Nach meinem Besuch auf der Farm meiner Frau in Texas ließ ich mich direkt zur Transporterstation der Sternenflottenakademie beamen. Nach der Ausserdienststellung der U.S.S. Montanus planten ich und Castle, eine der Weiterbildungsmaßnahmen dort zu besuchen. Nach dem Bezug der Quartiere begannen noch am selben Abend die Einführungsveranstaltungen, nachdem wir zunächst von Admiral Williams und der leitenden Crew begrüßt wurden.
[Outtime: Im selben Moment, in dem die hochrangigen Offiziere den Raum betraten, hatte ich sofort dieses Gefühl, mein bisheriges Leben verblasse und Officer T’Aloviks übernimmt für das gesamte Wochenende die Kontrolle. Atmosphäre, Dialoge, Situation - alles versetzte mich auf Anhieb Intime und ließ mich vor Sonntagmittag nicht wieder los. Hatte ich nicht so erwartet...]
Bereits jetzt folgten die ersten Erläuterungen zu den so bezeichneten Brückensimulationen. Hierbei handelt es sich um nachgestellte Holo-Szenarien, in denen die Zusammenarbeit, das Urteilsvermögen, Kreativität und Konformität mit Sternenflottenregeln getestet und bewertet werden soll. Beim Modus der Szenarien handele es sich um Situationen, die nur schwer bzw. gar nicht vollständig zu lösen seien und so das Stressverhalten einzelner Crewmitglieder unter Beweis zu stellen ist. Jedes der vier Teams, gebildet durch eine Teilung der beiden Quartiere war für zwei Simulationen eingeteilt, die für Samstag angesetzt waren. Bereits im Vorfeld ergaben sich teilweise angespannte Situationen über die Besetzung der zu stellenden Einheiten für Taktik, Conn, Ops, Flugkontrolle und Commanding Officer. Während sich in unserem Quartier Lt. Lloyd und Ens. McCullum sicher glaubten, den Kommandosessel einnehmen zu dürfen, entbrannte bei einigen Crewmitgliedern eine höchst unlogische Diskussion über mögliche Besetzungen. Bereits hier zeigten einige Crewmen deutliche Anzeichen für Stress. Auch mein Einwand, dass vermutlich niemand in seinem Spezialgebiet eingesetzt werden wird, verbesserte diese Situation nicht. Ich für meinen Teil besinnte mich auf die Tatsache, als Starfleet-Officer immer variabel in allen Aufgabenbereichen eingesetzt werden zu können. Dennoch war ich mir sicher, in einem mir nicht stark vertrauten Bereich nicht so effizient wie in einem Maschinenraum arbeiten zu können.
Nach der Einführung in die Brückensimulationen wurde die Gruppe Opfer einer ungenau formulierten Anweisung. Der allgemein definierte Befehl "Wegtreten" wurde von den meisten Kadetten als Anlass gesehen, den restlichen Abend nach eigenem Ermessen zu planen. Als Einzigen fiel dies Silok und mir auf, die wir irritiert auf dem Campus-Gelände verweilten. Nach einer recht forschen Korrektur des Befehls in "Auf die Stuben wegtreten" fanden wir uns im Quartier ein. Als Einzige. Lediglich Crewman Trall tauchte kurz auf, um einen vergessenen Gegenstand zu holen. An Silok und mich formulierte er eine Einladung ins erste Quartier, in dem ein geselliger Abend verbracht werden sollte. Natürlich klärte ich den irrtümlichen Befehl sofort auf und Ensign Silok ließ die Kadetten auf die vorgesehenen Quartiere aufteilen. Zwar bedeutete dies das Ende der recht angenehmen Ruhe, zugunsten eines korrekt interpretierten Befehls jedoch akzeptabel. Zumindest war ich hier in der Lage, das menschliche Verhalten nach belangloser Kommunikation zu studieren. Drei Kadetten unterhielten sich beispielsweise mehrere Minuten über geeignete Abwehrmaßnahmen gegen durch die geöffneten Fenster hereinströmendes Ungeziefer. Die Unterhaltung endete jedoch abrupt, als ich einen Kadett informierte, dass ein auf Stufe sieben eingestellter Phaser das nötige Maß überschreitet, eine Mücke zu töten. 3,7 Kilojoule genügen.
Bereits an diesem ersten Abend wurden mir so wieder diverse Anlässe geboten, die mich erkennen ließen, warum mein Verständnis für Logik in den letzten Jahrzehnten abgeflacht ist. Menschen unterscheiden sich in der Tat deutlich von Vulkaniern - nicht nur basierend auf emotionshinterlegten Konversationen und Aktionen. Allein die Vorfälle dieses Abends genügten völlig, um mir wieder die Tatsache ins Gedächtnis zu rufen, dass jegliche Bestrebungen, die Menschheit mit der vulkanischen Logik vertraut zu machen, zum Scheitern verurteilt sind. Nicht, dass ich mich als vulkanischer Missionar unter emotionsbesessenen Humanoiden empfinde - meine Bestrebungen nach Logik- Verständnis haben in den letzten Jahren schließlich weder bei meiner Frau Jane noch bei meinem Freund Mr. Castle gefruchtet - welchen Erfolg könnte ich also bei einer Gruppe Kadetten haben? Tatsächlich wurde mir schlagartig bewusst, dass ich vermutlich aus diesem Grund die Bestrebungen umgekehrt habe - ich scheine menschlicher geworden zu sein. Eine Tatsache, die mich zwar nicht befriedigt, aber durchaus unausweichlich zu sein scheint. In völligem Gegensatz dazu stand Siloks ausgeprägter logischer Verstand. Seine Sichtweise erinnerte mich tatsächlich ein wenig an meinen Vater, dessen Lehre ich in meinen Jahren unter Menschen des öfteren von der gegensätzlichen Seite kennen gelernt habe.
Schließlich wurden wir zum Appellplatz gerufen, wo eine Beförderungszeremonie abgehalten werden sollte. Anders als im gewohnten Rahmen, wurden die Rangabzeichen im Schein brennender Wachsfackeln vergeben, was der Zeremonie eine andere Note verleihen sollte, wie ich später erfuhr. Eine ganze Reihe Kadetten wurde teilweise sogar in die Offizierslaufbahn befördert. In der Tat war ich überrascht, dass in Mr. Llodys Fall zum Beispiel direkt die Beförderung zum Lieutenant jg. vorgenommen wurde. Tatsächlich scheint es sich aber bei einer Reihe Kadetten um sehr begabte Personen zu handeln, die diese Beförderung rechtfertigten. Im Fall von Lt. Lloyd muss ich dies zudem persönlich bestätigen. In den folgenden Tagen fiel mir der Taktiker in diversen Situationen als auf seinem Gebiet überaus begabt auf. Neben der Brückensimulation brachte er in diversen Situationen hervorragende Vorschläge an, die mehrfach Situationen vereinfachten oder möglich machten. Nach meiner ausschließlich nur für mein Urteilsvermögen relevanten Beurteilung kann ich durchaus behaupten, dass Lt. Lloyd einer der fähigsten Männer war, die sich in dieser Ausbildungsgruppe befanden.
