Storyline

Excalibur Intermezzo

Auszüge aus dem persönlichen Logbuch von Adrian Kaleb

25.02.2373, 22:20

Endlich wieder zurück auf der Erde und auch schon die Genehmigung für meine Versetzung in der Tasche. Endlich sehe ich wieder die Erde durch das Fenster meines Quartiers. Mit Vinzenz habe ich mich nun regelmäßig zum Joggen verabredet. Ich glaube, wir beide haben es auch bitter nötig. Morgen früh werde ich mich dann sofort um meine neuen Kurse kümmern.

21.03.2373, 22:50

Ich habe verdammt viel aufzuholen. Fast 2 Jahre Akademiezeit habe ich in den falschen Kursen verbracht und an Bord eines Schiffes kann man sicherlich keinen Sanitäter gebrauchen, der außer Erste Hilfe und dem Umgang mit dem Hautregenerator nichts gelernt hat. Um den Bereich der Anatomie mache ich mir kaum Sorgen, sofern ich fleißig weiter lerne, aber dieses Referat hält mich ganz schön auf Trab. Ich sollte es mir abgewöhnen als Letzter meine Aufgabe abzuholen. "Magen-Darm-Krankheiten bei 44 verschiedenen Rassen" ist wirklich ein undankbares Thema. Aber danach wird mich sicherlich kaum noch etwas schocken können. Was einen nicht umbringt, macht einen härter, heißt es in einem Erdensprichwort.

05.05.2373, 23:12

Ich kann nicht schlafen. Ich bin noch zu aufgeregt. Ich bin vor wenigen Stunden von diesem Fortbildungskurs über terranische Geschichte zurück, der uns allen sehr viele Aufschlüsse über das Hier und Jetzt gegeben hat. Doch diese hatten sicherlich nichts mit der Erde im Speziellen zu tun. Da ich ja scheinbar eh nicht einschlafen kann und deswegen sowieso morgen total unausgeschlafen den Kurs über altertümliche Obduktion verfolgen werde, kann ich ja auch die Zeit nutzen, schnell meine frischen Erinnerungen fest zu halten. Alles begann mit einer kleinen Party in einer Magnetschwebebahn. Ungewöhnliche Situationen setzen scheinbar manchmal auch ungewöhnliche Einleitungen voraus. Ich habe keine Ahnung woher die Getränke kamen, aber ich nahm sie dankbar von Jaqueline entgegen. Es soll schließlich keiner behaupten können, ich wüsste derlei leckere Sachen nicht zu schätzen. Dann kamen wir irgendwo in Deutschland an einem alten Gemäuer an, wo wir bereits von unseren Ausbildern von der Exeter empfangen wurden. Wir ließen Stark den Vortritt, denn er war der Einzige in Rot, der einen glaubhaft nüchternen Eindruck machte. Nicht dass wir betrunken waren, aber man hätte es bestimmt am Atem oder an den Augen bemerken können, dass wir unseren Spaß während der Fahrt gehabt hatten. Nachdem Captain Starkov uns begrüßt hatte und wir ein wenig Unterricht hatten,

Computer, Randnotiz erstellen: , der überhaupt am Wochenende viel beinhaltete, aber nicht terranische Geschichte, und seltsamerweise überrascht uns Dawson. Jaqueline, ich danke Dir für O'Reardons Gesichtsausdruck!… Computer an letzter Stelle fortfahren:

begannen wir mit einer weiteren Feier. Lt.Cmdr. Stafford hatte kürzlich Geburtstag. Aber O’Neill versteht sich nicht nur im Verrat, der Fahnenflucht und dem Denunzieren, sondern zudem auch noch im Platzen lassen von Feten. Eine Nachricht traf ein. Er ließ uns daran teilhaben, wie er Isabella Williams folterte und Admiral Williams erpresste. Dieser hatte uns auch die Übertragung zukommen lassen. Dieser Mann macht es einem wirklich schwer, von der Gewaltlosigkeit überzeugt zu sein. Wir forschten am gleichen Abend noch in verschiedensten Crewakten. Dabei fanden wir nach einiger Zeit eine interessante Person: Commodore Roberts. Aber außer Indizien war nichts dabei und ich werde bestimmt nicht wenige Monate vor meiner Prüfung zu einem Commodore marschieren, an sein Quartier klopfen und ihn fragen, ob er vielleicht rein zufällig in Verbindung mit dem Maquis steht.

