den Rückzug an. Und Stafford stürmte die Örtlichkeit. Sein Team betäubte jeden der dort anwesenden und nahm zwei Personen in Gewahrsam, bei denen fast sicher war, dass einer der beiden unser gesuchter Informant war.
Sobald es erwiesen war, dass unser Informant dabei war, verliessen wir das Tokara-System und ich ließ eine Plasma-Wolke ansteuern, hinter der wir unerkannt auf die Ergebnisse der Befragung warten konnten. Danach übergab ich die Brücke der Gammaschicht, informierte den Captain über unsere derzeitige Position und begab mich in mein Quartier.
Meine Ruhe wärte nicht lange! Zwei Stunden später riss mich der Rote Alarm aus meinem Dämmerschlaf. Die Befreiungsteams waren bereits auf der Planetenoberfläche von Dorvan IV, wo sich O'Neills Stützpunkt befand. Ich eilte auf die Brücke, während das Schiff immer wieder von Torpedoeinschlägen erschüttert wurde. Zwei cardassianische Schiffe der Keldon-Klasse hatten uns entdeckt und uns unter Feuer genommen. Der Captain befahl kurzfristigen Rückzug, um die Cardassianer von Dorvan IV abzulenken und unseren Technikerteams die Möglichkeit zu geben, die Eindämmungskraftfelder um die Hüllenbrüche aufzubauen und die Risse nach und nach zu verschliessen. Als der Antrieb wieder einigermassen hergestellt war, kehrten wir zurück und sammelten das Runabout wieder ein. Mit meiner Schwester an Bord. O'Neill und Degenhard konnten entkommen, Roberts war tot. Er hatte meiner Schwester das Leben gerettet. Mittlerweile frag ich mich, ob die Situation damals an der Akademie wirklich nicht gestellt war. Nachdem Vater und ich Isabella von der Krankenstation geholt hatten gingen wir auf mein Quartier und gaben uns noch eine Zeitlang unseren Glücksgefühlen, wieder beisammen zu sein, hin. Aber Vater quälte etwas und es lies nicht lange auf sich warten, bis er damit herausrückte. Nur um bei Isabella und mir zu sein und mehr Zeit für uns zu haben, wollte er sein Kommando der sechsten Flotte niederlegen. Meine Einwände, dass ich die Exeter und Captain Starkov nicht verlassen würde und das seine Fähigkeiten in diesem Krieg mehr denn je gebraucht würden überzeugten ihn wohl, dass er mit der Niederlegung seines Kommandos nicht erreichen würde, dass Isabella und ich bei ihm sind.
Nachdem wir Isabella in ihr Quartier gebracht hatten, kehrten wir noch einmal auf die Brücke zurück, wo mein Vater etwas mit dem Captain besprechen wollte. Ich zog mich derweil ins Arboretum zurück und dankte Stafford und Stark für die Rettung meiner Schwester, wie ich es vorher auch bei Drake getan hatte, nun nicht ganz so überschwänglich. Als Vater von der Brücke zurückkehrte, nahm er mich zur Seite und fragte mich, was ich wohl von einer U.S.S Exeter, Akira Klasse, Flaggschiff der Sechsten Flotte unter dem Kommando von Captain Starkov halten würde. Ich war mehr als begeistert, wie man sich vorstellen kann. Von einer Ambassador auf eine Akira, was will man da mehr. Er ermahnte mich, darüber noch nicht zu sprechen und gab mir den Befehl, ins Bett zu gehen. Dem Befehl eines Admirals hatte ich nichts entgegenzusetzen und so begab ich mich zur Ruhe.
So gut wie in dieser Nacht hatte ich schon seit einem Jahr nicht mehr geschlafen. Tags darauf machten wir uns an die Verfolgung von O'Neill und Degenhard. Das es uns gelang, sie zu fassen, brauche ich hier nicht zu erwähnen, dass die Exeter danach auch nur noch ein Klumpen Metall war und allein durch die unermüdliche Arbeit von Lt. Mersdonk und seinen Teams zusammengehalten wurde, wohl auch nicht.
Wir sind nun hier auf Sternbasis 375, die Exeter ist reif fürs Museum und wir warten auf unser neues Schiff. Das Flaggschiff der sechsten Flotte. Vielleicht gelingt es uns diesmal, wenigstens zwei drittel der Besatzungsstärke zu rekrutieren. Schluss für heute, Vater Isabella, Thomas und ich sind zum Essen verabredet, er will ihn näher kennenlernen. Wenn ich nur wüsste, wo mein rotes Kleid geblieben ist? Computer Speichern.
10. November 2373
Irgendwie erscheint mir der gestrige Abend noch wie ein Traum. Aber es war wohl keiner, denn als ich
heute morgen pünktlich um neun Uhr im Transporterraum der USS Exeter ankam, erwartete mich Commander
O'Reardon bereits. Wie abends zuvor besprochen, hatte er sich bereit erklärt mir das Schiff und insbesondere
die Krankenstation zu zeigen. Jetzt verstehe ich die Zweifel und Bedenken der Besatzung, ob das Schiff
rechtzeitig einsatzfähig sein wird. Überall fehlen noch elementare Teile und technisches Zubehör für die
Grundversorgung. Von den Dingen, die über die Grundversorgung hinausgehen, ganz zu schweigen. Das Schiff
verfügt zudem nur über etwas mehr als die Hälfte der erforderlichen Besatzung, was unsere Mission wohl
nicht gerade erleichtern wird. Der Commander war unterkühlt wie wohl immer, aber ich erfuhr nützliche
Details über das Schiff.