Im Anschluss an die Zeremonie sollte das Ereignis im Casino gefeiert werden. Eine gesellige Veranstaltung, der ich der Etikette halber nicht fern bleiben konnte. Jedoch Zeit genug um nochmals die interessanten Aufzeichnungen von Revok Marvul und sein höchst ungewöhnliches Warpspulen-Projekt zu studieren. Im Laufe des Abends gesellten sich Silok und T'Rikar zu mir. Zudem setzte sich ein Lt.Cmdr. an unseren Tisch, der mir bereits zuvor durch seine nicht den Vorschriften entsprechende Uniform aufgefallen war. Zunächst erkundigte er sich nach unserem Empfinden in Bezug auf die Beförderungszeremonie, den Rahmen dessen und vulkanische Beförderungsrituale, bevor er uns ein neues Projekt der Sternenflotte vorstellte. Er nannte es "Fleet Aktiv", eine Art Revolutionierungsbewegung, die hauptsächlich auf den unteren Rängen gestützt eingefahrene Bräuche und zu militarisierte Umgangsformen der Sternenflotte verändern soll. Zwar verschwieg der Commander nicht, dass eine solche Bewegung durchaus auf Missgunst in den oberen Schichten treffen werde, behandelte das Programm jedoch als etabliert. Der weitere Abend blieb, abgesehen von einer interessanten Unterhaltung mit Commander Terron und einem Angebot, in die technische Abteilung der USS Exeter versetzt zu werden, ereignislos.
Für den nächsten Tag waren hauptsächlich Weiterbildungsmaßnahmen angesetzt. Nach dem Frühstück wohnten wir einer interessanten Ausführung über Raumkampf, die Geschichte der Schlacht basierend auf der Erdhistorie und Verhaltensweisen im Kampf bei. Eine in anbetracht der aktuellen Situation mit den Jem Hadar durchaus sinnvolle Vortragsreihe.
[Outtime: Das dachte natürlich nur mein Charakter, persönlich fühlte ich mich wie im Hörsaal und musste höllisch aufpassen, mich doch ein wenig zu konzentrieren. Da war ja noch dieser Test angekündigt worden... Tatsächlich fand ich es aber imposant, wie Jörg das Thema Intime-nah ausgearbeitet hat und wie eine Ausbildung bei der Sternenflotte tatsächlich sein könnte.]
Anschließend sollte unser Team im Nahkampf ausgebildet werden. Angesichts der akuten Kriegssituation eine weitere notwendige Maßnahme. Die Ausbildung wurde von Commander Korak vorgenommen, der uns als Klingone etliches über erfolgreiche Nahkampfmanöver berichten und demonstrieren konnte.
[Outtime: Dieser Klingone sah genial aus. Ich war echt absolut begeistert von dieser von Kopf bis Fuß perfekten Verkleidung, dem Auftreten und einfach allem, was uns hier geboten wurde. Kompliment!]
Nach einigen Übungsrunden im waffenlosen Kampf ging Korak dazu über, Nahkampftechniken anhand von Dolchen und Schwertern zu erklären. Leider wurde ich während der Übung durch einen Angriff von Crewman Anderson verletzt, der es durch hektische und unüberlegte Aktionen fast unmöglich machte, ein Muster erkennen zu lassen und ich ihm somit die Chance einräumte, mich zu verletzten. So war es mir erst nach einer Behandlung von Dr. Caine wieder möglich, an der Ausbildung teilzunehmen.
[Outtime: Musste mich leider mit rotem Kunstblut zufrieden geben - grünes gab das Medikit nicht her ;-) ]
Crewman Anderson hingegen triumphierte über den Sieg gegen einen Vulkanier. Eine Eigenart, die wohl in seiner Person liegt, wie mir mehrere Bekannte versicherten. Nach wie vor faszinierend empfinde ich die Art und Weise, mit der Menschen mit Klingen umgehen. Silok war im Umgang mit Klingenwaffen geübter als ich und klärte mich über menschliche Kampftechnik auf. Ich war der Überzeugung, menschliche Kampfaktionen können aufgrund ihrer Irrationalität nicht analysiert werden. Silok belehrte mich, dass Menschen die Aktion, die ein Vulkanier nach logischer Abwägung verwirft als korrekt angenommen werden und zur Ausführung kommen. Ein Wunder, dass die Menschen nicht nach wie vor vor der Vernichtung durch sich selbst stehen.
Die im folgenden anstehende erste Brückensimulation zeigte sich als interessant und lehrreich in jeglicher Beziehung. Zunächst besprach das gesamte Team mögliche Szenarien und Situationen, auf die unser holografisches Schiff, die USS Tin Can, treffen könnte. Vielen in der Gruppe half dieses Briefing, sich auf die Situation einzustellen. Auch eine wiederholte Vorstellung der einzelnen Offiziere untereinander sorgte bei einigen für ein Zusammengehörigkeitsgefühl und auch mir half intensiveres Wissen über die Vorgeschichte einiger zur besseren Einschätzung. Llody und McCullum waren sich nach wie vor sicher, den Posten des Commanding Officers einzunehmen.
Nach unserem Antreten vor dem Holodeck sollten sie auch rechtbehalten. Ich wurde in Lt. Llodys Team eingeteilt und sollte die taktische Station übernehmen. Sicherlich nicht unbedingt mein Einsatzgebiet, durch meine Forschungsarbeiten auf Starbase 83 hoffte ich jedoch, zur Grundausbildung weiteres Wissen einbringen zu können. Mr. Wellington übernahm die Flugkontrolle, Silok saß an der Ops und Kell wurde für die Conn-Station eingeteilt. Unsere Aufgabe bestand darin, den Botschafter eines Volkes zu Friedensverhandlungen auf einen verfeindeten Planeten zu transportieren. Bereits im Vorfeld versuchten wir, so viele Eventualitäten wie möglich einzuplanen. Ein internes Sicherheitsteam sollte für freies Geleit sorgen, zwei Quartiere auf unterschiedlichen Decks sollten für den Botschafter und eine mögliche Delegation vorbereitet werden, um zu verhindern, dass Spione in der Delegation den Botschafter eliminieren könnten und roter Alarm sollte uns vor feindlichen Schiffen sichern. Vor allem Lloyd war sehr bemüht, alle Vorkommnisse vorauszuplanen.
