Bald schon kommen wir auf Alpha-Resus 2 an. Es wird auch Zeit. Man erzählte zwar was von einem götterverlassenen Außenposten, um uns zu belehren, aber die Unterbringung und die Verpflegung können nur besser sein als auf der Pretender. Quartiere wurden hier nur provisorisch eingerichtet, da dies hier nur ein alter Frachter ist. In etwa 23 Stunden werden wir ankommen und dann sofort runter beamen. Ich bin echt gespannt, was mich da unten erwartet.
Kaum angekommen, musste ich bemerken, dass der Unterschied zur Pretender nur gering ist. Ich hatte mich schon auf die Verpflegung gefreut, weil ich dachte, es könnte nur noch besser werden und nun sind wir mit einem einzigen, kleinen Replikator konfrontiert, der zu einer Zeit erbaut wurde, als mein Vater nur ein Aufblitzen im Auge meines Großvaters war. Ich freute mich dennoch, aber was geschah: Man servierte uns Gagh und ein sogenanntes Kitomer Massaker. Na toll. Aber ich war tapfer, im Gegensatz zu Vinz, der einen gehörigen Rest zurückließ. Einige Kadetten, die ich noch auf dem Frachter gesehen hatte, fehlen noch. Ich weiß nicht, ob das irgendwas mit den kurzen Transporterfenstern zu tun hat. Die Atmosphäre ist jedenfalls für den Transporter und die Sensoren die meiste Zeit undurchdringlich. Die Sensoren und die Tricorder spielen auch hier unten verrückt. Wahrscheinlich das Gestein. Unsere Ausbilder bestehen überraschenderweise aus der Crew der Exeter. Was die wohl verbrochen haben, um hier hin zu dürfen? Nach dem Essen und einem Zimmerappell fanden wir uns erst mal im Casino ein, wo sogar, anlässlich des Geburtstages von Dawson, echter Alkohol in Form von Sekt und Wein ausgeschenkt wurde. Und ich hab’ mal wieder für zwei getrunken. Urplötzlich wurde eine Übung veranstaltet, in der wir Kommandokadetten total versagt haben. Das Haus wurde von ein paar Leuten erstürmt. Zusammen mit McCullum und Drake hockte ich am Eingang und wir wagten den Vorstoß, was sich als ein riesiger Fehler entpuppte. Es war ja klar. Meine Zweifel an mir haben sich bestätigt. Ich bin für so was einfach unfähig. Ich teile mein Zimmer unter anderem mit Chief Petty Officer Oesterberg. Er ist in Ordnung, auch wenn er die anderen und mich vor der Tür erwischt hat. Umso friedlicher wirkt er im Schlaf. Jedenfalls in den 3 Sekunden Schlaf bevor er zu schnarchen anfängt. Der Mann ist ein einziges großes Sägewerk. Ich bin gespannt auf den morgigen Tag. Ich muss unbedingt den Doktor ansprechen. Ich komme wohl doch eher nach meiner Mutter.
Diese Nacht ist noch Kadett Stark eingetroffen. Ich hab’s nur gehört. Er kam kurz nachdem ich das Licht ausgemacht hatte; per Schalter. Oh je, hier ist es wirklich rustikal. Das Frühstück war gut. Ja, man konnte es sogar richtig genießen. Vielleicht ist aber auch nur bereits meine Zunge abgestumpft. Nun geht’s aber erst mal weiter.
Nachdem ich ein weiteres Mal meine mangelnde Durchsetzungsfähigkeit unter Beweis gestellt habe, sprach ich nun endlich mit dem Doc, Lieutenant Caine. Das Gespräch war sehr ermutigend, auch wenn ich auf dem medizinischen Sektor einiges nachzuholen habe. Er meinte, dass er sich hier, nach Möglichkeit persönlich um mich kümmern würde. Sobald ich hier weg bin, werde ich den Antrag auf Versetzung stellen. Auch die Counselor sprach mich darauf an und sie unterstützte mich ebenso wie Oesterberg.
Die Ereignisse überschlugen sich heute. Furcht, Angst, Hoffnung, Fettnäpfchen, kurze Erfolgserlebnisse und alles wieder von vorn, aber vor allem dabei immer viel zu viel Ärger und ein Haufen Missverständnisse. Heute habe ich sicherlich so viel gelernt, wie in einem 1/2 Jahr Sternenflottenakademie. Aber für mich findet es ein jähes Ende. Wir alle haben die hiesigen Insekten unterschätzt. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich auch so empfindlich gegen diese Biester bin. Im Moment äußert sich das in einer Lähmung. Doc Caine hat mir ein Schmerzmittel gegeben und etwas zum Einschlafen hier gelassen. Er hatte ja gesagt, dass er sich persönlich um mich kümmern wollte. Bevor ich einschlafe, muss ich aber noch festhalten was heute alles geschah. Die Kommunikatoren funktionierten immer noch nicht. Deswegen wurden ein paar wenige modifizierte Versionen ausgegeben. Die Tricorder konnten nur auf kurze Distanz eine verlässliche Analyse bieten. Zunächst wurden wir zu einem Appell vor die Tür gerufen. Oesterberg wurde zum Fähnrich befördert. Im Anschluss daran trafen wir uns zu einem interaktiven Vortrag über die erste Direktive. Danach stand eine Exkursion an. Wir wanderten den Hügel hinauf, wobei wir erst auf seltsame Fußspuren und dann sogar noch auf einen Steinhaufen trafen, der auf jeden Fall unnatürlichen Ursprungs war. Nachdem 2 von uns Rat bei Captain Starkov eingeholt hatten, gingen wir erst mal zurück. Eine weitere Stunde stand an. Diesmal über Anatomie beim Doc. Ich fand es scheinbar interessanter als die meisten anderen, die sich nur von Dawsons Gesichtsausdruck begeistern ließen, als sie als Anschauungsobjekt herhalten musste. Nun gingen wir in Teams auf eine weitere Exkursion. Die Signale unserer Tricorder wurden immer besser, je weiter wir den Hügel hinab stiegen. Auf einmal kam eine merkwürdige Nachricht aus den modifizierten Comms. Als wir raufstürmten und die anderen wieder trafen, stellte sich heraus: Lieutenant O’Neill beging Verrat. Er betäubte Dawson und verschwand mit der Tochter des Admirals. Wir suchten noch ohne Erfolg die nähere Umgebung ab, bevor wir zurück gingen.