Dann endlich hatte ich die Gelegenheit den CMO, Commander Caine, kennenzulernen. Ein Mann der wenig lacht, konsequent und streng scheint, aber auch menschliche Züge hat. Wird hoffentlich eine interessante Zusammenarbeit. Die Krankenstation ist auch noch nicht vollständig eingerichtet, aber die Biobetten sind da und auch ansonsten scheint alles notwendige medizinische Gerät vorhanden zu sein. Mehr kann ich noch nicht sagen, da mein erster Besuch auf der Exeter nur von sehr kurzer Dauer war.
Dann blieb mir nur, in mein Quartier zurückzukehren, um meine Sachen zu packen. Anschließend wurden diese auf die Exeter gebracht Von einigen meiner Pflanzen musste ich mich leider trennen, da ich nicht alle mit an Bord nehmen kann. Christine wird sich während meiner Abwesenheit um sie kümmern. Der Abschied von meinen Kommilitonen auf der Akademie fiel mir dann wirklich schwer. Alles ging in den letzten beiden Tagen so schnell, dass ich mir über Abschied keine Gedanken gemacht habe. Und dann war es plötzlich so weit. Besonders Christine wird mir fehlen; wir sind im Laufe der zwei Jahre auf der Akademie wirklich gute Freunde geworden. Aber wenn es den Propheten gefällt, werden wir uns irgendwann wiedersehen. Klar beneidet sie mich um meine Versetzung auf die Exeter. Würde sie vielleicht nicht mehr tun, wenn sie von unserer Mission wüßte. Aber ein Gefühl sagt mir, dass es besser ist, nichts von unserem Missionsziel nach außen zu tragen, auch wenn man mich nicht zur Geheimhaltung aufgefordert hat.
Eine Nacht bleibt mir noch auf der Akademie. Die nächste werde ich dann an Bord der Exeter verbringen. Tirel habe ich noch nicht erreicht. Der ist wahrscheinlich mal wieder auf einer geheimen Mission oder sonst wo in einem Krisengebiet unterwegs. Dabei weiß er noch gar nichts von meinem Glück. Nun gut, ich versuche morgen noch mal, eine COMM-Verbindung herzustellen. Soviel für heute. Computer, speichern.
11.November 2373
Heute hab' ich meinen Dienst auf der USS Exeter angetreten. Vollkommen unspektakuläre Sache, mein Weg
führte sofort auf die Krankenstation, wo mit der Arbeit begonnen wurde. Officer Kaleb verstehe ich
überhaupt nicht. Vor zwei Tagen meinte er, die Krankenstation sei vollständig eingerichtet und die
Geräte alle funktionsfähig. Aber anscheinend hat er weder die Chirurgischen Rahmen, noch die Anzeigen
der Biobetten überprüft, oder gar mal einen Blick auf die vorrätigen Medikamente geworfen. Arzneimittel
haben wir noch so gut wie keine. Vielleicht gerade noch ein paar Medikits, die vollständig sind, das
war's aber auch. Angeblich kommen die Medikamente im Laufe des Dezembers. Bei den Propheten, wollen
wir's hoffen, sonst brauchen wir gar nicht erst los zu fliegen. Die Anzeigen der Biobetten zeigen
noch kompletten Unsinn. Blutdruck 40 zu 10 und Puls 300. Passt noch nicht so wirklich. Also habe
ich den Tag mit einem Techniker verbracht, um die Anzeigen zu justieren. Leider haben wir den Fehler
bisher noch nicht gefunden. Hoffentlich ist es bei jedem Bett derselbe, sonst wird das eine wirklich
mühselige Arbeit.
Die Replikatoren produzieren momentan auch nur Feldrationen statt des üblichen Lebensmittel- und Getränkesortiments. Ich kann damit leben, schließlich hatte in den letzten Jahren schon weit aus schlechtere Versorgung als Feldrationen der Starfleet. Officer Dawson hingegen hat sich natürlich sofort als erste über die Angelegenheit beschwert. Allerdings begünstigen die Feldrationen nicht gerade eine ausgewogenen Vitamin- und Mineralstoffaufnahme. Mal abwarten, wie lange das Problem anhält, ansonsten müsste man darüber nachdenke, der Crew auf medikamentöse Weise die notwendigen Vitamine zu verabreichen. Bis das jedoch erforderlich wird, hat es noch ein wenig Zeit und sicherlich werden die Techniker das Problem bald behoben haben. Computer, speichern.
2. Januar 2374
Wir haben doch noch weiteres medizinisches Personal zugeteilt bekommen. Lt. (jg.) Winter wird als
Stellvertreterin von Lt. Cmdr. Caine die medizinische Crew verstärken. Also brauche ich zur Zeit
noch keine Assistenz des CMO zu machen. Ich weiß nicht, ob ich erleichtert oder enttäuscht sein soll.