Zunächst startete unser Flug zur Heimatwelt des Planeten. Wir holten Informationen über die Spezies des Botschafters ein und konnten so bereits im Vorfeld zwei Räume an die außergewöhnlichen und für Menschen tödlichen Lebensbedingungen anpassen. Dies sparte uns bei der Ankunft viel Zeit - diese arbeitete nämlich gegen uns. Für das Missionsziel standen nur wenige Minuten zur Verfügung. Da der Botschafter allein reiste, brach Lloyd die Vorbereitungen für das Delegationsquartier ab - ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Das zweite Quartier hätte als Reserve dienen können. Zudem entschloss sich unsere Gruppe, den Botschafter in einem Frachtraum unterzubringen. Eine sicherlich nicht angemessene Entscheidung - obwohl hier die Lebensbedingungen einfacher erreicht werden können, als in herkömmlichen Quartieren.
Das sich sofort enttarnende Schiff der Romulaner erwartete eine Senkung der Schilde und Auslieferung des Botschafters. Lloyd ließ sich leicht in die Hinhaltetaktik des Romulaners verwickeln, die uns von unserem engen Zeitplan abhalten sollte. Zumindest war er nicht gewillt, das Schiff sofort anzugreifen sondern verhandelte erst mit dem Captain. Als ich schließlich den Befehl erhielt, auf das Schiff zu feuern und es zerstören musste, war der Zeitrahmen bereits so überzogen, dass das Szenario nicht mehr erfolgreich beendet werden konnte.
Objektiv zusammengefasst war ich mir sicher, dieses Szenario nur schlecht absolviert zu haben. Neben den Hauptproblemen kam noch die Unerfahrenheit der Crew, Zuständigkeitsprobleme der Stationen und ein sich kaum kennendes Team zusammen. Den im Anschluss stattfindenden Alternativtest absolvierten wir jedoch recht erfolgreich. Aus mehreren Papierstücken sollte eine Brückenkonstruktion geschaffen werden, die zwei entfernte Tische überbrücken und eine Schere tragen sollte. Ein Test, der nochmals die Kommunikation und Zusammenarbeit eines Teams beweisen sollte. Beim folgenden Mittagessen ließ sicher wiederum die Diskussion um meinen Fleischverzehr nicht vermeiden. Nach einigen Erklärungen über meine menschliche Frau und Farmbesitzerin, meine nur geringe vulkanische Erziehung und die Natur von Fleischersatz konnte ich die Diskussion jedoch beenden.
Während des anschließenden Mittag-Appells kam es zu einem zunächst tragisch wirkenden Zwischenfall. Der recht formlos gehaltene Appell mit einigen privaten Worten des Admirals an Kadetten und Crewmen - wohl eine Idee der Fleet Aktiv-Gruppe - schien beendet zu sein, als sich plötzlich Commodore Roberts vor Admiral Williams stellte, um einen Schuss abzufangen, der als Attentat auf Williams galt. Sofort begaben wir uns in Deckung und suchten Schutz hinter einem Gebäude. Ohne Bewaffnung war es uns leider nicht möglich, uns gegen den Feind zu verteidigen. So schnell wie möglich begaben wir uns also in die Quartiere, wo die Handphaser aufbewahrt wurden. Meine Handfeuerwaffe stellte ich Daniel Anderson zur Verfügung, da er über einen besseren Umgang mit Phasern verfügt. Schnell war die Situation jedoch entschärft, da die Sternenflottensicherheit das Akademiegelände abgesichert hat. Bei unserer Rückkehr auf den Appellplatz war gerade ein Transport dorthin durchgeführt worden, der den Attentäter tot zu uns beamte. Der Mann war an der Halsaorta aufgeschnitten worden und so verblutet. Ebenfalls war die Waffe des Mannes zu uns gebeamt worden.
Hauptsächlich für die Crew der Exeter schien die Situation klar zu sein. Nach einigen Erklärungen und Absprachen mit der Sternenflottensicherheit stellte sich die Situation wie folgt dar: Der Attentäter, ein Sympathisant des Maquis hatte zusammen mit einem Lt. O'Neill den Anschlag auf Admiral Williams geplant. Mit einem Maquisraider, der auf unbekannte Weise das Sicherheitsnetz der Erde durchdringen konnte, wurde der Attentäter in seine Stellung gebeamt, um dort den Schuss auf Williams abzugeben. Da O'Neill eine unberechenbare und brutale Persönlichkeit zu haben scheint, tötete er anschließend den Attentäter und lieferte ihn uns - samt der Tatwaffe - aus, um seine Machtposition zu demonstrieren. Der Lieutenant war vor mehreren Monaten übergelaufen. Durch die selbstlose Aktion des Commodores hat dieser zudem - wie es schien - gleich zwei Hebel in Bewegung gesetzt: Zum einen rettete er dem Admiral das Leben und zum anderen zerstreute er den Verdacht, der gegen ihn gehegt wurde, ebenfalls ein Sympathisant des Maquis zu sein, wie mir einige Offiziere erzählten.