Mit einem Shuttle im Orbit nahm die Crew der Exeter die Verfolgung auf und der frischgebackene Fähnrich Oesterberg erhielt das Kommando. Nur die Counselor und der Doc blieben bei uns zurück. Als ob das nicht schon Problem genug wäre, tauchten Eingeborene auf, deren Spuren wir gefunden hatten. So kam es zu einem etwas unglücklichen Erstkontakt. Zudem entdeckten wir eine Bombe in der Sensorstation, die noch auf Atomspaltung basierte. Der Generator versagte und konnte von den Technikern nur mit Hilfe von Energiezellen aus einigen Tricordern und Phasern wieder fit gemacht werden. Drake und Dawson initiierten eine Gegenmaßnahme, um die Gegend auszukundschaften, gegen den Willen von Caine und Oesterberg. Später kam die Crew der Exeter wieder. Sie beamte sich aus dem Wrack, kurz vor dessen Absturz. Sie alle hatten Plasmaverbrennungen und andere Verletzungen. Da wir hier keine Krankenstation haben, konnten wir sie nur notdürftig verarzten. Aber all das war noch nicht genug. Wir unterhielten uns über unser chaotisches Wachverhalten. Wir als Wachen waren wirklich ein unzuverlässiger Haufen gewesen. Was aber nicht zuletzt an Drake und Dawson lag, die auf eigene Faust mit Unterstützung von Stark und McCullum die Umgebung erkundeten. Und zu allem übel verschwanden auch die letzten beiden und tauchten erst etwas über eine Stunde später wieder auf. Und wie sich herausstelle, waren wir hier auch nicht alleine. Ein Flugmonster, von denen uns die Eingeborenen berichtet hatten, entpuppte sich als romulanischer Warbird.
Gen Abend haben wir dann noch mal Wachteams gebildet. Ich war Drinkmann, Anderson, Stark, MacRogers und unserem Teamleiter McCullum zugeteilt. Später haben wir noch eine weitere Übung abgehalten. Auf den Tipp von Lloyd hin haben wir jedoch nicht mit Betäubung, sondern lediglich mit einem schwachen Strahl, der nicht mehr als eine kleine elektrische Entladung simulierte, geschossen. Es galt zunächst für uns das obere Stockwerk zu verteidigen. 4 Verteidiger gegen 6 Angreifer. Was uns auch gelungen ist. Ich habe Drake erwischt, bevor Lloyd mich Hops nahm. Bei dem Angriff haben wir einen großen Kampf am oberen Treppenabsatz gehabt. Unser Fehler war, zuviel zu diskutieren. Vor allem mit Anderson habe ich einfach zuviel geredet. Unser Vorstoß nach rechts fand eine Pattsituation und zur linken fielen Drinkmann und McCullum. Tja, und plötzlich fand ich mich allein am oberen Treppenabsatz wieder, aber es konnten nur noch 1 oder 2 Verteidiger sein. Und so begann meine Solo-Show, die von nervenaufreibenden Pausen durchflutet war, weshalb einige wohl schon Kaffee aufschütten wollten. Im Flur lagen einige Hindernisse und für mich war der arme Vinzenz im Augenwinkel nur eine umgestürzte Barrikade über die ich gestolpert bin. Ich kämpfte mich von Zimmer zu Zimmer vor und hatte nur noch Rendlim als Gegner. Der Arzt gegen die El-Aureanerin. Tja, wer hat’s wohl geschafft? Selbstverständlich Rendlim. Ich war nur noch eine Tür entfernt, lief mit 3 schweren aber schnellen Schritte voran, sprang, schoss an ihr vorbei und sie traf mich mit einem gestreuten Schuss, während ich verfehlte. Dennoch hatte ich plötzlich einige Sympathien auf meiner Seite. Na toll, der werdende Sanitäter als einsamer Krieger. Nein, Danke.
Kurz darauf, während ich an der Tür Wache hielt, muss es passiert sein. Ich sah eine Art Fliege im Flur, nachdem sie von mir aufflog. Das Vieh muss mich da bereits erwischt haben. Es flog jedenfalls ein paar undefinierbare Kurven durch den Raum und lief ein Stück über den Boden, bevor der Fähnrich sie erlöste. Kurze Zeit später bekam ich Krämpfe und der Doc brachte mich hier hoch auf das Zimmer. Damit ist wohl von heute alles zusammengefasst, wenn auch so chaotisch, wie unsere Wachen es waren. Ich werde mir nun das Mittelchen genehmigen.