10. Januar 2374
Wir waren endlich unterwegs und fast im Zielgebiet eingetroffen. Unser offizielles Missionsziel lautete
Admiral Williams nach Sternenbasis 375 zu bringen, wo er das Kommando über die 6. Flotte wieder
übernehmen sollte. Aber inoffiziell würden wir vermutlich einen Abstecher machen, um dem Maquis
einen Besuch abzustatten. Mal abwarten, wann dies offiziell bekannt gegeben werden wird. Ich verbrachte
die Reise neben meinem regulären Dienst mit Lernen, da ich das Ziel habe, einen möglichst guten
Akademieabschluss zu machen. Officer Kaleb und ich verstehen uns inzwischen ziemlich gut. Beim Lernen
sitzt er ab und an bei mir und gemeinsam klären wir Fragen und wenn wir keine Antworten finden,
fragen wir Cmdr. Caine. Dieser hat stets ein offenes Ohr für uns und auch stets eine Antwort parat.
Er ist gerade mir bei Lernen eine große Hilfe.
Kurz nachdem wir unter Warp gegangen waren, ertönte roter Alarm. Das Schiff war unter schweren Beschuss durch eine Jem'Hadar Flotte geraten, die die Exeter angriff. Wir erlitten schwere Schäden, u. a. mehrere Hüllenbrüche. Teilweise fielen die Sensoren aus und ich glaube, auch unser Antrieb war nicht mehr voll funktionstüchtig. Um das Schiff in Sicherheit zu bringen, flüchtete der Captain in einen nahen Nebel, in den uns die Jem'Hadar Flotte nicht folgte. Leider mussten wir einen beinahe Komplettausfall der Sensoren hinnehmen und auch die Kommunikation nach außen war gestört. Daher schickte der Captain das Runabout aus, um DS9 eine Warnung zukommen zu lassen. Das Runabout wurde zwischenzeitlich vermisst, kehrte aber kurz vor dem nächsten Morgen wieder zurück.
Ständig trafen neue Verletzte auf der Krankenstation ein, die von anderen Crewmitgliedern gebracht wurden, da auch unser Transportersystem ausgefallen war. Permanent waren wir mit medizinischen Notfallteams im Schiff unterwegs. Leider konnten wir nicht verhindern, dass drei Crewmitglieder unter unseren Händen auf der Krankenstation starben. Kaleb und ich haben alles versucht, aber die Verletzungen waren zu schwer. Zudem hatte sich Cmdr. Caine mit einer leichten levodianischen Grippe infiziert und lag noch auf seinem Quartier, so dass wir auf sein Wissen nicht zurückgreifen konnten. Lt. Winter war teilweise keine große Hilfe. Auch Cmdr. Stafford wurde verletzt, war zwischenzeitlich bewusstlos, konnte jedoch nach kurzer Zeit seinen Dienst wieder aufnehmen. Letztendlich hatten wir 32 Tote zu beklagen, 4 Crewmitglieder waren verletzt, 2 davon vermutlich vor dem nächsten Morgen nicht wieder einsatzbereit. Und nicht mal die Schwerverletzten konnten wir bis zur Genesung auf der Krankenstation behalten, da Lt. Winter als Dienst habende Ärtzin nicht in der Lage war, sich gegen die Anweisung von Cmdr. O'Reardon durchzusetzen. Ich habe versucht, Ens. Jenkins zu Beobachtung dazubehalten, da ich sie nicht für diensttauglich hielt, die Exeter zu fliegen. Drinkmann und Torwin waren zu diesem Zeitpunkt noch im Runabout unterwegs. Aber ich konnte mich O'Reardons Befehl natürlich nicht widersetzen und Lt. Winter hielt es nicht für nötig, sich der Sache anzunehmen. Ich frage mich, was weniger risikoreich ist: Das Schiff von einem verletzten Ensign der Flugkontrolle fliegen zu lassen, oder von einem anderen, gesunden Kommandooffizier. Cmdr. Caine meint, man solle das Wohl eines Einzelnen nicht über das des gesamten Schiffes stellen. Das ist korrekt, aber ein verletzter Pilot kann ebenso das gesamte Schiff gefährden. Als wieder Ruhe auf dem Schiff eingekehrt war, begaben wir uns auf Befehl von Lt. Winter zu Bett ? inzwischen war es spät in der Nacht.
11. Januar 2374
Nach dem Frühstück begab ich mich zum Lernen ins Arboretum. Plötzlich wurde das Schiff durch eine
schwere Explosion erschüttert. Beim Verlassen des Nebels war die Exeter wohl in ein Minenfeld geraten.
An der Außenhülle explodierte eine Plasmamine und verursachte einen schweren Riss in der Außenhülle.