Für mich persönlich war die Situation äußerst unüberschaubar und verwirrend. Zu jeder Zeit schien mir der Überblick zu fehlen, was zur Zeit genau vor sich geht und was die geeignetste Alternative sei. So schloss ich mich lediglich der Gruppe an, die unter Feuerschutz das Quartier aufsuchte. Auch für technisches Personal schien also die Notwendigkeit zu Bestehen sowohl in Nah- als auch Fernkampftaktiken geschult zu sein. Ein Anliegen dem ich, besonders wegen der anstehenden Kriegssituation mit den Jem’Hadar persönlich eine hohe Priorität zuwies. Neben den weiteren Ausbildungen war für mich das Bewerbungsgespräch an diesem Tag von höchster Relevanz. Wie Cmdr. Stafford am Vortag mitteilte, ließ er mich durch Mr. Castle in das Büro des Commanders kommen. Aus dieser Tatsache schloss ich bereits, dass auch Castle um eine Versetzung auf die U.S.S. Exeter gebeten hatte. Cmdr. O'Reardon, Lt. Caylan und Cmdr. Terron führten an dieser Stelle ein höchst irritierendes Gespräch mit mir. Fragen zu meiner persönlichen Einstellung zur Crew der Exeter verwirrten mich hier genauso sehr, wie zum Beispiel die Frage, warum ich ausgerechnet an Bord der Exeter dienen möchte. Eine unlogische Formulierung - schließlich hatten mich Stafford und O'Reardon am Vortag gefragt, ob ich daran interessiert sei, an Bord des Schiffes anzuheuern. Eine Tatsache, die mich vermuten ließ, dass man in der Führungscrew also Interesse an meinem Dienst hat - und nicht umgekehrt, welchen Schluss die Frage zulässt. Eine höchst unlogische Diskussion also, die ich nach meinem Ermessen nicht erfolgreich beenden konnte. Der bevorstehende Kriegseinsatz der Exeter hingegen, über den mich der Commander informierte, konnte mich nicht von meiner Absicht, in der technischen Abteilung zu dienen, abbringen.
[Outtime: Jörg hat mich durch seine ganzen Fragen, die mich absolut überrascht haben, wirklich ganz schön aus der Bahn geworfen. Ich fand es zwar komisch, sich für die nächste Con "bewerben" zu müssen, aber war mir doch sicher, meine Uniform bei eBay einstellen zu dürfen, nachdem diese Con beendet ist. Zum Glück erzählte Kai mir, dass Jörg so was wohl gerne macht - Fragen ohne richtige Antwort, jemanden in die Enge treiben, etc: "Kleiner Sadist"]
Irritiert verließ ich das Büro, um am Rande die immer intensiveren Spekulationen über den Anschlag am Mittag zu registrieren. Scheinbar diskutierten bereits alle über die möglichen Zweifel, die vor allem über Commodore Roberts Motiv aufgekommen waren. Daniel Anderson bat mich um ein Gespräch unter vier Augen, in dem er mir seine Nachforschungen über die vom Maquis verwendete Waffe mitteilte. Es handelte sich um eine der gefährlichsten von der Föderation jemals gebauten Handfeuerwaffen, von denen lediglich eine geringe Stückzahl produziert wurde und auch hochrangigen Elite-Force Bediensteten nur schwer zugänglich seien. De Facto sollte die Feuerkraft der Waffe ausreichen, um sowohl den Commodore als auch den Admiral zu töten. Jedoch erlitt lediglich der Commodore eine leichte Schusswunde am Arm. Da die Waffe über eine präzise Zielvorrichtung verfüge, könne auch eine Verletzung am Arm nur durch eine absichtliche Verfehlung der Kopfregion entstanden sein.
Anderson äußerte den Verdacht, der Anschlag sei durch den Commodore inszeniert worden, um den gegen ihn gehegten Verdacht zu zerstreuen. Nachdem er mich auch in die Vorfälle mit Roberts vor einiger Zeit involvierte, stimmte ich seinen Vermutungen zu und empfahl jedoch, zunächst Stillschweigen über die Vermutungen zu bewahren. Anderson stimmte zu und appellierte an die vulkanische Verschwiegenheit. Zwar bedachte er in diesem Moment nicht, dass die Logik vorgibt, Sachverhalte grundsätzlich nur korrekt widerzugeben, angesichts der bereits angelaufenen Diskussion war Stillschweigen jedoch ohnehin nicht mehr nötig. Darüber hinaus war ich sehr erstaunt, wie sorglos einige Offiziere mit solch höchst vagen und brisanten Informationen umgingen.
Als weiterhin lehrreich stellte sich der Vortrag zum Thema Holoprogrammierung heraus. Ens. Partes referierte über das größtenteils intuitiv zu bedienende Interface der Holo-Datenbank und demonstrierte anhand einiger Simulationen die Vielfalt der Holoparameter. Für eine Vielzahl der Anwesenden als erheiternd, für mich jedoch eher als besorgniserregend stellte sich der Faux-pas des Fähnrichs heraus, der die private Version einer Holo-Demonstration mit der offiziellen verwechselte. Die privaten Parameter waren vor allem durch die weiblichen Holocharaktere gekennzeichnet, die eine erfolgreiche Beendigung des Szenarios ausschließlich durch sexuellen Kontakt zur fremden Spezies möglich machten. Eine Verwechslung, die dem Fähnrich enorm peinlich zu sein schien und vor allem in seiner Abwesenheit zu Spekulationen führen. Persönlich lernte ich eher wenig durch diesen Vortrag, der sich hauptsächlich an Anfänger auf dem Gebiet der Holoprogrammierung richtete. Der Fähnrich empfahl mir einige weitergehende Kurse.
Die folgende gesellige Veranstaltung, ein Barbecue, verlief größtenteils ohne Relevanz. Im Anschluss galt es für unser Team jedoch noch, die zweite Brückensimulation zu absolvieren. Bereits in der Abenddämmerung fanden wir uns vor dem Holodeck ein, um mit dem zweiten Szenario konfrontiert zu werden. Die Änderung zweier Besetzungen sorgte zunächst für gewisse Aufregung. Crewman Kell erheilt die Position als CO, während Lloyd ihre Station an der Conn einnahm. Die deutlich nervöse Trill stellte sich jedoch der Aufgabe.
[Outtime: Kathi spielte hier allerdings nicht ihren Charakter als nervös - sie war fertig. Tatsächlich war sie kaum in der Lage, die wenigen Sätze über die Mission vorzulesen. Ihr superblasser Gesichtsausdruck ließ mich unwillkürlich an meine Outtime-Sanitätsausbildung denken - ich schaute mich schon mal nach einer Decke und einem Stuhl für die Schocklage um. Weit entfernt war sie WIRKLICH NICHT davon]
Bei der Situation handelte es sich um den sogenannten Metu-Test. Unsere Aufgabe war es, ein während einer Deep-Space Mission vom Sensorschirm verschwundenes, bemanntes Shuttle zu lokalisieren. Im Verlauf stellte sich heraus, dass das Shuttle samt Mannschaft durch eine bislang unbekannte Spezies gefangengenommen wurde. Der Kommandant des Schiffes identifizierte uns als Föderationsschiff - eine Verwechselung, da der Feind der Spezies sich ebenfalls als Föderation bezeichnet. Schwierigkeit in diesem Szenario war, dass ein Erstkontakt unter der ersten Direktive mit einer Präwarp-Spezies hergestellt werden musste. Daher durfte unsere Technologie nicht in feindliche Hände gelangen, dennoch musste die Mannschaft gerettet werden.