Tja, was war sonst noch so los an diesem Wochenende? Richtig, unsere Sensoren waren nicht gerade zuverlässig. Erst meldeten sie uns Eindringlinge mit Disruptoren und dann war niemand da. Eine ganze Weile später wiederum tauchten ohne Vorwarnung 2 Bewaffnete auf. Einer von ihnen hatte sogar ein Personenschutzschild. Es war ziemlich knapp. Ich stand im ersten Stock. Unter anderem waren noch Anderson und Drake mit oben. Sie gingen geduckt die Treppe halb runter, konnten allerdings nichts gegen die Attentäter ausrichten. Anderson gab mir Deckungsfeuer, als ich einige Stufen herab rannte und Drake schnappte, um ihn hoch zu ziehen. Eigentlich bin ich nun wirklich nicht kräftig, aber dank meinem Adrenalinspiegel hatte ich ihn schnellstens in ein Quartier gezogen und sicher hingelegt. Ich hatte leider nicht die geringste Ausrüstung bei mir, außer einem Typ 1 Phaser. Ein toller Sanitäter bin ich. Ich wartete schussbereit noch am oberen Treppenabsatz. Wenn sie versucht hätten hoch zu kommen, hätte ich den Flur vielleicht sogar verteidigt, denn lange dauerte der Kampf nicht mehr an. Unten konnten die anderen die Unbekannten endlich überwältigen. Ich lief schnell runter und kümmerte mich um die Leute. Zum Glück waren sie nur betäubt worden und ich half dem Doktor beim Wecken. Es war wirklich knapp gewesen. Wie sich rausstellte, wollten sie wohl unsere Ergebnisse und die Crewakten stehlen. Denn wir fanden raus, dass diese verändert wurden und unsere Offlinekopien waren da das Einzige Motiv für unsere Freunde. Einen von ihnen, einen Bolianer, haben wir noch ohne Erfolg verhört, bevor die Sicherheit ihn abholte. Stark wollte das alte Gut-Böse-Spiel spielen, aber das ist meiner Meinung nach unter unserer Würde. Dann wären wir nämlich nicht viel besser als die. Das sah Dawson scheinbar auch so. Im Gegensatz zu mir kriegte sie allerdings den Mund recht schnell auf. Ich denke, diesmal war es wirklich besser so. Als die Sicherheit den Bolianer abführte leistete sich Anderson einen schweren Patzer. Er hatte einen Phaser rumliegen lassen, den sich der Gefangene schnappen konnte. Er betäubte einen Sicherheitsmann, bevor er wieder überwältigt werden konnte. Stafford stand für Andersons Fehler gerade. Ich hoffe, Daniel ist Stafford dankbar für dessen Akteneintrag und lernt daraus.

An dem Tag setzte O’Reardon Personalgespräche an. Ich schätze, das ist seine Paradedisziplin. Als ich die Stufen hinauf stieg, hatte ich einen dicken Kloß im Hals, wie es so schön heißt. Ich habe viele Holoabenteuer hinter mir und war sogar mal dabei, als ein Warpkernbruch im letzten Moment verhindert wurde, doch noch nie war ich so aufgeregt wie in diesem Moment. O’Reardon hat es wohl einfach drauf kleine Kadetten einzuschüchtern. Das Gespräch verlief aus meiner Sicht total schrecklich. Als ich jedoch im Nachhinein darüber nachdachte, mit welcher Aussage ich wohl am ehesten meine Versetzung auf die Exeter vereitelt hätte, bekam ich die Nachricht, dass ich mit dabei bin. Genauso wie alle anderen. Unser Kurs ist also komplett von der Exeter übernommen. Mir fiel ein großer Stein vom Herzen. Also heißt es nur noch, auf die Prüfungen hin zu arbeiten. Außer dem Prüfer ist mir niemand mehr im Weg.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Ich muss mir noch unbedingt eine Notiz für die Zukunft anfertigen: Keinen Offizierstee trinken! So seltsam das klingen mag, aber nach dem, was ich abends in geselliger Runde sah, ist es wohl besser, von Offizierstee die Finger weg lassen. Jetzt merke ich allerdings doch schon etwas die Müdigkeit. Das will ich lieber mal ausnutzen, denn ich hab’ eh schon einen ganz trockenen Mund vom vielen Reden.

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