Das dort liegende Quartier der stellvertretenden Chefmedizinerin, Lt. Winter, wurde dabei vollkommen
zerstört. Lt. Winter verstarb vor Ort bevor ein medizinisches dort eintreffen konnte. Cmdr. O'Reardon,
der sich ebenfalls in der Nähe der Explosion aufgehalten hatte, wurde von einem herabstürzenden Träger
schwer verletzt. Die Untersuchung ergab, dass er zwei gebrochene Rippen und einen Trümmerbruch im Arm,
jedoch, den Propheten sei dank, keine inneren Verletzungen hatte. Cmdr. Caine und ich richteten die
Knochen und waren zunächst zuversichtlich, dass Cmdr. O'Reardon bald wieder genesen sein würde.
Jedoch stellte sich heraus, dass seine Blutgerinnungswerte nicht in Ordnung waren, und um eine
Thrombose oder Schlimmeres zu verhindern beschloss der CMO, unseren Ersten Offizier zur Beobachtung
auf der Krankenstation zu behalten. Cmdr. O'Reardons Zustand besserte sich im Laufe des Tages
allmählich, doch er war vor Sonntagmorgen nicht wieder diensttauglich. Der Technik gelang es, den
Riss in der Hülle zu reparieren. Auch die Schäden des gestrigen Abends waren inzwischen dank der
großartigen Arbeit der Techniker behoben worden. Die Sensoren funktionierten wieder, der Antrieb
ebenfalls, nur die Transporter hatten noch zu 40% keine Biofilter.
Im Laufe des Vormittags hatte ich noch Gelegenheit mich mit unserem Counselor, Lt. Caylan, zu unterhalten. Ich bat sie, mir bei meiner Zusatzausbildung in Psychologie zu helfen, wozu sie sich gerne bereit erklärt hat. Es ist schon schön, dass die Crew mich bei meiner Ausbildung unterstützt. Kaleb hat mit noch die Aufzeichnungen seiner Vorbereitung auf die Unteroffiziersprüfung zur Verfügung gestellt. Übrigens ein sehr fähiger Sanitäter. Wenn man bedenkt, dass er seine Sanitätsausbildung in nur einem halben Jahr gemacht hat...Alle Achtung! Ich möchte ihn in unserem Team nicht mehr missen. Mittags rief Admiral Williams die Crew zu einer Versammlung in die Messe zusammen. Dort gab er dann auch endlich unser eigentliches Missionsziel bekannt: Seine Tochter Isabella aus den Händen eines Maquisrebellen namens O'Neill zu befreien.
Um die Crew auf die geplante Geiselbefreiung vorubereiten, setzte die Führungscrew Holodecksimulationsübungen an, die genau dies trainieren sollten: Die Befreiung von Isabella Williams aus der Hand der Maquisrebellen Es wurden zwei Teams gebildet, die die Übungen nacheinander durchführen sollten. Unsere erste Übung ging gleich voll daneben. Wir kamen zwar noch gut bis an den Eingang des Rebellebunkers und Officer Rendlim gelang es auch leicht den Öffnungsmechanismus der Tür zu überbrücken, doch leider hatte sie vergessen den Alarm zu überbrücken und auch den Raum hinter der Tür nicht gescannt. Ergebnis: Die Rebellen wussten, dass wir kamen, nahmen uns unter Beschuss, warfen einen überladenen Phaser in unsere Mitte und wir waren alle tot. Team 1 hatte wohl die Geisel befreit, aber Ens. Drake hatte im Anschluss anscheinend erwogen, den gesamten Bunker in die Luft zu sprengen. Im Verlauf der Mission hatte ich noch öfter den Eindruck, das er eine gewisse Vorliebe für Sprengstoff besaß. Die anschließende Manöverkritik fiel dann auch entsprechend negativ aus. Zu allem Überfluss bekam Officer Rendlim noch einen Lachanfall dabei, was die Führungsoffiziere zusätzlich erboste.
Die zweite Übung beinhaltete die gleiche Aufgabe wie die erste, nur waren die Bedingungen modifiziert. Wir durften noch zwei weitere Mitglieder in unser Team aufnehmen und unsere Ausrüstung aufstocken. Wir entschieden uns vor Allem für Blend- und Betäubungsgranaten, Bewegungsmelder und Transporterverstärker, da das Beamen in das und aus dem Gebäude lt. unseren Informationen nicht möglich war. Zudem mussten wir unseren Teamleader Ens. McCullum aufgrund von Krankheit gegen einen neuen austauschen. Diese Aufgabe übernahm Lt. jg. Lloyd. Die Zeit, die Team 1 auf dem Holodeck mit der Übung verbrachte, nutzten wir, um unser Team ein bisschen besser aufeinander einzuspielen. Insbesondere trainieren wir das Erstürmen von Räumen.