Die Ereignisse auf der Brücke, die sich während der Simulation abspielten, geben mir noch heute zu denken. Zum einen war ich fasziniert von den Fähigkeiten zweier Personen und zum anderen machte ich zwei definitiv fatale Fehler. Zum einen stufte ich die Waffensysteme der feindlichen Streitkräfte als gefahrlos ein, da eine erste Kollision mit zwölf Torpedos keinen Schaden verursachte. Tatsächlich handelte es sich um eine Warnsalve - eine übliche Taktik bei den nicht durch Schilde geschützten Schiffen. Vor allem am nächsten Tag war zu beobachten, dass die Waffensysteme durchaus enormes Zerstörungspotential hatten.
Mein zweiter Fehler hätte das Szenario bei einem nachgiebigeren CO zu einem jähen Ende geführt. Ich empfahl Crewman Kell, den Feind durch einen leichten Phaserwarnschuss einzuschüchtern. Eine Aktion, die ein nicht geschütztes Schiff in jedem Fall zerstört hätte. Vielmehr ignorierte Kell jedoch meinen Vorschlag und baute auf eine diplomatische Lösung. In langen Gesprächen mit den Kommandanten versuchte sie den Feind von der Verwechselung zu überzeugen, unsere nicht feindlichen Absichten zu versichern und auf der Herausgabe unseres Shuttles zu bestehen.
Im Hintergrund erarbeitete vor allem Lloyd das Manöver, das wohl bald in Geschichtsbüchern stehen wird. Er stellte eine Verbindung zum Computersystem des Shuttles her und transportierte die Crew von innerhalb des Schiffes an Bord des Shuttles, wo er die Waffen- und Schildsysteme aktivierte. Auf diese Weise rettete er die Crew und hatte eine völlig neue Chance der Bedrohung geschaffen. Aus Zeitgründen musste das Szenario beendet werden. Unter Applaus der ausführenden Crew der USS Ecliptic verließen wir das Holodeck als zweites Team in der Geschichte der Sternenflotte, das den Metu-Test erfolgreich absolviert hatte. Persönlich hatte ich den Test jedoch nicht bestanden und hielt mich vor allem bei zwangsläufig folgenden Gesprächen im Hintergrund. Was ich allerdings nicht von Lloyd behaupten kann. Seine Persönlichkeit schien es ihm schlicht vorzuschreiben, jede Person, die sich in verbaler Reichweite befand, über den Erfolg der Mission aufzuklären. Natürlich sorgte dies für ausreichenden Gesprächsstoff im Casino, in dem der erfolgreiche Test gefeiert werden sollte. Auch hier hielt sich Kell wieder eher im Hintergrund und schien durch diverse Lobungen, insbesondere durch den Admiral eher peinlich berührt zu sein. Hier erfuhren wir auch, warum Kell und Lloyd die Positionen auf der Brücke der Tin Can wechselten. Dem ausführenden Commander waren Kells Führungsqualitäten während der Simulation zur Holoprogrammierung aufgefallen. Zwar fand ich die mehrfachen Ausführungen Lloyds in Bezug auf seine Idee übertreiben, dennoch war ich persönlich sehr beeindruckt von dem Ideenreichtum, den der Lieutenant an den Tag gelegt hatte. In der Tat hätte die Durchführung meines Vorschlags zu einem ungenügenden Ende der Simulation geführt. An dieser Stelle besinnte ich mich darauf, dass meine Ausbildung in den letzten Jahrzehnten taktisches Verhalten in Kampfsituationen nicht einschloss und meine Stelle sicherlich eher im Maschinenraum zu finden hätte sein sollen.
Der Abend verlief weiterhin recht ruhig und ich überlegte bereits, mich ebenfalls zurückzuziehen, als ein mir bis dahin unbekannter Captain das Casino betrat. Die Dame setzte sich an den Tisch der hochrangigen Exeter-Offiziere, an dem auch Commodore Roberts und Admiral Williams Platz genommen hatten. Zwar konnte ich das Gespräch nur bruchstückhaft vernehmen, bereits kurz nach ihrer Ankunft fragte die Dame jedoch den Commodore, ob seine Tochter mittlerweile mit Lieutenant O'Neill verheiratet sei oder noch nicht. Eine sicherlich unwillkürliche Frage, die jedoch das Kartenhaus aus Inszenierungen des Commodores einstürzen ließ. Sofort entbrannte ein Streit zwischen dem Admiral und dem Commodore, der mit einer Verhaftung Roberts endete. Die Geschehnisse, die daraufhin zum Angriff der Maquis auf die Gebäude der Sternenflottenakademie führten, entziehen sich meiner Kenntnis. Fakt war jedoch, dass einige Abtrünnige auf das Gelände gelangt waren. Die Gruppe, der ich zugeteilt wurde, erhielt den Befehl, das Casinogebäude zu beiden Ausgängen hin zu sichern, nachdem der Admiral zu einem Fluchtshuttle eskortiert wurde.
Die Sicherung des Gebäudes erwies sich als weitestgehend ereignislos. Zwar vernahmen Silok, Kyrill und ich mehrfach Phaserfeuer und standen kurz vor einer Konfrontation mit dem Feind, jedoch kam es nicht zu einem tatsächlichen Schusswechsel, bis die Situation aufgeklärt werden konnte und zwei Maquiskämpfer gefangengenommen wurden. Auch hier schien ich wiedereinmal der zweiten Bedeutung meiner gelben Schulterklappen zugeteilt worden zu sein. In der Tat hätte ich mit einem Hyperschraubenschlüssel in der Hand sicherlich kompetenter agieren können, als mit einem Handphaser bewaffnet.
Der nächste Tag brachte keine neuen Erkenntnisse über den Angriff der Maquis oder ähnliches. Vielmehr stand noch ein Phaserschießtraining und ein Crashkurs in Verhalten bei Bodeneinsätzen auf dem Programm. Nach dem Debriefing der Brückensimulationen mit einer Leistungsbewertung ohne namentliche Nennung der Kandidaten war die Weiterbildungsmaßnahme beendet.
[Outtime: Etwa zehn Minuten vor dem großen Timeout war es mir dann als fast einzige Ausnahme auch nicht mehr möglich, mir das Lachen zu verkneifen. Insbesondere bei den ausführlichst zitierten Best-Ofs konnte ich einfach keinen Vulkanier mehr verkörpern. Sehr zum Vergnügen von Rendlim und Lloyd, die vor mir sitzend den versteinerten Gesichtsausdruck T'Aloviks' sehen wollten und statt dessen einen Vulkanier mit Tränen in den Augen zu Gesicht bekamen - sehr witzig.]
[Outtime: Da dies zum einen mein erstes Startrek-Rollenspiel und auch mein erstes LARP überhaupt war, kann ich sicherlich keine großartige Bewertung der SL abgeben. Ich kann nur sagen, dass es extrem viel Spaß gemacht hat, ein ganzes Wochenende lang in dieser wirklich tollen Gruppe zu spielen und das garantiert nicht mein letztes LARP war. Besonders positiv fiel mir auf, dass wirklich fast jeder nahezu durchgehend Intime blieb und somit zum echten Trek-Feeling beitrug. Die sicherlich extrem arbeitsintensiven Umbauten im Schulungsraum und vor allem auf der Tin Can Brücke taten dann noch ihr übriges. Speziell die Brückentests waren natürlich grandios. Sicherlich ist es keine leichte Aufgabe, alle Spieler simultan mit den nötigen Daten zu versorgen und an der ein oder anderen Stelle haperte es ja auch ein wenig. Dennoch fühlte ich mich wie auf einer echten Brücke und merkte, dass Worfs Job wohl nur in den Serien so leicht aussieht - tatsächlich aber einiges an Auffassungsvermögen, vorrausschauendem Denken und vor allem Erfahrung dazu gehört. Auf jeden Fall an dieser Stelle ein großes Lob an alle SLs die dieses Wochenende zu einem echt genialen LARP-Erlebnis gemacht haben]
Es war mal wieder so weit. Nachdem wir in den letzten Wochen sehr viel Zeit auf der Exeter verbracht hatten, um die neu installierten Systeme zu checken, wurden wir jetzt noch einmal für einen Einsatz an der Akademie abkommandiert. Diesmal war es nicht der allgemeine Akademiebereich, sondern die Abteilung für Weiterbildung und Sonderausbildung, die von Commodore Roberts geleitet wurde. Zu meiner Verblüffung hatte Admiral Williams seinen Posten eingenommen und Roberts fungierte lediglich als Stellvertreter. Das schien dem Commodore zwar nicht zu passen, doch beließ er es, in der Öffentlichkeit, bei einigen kraftlosen Bemerkungen zu diesem Thema. Ansonsten war der Commodore am Freitag redlich bemüht, den Eindruck eines tadellosen und fürsorglichen Vorgesetzten zu erwecken.
Die Lehrgangsteilnehmer, bei denen sich auch zu meiner Freude auch viele der von uns ausgebildeten Kadetten befanden, machten erst einmal einen sehr interessanten Eindruck. Nachdem ich vor diesem Einsatz ausnahmsweise einmal Zeit hatte, die einzelnen Dossiers zu studieren, versuchte ich mir einen ersten Eindruck zu bilden. Doch dazu komme ich später. Zunächst stand eine kurze Einweisung auf dem Plan und dann der, für die Kadetten lang und mit viel Fleiß angestrebte, Akademieabschluss mit den dazugehörigen Beförderungen.
Kyrill Torwin:
Der Bajoraner hatte einen akzeptablen Abschluss im Bereich des allgemeinen CONN-Personals
hingelegt und wurde zum Crewman 2nd Class befördert. Ich bin sicher, dass er auch das von ihm
eigentlich angestrebte Offizierspatent erlangt hätte, wenn nicht seine Schüchternheit und
Unentschlossenheit wäre.
Daniel Anderson:
Beim allgemeinen technischen Personal schnitt Anderson weit über dem Durchschnitt ab und wurde zum
Crewman 1st Class befördert. Wäre seine labile, vielleicht sogar bedenkliche, Psyche nicht gewesen,
wäre der Techniker sicherlich auch zur Unteroffiziersprüfung zugelassen worden.
Enomis Rendlim:
Als der Admiral ihr das Abzeichen am Kragen befestigte, wurde ich irgendwie nervös.
Die frischgebackene Ingenieurin hatte tatsächlich die Unteroffiziersprüfung bestanden und wurde zum
Petty Officer 3rd Class befördert. Ich will gar nicht wissen wie sie das geschafft hat, aber die
Tatsache, dass sie in einer Krisensituation eventuell ein kleines Notteam leiten darf und an unseren
Schiffssystemen rumbastelt treibt mit den Schweiß auf die Stirn.
Jaqueline Dawson:
Dawson ist gewiss die undisziplinierteste Person, die ich je gesehen habe, aber ihre Unteroffiziersprüfung
hat sie bestanden. Wenn man bedenkt, dass ihre Leistungen bis vor 12 Wochen fast alle weit
unterdurchschnittlich waren, ist es sehr erstaunlich, was sich die junge Frau in dieser kurzen Zeit
für ein Wissen aneignete. Ich denke, dass sie die Ernennung zum Petty Officer 3rd Class im Bereich
Sicherheit durchaus verdient hat. Auch wenn ich befürchte, dass es nicht lange dauern wird, bis die
ersten Probleme auftreten.
Adrian Kaleb:
Da der junge Trill erst kurz vor Ende seiner Ausbildung vom Kommando- zum Medizinbereich gewechselt
hat, ist es sehr erfreulich, dass er trotzdem den angestrebten Abschluss als Unteroffizier geschafft
hat. Meiner Meinung nach hat er die Ernennung zum Petty Officer 3rd Class verdient und ich bin sicher,
dass er als Sanitäter an Bord der Exeter gute Arbeit machen wird.
Thomas McCullum:
Wie ich mir schon dachte, hat er sein Offizierspatent und seine Ernennung zum Ensign im Kommandobereich
erhalten. Er ist zwar kein Karrieretyp, aber ich bin davon überzeugt, dass er aufgrund seiner soliden
Einstellung einiges erreichen kann.
Cedric Drake:
Ich weiß nicht warum, aber ich traue diesem Sunnyboy nicht. An seinen Prüfungsergebnissen gibt es
wirklich nichts auszusetzen aber an seiner Einstellung schon. Er ist etwas zu frech und eingebildet
für einen jungen Ensign. Meiner Meinung nach hätte er besser Zivilanwalt werden sollen. Er sollte
sich einmal angewöhnen, erst zu denken und dann zu reden.