Diesmal war unser Einsatz erfolgreich. Wir umgingen den ersten Bewegungslaser, der die Artillerie auslöste, und Lloyd zerstörte den zweiten. Rendlim und Anderson deaktivierten die Laserschranken auf der Treppe, überbrückten den Alarm und die Türblockade und öffneten die Tür. Aufgrund der Beschaffenheit der Tür und des Gebäudes war der Raum hinter der Tür nicht zu scannen. Lt. Lloyd entschied sich für den Einsatz einer Blend- und Betäubungsgranate, um den Raum sicher zu betreten. Unser Team konnte den Raum hinter dem Eingang sicher betreten, alle dort anwesenden Rebellen waren betäubt. Da die Betäubung nur 15 min hielt, sicherten Ens. Silok, Crewman Pelotel und ich den Raum über der Treppe, während Lloyd weiter in den Gang vordrang. Oben fanden wir neben den bewusstlosen Rebellen auch noch eine weitere Geisel, die Mitglied der Sternenflotte zu sein schien. Ich verabreichte den Rebellen eine Dosis Solenol, so dass sie für die nächsten drei Stunden bewusstlos blieben. Auch die Geisel stellte ich noch für eine Stunde ruhig, damit sich nicht vorzeitig aufwachen konnte und bei einer evtl. möglichen Flucht die Rebellen aufschreckte und unser Team in Gefahr brachte. Wir kehrten zu Lloyd und den übrigen Teammitgliedern zurück. Die Tür am Ende des Ganges war mit einer Sprengstofffalle gesichert, aber die Techniker konnten diese entschärfen. Wir sicherten den Raum dahinter. Dort befand sich auch die gesuchte Person, Isabella Williams. Rendlim und Anderson bauten die Transporterverstärker auf und wir beamten die Zielperson sowie die zweite Geisel heraus. Die Mission war erfolgreich. Die anschließende Kritik fiel dann auch besser aus, als nach dem ersten Manöver, aber natürlich waren wir noch nicht perfekt.
Während unserer Übungen hatte die Führungscrew wohl Informationen von einem Ferengi erhalten, dass es einen Mann gab, der Genaueres über den Aufenthaltsort des Verräters O'Neill kannte. Dieser Mann hieß Harrison, war angeblich ein Spieler und sollte sich in einer Bar in den Badlands aufhalten. Ein Außenteam unter der Führung von Lt. Lloyd bestehend aus Officer Dawson, Creman Anderson, Kadett Taylor und mir sollten getarnt in die Kneipe gehen und versuchen, den Informanten an Bord der Exeter zu bringen. Wir legten Zivilkleidung an, dachten uns falsche Nahmen aus und überlegten uns eine Geschichte über Schmuggler, die mit Hilfe des Maquis gerade einem Föderationsschiff entkommen waren, ein gutes Geschäft gemacht hatten und nun ihren Erfolg feiern wollten. Die Bar war so ziemlich die letzte Kaschemme, die ich je gesehen habe, es roch nach Methylalkohol, Drogen und Tabak. Die Musik war laut, eine Schlägerei im Gange. Dawson und ich verschafften uns erst mal den richtigen Einstand, indem wir einen Tisch für uns aussuchten, auf dem eine Frau tanzte. Wir schmissen den Tisch um, die Frau fiel, die Schlägerei war vorprogrammiert, aber das war so gewollt. Leider meinte so ein Psychopath in der Bar, gleich eine Waffe ziehen zu müssen, um auf Dawson zu schießen. Diese biss jedoch die Zähne zusammen und Lloyd, Anderson, Taylor und Dawson begannen des geplante Pokerspiel. Und dann machte Anderson fast alles zunichte. Er hatte nichts Besseres zu tun, als zu verkünden, wir würden gerade "Urlaub von der Föderation machen". Und das in Gegenwart von Rebellen, die auf der Flucht vor der Föderation sind. Wir versuchten die Situation zu retten, aber das Vertrauen der Barbesucher konnten wir nicht mehr gewinnen. Auch die Erklärung, Anderson sei ein Verrückter, half nichts. Leider schien die Info, Harrison sei ein Spieler, nicht zu stimmen, denn niemand gesellte sich beim Pokerspiel zu uns hinzu. Allerdings hatte ich bald Kontakt zu einem Vermummten, der an Geschäften mit uns interessiert schien. Ich übergab ihn an Dawson, die versuchte, weitere Infos aus ihm heraus zu bekommen. Anderson, Taylor und Lloyd wirkten jedoch vollkommen fehl in der Bar. Anderson und Taylor sahen so aus, als ob sie sich lieber in eine Ecke verkrochen hätten und auch Lloyd schien nicht in der Lage, ein den Umständen angemessenes Verhalten an den Tag zu legen. Ich zog ihn auf die Tanzfläche, um ihm zumindest ein wenig Tarnung zu verschaffen, und um mich weiterhin ungestört mit ihm unterhalten zu können. Klar war mein Verhalten einem Sternenflotteoffizier gegenüber nicht angemessen, aber die Situation erforderte besondere Mittel und ich konnte mich später bei ihm entschuldigen. Wir hatten noch keinen Hinweis auf Harrison, als die Situation eskalierte. Irgendwer hatte Dawson mit ihrem korrekten statt mit ihrem Tarnnamen angesprochen. Der Psychopath mit den Disruptoren richtete seine Waffen auf Dawson und mich und verlangte eine Erklärung. Wir konnten die Gespanntheit der Situation nicht mehr entschärfen und ich beschloss, dass ein Rückzug zum Runabout jetzt unvermeidlich sei. Lloyd war bereits dorthin vorgegangen, da er sich noch Informationen erhoffte. Anderson, Taylor und ich erreichten das Runabout unversehrt, aber der Psychopath schoss noch einmal auf Dawson; schwer verletzt erreichte sie das Schuttle. Dort versorgte ich sie sofort medizinisch. Sei hatte je ein Loch in jedem Bein, aber nichts, war wir auf der Krankenstation der Exeter nicht wieder hinkriegen würden. Unsere Mission war leider nicht erfolgreich. Ich verstehe bis heute nicht, wer Anderson und Taylor für diese Mission ausgesucht hat, denn für diese Art von Einsätzen fehlte beide offensichtlich die Erfahrung. Nur mir Dawson und Lloyd hätten wir vielleicht Erfolg gehabt, aber das wäre reine Spekulation. Ich entschuldigte mich bei allen Teammitgliedern für mein Verhalten in der Bar, aber offensichtlich hatte jeder in der Situation Verständnis dafür. Es gab keine weiteren Konsequenzen.