Vinzenz Lloyd:
Ich habe es fast nicht geglaubt, dass jemand bei einer verkürzten Ausbildung solche Ergebnisse erzielen
kann, doch er hat es geschafft. Mit einem Abschluss von 1,3 als bester männlicher Absolvent und
Zweitbester im Gesamtüberblick, hat er meine Erwartungen mehr als übertroffen. Seine Ernennung zum
Lieutenant (JG) im Bereich Taktik ist nur verdient. Ich bin sehr froh, einen solchen Stellvertreter
zu bekommen.
Vanessa Williams:
Jahrgangsbester Kadett. Was kann man da noch sagen? Wenn normalerweise ein guter Offiziersanwärter
nach 4 Jahren mit 2,0 abschließt, kann man schon sehr zufrieden sein. Aber nach knapp 3 Jahren mit
1,2 abzuschließen, ist fast unglaublich. Die Ernennung zum Lieutenant (JG) im Kommandobereich war
dann eher eine Selbstverständlichkeit. Ich denke, dass der Admiral sehr stolz auf seine Tochter sein
kann.
Nach all diesen Beförderungen könnte man sehr optimistisch sein, doch erst in der Weite des Alls, in der Praxis wird sich zeigen, was die Leute leisten können. Doch ich möchte nicht die Kadetten Drinkmann und Stark vergessen. Beide haben Ihre Prüfung bestanden. Sie konnten aber, aufgrund von Trainingsunfällen, nicht an der Zeremonie teilnehmen. Bevor ich jetzt zu den weiteren Ereignissen komme, werde ich erst einmal auf die weiteren Lehrgangsteilnehmer eingehen. Hierbei füge ich jetzt auch schon die Eindrücke ein, die ich bis zum Lehrgangsende gesammelt habe. Es ist gut, dass viele Teilnehmer keine Zuteilung hatten, denn so konnten wir unsere Besatzung ein wenig aufstocken.
Steven Castle (Petty Officer 2nd Class, Wissenschaft):
Macht einen guten Eindruck. Sehr ruhig aber interessiert und freundlich. Nach einem Gespräch mit
Commander O'Reardon war seine Versetzung auf die Exeter dann perfekt.
T'Aloviks (Petty Officer 2nd Class, Technik):
Der vulkanische Ingenieur machte auf mich irgendwie gar keinen Eindruck. Das liegt aber wohl eher
an seiner Rasse und der Tatsache, dass ich nicht so viel mit ihm zu tun hatte. Zumindest hat er
den Commander auch überzeugt, dass er eine Bereicherung für unsere Crew ist. Ich habe große
Hoffnung, dass er etwas Ruhe in die Technikercrew bringt.
Silok (Ensign, Wissenschaft):
Perfekte Akte und perfekte Logik. Lt. Commander Terron war begeistert. Ich selbst kann mir auch hier
kein direktes Bild machen. Aber genau wie Officer T'Aloviks wirkt er sehr kompetent. Ich würde mich
nicht wundern, wenn er eventuell den Posten des stellvertretenden Chefwissenschaftlers bekommt, da
auch er auf die Exeter wechselt.
Benjamin Franklin (Ensign, Wissenschaft):
Sehr ruhig und unauffällig. Er machte manchmal einen etwas desinteressierten Eindruck. Ansonsten
kann ich hier nicht viel sagen.
Claus Clifford Christopher Wellington und Michael O'Conner (beide Cadet 3rd Class):
Beides Offiziersanwärter. Wellington für den Bereich CONN und O'Conner für den Kommandobereich. Sie
haben beide Potenzial, soviel ist sicher. Vielleicht mache ich dem Commander den Vorschlag, sie
temporär an Bord zu holen, da dies in der momentanen Krise nicht unüblich und zu empfehlen wäre.
Anara Kell (Crewman 3rd Class, Sicherheit):
Eine Trill. Sehr jung und unglaublich schüchtern. Sie hat allerdings erheblich mehr geleistet, als sie
sich selbst zugetraut hätte. Genau wie bei Kyrill müssen wir hier am Selbstbewusstsein feilen. Der
Commander hat dennoch eine Versetzung arrangiert. Hoffentlich fragt sie nicht immer erst: "Entschuldigung,
würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Sie jetzt festnehme?". Nun ja, ich denke, dass Lieutenant
T'Opak das schon hinbekommt.
Trall (Crewman 2nd Class, Sicherheit):
Der Bolianer ist sehr fähig, flexibel und engagiert. Ich könnte ihn mir gut in der Sicherheit der
Exeter vorstellen. Ich werde dem Commander vorschlagen, zumindest eine temporäre Anforderung zu veranlassen.
T'Riker (Crewman 2nd Class; Wissenschaft [Taktik]):
Die Halbvulkanierin ist genauso unauffällig wie T'Aloviks und Silok. Obwohl sie eigentlich
Wissenschaftlerin ist, hat sie sich auf der Exeter um einen Posten bei der Taktik beworben. Ich bin gespannt.
Jana Helris (Crewman 2nd Class, Taktik):
Die Halbbetazoidin ist nach der Aussage einiger Ausbilder auch ein verstecktes Talent. Mal sehen,
wie sie sich auf der Exeter macht.
So das wären alle. Ich frage mich, warum wir nicht gleich den ganzen Lehrgang für die nächste Mission verpflichtet haben. Aber der Commander muss es ja immer spannend machen. Briten sind schon merkwürdig. Vor allem sollte er die Fragen anders stellen, wenn ich die Leute zu ihm schicke. Ich lese die Protokolle lieber nicht weiter. So... Computer... speichern und schließen. Ich mache morgen weiter.
Die weiteren Ereignisse von diesem Lehrgangswochenende fasse ich einmal etwas knapper zusammen. Nachdem die Zeremonie vorbei war, traf man sich noch in gemütlicher Runde im Casino. Ich ging allerdings zeitig ins Bett, da mir nicht nach feiern zumute war.
Am nächsten Tag begannen die Unterrichte. Ich war sehr erleichtert, dass ich nur bei der Taktik als Co-Moderator und bei Verhandlungstechnik eingeplant war. So konnte ich mich den Rest des Tages um die neuen Waffensysteme der Exeter kümmern. Meine Arbeit wurde allerdings beim Appell um 14:00 Uhr jäh unterbrochen, als es zu einem Attentat auf Admiral Williams kam. Wie es schien, war es nur dem selbstlosen Eingreifen von Commodore Roberts zu verdanken, dass der Admiral unverletzt blieb. Roberts wurde allerdings schwer an der Schulter getroffen. Der Attentäter, ein ehemaliger Commander und Scharfschütze der Tactical-Force, wurde kurz nach dem Anschlag mit durchschnittener Kehle mitten in den Akademiebereich gebeamt. Die DNA-Untersuchung ergab, dass O'Neill für die Sache verantwortlich gemacht werden musste. Alleine konnte er das aber nicht geplant haben, da der Attentäter für die Sensoren unsichtbar gewesen war und jemand von höherer Ebene seine Hände im Spiel hatte. Nachdem ich die Waffe, eine 2369 entwendete TR 116 der ersten Serie, also eine Projektilwaffe, gesehen hatte musste ich meinen Verdacht wieder auf Roberts lenken. Mit dieser Waffe hätte selbst ein ungeübter Schütze beide Männer mit Leichtigkeit töten müssen. Die Sache war also von langer Hand geplant worden. Das einzige was zur Zeit fehlte, waren die Beweise. Die Flucht der Mittäter fand in einem modifizierten Maquis-Raider statt, welcher erstaunlicher Weise über romulanische Plasmatorpedos und eine klingonische Tarnvorrichtung verfügte. Ein weiterer Punkt war, dass dieses Schiff fast völlig unsichtbar für die Sensoren der Orbitalverteidigung war und erst bei seiner Flucht erkannt wurde. Hier musste jemand mit sehr weitreichenden Zugangscodes am Werk gewesen sein. Nachdem die Sicherheit den Akademiebereich gesichert hatte, wurden die Unterrichte fortgesetzt. Doch wie man weiss, ist 100 %ige Sicherheit auch nur ein recht relativer Begriff.
Wie der Zufall es wollte bekam Commodore Roberts Abends im Casino Besuch von Captain Mikhailova, welche gerade von einer längeren Mission zurückgekehrt war und nichts über die Vorfälle wusste. Als das Gespräch, bei dem ich anwesend war, in Richtung von Roberts Tochter gelenkt wurde, passierte es. In wenigen Augenblicken wurde klar, dass der Verräter O'Neill mit der Tochter des Commodore verlobt gewesen ist. Roberts verlor die Fassung und deckte alle Karten in einem Anfall von vollkommener Unbeherrschtheit auf den Tisch, während er dabei Admiral Williams aufs Übelste beschimpfte und seine Rachegelüste herrausschrie. Da jetzt klar war, dass der Commodore hinter all den Anschlägen und Ereignissen steckte, befahl der Admiral ihn festzunehmen. Doch wieder war er uns einen Schritt voraus. Er musste eine solche Situation vorrausgesehen haben, denn auf dem Weg zum Transporterbereich wurde er von einem Maquis-Eisatzkommando befreit. Roberts hatte auch irgendwie das Überwachungs- und Kommunikationsnetz ausser Kraft gesetzt, so dass wir vollkommen auf uns allein gestellt waren. Ich denke, dass er für diesen Abend seine 'Abreise' bereits geplant hatte und dass seine Enttarnung wirklich nur ein unglücklicher, nicht einkalkulierter Zufall in seinem Plan gewesen ist.
Nach einem harten und langen Gefecht erlangten wir schließlich die Oberhand und konnten zwei der Maquis, auch einen ehemaligen Sternenflotten Captain, festnehmen. Sechs töteten sich leider selbst. Wie erst einige Tage später klar wurde, hatte O'Neill nach dem der Commodore an Bord war, sein Einsatzkommando einfach zurückgelassen. Roberts Flucht glückte also und auch das lautstarke Streitgespräch zwischen Admiral Williams und Rear-Admiral Dawson, wegen der Sicherheitslücken, änderte nichts mehr daran. Der Kurs des tarnfähigen Fluchtschiffes verlor irgendwo in der Nähe der Badlands.
Am nächsten Tag durften wir dann in den Simulator und ich muss sagen, dass wir schon bessere Tage hatten. Das einzig Interessante ist, dass Admiral Dawson keine Schuld an der Aktion trifft, da Roberts das Sicherheits- und Kommunikationsnetz mit völlig legalen Befehlen ausser Kraft gesetzt hatte, die die zuständigen Techniker auch nicht angezweifelt hatten, da sie völlig plausibel erschienen. Man hatte das ganze einfach aus Diagnosegründen deaktiviert.
Computer, speichern und Ende!
Sternzeit 2373-08-31 14:07 Uhr
... haben wir eine merkwürdige Energieschwankung registriert. Nach meinem Kenntnisstand könnte es
sich um ein getarntes Schiff handeln. Ich leite die Information an die taktische Überwachung weiter.
Die Taktik kann aber nichts feststellen. Sicherheitshalber lasse ich die Sache durch den Computer laufen.
Sternzeit 2373-08-31 14:15 Uhr
...die Systeme wurden per übergeordneter Autorisation auf grün geschaltet. Es handelt sich
offensichtlich um ein getarntes Schiff unbekannter Herkunft, welches jetzt das System verlässt.
Ich werde dem Fall persönlich nachgehen, da irgendjemand dem Objekt eine permanente Freigabe
erteilt hat.
Sternzeit 2373-08-31 23:50 Uhr
...wurde während unseres Rundgangs in Subsektion 55 Lt.Cmdr. Dorin Lago bewusstlos aufgefunden.
Die medizinische Abteilung stellte ein neurales Trauma fest. Nach unserer Meldung geht die
Orbitalverteidigung auf Status GELB.
Sternzeit 2373-09-01 0:10 Uhr
... in der Sternenflotten-Akademie, Bereich Weiterbildung und Sonderausbildung, roten Alarm
aufgrund eines unautorisierten Transports ausgelöst. Ich schicke ein 3 Mann Team zur Untersuchung.
Persönlicher Eintrag: Commodore Roberts hat den Alarm aufgehoben und mich gemaßregelt. Ich rufe das Team zurück, bevor es noch mehr Ärger gibt.
Technische Abteilung 0:12 Uhr
Die Kommunikation im Akademiebereich 03 ist ausgefallen. Commodore Roberts hat uns persönlich
informiert, dass das Problem in Kürze geklärt ist.
Sternzeit 2373-09-01 1:15 Uhr
... Schiff hat sich plötzlich enttarnt und sofort wieder getarnt. Es wurde als Maquis-Raider
identifiziert. Den Sensorabtastungen zufolge verfügt es über eine klingonische Tarnvorrichtung
und romulanische Plasmatorpedos. Es setzte Kurs Richtung Badlands. Eine Verfolgung blieb ohne
Erfolg ...
... direkte Parallelen zum Vorfall von Sternzeit 2373-08-31 14:07 Uhr