Zurück an Bord wurde Dawson erst mal medizinisch versorgt. In der folgenden Besprechung machten Lloyd und ich Cmdr. Stafford klar, dass eine weitere verdeckte Operation unmöglich sei, da jeder von uns, der die Bar noch einmal betreten sollte, sofort erschossen werden würde. Also wurde der Plan geändert. Nachdem bekannt war, dass nur zwei Personen in der Bar in Frage kamen, Harrison zu sein, stürmte Cmdr. Stafford mit einem Team die Bar und brachte die beiden in Frage kommenden Personen an Bord der Exeter. Die Gefangenen wurden auf die Krankenstation gebracht. Ein Vergleich der Gehirnwellenmuster der Gefangenen mit den Daten von Harrison aus unserer Datenbank ergab, dass einer der Gefangenen tatsächlich der Gesuchte war. In der anschließenden Verhandlung, die Harrison mit Admiral Williams führte (oder umgekehrt), sicherte Williams Harrison das geringst mögliche Strafmaß zu, sowie, dessen Leute vom Planeten fortzubringen. Harrison willigte ein und übergab Adm. Williams einen Datenkristall mit den Koordinaten des Aufenthaltsortes von O'Neill.
Captain Starkov ließ Kurs auf den genannten Planeten setzen. Es wurden zwei Außenteams zusammengestellt. Das erste unter Führung von Cmdr. Stafford sollte nur den ersten Kraftfeldgenerator ausschalten, das zweite in den Maquisbunker eindringen und Isabella Williams befreien. Geführt wurde Team 2 von Ens. Stark. Weitere Miglieder waren Ens. Drake, Ens. Silok, Officer Rendlim, Officer T'Aloviks, Crewman Kell, Crewman Pelothel, Crewman Trall und ich. Nachdem uns Crewman Torwin mit dem Runabout auf dem Planeten abgesetzt hatte, begaben wir uns zum Bunker. Sobald Team 1 unter Führung von Cmdr. Stafford den ersten Kraftfeldgenerator ausgeschaltet hatte, zerstörte Ens. Stark den zweiten. Unser Team drang zum Eingang des Bunkers vor. Das Gebäude wies schwere Schäden und Einschüsse auf; offensichtlich durch einen Angriff der Cardassianer. Rendlim gelangt es die Laserschranken auf der Treppe zu deaktivieren, sie und Anderson überbrückten den Öffnungsmechanismus, der Alarm wurde wohl schon bei dem vorherigen Angriff funktionsunfähig geschossen. Stark ging vor, wie wir in der Übung. Sichern nach hinten, Blend- und Betäubungsgrante, Raum einnehmen. Im Gebäude führte eine Treppe nach oben, ein Gang geradeaus. Stark beschloss, zuerst den Gang zu sichern. Kell und T'Aloviks blieben zum Sichern an der Tür zurück. Wir fanden eine Tür am Ende des Gangs, aber dahinter war nichts mehr, außer einem leeren Keller. Wir kehrten zurück und begaben uns auf der Treppe nach oben. Auf dem oberen Treppenabsatz empfing uns Sperrfeuer, nachdem wir dort eine Tür geöffnet hatten. Im Gang hatten sich mehrere Rebellen verschanzt. Bei dem entstehenden Feuergefecht wurde Trall betäubt und Pelothel erlitt eine schwere Brandverletzung. Beide erhielten sofort die notwendige medizinische Versorgung. Stark kehrte in das Stockwerk darunter zurück und zündete einen Sprengsatz direkt hinter den Rebellen unter der Decke. Schwer getroffen ergaben sich diese. Dabei erschoss O'Neill noch einen seiner eigenen Leute von hinten. Der Mann war offensichtlich vollkommen durchgeknallt. Die Rebellen waren so stark verletzt, dass eine Notfallbehandlung nicht möglich war. Ich verabreichte Hypercoagolin, um die Verletzten in Stasis zu versetzen. Sie können später auf Sternbasis 375 versorgt werden. Es gelang unserem Team auch den oberen Gang zu sichern. Am Ende führte eine Treppe nach unten. Inzwischen versuchte Stark mit O'Neill zu verhandeln, aber der Maquis war uneinsichtig. O'Neill flüchtete die Treppe hinunter. In der Hektik der Verfolgung wurde vergessen, die Treppe zu scannen und Drake und Pelothel traten auf eine Sprengfalle. Beide erlitten schwerste Brandverletzungen, Prellungen und Knochenbrüche. Die Notfallversorgung konnte die beiden nur stabilisieren, sie mussten schnellstmöglich an Bord der Exeter gebracht werden, um dort ausreichend medizinisch versorgt zu werden. Rendlim, die sich hinter Drake und Pelothel auf der Treppe befand, erlitt Verletzungen an den Beinen, war jedoch nicht so schwer verletzt wie die beiden Männer. Im Gefecht erschoss O'Neill wohl noch seinen Mitrebell Commodore Roberts, der mit seinem Leben das der Geisel Isabella Williams schützte. Die Geisel wurde medizinisch versorgt und die Transporterverstäker aufgebaut. Wir hatten zwar Kontakt zum Runabout, jedoch nicht mehr zur Exeter. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Exeter in eine Raumschlacht verwickelt worden war und den Orbit kurzzeitig verlassen hatte. Wir beamten die Verletzten, die Gefangenen und Isabella an Bord des Runabout. Die übrigen Teammitglieder kehrten zu Fuß zum Runabout zurück; Ens. Silok brachte auch die Leiche von Commodore Roberts mit. Ebenso mussten wir Team 2 noch mit zurücknehmen, da deren Shuttle in der Zwischenzeit zerstört worden war. Als wieder Kontakt zu Exeter bestand, brachte uns Torwin sicher an Bord des Schiffes zurück. Ich bereitete Cmdr.Caine und Officer Kaleb noch im Runabout auf die Ankunft der Schwerverletzten vor. Drake, Pelothel und Rendlim erhielten sofort die bestmögliche Versorgung. Alle werden wieder vollständig genesen. Nur mussten wir Rendlim davon abbringen, sich die Schuld für die Verletzungen von Drake und Pelothel zu geben, da sie die Sprengfalle angeblich nicht rechtzeitig erkannt hatte. Aber meiner Einschätzung nach waren die beiden so schnell auf der Treppe, dass die Technikerin gar keine Chance hatte, die Falle zu finden. Isabella Williams war nicht schwer verletzt. Überglücklich traf sich die Familie endlich an Bord der Exeter wieder.
12. Januar 2374
O'Neill konnte leider entkommen. Der Wissenschaft gelang es jedoch, der Signatur des
Maquiraiders zu folgen. Wie die Verhandlungen über die Auslieferung von O'Neill, der auf
einem Planeten Zuflucht gesucht hatte, verliefen kann ich nicht sagen. Fakt ist jedoch,
das O'Neill in seinem Raider die Exeter angriff. Da der Raider der Exeter wohl waffentechnisch
überlegen und zudem wendiger war, entschied sich Captain Starkov für einen Kollisionskurs
mit dem Raider. Beim folgenden Aufprall gelang es wohl einigen Rebellen, sich an Bord unsers
Schiffes zu beamen. Sie unternahmen einen gezielten Angriff auf unseren Maschinenraum und
konnten dort massiven Schaden anrichten. U. a. mussten wir die Warpgondeln abwerfen und
erlitten mehrere Hüllenbrüche. Es gelang jedoch, die Rebellen bei diesem Angriff festzusetzen.
Auch O'Neill befand sich unter ihnen, wohl durch eine Gesichtsoperation äußerlich verändert.
Wir schafften es noch gerade zur Sternenbasis 375 zurückzukehren, bevor unser Antrieb
endgültig versagte.
Auf der Sternenbasis angekommen versammelte Admiral Williams die gesamte Mannschaft und belobigte sie öffentlich für die erfolgreiche Beendigung der Mission. Auch enthob er Captain Starkov seines Kommandos über die Exeter NCC 26531 und übergab ihm das Kommando über ein Schiff der Akira-Klasse, das ebenfalls den Namen Exeter (NCC 76988) tragen wird. Auf Wunsch des Captains wird ihm die Mannschaft auf dieses Schiff folgen. Ach ja, Crewman 3rd Class Kell wurde von Adm. Williams zum Crwman 2nd Class befördert. Nachdem, was ich vorher über ihre Schüchternheit gehört habe und was ich bei unserem Einsatz zur Befreiung von Williams von Ihr gesehen habe, hat sie sich die Beförderung wirklich verdient. Und dann gab's für mich auch noch einen Grund zu feiern. Adm. Williams beförderte mich zum Ensign zu Felde. Klasse, und das ohne Akademieabschluss. Jetzt muss ich mich noch mehr anstrengen, das in mich gesetzte Vertrauen zu erfüllen. Cmdr. Stafford schien die Beförderung eher zu misbilligen, zumindest drückte sein Gesichtsausdruck dies aus. Aber abwarten, zumindest ist er bereit, mir Unterricht in Führungspsychologie zu geben und darüber bin ich echt froh.
So heute Abend gebe ich eine Party, schließlich haben wir eine erfolgreiche Mission zu feiern!!!! Ende, Computer speichern.
14 Januar 2374 Habe Tirel erst einmal von unserer Mission berichtet. Das erste was er meinte war: "Hey dann hat mein Schwesterchen jetzt ja einen höheren Rang als ich." Ja vielleicht, aber ich bin nur der Doc - und auch das noch nicht mal. Den Abschluss muss ich erst noch machen. Inzwischen ist Ruhe bei der Crew eingekehrt und wir alle versuchen, einem möglichst geregelten Dienst nachzugehen. Ich hatte Zeit nach der Euphorie über den Missionserfolg kritisch über die Situation nachzudenken. Ich freue mich für die Familie Williams, dass sie endlich wieder vereint ist. Es war sicher eine sehr harte Zeit für alle. Ich kann mich noch gut an die Jahre erinnern, als Tirel in cardassianischer Gefangenschaft war, und ich nichts über seinen Verbleib wusste. Und ich kann es jetzt noch nachvollziehen, denn das Schicksal von Vater ist noch immer ungewiss. Ich bete jeden Abend zu den Propheten, dass er noch am Leben sein möge. Eine Frage aber quält mich: "Hätte ich Commodore Roberts auf dem Planeten im Dorvan System retten können?" Ich hatte ihn notfallmedizinisch versorgt, aber seine Verletzungen waren sehr, vielleicht sogar zu schwer. Ich habe seinem Wunsch, zuerst mit dem CO unseres Teams sprechen zu können nachgegeben. Hätte ich stattdessen gleich Hypercoagulin verabreichen sollen und er hätte an Bord der Exeter gründlich medizinisch versorgt werden können und dann erst mit einem Offizier gesprochen? Wäre überhaupt etwas zu machen gewesen? Wäre es besser gewesen, ein vollkommen ausgebildeter Arzt, mit der nötigen Erfahrung hätte das Team begleitet und nicht nur ein Kadett? Ich habe keine Antworten auf diese Fragen. Ich denke, ich werde mit Cmdr. Caine und den Ärzten von 375 sprechen und ihre Meinung zu dieser Entscheidung und zu den Untersuchungsergebnissen der Leiche von Commodore Roberts hören. Ich muss das einfach wissen.
Entgegen meinem ersten Eindruck auf Lt. jg. Williams Party hat sich Lloyd tatsächlich als ein fähiger Taktiker entpuppt. Leider bin ich bis heute nicht dazu gekommen, ihn zu fragen, warum er sich damals bei Williams so "daneben" benommen hat. Aber vielleicht ergibt sich hier auf Sternenbasis 375 eine Gelegenheit. Dieser Tanz mit Lloyd in der Bar wird mich wohl auch noch eine ganze Weile verfolgen. Immer gibt es noch Anspielungen darauf und dumme Sprüche. Aber damit kann ich leben. Hauptsache Stark glaubt nicht, dass ich etwas von Lloyd will.
Kalebs Idee, Viren zu züchten, die die Körperzellen dazu veranlassen, Ascorbinsäure zu produzieren halte ich immer noch für verfehlt und nicht durchführbar. Ich werde ihn mal fragen, ob er nicht Lust hat, mich bei meinem geplanten Forschungsprojekt zu unterstützen. Ich möchte versuchen, das Virus, das cartalianisches Fieber verursacht zu erforschen und zu entschlüsseln. Erst mal Grundlagenforschung betreiben, damit vielleicht in naher oder ferner Zukunft ein Heilmittel gefunden werden kann.
Und Dawson muss ich fragen, ob wir zusammen eine Holodecktrainingssequenz entwickeln können, die das korrekte und angemessene Verhalten in Kneipen und Bars trainiert. Anfangen könnte man mit einer ganz "normalen" Kneipe und die Übungsteile immer weiter steigern bis hin zu der Bar in den Badlands. Wahlweise mit und ohne Psychopaten. Dann passieren solche Dinge wie in den Badlands vielleicht nicht mehr. Oder man kann anhand der Trainingsergebnisse die Leute für eine solche Mission gezielter auswählen. Wenn Dawson mit dabei ist, wird das bestimmt ganz lustig. Komisch, die Frau kommt im Gegensatz zu Lt. Williams gar nicht nach ihrem Vater. Obwohl sie manchmal ein undiszipliniertes und rebellisches Verhalten an den Tag legt, mag ich sie immer besser leiden. Vielleicht werden wir mal so was wie Freunde. Nach dem Besuch in den Badlands haben wir uns auf der Krankenstation jedenfalls schon ganz gut unterhalten. Wäre schön hier neue Freunde zu finden. Und Rendlim kriegt Training im Schleichen und im "sich ohne Hinzufallen zu bewegen". Bei den Propheten, niemand fällt so oft und so schön wie Officer Rendlim. Hm, gut dass diese Meinung hier nie jemand zu lesen bekommt.
Ach ja, und dann noch das Starkov-Manöver. Ich hoffe, mit dem neuen Schiff versucht er das nicht so bald wieder. Schließlich wollen wir alle nicht so bald wieder das Schiff wechseln. Denn ob die Crew dann noch einmal zusammen bleiben könnte, ist doch sehr fraglich. Computer, speichern.